Scheeheratze

Scheeheratze

Rezensionen
6 - 10 von 73
Scheeheratze vor 10 Jahren 13 6
8
Duft
Hurra Hurra die Geige brennt !...
... und so wie es sich für ein derartiges Luxusgeschöpf gehört auf einem Scheiterhaufen, obendrauf aus:
Bergamotte, Aldehyden, Gewürznelken, Koriander, Zimt, Bay, Majoran;
in der Mitte finden sich: Lavendel, Basilikum, Thymian, Weihrauch und Myrrhe, Gartennelke, Rosen, Jasmin und Orris und ganz unten tummeln sich:
Eichenmoos, Benzoe, Vetiver, Patchouli, Sandelholz, Ambergris, Zeder und Muskat.

Zu Prince Matchabelli hat Michelangela bereits alles geschrieben - danke für diesen Kommentar, der mich auf die Hoheit neugierig gemacht hat und eine weltweite Jagd nach den üppigen Fläschchen bei mir auslöste. Eigentlich stellen die Flakons Kronen dar, aber mich erinnern sie irgendwie an dralle Brüste.

Es ist ja noch immer nicht zu 100% geklärt, aus welchem Holz die Luxusfidel gemacht wurde, man munkelt es sei in eiskalten Winter-Vollmondnächten geschlagene Fichte. Wie dem auch sei - der edle Prinz benannte diesen Duft jedoch nicht nach der Geige alleine, sondern nach seinem eigenen Orchester!

The "New Yorker" schrieb 1954 über diesen Duft: "Eine eindringliche holzige Note mit exotischen Untertönen".
Und "Life" meinte 1948: "Stradivari legt ein Liebeslied in die Herzen der Frauen. Reich, langanhaltend, geschaffen für Frauen mit tiefer Emotion".

Ybabadabaduuuuu - so isses!

Ein warmer, ernster, rauchig-holziger Blumenduft vom Uralt-Schlag, geschaffen für den Moment, falls Dave Garret vorbeikommt und einem was vorgeigt.
6 Antworten
Scheeheratze vor 10 Jahren 8 6
7
Duft
Von der Legende zum legendären Parfum
Durch die Heirat Edmund Langeleyes Duke of York wurde Isabella von Castilien Englands erste Herzogin von York: Mary Beatrice (1658 - 1718).
Und das ist ihre Geschichte:
"Zwei Prinzessinnen von Spanien (Isabella und ihre Schwester) ritten auf ihren weißen Pferden, Flüchtlinge ohne Plan und Hoffnung, schweigend nebeneinander, entlang einer Pappel-Allee in Frankreich. Sie flohen vor den Mördern ihres Vaters, dem König von Castilien. Ihre lieblichen wohlgeformten Gesichter unter ihren Spitzhauben sind tränenlos und erstarrt, als sie durch den nebeligen Morgen ritten. Plötzlich ist lautes Hufengeklapper auf der Straße vor ihnen zu hören und kurz darauf teilt sich der Nebel und zwei Reiter stehen vor ihnen, wie Prinzen im Märchen. Ihre schwarzen Rösser bäumen sich auf und tänzeln und stampfen mit ihren ungeduldigen Hufen. Es sind Edmund Langeley, Herzog von York und sein Bruder John, die nach Frankreich kamen, um die zwei heimatlosen Prinzessinnen zu finden und um sie nach England zu holen."

Als Prince Matchabelli, der seines Landes verwiesene Prinz, diese uaralte Geschichte las, fühlte er die Einsamkeit und sanfte Süße der Herzogin und kreierte zu ihrer Erinnerung einen zarten Duft. Einen Duft von Flieder und junger Liebe: "Duchess of York".

In einer Werbeanzeige von damals wird der Duft beschrieben als "die unvergeßliche Süße von lila englischem Flieder und Pantoffelblume, abgefüllt in einer Flasche für die Frau von vornehmer Erziehung und sehr gutem Geschmack".

Eine andere Werbung spricht vom "Persischem Flieder von der Küste des schwarzen Meeres. Ein Duft, der das männliche Herz berührt, wie ein schönes Gesicht mit tragischer Vergangenheit".

Jetzt im Hier und Heute, sehe ich den Duft nicht ganz so romantisch. Er ist auch kein Duft zum tragen, sondern eher was für Närrinnen und Narren, die alte Exoten sammeln, und sich an ausgefallenen Flakons ergötzen.

Er zählt zu der Familie der typischen alten Blumendüfte, ein wenig schwer, ein wenig ranzig (was aber auch am Alter liegen mag), der Fliederbusch ist in die Jahre gekommen, und mir vermittelt er keine junge, zarte, unschuldige Liebe, sonder eher so eine alte leicht verkochte Backofenliebe nach 100 Jahren Ehe.
Und so ganz nebenbei: keines der männlichen Herzen, die mich im Leben schon in den Irrsinn getrieben haben, würden von diesem Duft an mir berührt werden, das ist Fakt.
Aber das könnte wohl an meiner nicht vornehmen Erziehung und an meinem alles bloß nicht vornehmen Geschmack liegen.
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Scheeheratze vor 10 Jahren 11 6
10
Flakon
10
Sillage
10
Haltbarkeit
10
Duft
Ein Oudh-Duft der Königsklasse
Was könnte ich nicht alles schreiben, angefangen von endlosen Märchen aus endlosen Nächten, über glutäugige verschleierte Schönheiten, Erinnerungen an verblichene Nächte und verflossene Liebhaber ... mach ich aber nicht.
Hat der Duft nicht nötig - und ich auch nicht.

