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Siebenkäs

Siebenkäs

Rezensionen
61 - 65 von 65
Eine ziemlich deutsche Geschichte
Eines schönen Nachmittags kehrte Fridolin Dropp, der Sohn des Dorfschmieds, von einem Besuch im Krämerladen von Emilie Schimmelpfeng nach Hause zurück und legte wohlgemut die verschiedensten Dinge auf den alten Holztisch, der mitten in der Stube stand: Rauchfleisch, Kordel, Sauerkohl, Pulswärmer, Salz, Schweineschmalz, Zündhölzer und Kautabak. Aber da war auch noch ein kleines Fläschchen, das er sorgfältig statt in den Rucksack in die Hosentasche gesteckt hatte. Es enthielt etwas besonderes – ein Duftwasser, welches ihm die gute Frau Schimmelpfeng empfohlen hatte, denn er hatte ihr vom Dorffest erzählt und vom Tanzboden, auf den er doch heute Abend gehen wollte. Denn dort wollte er sich endlich ein Herz fassen und das rothaarige Mädchen aus Grauwinkel recht forsch um ein Tänzlein bitten. Es hieß Pentilia. Dazu, so hatte sie ihm erklärt, müsse er sich zuvor ein paar Tröpchen von dem feinen Elixir auf die Stirn tupfen und hinter die Ohren, denn leicht könnt’ es sein, dass ihm die Holde dann eher wohlgesonnen sei und gar einwillige auf seine Bitte.
Jetzt öffnete er also sehr vorsichtig das kleine, etwas klobige Fläschlein und verrieb zaghaft ein paar Tröpchen der Flüssigkeit auf seiner grobschlächtigen Hand.
Ei, was war denn das? Roch es hier nicht mit einem mal nach den Holzäpfcheln der Großmutter?
Oder gar nach dem guten Apfelkuchen, den sie zur Kirchweih buk? Oder war es das dicke Kompott, das in Gläsern wohlbedacht als Wintervorrat in der Kammer stand?
Bald darauf besann er sich anders. Nein, seine Nase spielte ihm wohl Possen, denn was roch er jetzt? Derbe Bauholzbretter, waren es, grob und splittrig, wie sie der Onkel im Schuppen hatte, sie rochen nach ehrlicher Arbeit und handfestem Zupacken, bis das Tagwerk verrichtet ist. Aber der famose Apfelkuchen der Großmutter kitzelte ihn doch noch bisweilen in der Nase, so gar ein paar Spezereien vermeinte er wahrzunehmen, wie er sie einst in der Stadt gerochen, Vanillstangen, gar Zimt.
Er band sich sein rotes Halstuch um und machte sich wohlgemut auf den Weg zum Tanzboden hinter dem Mühlweiher.
Wie es unserem Fridolin auf dem Tanzboden nun wirklich erging, wollt ihr wissen, liebe Kinder? Das ist freilich schwer zu sagen. Wohl aber kann man den Aufzeichnungen des Dorf-Schreibers entnehmen, dass Fridolin schon bald darauf mit Pentilia ein Wirtshaus in Grauwinkel eröffnete. Und dass sie ihm bislang fünf Knaben schenkte.
Überliefert ist auch, dass Fridolin schon am nächsten Tag wieder die gute Frau Schimmelpfeng aufsuchte. Auf dem Wege begegnete er wohl dem Schmied, Alfons Schlegel, und bemerkte wohl, dass dieser ganz trefflich nach dem gleichen Elixir roch. Desgleichen bemerkte er an Onkelchen Seidelbast, an seinem Vetter Ignaz, am Dorf-Kalfaktor, am Pastor und am Postillon. Ja, überhaupt an jedem im ganzen Dorf, auch am Bürgermeister und seinem Weibe, ja sogar an Buschel, dem alten Dorfhund.
Ein dunkeläugiges, glutäugiges Fräulein namens Annick soll es gewesen sein, welches das wunderliche Elixir von ganz aus dem fernen Süden des Frankenreichs bis ins Dörflein gebracht hatte. Auch heißt es, dass sich das Dörflein in kurzer Zeit gar munter vergrößert hat, so dass es heute mehr als tausend mal tausend Bewohner zählt.
