Nonmadame

Nonmadame

Rezensionen
6 - 10 von 18
Ein Fläschchen voll Trost
Ihr kennt doch sicherlich auch miese Tage? Ganz bestimmt, oder? Wenn Morgens schon das Kaffeepulver leer ist, man auf dem Weg zur Arbeit im Stau steckt, das Arbeitspensum schlicht unmöglich scheint, man nach Feierabend beim Einsteigen ins Auto zu alle dem noch sieht, dass jemand den Spiegel abgefahren hat und die gesamte Weltsituation sowieso zum heulen ist - zum Beispiel. So ein richtig mieser Tag, vielleicht sogar mit ein paar Tränen. Man sehnt sich zuhause einfach nach Ruhe, Trost und Geborgenheit, sich nach einem heißen Bad mit dem Lieblingstee im flauschigsten Bademantel vor den Kamin zu kuscheln. Alle Sorgen für einen Moment vergessen.

Dass ein Duft alleine so einen Trost spenden kann habe nie als unmöglich betrachtet. Aromatherapie hat mir schon in vielen Lebenslagen geholfen. Aber ein Parfum hat das bisher bei mir nicht geschafft. Bisher. Dann kam Initio.

Ich belächelte den Namen, Musk "Therapy", pfft, gutes Marketing. Wie therapeutisch kann Moschus schon sein? Doch der erste Sprüher kam und es war um mich geschehen. Bilder von Spa, aufgeschlagener Luxusbodybutter, Kuschelhandtüchern und feinster Bettwäsche aus ägyptischer Baumwolle tauchten vor meinem inneren Auge auf während ich gefühlt einige Zentimeter über dem Boden schwebte vor Wonne. Herrlich. Und die Gedanken waren für einen Moment still, die Welt wurde leise.

Musk Therapy macht wirklich seinem Namen alle Ehre. Er duftet sanft, rein und erhaben. Ein Wölkchen aus Trost und Wohligkeit. Gleichzeitig erfrischend anders als die Musks die mir bisher unter die Nase kamen. Ich liebte in meinen jüngeren Jahren den White Musk von The Body Shop und testete vor kurzem zum Beispiel Musc Invisible von JHAG - beiden fehlt im Vergleich das gewisse Etwas, was auch immer das genau bei diesem Duft ist. Hier ist der Moschus strahlend cremig und dezent pudrig.

Für mich gibt es bei Parfums unter Anderem zwei Kategorien: Einmal "Dein Parfum riecht gut" und einmal "DU riechst gut". Dieser Duft ist für mich eindeutig der letzteren Kategorie zuzuordnen. Er könnte fast als natürlicher Eigengeruch nach dem Duschen durchgehen. Es bedarf allerdings einige Sprüher mehr um vom Umfeld auch wahrgenommen zu werden, aber ich bin sowieso ein Freund der intimeren Sillage. Die Haltbarkeit ist für mich auch vollkommen in Ordnung. Dadurch dass er ziemlich linear verläuft ist Nachsprühen auch kein Problem, "you get what you spray".

Dieses Parfum ist einfach vollendete Perfektion wenn man auf gepflegt cremige Tröstlichkeit steht und schafft es mich an miesen Tagen zu erden. Wahrlich therapeutisch.
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Geschichten aus der Autowerkstatt
"Dürfte ich mir mal schnell die Hände waschen?", frage ich und werde in Richtung WC verwiesen. "Da hinten!"

Auf dem Waschbeckenrand liegt ein Stück ovale Kernseife, mittlerweile reduziert auf 1 cm Dicke durch die häufige Benutzung. Es haben sich Risse in ihm gebildet, darin sammelt sich Schmieröl und Dreck. Ob ich sie nun benutze oder mich doch lieber auf mein Desinfektionsfläschchen verlasse? Hmm.. ein brauchbares Handtuch ist auch nicht in Sicht.

Der penetrante Geruch von Lavendeduftstein steigt aus dem hochgeklappten WC empor. Darauf steht Rosenpottpurri, wahrscheinlich anno 1980. An der Tür hängt ein Reinigungsnachweis, zuletzt wurde wohl vor einer Stunde der Lappen geschwunden. Gut, sauber riecht es hier, das stimmt. Richtig chemisch.

Auf dem Weg nach draußen ein Aufsteller: Kokos -Wunderbäume im Sonderangebot.

Ich hoffe mein Auto ist fertig, mein Nase kann nicht mehr.
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Hellblau? Nein, besser!
Was soll ich sagen? Ich liebe die Haarpflegeprodukte von Oribe. Dabei überzeugt mich nicht nur die Pflegewirkung sondern auch maßgeblich der Duft! Oh dieser Duft... Bei Shampoo und co. bleiben meine Haare nur kurz nach dem Waschen beduftet, natürlich wollte ich deshalb endlich Mal das Parfum ausprobieren. Und da wir hier ja nicht versammelt sind um uns über Haarpflege auszutauschen komme ich langsam Mal zum Punkt.

