Profuma

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Profuma vor 7 Monaten 8 7
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9.5
Duft
Lipstick, Powder and Paint...
"Lipstick, Powder and Paint..."
So trällerte schon Shakin' Stevens im Jahr 1985 und genau dieser Songtitel kam mir beim Aufsprühen von 1889 - Moulin Rouge in den Sinn.
Vor allem bei "Lipstick" bleibe ich hängen, so kräftig ist diese Note aus allen anderen herauszuschnuppern.
Und so geht es mir wie vielen anderen: ich setze meine Story dort an, wo ich eben diesen "Lipstick"- Duft am ehesten wahrzunehmen glaube.
Und so seien mir etwelche und natürlich gänzlich unbeabsichtigte Ähnlichkeiten oder mögliche ganze Übereinstimmungen in der Wortwahl verziehen.

Wer die folgende Geschichte umgehen will, der möge zur Kurzeinschätzung scrollen.

Die Tür fällt hinter Candice LaRose zu.
Kurz lehnt sie sich noch gegen das glatte Holz, das sie von der hungrigen Meute an der Bühne und ihrer Garderobe trennt und atmet tief und lange aus.
Mit einem kleinen Ruck setzt sie sich in Gang und geht langsam zu ihrem Schminktisch.
Der pinke Samtsessel davor fängt ihren elfengleichen, einst vom Ballett geformten Körper auf.
Ihr Blick geht über Tiegel, Pinsel und Flakons hoch zum Spiegel und sie betrachtet sich lange, bis sie zu sich selbst sagt: "Du wirst langsam alt, Mädchen."

Die Shows zehren an den Kräften. Das Publikum verlangt viel.
Schwäche zeigen ist keine Option. Zu schnell wird man zum sinkenden Stern, wenn man der Meute den verletzlichen Menschen hinter der Fassade zeigt.
Die funkelnde, strahlend schöne und begehrenswerte Candice wollen sie sehen und sie wollen sie auch bekommen, egal wie sie sich dabei fühlt.

Seit vielen Jahren absolviert sie dieses Programm. Doch immer mehr löst das Partyleben nach der Show ein völlig anderes Ritual ab.
Flucht zur Garderobe, in den Sessel fallen, ein Gläschen Absinth eingiessen, ein Schlückchen davon nippen und dann die abgegebenen Blumensträusse auf Kärtchen von Verehrern durchsuchen.

Meist sind es immer dieselben Absender und die Blumenwahl verrät sie oft schon ohne Karte. Doch auch Neue kommen dazu, so wie an diesem Abend.
Ein ungewöhnlich arrangierter üppiger Strauss aus rosa Rosen und blauvioletten Irisblüten war bisher noch nie dabei.
Der Duft der davon ausgeht ist intensiv und einnehmend und vermischt sich mit der Absinthwolke im Raum.
Zu gerne wüsste Candice wer ihr den hat zukommen lassen, doch das beigesteckte Kärtchen ist leer, bis auf ein Fragezeichen.

Es klopft fünfmal in besonderer Abfolge.
Candice weiss genau wer das ist und ihr Blick wird hell und sanft.

Sally, die Putzfrau kommt wie jeden Abend an dem Candice einen Auftritt hat.
Keine der Damen stört sich an der Anwesenheit der anderen. Im Gegenteil. Sie sind über die Jahre gute Freundinnen, sogar enge Vertraute geworden.
Es wird über jeden Abend und jeden Auftritt gesprochen, über das Publikum und die ganz besonderen Gäste, die das Etablissement beehren.
Natürlich ist auch der ungewöhnliche Strauss ein Thema.
Zu gern wüssten die Damen, wer der Absender ist und in Candice rührt sich ein Gefühl, das sie schon so lange nicht mehr zugelassen hat. Ein Aufflackern von Hoffnung und Sehnsucht. Stecken womöglich ernste Absichten hinter dieser ungewöhnlichen Blumenpracht?
Warum sonst würden so aussagekräftige Blüten miteinander vermischt, wenn nicht eine Botschaft dahinter wäre?
Ihr kleines Herz fängt mit diesen Gedanken an schneller zu schlagen.