Aber ob das wahr ist – das weiß keiner so recht zu sagen. Wenn ihr einmal nach Grauwinkel kommt, so geht nur ruhig ins Wirtshaus, ihr findet’s leicht am lauten Geschrei der Knabenschar. Und wenn ihr wollt, so fragt den Wirt, unseren Fridolin Dropp, und seine schöne Pentilia doch einfach selbst.

*Einige namhafte Wissenschaftler der Universität Köln gehen davon aus, dass im Laufe der Jahre durch sprachliche Verschluderung und Wort-Abschliff aus den Namen des Paares der bei jungen Leuten beliebte Ausdruck „Panty-Dropper“ entstanden sei. Aber das muss man nicht glauben.
10 Antworten
Aktenzeichen 303XB/101
Klick.
Was soll das denn? Blenden mit der Schreibtischlampe?
Wollen Sie jetzt echt diese billige Verhörnummer durchziehen, Inspektor?
Wie in diesen Filmen? O.k., o.k., schon klar, Sie stellen hier die Fragen...
Also... wann ich Zimt-Otto zuletzt gesehen habe?
Ich weiß, was ne Fangfrage ist...
Meinetwegen, Sie haben diese Aussage von ihm, ich wäre bei dem Ding mit der Spicebombe dabeigewesen. Schön für Sie.
Inspektor, mal ehrlich, wie lange kennen wir uns schon? Sie wissen ganz genau, dass ich mich aus dem süßen Geschäft zurückgezogen habe. Ich bin auf die gute Seite gewechselt. Hab' das nicht mehr nötig. Meinen Sie da mach' ich mir die Finger mit so ner klebrigen Sache schmutzig?
Na gut - lesen Sie mir die Aussage vor, wenn's Ihnen Spaß macht.
Ach so...das kann ich erklären - ich hatte versehentlich ne Probe in die Finger bekommen und dann mal drauf gedrückt, Sie wissen ja, professionelle Neugier, steckt halt noch in den Genen...
Was? Ich hätte gesagt "Egoiste Light auf Ecstasy??" "Frech, aber gekonnt"?
Wissen Sie, der Zimt-Otto trinkt ziemlich viel... wem glauben Sie mehr?
Ihm? Na gut...
Und ich hätte gesagt "fragile Balance zwische Vanille-Süße und feiner Tabak-Aura?" "gemacht von einem, der die Regeln brechen kann, weil er sie genau kennt"? "Kein Wunder bei dem Papa"? Aber Inspektorchen...
"Wie, den Ausdruck verbitten Sie sich? Schon gut...
Jetzt drehen Sie doch endlich mal die blöde Lampe weg!
Was - in die Pi-Sache wär' ich ja auch verwickelt gewesen? Ich bitte Sie! Wissen Sie, wann das war? Alte Kamellen! Dafür hab' ich bezahlt.
Sie haben noch ne Aussage? Von Tresor-Tony? Sie sind ja richtig besessen von der Idee.
Was? Ich soll gesagt haben "unverschämt trashig, aber mehr wert als 1 Million"?
Niemals! Ist das meine Art? Hat er sich wahrscheinlich ausgedacht. Und Geld interessiert mich schon lange nicht mehr.
Was zaubern Sie jetzt noch hervor? Die Aussage von Sugar-Schorsch?
Den hab' ich zehn Jahre nicht mehr gesehen. Oh... Sie haben ein aktuelles Foto von ihm... und das neben ihm... stimmt, der ähnelt mir ein wenig. Gute Aufnahme, ehrlich.
Ich Sie vera... nein, war nur ein Scherz! Sie kennen mich...
Also, zu ihm hätt' ich gesagt "Pfeffer und Tonka in einer Love-Affair wie aus der Gala, das muss man erst mal hinbekommen"? Ich? Sie belieben zu scherzen.
Ah... eine Bandaufnahme... verstehe... und Falschaussage vertragen Sie gar nicht...
Wissen Sie wenn ich scharf nachdenke... ja, so was könnt' ich vielleicht doch gesagt haben, wollte ihn ein bisschen aufziehen, den guten Schorsch... Sie kennen mich ja.