Auf der webside von Nabeel, London, steht zu diesem Duft nur ein Satz:

"This perfume shows to everyone what oudh is"

Und dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Klares, weiches, harmonisches Oudh, köstlich tragbar im Hochsommer, wenn es an die 40 Grad geht. Ein ernster Duft, der erdet, zur Mitte führt und niemals, never ever never irgendwie penetrant und gruselig wird, was man von vielen der Nachahmer aus dem Westen nun weiß Gott nicht sagen kann.

Ich habe meinen Flakon 1996 in Dubai gekauft und es bleibt zu hoffen, daß er nicht dieser unglücklichen Kastration zu Opfer gefallen ist.
6 Antworten
Scheeheratze vor 10 Jahren 38 22
10
Flakon
10
Sillage
10
Haltbarkeit
10
Duft
Die jugendliche, taufrische Oma und ihre alte Enkelin
Über den Duft an sich muß ich nichts mehr schreiben - vom Omaduft bis zur Sexbome, alles steht schon geschrieben. Wie jeder Duft, so auch dieser und gerade dieser eine Frage des Geschmacks . Der eine mag Mäuse roh, der andere gekocht, ich mag sie gar nicht.
Mir geht es um den Vergleich zu Ursprung und Verunformulierung. Ich las und hörte, es gäbe keinen Unterschied.
Hallooooo !!! ??? !!!

Schon von der Optik unterscheiden sie sich krass in zwei Dingen:
1. Die Farbe: der Urduft ist tief dunkelschwarzbraun - der Neue hell Bernstein.
2. Am Boden das Etikett: der Urduft "Made in USA" - der Neue "Made in Switzerland".

Ich schnappte mir die Schweizer Enkelin und unmittelbar stach mir ein beißender Gifthauch in die Nase, chemisch, modrig, muffig.
Die Entwicklung - so man überhaupt von Entwicklung sprechen kann - gab auch nicht viel her, der Geruch blieb gleichbleibend, eintönig, stechend, fremd.

Und dann griff ich nach der amerikanischen taufrischen jugendlichen Oma - und endlich, da war er wieder! Der bombastische Zauber der ewig jungen Lady mit dem drallen Naturbusen, die lasziv die Beine übereinander schlägt, sich einen in dunklen Holzfässern lange gereiften Bourbon einschenkt, eine Filterlose ansteckt und aus ihren lächelnden Augen sprechen 20 gelebte wilde Jahre Sex, Drugs and Rock'n Roll. Und Janis Joplin röhrt "Me and Bobby McGee" ... ein Hochgenuß, der lange bleibt und sich immer wärmer und tiefer und erotischer entwickelt.

Hingegen ihre muffig-modrige Enkelin hopst hektisch herum, stopft sich ein Paar Silikonfakies ins A-Körbchen, begleitet vom glockenhellen Stimmchen von Helenchen, die atemlos durch die Nacht schrillt - vermutlich hat sie auch das neue Y.D. benutzt - und alles endet letztlich in einer Lache aus Alkopop, in der giftgrüne Verhüterlis mit Erdbeergeschmack herumschwimmen.

Der Unterschied ist gewaltig - wie heiße Nacht und kalter Tag.

Glücklich, wer noch eine alte schwarzbraune Bombe made In USA sein Eigen nennt!
Geküßt seist Du Flakon, wo diese dämliche goldene Schleife fehlt und ich sag es deutlich, laut und barsch:
der Neue ist fürm Arsch!
22 Antworten
Scheeheratze vor 10 Jahren 6 5
10
Flakon
5
Sillage
5
Haltbarkeit
5
Duft
O-Ren in Rosa ...
... das war mein erster Gedanke, als ich diesen süßen Flakon sah. Meine große Leidenschaft gilt ja den Parfum-Miniaturen und da ist der Inhalt nicht so wichtig, was zählt ist das Fläschchen - und das ist in diesem Fall gut so.

Als großer jährlicher "Must-Gugg-Fan" von Kill Bill , vor allem hier die wunderschöne O-Ren, die leider von dem faden Blondchen Uma im düsteren schwarz-weißen Japanischen Winter-Garten enthauptet wurde - war dieses Flakon ein absolutes Must-have für meine Miniaturen-Wand.

Der Duft ist so, wie der Flakon aussieht:
Rosa, lieblich, leicht, niedlich, putzig, drollig, süß-sweet-schnuggelig, rosa-fruchtig, sanft und lovely, wie ein rosaroter Schmetterling, der grad die Blüten der Litschi bestäubt hat flattert er süßlieblich duftend leise davon.

Er ist nicht schlecht, aber man muß schon ein großer Freund derartiger Düfte sein - ich gehöre nicht dazu.
Aber der Flakon halt! Nun hab ich meine kleine O-Ren im Regal, in Rosa und ich hoffe sie verzeiht mir diesen Farben-Frevel und schwingt nicht verächtlichen tiefschwarzen Blickes ihr Hatori Hanzo Schwert über mein gebeugtes Haupt.
5 Antworten
6 - 10 von 73