Candice lebt allein in einer kleinen Dachwohnung und im Schatten der Stadt. Schon immer hat sie sich die Verehrer auf Distanz gehalten, keinem ihr wahres Ich gezeigt. Zu gross ist ihre Angst, dass man ihr zartes Herz bricht.
Die kurzen Bekanntschaften haben ihr ohnehin schon gezeigt, wie ihre Verehrer sie sehen. Und keiner von ihnen will die wahre Candice. Und keiner würde sie auf der Strasse wahrnehmen, wenn sie als sie selbst unterwegs ist, ungeschminkt, in den weiten Kleidern, den tief gezogenen Mützen oder Hüten und den flachen Schuhen.
Sie geht im Getriebe der Stadt unter, wie ein einzelner Pixel in der Auflösung eines riesengrossen Bildes.
Sie wird nur gesehen, wenn sie in Glitzerkleidchen und High Heels im Rampenlicht der Bühne steht und dem Publikum das gibt wofür es bezahlt.

Während sich Candice abschminkt, schafft Sally Ordnung unter den Kleidern, die beim Kostümwechsel hastig irgendwohin geschmissen worden sind. Die Schuhe werden paarweise unter die wieder in Reihenfolge drapierten Dresses gestellt und anschliessend legt sie noch die Heimgehsachen von Candice bereit.
Eine Jeans, eine Bluse, ein Schal, ein paar zertretene Ballerinas und ein grauer Mantel werden die Begleitung auf dem Weg nach Hause sein.

Etwas später, Sally ist bereits gegangen, greift Candice noch nach ihrer kleinen Handtasche.
Unter dem offenen Mantel ist eine Wölbung zu erkennen.
Sie hat einen ganz besonderen Blumenstrauss darin verborgen, den sie fast zärtlich an sich drückt.
An der Tür zieht sie den Schal noch hoch ins Gesicht und legt den Mantel vorsichtig an den Strauss.
Dann löscht sie das Licht und geht durch den Seitenausgang hinaus in die Nacht.

Kaum hörbar huschen die Sohlen der Schühchen über das Kopfsteinplaster. Der zierliche Schatten wird beinahe unmittelbar von der Dunkelheit der Gassen und der dort wartenden Vergessenheit verschlungen.

Morgen Abend jedoch wird die Frau wieder zu Candice LaRose, dem strahlenden Objekt der Begierde und dem Stern am kleinen leuchtenden Showhimmel des Varietés.
Und am selben Abend wird sie auch wieder zum einsamsten Herzen der Stadt.

Kurzeinschätzung:

Schon am Sprühkopf kann ich die Lippenstiftnote ausmachen, ohne ihn überhaupt zu tätigen.
Kurz gedrückt und sie reitet die Luft um mein Gesicht, als wäre sie auf der Flucht!
Ganz klar sind für mich auch reife Pflaume und der Absinth auszumachen. Die Rosen sind die Hecke, die die Lippenstiftnote etwas auflaufen und abbremsen lassen.
Ein herrliches Gespann wird aus all den Noten, das ich so noch nie erschnuppert habe.
Von meiner Haut, die ich ebenso mit dem Duft versehe, steigt eine wohlige Wärme hoch, die diese Noten sogar noch weicher und gleichzeitig tiefer macht.
Ich finde den Duft erwachsen und reif, gleichzeitig elegant und leicht melancholisch, irgendwie schmuseweich und erotisch, aber dabei sehr wertig und immer perfekt austariert.
7 Antworten
Profuma vor 9 Monaten 17 14
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Flakon
10
Sillage
10
Haltbarkeit
10
Duft
Die wundersame Verwandlung
Ihr Name ist Coco.
Und irgendwie ist sie mit sich und ihrem Dasein nicht zufrieden.
Sie hat zwar ein schönes Zuhause, hat ein nettes Frauchen, ist umgeben von vielen anderen Artgenossen und kam auch schon in der Welt herum.
Aber schon immer hatte sie das Gefühl nicht auszureichen... nicht dazu zu gehören...

In Coco reift nun ein Beschluss.
Es muss sich etwas ändern.
Sie muss sich ändern, damit sich auch etwas für ihre Besitzerin ändert.
Eine Rundumveränderung muss also her.

Wem diese Veränderung zu zeitraubend ist, der möge zur Kurzeinschätzung scrollen.

Ich verleihe nun Coco eine Gestalt, um sie in dieser Geschichte greifbarer zu machen.
Mal nachdenken.
Welche Hülle würde für sie und ihren Weg am besten passen?

Eine kleine graue Raupe mit lachsrosa Pünktchen fällt mir da spontan ein.
Sie fällt nicht so auf, wie andere Raupen in ihrem Alter. Durch die Punkte aber erhält sie einen ganz besonderen Charakter.