Und ich hätt' auf fünf Meter danach gerochen, sagt er?
O.k., ich geb's zu... kleiner Fehltritt, im Grunde harmlos. Bin da irgendwie reingerasselt.
Ähm... wo muss ich unterschreiben?
Aber machen Sie doch bitte jetzt endlich mal diese Lampe aus.
Klick.
1 Antwort
We Shell overcome
"Jetzt krieg' dich doch mal wieder ein..."
"Nee, niemals! Sie ha'm einfach mein geliebtes Mürpsel-oc-Bürxel da raus genommen. Das Herz! Das ist jetzt nur noch "renheit!"
"Na, komm, da, haste n' Taschentuch. Als ob du von dererlei groß was verstehst! Du meinst vielleicht Methyl Octine Carbonat. Was hattest du noch mal in Chemie?"
"Is doch egal! Jedenfalls is' das so, als ob du aus einem Popsong die Hookline raus schneidest. Als würden sie aus "Never let me down again" die Stelle rausnehmen, wo er singt "I'm taking a ride with my best friend..." - was wär' dann? Du tätst dumm gucken. Und ich red' nicht vom Text, ich mein' die ganze Stelle.
"Weiß' ich nicht - käm' drauf an."
"Oder sie würden sagen - o.k., du darfst deinen Hit spielen, aber bitte ohne Fis und hohes D. Und nicht mit allen Intervallen, große Terzen dürfen höchstens 2x vorkommen!"
"Na und? Beschränkung kann auch Kreativität erzeugen. Schau dir japanische Grafik an."
"Aber Mürpsel-oc-Bürpsel macht doch diese wunderbare Petroleum-Pauke... das Aral-Erlebnis...dieses We-Shell-overcome-feeling ...den Motor-oil-Mojo..."
"Ruhig Blut, mein Lieber. Stell dir mal folgendes vor: du kommst morgens in deine Lieblingsparfumerie. Und da siehst du die unverwechselbare Flasche. Die heutige Version. Aber zum ersten Mal. Ganz neu. So. Und dann - probierst du es."
"Na und?"
"Moment! Erst mal must du dein Hirn kurz re-setten, das limbische System mal anders vernetzen. Erinnerung überbrücken und dann Neustart..."
"Du meinst wohl, das könnt ich nich'?"
"Na ja, so leicht ist das nicht, vor allem für solche Vintage-Hasen wie du einer bist."
"Krieg' ich locker hin."
"Schön! Was würdest du dann riechen? Das übliche Mainstream-Gebräu?"
"Nö, das nicht grad. Schon was eher Ungewöhnliches. erst mal leicht zitrisch, aber dann kommt schon was Ernsteres und Herbes aus der Tiefe..."
"O.k., und was noch?"
"Na, dazu noch Gras, ein paar Blumen, schon auch Veilchen..." (Grummel)
"Das ist doch cool, oder? Blumen für den Herren, in solcher Begleitung. Voila - geht alles. Und mal ehrlich - ist da nicht doch auch noch ein bisschen so was wie Petroleum verschüttet worden?"
"Doch, schon, aber..."
"Halt, nicht rückfällig werden. Jetzt ist jetzt und gestern war gestern."
"Das musst du gerade sagen!"
"Ja, muss ich. Und - wie beurteilst du das Ganze jetzt?"
"So gesehen..."
"Gerochen..."
"Nicht schlecht, das nicht, die Basis ist ja auch noch weich und irgendwie...vielleicht sogar gut. Eher sogar..."
"Mojo?"
"Hmm..." (Schnief)
"Na siehste... hier, putz' dir mal die Nase. Und rück' deine Mütze mal grad."
"So gut?"
"Nee, lass mich mal...so...so sitzt sie richtig!"
"Danke!"
"Aber gern!"
"Weißte was?"
"Was?"
"Worüber wir froh sein können?"
"Nö, wo drüber?"
"Dass uns keiner zuhört..."
"Ein Glück!"