Sharing-Abfüllung erhalten, gesprüht, überzeugt. 1:1 das was ich erwartet habe. Zitrisch, blumig, gepflegt. Oribe kann anscheinend mehr als Haare zum glänzen bringen.

Den Vergleich mit "Light Blue" kann ich verstehen, jedoch nur in Ansätzen. "Côte d'Azure" liefert wesentlich mehr nuanciertheit. Es ist nicht bloß die pure Zitrone welche hervorsticht, nein, wohlige cremigkeit begleitet sie. Eine exquisite Melange aus diversen Zitrusfrüchten und Johannisbeeren, wie Limonade nur ohne süße Klebrigkeit. Etwas Pfirsich lässt sich auch erahnen obwohl dieser nicht angegeben ist. Untermalt wird das ganze vom zarten Frühlings-Blumenbouquet, abgerundet durch dezente, helle Hölzer. Die gesamte Pyramide bleibt während der Tragedauer erhalten.
Für die leichten Pflegeprodukt-Vibes kann ich nichts genaues verantwortlich machen. Der Duft hat auch keine klassische Shampoonote. Die Gesamtkomposition strahlt einfach eine edle Gepflegtheit aus.

Für mich ist dieser Duft ein wunderbarer Immergeher, außer eventuell bei Minusgraden da sich dann nicht die volle Pracht entfaltet. Gut, ultra sexy-verrucht ist er auch nicht, aber wenn man so wie ich Frische bevorzugt ist das auch nicht wichtig. Haltbar ist er am Körper bei mir gut und gerne bis zu 6 Stunden, in den Haaren und auf Kleidung noch am nächsten Tag.

Ich glaube, nach dem Schreiben habe ich mich selbst überzeugt. Ich brauche mehr davon!
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Das Gerücht stimmt
Die Duftlinie Ariana Grande's weicht für mein Empfinden von den herkömmlichen Promidüften ab, jedenfalls die neueren Erscheinungen. Etwas erwachsener und aussergewöhnlicher. Dieser hier gehört auch dazu.
Die Duftpyramide klang himmlisch, genau mein Beuteschema (Süß, Himbeerig, Rosig), doch die vielen Kommentare über wahrgenommene Essiggurken machten mich stutzig. Das kann doch gar nicht angehen? Das musste ich selbst testen, vielleicht fehlt meiner Nase ja der Gurkenrezeptor.
Nun gut, ich wurde eines besseren belehrt. Der Auftakt schreit "DILL", ich bin die Soße welche zum Fisch gereicht werden soll und per Sprühstoß mit einem halben Zentner Dill verfeinert wird." Uff, es wurde nicht gelogen. Die Gurkenassoziation passt, mein Hirn malt aber eher Bilder von Dillsoße zum Fisch. Nicht gerade das, was man bei einem Parfum haben möchte. Welche der angegebenen Duftnoten wohl dafür verantwortlich ist?
Nach einigen Minuten legt sich der Dill etwas und es kommt die mir von "Cloud" bekannte Moschus-Kokoscreme hervor, hier wesentlich plastikartiger. Etwas Rose gesellt sich auch dazu, trotzdem bleibt hintergründig das Kraut.
Ich verstehe schon was dieser Duft versucht zu sein und wenn man die Note ausblendet ist "Thank U Next" auch ganz nett, ja sogar schön wenn es zum Drydown kommt. Eindeutig außergewöhnlicher als vieles dieser Preisklasse. Er könnte der erhoffte Kokos-Himbeermacaron sein, die Pyramide stimmt. Man bräuchte allerdings einen olfaktorischen blinden Fleck für die Dillnote, dann wäre er quasi die rosa-fruchtige Schwester von Cloud, sehr ähnlich von der DNA. Ich werde ihn bei wärmeren Temperaturen nochmal probieren und hoffen, dass er dann schöner ist.
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Eher "emprisonné" als "libre"
Wow, der Libre hat Bums. Laut und übermannend werde ich mit Lavendelzweigen beworfen und ein Strauß aus Neroli- und Orangenblüten wird mir ins Gesicht gedrückt - hier, riech!

Ich hatte mich so auf das Testen gefreut, die Duftpyramide klang nach etwas aussergewöhnlichem, Lavendel mag ich eigentlich gerne, die positiven Rezensionen überzeugten. Und was steckte nun wirklich in dem schönen Flakon? Die flüssige Verkörperung einer mittvierziger Businessfrau im Hosenanzug. Zielstrebig, selbstbewusst, kühl und doch etwas biestig. Kommentar meines Freundes: "Du riechst wie 'ne Oma die ihre Mottenkugelsammlung in der Handtasche 'rumträgt." Ich glaube ich bin doch noch zu jung für Libre.

Später wird er etwas weicher, Vanille und Moschus lassen sich erahnen, er bleibt kühl (aber nicht frisch) und würzig. Trotzdem fühle ich mich von ihm erdrückt, ja fast eingesperrt und Abwaschen lässt er sich auch nicht so leicht. Ich fühle mich ganz und gar nicht "libre" - "emprisonné" trifft es für mich eher.
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