Coco sucht sich ein lauschiges Plätzchen. Es muss perfekt gewählt sein.
Ruhig, gut temperiert und trocken soll es sein und sie darf bei ihrem Vorhaben keinesfalls gestört werden.
Eine ganze Weile zieht sie umher, doch dann. Einen Moment hält sie inne.
Dieses weisse Schränkchen, an dessen Front ein Türchen einen Spalt weit offen steht, scheint perfekt zu sein.
Vorsichtig kriecht Coco hinein und schaut sich um. Zuerst müssen sich ihre Augen an das Halbdunkel gewöhnen, doch dann erkennt sie etwas.
Sie sieht viele bekannte Gesichter, die sie liebevoll anlächeln.
Madame Rochas ist da, die Tanten Lancôme und Cartier, Cousin Dior, Vetter Laurent und Onkel Givenchy verfolgen ihr Eintreten in das Reich, das sie vor langer Zeit verlassen hatte.
"Wir haben dich vermisst..." flüstert eine zärtliche Stimme. Guerlain, Cocos langjährige Vertraute schiebt sich durch die anderen zu ihr nach vorn.
Nun weiss Coco, das ist der richtige Platz, um ihre Verwandlung zu vollziehen.

Von den wohlwollenden Blicken der anderen begleitet, arbeitet sie sich in die hinterste Ecke des Schränkchens hoch. Sie setzt mit einem kleinen Gespinstfaden einen Aufhängepunkt an die Decke gleich darüber. Dann spinnt sie sich langsam ein, bis sie vollständig mit ihrer Seide bedeckt ist.
Eine Art Deckelchen wird ihr später den Ausstieg aus dem Kokon ermöglichen.
Während Cocos Bewegungen in dem Gehäuse nun immer weniger werden und schliesslich ganz zum Erliegen kommen, drehen sich nun alle, die ihr Schaffen neugierig verfolgt haben, wieder in Richtung Schranköffnung.
Sie sind sich alle einig, dass sie den Kokon und die sich darin befindliche Gefährtin so gut es geht beschützen werden.

Nach ein paar Wochen vernimmt Guerlain, die am nächsten steht als Erste das leise Rascheln aus dem Kokon. Aufgeregt stupst sie die anderen neben sich an. Innerhalb weniger Sekunden sind alle umgedreht und blicken gebannt zur Ecke hoch.
Ist alles gut gegangen? Wie wird Coco aussehen?
Und wie wird sie duften?

Der Kokon bewegt sich. Es knackt erst leise, dann immer mehr.
Ein Raunen geht durch die wartenden Flakons, als das Deckelchen am Kokon nach ein paar Versuchen schliesslich vollends aufgestossen wird.
Langsam ist ein Umriss zu sehen.
Breite eckige Schultern wie bei allen in Cocos Familie sind zu erkennen.
Ein recht flaches Hütchen bedeckt das Köpfchen und ein goldenes Band ziert den zarten Hals.
Als ein kurzes Zischen gefolgt von einem atemberaubenden Duft zu vernehmen ist, sind sich alle sofort einig.
Sie ist eine waschechte Coco, gerade noch Mademoiselle aber auf dem Weg zur Grande Dame.
Dann steigt sie herab.
Die Flakons bilden eine kleine Gasse, die Coco zur noch immer leicht geöffneten Türe des Schränkchens führt.
Coco kann den zarten Luftzug spüren, das Licht sehen.
Sie dreht sich zu den anderen um, die ihr gefolgt sind und lächelt jeden von ihnen auf die liebevollste Weise an.
Von ganzem Herzen will sie ihr neues Leben begrüssen.
Sie hält kurz den Atem an, dann tritt sie hinaus.

"Was bist du denn für ein Fläschchen?!" höre ich mich sagen, als sich mir am Morgen ein Flakon mit der Aufschrift "Coco Mademoiselle Eau de Parfum Intense" in die Hände spielt.
Den hatte ich hier ja noch nie gesehen. Wie kommt der hierher?
Ist er etwa ein vergessenes Geschenk?
Egal... ich wäre nicht ich, wenn ich den Duft nicht gleich ausprobieren würde. Also drücke ich neugierig den Sprühkopf.
Der Duftnebel steigt vom Handgelenk hoch in mein Näschen und von da an ist nichts mehr wie es mal war.