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Zicke Zacke Zimperlein, ich bin ein Mädel vom Sportsverein
Leider ist dieser wunderbare Satz nicht von mir, sondern von Dr. Erika Fuchs, der kongenialen Übersetzerin der meisten Donald Duck-Geschichten aus der Feder von Carl Barks.
Donald, den ich glattweg zu meinen Vorbildern zähle, ist in dieser Geschichte schon im ersten Bild als Mädel verkleidet zu sehen. Er hebt sein Kleidchen an einer Seite etwas an, tänzelt recht zierlich und singt dazu die oben zitierten Worte. Als Gesamtbild charakterisert das für mich recht viel von dem, was Egoiste ausmacht.
"Zimperlich" sollte man auf jeden Fall nicht sein, wenn man Egoiste trägt. Viel mehr In-Your-face als sich dieser Gewürz-Rosen-Vanille-Mix gebärdet, geht nämlich kaum. Vor Anwendung sollte man sich also besser in einen gewissen State-of mind versetzen und sich kurz seines momentanen Selbstbewußtseins vergewissern. Ähnlich lässig und gleichgültig gegen Rechnungen und andere Unbill wie z.B. gegen den allmächtigen Dagobert? Eher unempfindlich gegen das, was andere wie etwa Gustav G. denken könnten? Bestens!
Denn Egoiste ist eine unverbesserliche Diva, eine geborene Drama-Queen und eine Egoistin. (und beileibe keine spiessige Daisy)
Nicht der Träger ist hier der Egoist, nein, der Duft selbst. Was aber gar kein Problem sein muss.
Wenn je gestimmt hat, was meine Theorie ist - dass Düfte eigenständige Wesen sind, wirkliche Charaktere, Flaschengeister - dann hier. Ein Wesen mit sehr verschiedenen Seiten ist unsere Diva.
Pfeffer und verschiedenes Gehölz - das sind die Elemente, die den maskulinen Part tragen. Koriander kommt noch raubeinig und befehlsgewohnt dazu.
Unterwandert wird das aber sofort durch hemmungslose, überbordende Vanille in Verbindung mit einer üppigen Rose. Sehr weiblich, eigentlich passt hier girly fast besser. Und wie reagiert darauf der Koriander-Mann? Er nimmt seinen Hut ab, dreht ihn verlegen an der Krempe umher und murmelt etwas wie "Ma'm, die Männer sind hungrig und müde..."
Männliche These also und weibliche Anti-These. Uff - Dialektik in Parfum-Form? Jawoll, finde ich schon. Denn die Synthese, die harmonisierende, versöhnliche, zum Neuen verbindende, lässt nicht lange auf sich warten. Sondern erscheint in Gestalt von schmeichelnd-tröstenden Gewürzen wie Zimt und Nelke, kindlich-festlich-vernascht, lecker und lustbetont, verspielt und traumverloren.
Und - alles wird gut.
Du darfst ruhig Kind sein. Tanz, spring' verkleid' dich, sing!
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John Wayne mit Lippenstift
Nachdem mein erster Blog-Beitrag hier so überaus freundlich aufgenommen wurde, trau‘ ich mch jetzt mal an meinen ersten Kommentar. Dafür wähle ich einen Duft, der meinen Blick auf Parfums und was sie ausdrücken können ganz gut aufgemischt hat.
Ich beginne mit meiner allerersten Begegnung mit Antaeus und daher mit der alten Formulierung aus den 80ern. Das soll aber keine Vintage-Schwärmerei werden und kein Schlecht-machen der aktuellen Version, denn auch die mag ich sehr. Die Überschrift und meine Bewertungen beziehen sich auf die jetzige Fassung. Aber um ein vollständiges Bild meines persönlichen Eindrucks des schwarzen Riesens malen zu können, muss ich beide betrachten. Und mehr als ein persönliches Bild kann ich eh nicht bieten – ich bin ja kein Parfum-Profi und besitze auch keine wirklich analytische Nase für die vielen Noten, die es gibt. Als Ausgleich neige ich ein wenig zum Abschweifen,sorry dafür. In dem Fall habe ich allerdings eine gute Ausrede: Antaeus neigt schließlich auch etwas zum Ausschweifen.