Das ist nicht nur ein Duft, das ist eine Offenbarung!
Wie heisst er noch gleich...?
Ungläubig blicke ich aufs Etikett.
Da steht doch Coco Mademoiselle. Aber mit dem wurde ich doch nie so ganz warm.
Was ist den mittlerweile geschehen?
Erst da sehe ich die golden funkelnden Lettern am Fusse des Fläschchens.
"Eau de Parfum Intense" steht da.
Ich bleibe sofort beim Wort "Intense" hängen.
Innerhalb von Sekunden hat sich der Duft nicht nur durch meine Nase hochgeschlängelt, sondern hat auch den kürzesten Weg in mein Herz gefunden!
So muss für mich ein Coco Mademoiselle duften. Genau so!

Zwar verleiht mir der Duft keine Schmetterlingsflügel.
Aber ich fühle mich mit ihm definitiv ein bisschen schöner.

Kurzeinschätzung:
Startet schon zitrisch, aber wird gleich von Rose und Patch gedämpft. Tonka verleiht Tiefe, Vanille rundet weich ab.
Am Anfang der Linie sitzt Coco Mademoiselle, am Ende Allure Sensuelle.
In der Mitte treffe ich Coco Mademoiselle EdP Intense.
Das normale CM war mir immer eine Spur zu harsch, zu laut und hatte für meine Nase sogar Stacheln oder Dornen. Das Intense umhüllt alle für mich zu lauten Duftnoten in eine Art Watte.
Alles ist nun für mich so wie es sein muss. Ausgewogen, rund, weich und sehr sinnlich.
Die typische CM-DNA ist nach wie vor sehr gut erkennbar, aber weniger zitrisch, ist dafür reifer und ausserdem viel zärtlicher geworden. Dennoch eine Sillage-Bombe und haltbar für eine gefühlte (traumhafte) Ewigkeit.
14 Antworten
Profuma vor 10 Monaten 7 5
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Flakon
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Sillage
9
Haltbarkeit
9
Duft
Their Way...
Die anderen My Way Düfte haben mir bisher leider nicht zugesagt.
Irgendeine Note hat immer gestört. Entweder hats in der Nase gepikst, meine Duftrezeptoren durcheinander geschaukelt oder mein Hirn lahmgelegt.
Schade, denn eigentlich mag ich die Duftrichtung.

Ein Hoffnungsschimmer tat sich mir auf beim Anblick des "Duftwurfs" der Serie mit dem Beinamen "Parfum" und dem abgedunkelten Flakon.
Gleich musste ich beim Aufsprühen an Givenchy L'Interdit denken, nur dass hier die Röstnote fehlt.

MWP startet für meine Nase recht wummsig und bitter durch Bitterorange und wird dann aber leicht abgefangen von Bergamotte.
Tuberose und Ambrette treten Arm in Arm auf und drängen die Anfangsnoten etwas zurück.
Diese "kleine Mauer" lässt ab da nicht mehr so viel an sich vorbei und bestimmt das Duftgeschehen mit wenig anderen Durchblitzern, bis zum Schluss.

Leicht erscheint mir der Duft persönlich nicht, da er für meine Nase von Anfang an omnipräsent ist und ordentlich Tiefgang durch Vanille aufweist. Die Zeder bestimmt ihren Süssigkeitsgrad gekonnt, so dass hier keine "riechbare Klebrigkeit" entsteht, sondern ein süsses, weiches Duftbett.
Tuberose und Ambrette benehmen sich auf dem Flauschebett wie ungezogene Gören und hüpfen auf ihm laut lachend auf und ab, lassen sich zwischendurch in die Lagen hineinfallen und streichen mit weit ausgebreiteten Armen "Engel" in die Gewebe.

Egal wie ich den Duft in meiner Nase und im Kopf "drehe und wende", er hat für mich ordentlich Power, eine Sillage die sich gewaschen hat und er weist auch eine sehr gute Haltbarkeit auf.
Man ist mal wieder mit einem "weniger ist mehr" Tipp gut bedient, denn die beiden dominanten Duftgören gehorchen nicht und hören auf kein Kommando.
Man muss sie halt einfach machen lassen.

Gerade deshalb mag ich MWP auch.

Because They just do it their Way...


5 Antworten
Profuma vor 10 Monaten 8 6
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Flakon
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Sillage
6
Haltbarkeit
6.5
Duft
Wenn es Zeit ist...
Die Parfumeure sitzen am runden Tisch und kommen zum Schluss, dass es mal wieder Zeit ist, dass Burberry ein neues Parfum auf den Markt bringt.
Da es aber für sie nur erst Zeit ist, aber die tollen Ideen für einen Duft noch so gänzlich fehlen, entscheidet man sich, ein Potpourri aus bereits bekannten Mainstreamdüften anderer Dufthäuser rauszubringen.
Das Resultat ist dann wirklich nur, den Zeitplan eingehalten zu haben, denn das Kind dieses halbgaren Projekts ist für mich abgekupfert und absolut nicht innovativ, geschweige denn herausragend aus anderen Duftneuheiten.
Es ist für mich eine Kreation, die leider etwas lieblos daherkommt, weil ihr eben die Eigenständigkeit fehlt.
Die Duftrichtung an sich mag ich gern.

Gerade der Start mit Vanille und Lavendel ist wirklich gut. Leider driften dann alle Noten auf meiner Haut nach kurzer Zeit bereits in Richtung "nur noch Vanille"ab, die aber zumindest einen gewissen Tiefgang durch das Absolue aufweisen.
Aber ich habe die Goddess-Noten eben schon hundertfach gleich oder zumindest ähnlich schon gerochen und das finde ich schade.
Der Name Burberry steht für grosse Mode und tolle Düfte, da erwarte ich von einer Duftneuheit auch eine entsprechende kleine Sensation.
Dazu kommt, dass sich der Duft auf meiner Haut nach einer halben Stunde schon davongemacht hat. Auf Stoff bzw. Teststreifen hält er zum Glück etwas länger und bleibt etwas frischer.
Es täte mir ja auch leid, einen Totalverriss schreiben zu müssen.

Lange Rede kurzer Sinn: Bitte liebe Burberry-Parfumeure: Bringt gerne wieder einen neuen Duft raus, aber lieber erst, wenn es wirklich Zeit dafür ist...
6 Antworten
Profuma vor 11 Monaten 7 7
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Flakon
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Sillage
8
Haltbarkeit
9
Duft
Out of the Blue
Im ersten Moment denke ich: Oh, der beginnt wie Swiss Arabian Oriental Rose oder viel leiser als Montale Intense Café.
Doch dieser Eindruck bleibt nur einen Moment lang, dann wendet sich die Duftrichtung etwas ins Frischere, Zitrische ab, sodass ich nun eher glaube einen Abkömmling von Ajmal Wisal Dhahab vor mir zu haben, obschon mir der hin und wieder ganz schön kühl vorkommt.
Schnell wird das Ganze aber leiser und zurückhaltender und auch dieser letzte Eindruck schwindet schliesslich.

Auf meiner Haut kommt die Rose schliesslich etwas mehr durch und der Duft gewinnt an "zitrischer Rosigkeit", Safran mit der leicht bitteren Note kommt hingegen auf Stoff mehr durch.
So habe ich gewissermassen zwei unterschiedliche Düfte aus demselben Flakon.
Die Vanille bettet das Ganze aber auf jedem Untergrund schön weich, rundet die Kanten und zusammen mit Moschus ergibt das eine wunderbare Symbiose.
Oud bleibt für meinen Eindruck stets im Hintergrund, steuert aber seine typische Note ganz zart und fast schon beiläufig bei.

Amo Ferragamo Oriental Wood hebt sich definitiv von den anderen Damendüften der Familie ab.
Ein schöner und wie ich finde nur leicht süsslicher Orientale, der mit seiner wunderschönen Aura und zärtlichen Wärme die Nase und die Sinne verwöhnt.

Könnte ich mir trotz obiger Damenduft-Tendenz auch an einem Herrn vorstellen, dem die üblichen Herrendüfte zu wenig besonders sind.

Trotz der Zurückhaltung (bei 2 Sprühern) nehme ich ihn immer wieder wahr.
Er umgibt mich wie eine kleine Duftkuppel, die mich aber zu keiner Zeit erdrückt.

Ich gebe es ja zu... auf den bin ich wegen seiner tollen Flakonfarbe aufmerksam geworden.
Dieses wunderschöne Royalblau mit dem leicht violetten Verlauf zum Boden hin, hat mich gleich in Beschlag genommen.
Dass der Duft der in diesem fast schon magisch anmutenden Flakon wohnt dann auch noch so toll ist, grenzt für mich an ein "Hole in One"- Schlag!
Oder eben ein positives Dufterlebnis völlig "out of the Blue"!
7 Antworten
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