Aber zurück zu meiner ersten Begegnung. Ich war zusammen mit meinem Mitbewohner bei einem Freund zu Besuch, wir blieben nicht lange, eigentlich wollten wir ihn nur abholen, um in eine Szenekneipe zu gehen. Irgendwann stand er auf, zog sich seine schwarze Lederjacke an und griff ins Bücherregal. Ich denke, er hatte diesen Moment ganz gut vorgeplant.
Dann hatte er einen Flakon in der Hand, auf den auch wir schon öfter in den einschlägigen Geschäften eine Auge geworfen hatten, weil er so scharf aussah, ein vollkommen schwarzer Monolith, nur mit der sparsam-strengen, serifenlosen weißen Chanel-Typo. Ohne die Schrift hätte es ein Modell des schwarzen Monuments aus „2001-Odyssee im Weltraum“ sein können. Pfffft, pfffft, gab er sich drei, vier Sprühstöße auf den Hals, ich stand vielleicht vier oder fünf Meter entfernt. Mein Mitbewohner stand neben ihm, nach wenigen Sekunden sagt er nur trocken: „Meine Herrn!“ – Dann bekam ich die Duftwelle ebenfalls zugeweht – Kawong! Nein, kein gutes Wort dafür, aber es war eine Art Knall, ein positiver Schreck, eine Duftexplosion.
Schwere, strenge,dunkle Gewürze, dazu etwas, das an einen Humidor erinnerte, also dicke Zigarren und trockenes(?) Holz, dazu noch ein gegerbter Lederduft. Aber dann wurde es erst aufregend. Was heißt „dann“, es spielte sich alles in Sekunden ab. Parallel kam jetzt eine weiche, verruchte Süße dazu, etwas rosenartig-blumiges, auch wenn ich es damals vielleicht nicht so benannt hätte. Aber etwas weibliches, wie eine sehr selbstbewußte, erfahrene Frau, die ihre Vergangenheit im Rotlichtmilieu heute souverän belächelt. Und dieser Part des Duftes verband sich nicht wirklich mit dem anderen, maskulinen Teil. Er war zugleich da, man nahm mal mehr den einen, mal mehr den anderen Aspekt wahr. Das weibliche Element mit dem elegant-verruchten und irgendwie subversivem Rotlicht-Background gewann für mich aber letztlich die Überhand. Zusammengefasst war mein Eindruck von Antaeus der einer Frau, die sich als Mann verkleidet hat, deren Sexyness aber immer wieder hinter der maskulinen Fassade hervordringt. Das ein Parfum sowas hinbekam, warf mich fast um.
Und nun ein Sprung – huii – hinüber zum heutigen Antaeus. Das weibliche Element ist immer noch da, aber nicht mehr dominant, sondern eher verspielt, verkleidet, kostümiert. Das Maskuline lässt sich aber nicht verstecken, es ist einfach unüberseh-bzw. riechbar - mit Leder und Zigarrenholz die Menge, Koriander und herbem Bienenwachs, das in anderem Zusammenhang weihnachtlich sein könnte. Und später mit für mich deutlicherem Patchouli, auf das ich auch schon angesprochen wurde. Das war wohl vorher auch alles da, aber irgendwie anders gewichtet. Meine Überschrift ist vielleicht etwas zugespitzt, aber für mich haben wir‘ s heute eher mit einem Mann zu tun, der versucht sich als Frau zu verkleiden (mit Lippenstift meine ich nur den visuellen Eindruck, nichts, was mit dem „Lipstick“-Akkord von DH oder mit Iris zu tun hat.) Oder zumindest einer, der ein bisschen mit weiblichen Elementen spielt.
Immer noch erstaunlich und wunderbar, extravagant und ein wenig subversiv, immer noch ein Spiel mit den Geschlechter-rollen, nur vielleicht nicht mehr ganz so aufregend. Womöglich für manche sogar etwas tragbarer. Und immer noch auch wunderbar tragbar für Frauen, wie ich finde.
Sillage und Haltbarkeit waren vielleicht früher noch etwas heftiger, liegen für mich aber immer noch in einem dermaßen hohen Bereich, daß dies keine Rolle spielt. Sensibilität am Abzug ist jedenfalls empfehlenswert.
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