Somebody
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Detailliert
Baumwollshirt, frisch gewaschen
Es muss nicht immer krachen.
Oft haben ein lässiges weißes T-Shirt und Jeans mehr Sexappeal als ein aufwendig gestylter Look.
Coton Chic hat eine unspektakuläre Ausstrahlung, aber ganz so simpel ist er dann auch wieder nicht.
Der Start ist frisch, spritzig und würzig mit leichten Barbershop-Vibes.
Diese latente Kratzigkeit zieht sich relativ zügig zurück und es entwickelt sich eine saubere Süße,
die mich tatsächlich an ein frisch gewaschenes und gebügeltes Baumwollshirt erinnert.
Letzteres deshalb, weil sich der „typische Baumwollgeruch“ erst durch die feuchte Hitze eines Bügeleisens richtig entwickelt.
Danach bleibt der Duft linear und verschmilzt zunehmend mit der Haut.
Es ist eigentlich mehr ein „Ich fühl mich wohl“- als ein „Ich bin parfümiert“-Duft.
Wobei ich so den Verdacht habe, dass die Projektion und Selbstwahrnehmung bei Coton Chic stark temperaturabhängig sind, da ich den Duft in Innenräumen nur sehr schwach wahrnehme.
Wenn ich nach draußen gehe, wo die Hauttemperatur im Vergleich zur einstellig frischen Luft deutlich höher ist, kann ich ihn viel besser riechen.
Irgendwie ist er heimelig, vertrauenserweckend, "heile Welt" eben.
Schönes kann so einfach sein.
Oft haben ein lässiges weißes T-Shirt und Jeans mehr Sexappeal als ein aufwendig gestylter Look.
Coton Chic hat eine unspektakuläre Ausstrahlung, aber ganz so simpel ist er dann auch wieder nicht.
Der Start ist frisch, spritzig und würzig mit leichten Barbershop-Vibes.
Diese latente Kratzigkeit zieht sich relativ zügig zurück und es entwickelt sich eine saubere Süße,
die mich tatsächlich an ein frisch gewaschenes und gebügeltes Baumwollshirt erinnert.
Letzteres deshalb, weil sich der „typische Baumwollgeruch“ erst durch die feuchte Hitze eines Bügeleisens richtig entwickelt.
Danach bleibt der Duft linear und verschmilzt zunehmend mit der Haut.
Es ist eigentlich mehr ein „Ich fühl mich wohl“- als ein „Ich bin parfümiert“-Duft.
Wobei ich so den Verdacht habe, dass die Projektion und Selbstwahrnehmung bei Coton Chic stark temperaturabhängig sind, da ich den Duft in Innenräumen nur sehr schwach wahrnehme.
Wenn ich nach draußen gehe, wo die Hauttemperatur im Vergleich zur einstellig frischen Luft deutlich höher ist, kann ich ihn viel besser riechen.
Irgendwie ist er heimelig, vertrauenserweckend, "heile Welt" eben.
Schönes kann so einfach sein.
1 Antwort
Vorfreude auf den Sommer
Ich liebe Tee.
Nichts verschafft mir mehr Wohlbefinden an feuchtkalten, windigen Tagen als mich mit frisch aufgebrühtem Tee und einem interessanten Buch einzumummeln und die Welt zu vergessen indem ich in eine andere eintauche. Auch im Sommer schätze ich das Getränk je nach Sorte in lauwarmer oder geeister Version.
Logischerweise ziehen mich auch Düfte an, die den Tee im Namen führen.
Lagerfelds Teeblume begrüßt mich spritzig frisch mit einer Kopfnote, die ein bisschen an Ardens Green Tea erinnert.
Schnell gesellen sich deutliche Zitrusaromen dazu, die im Verlauf von einer für meine Nase „hautigen“ und auch zart pudrigen Note untermalt werden.
Der Tee-Eindruck ist durchgehend da und ein paar Stunden wahrnehmbar, wenn auch erwartungsgemäß leise und körpernah.
Eine große Entwicklung findet hier nicht statt, die Blüten dienen eher der Stabilisierung des Gesamtkunstwerks.
Fleur de Thé ist ein gefälliger, unaufdringlicher Duft und ich freue mich darauf, ihn im Sommer zu tragen.
Ich kann mir vorstellen, dass er da durch die Hautwärme etwas besser strahlen kann.
Nichts verschafft mir mehr Wohlbefinden an feuchtkalten, windigen Tagen als mich mit frisch aufgebrühtem Tee und einem interessanten Buch einzumummeln und die Welt zu vergessen indem ich in eine andere eintauche. Auch im Sommer schätze ich das Getränk je nach Sorte in lauwarmer oder geeister Version.
Logischerweise ziehen mich auch Düfte an, die den Tee im Namen führen.
Lagerfelds Teeblume begrüßt mich spritzig frisch mit einer Kopfnote, die ein bisschen an Ardens Green Tea erinnert.
Schnell gesellen sich deutliche Zitrusaromen dazu, die im Verlauf von einer für meine Nase „hautigen“ und auch zart pudrigen Note untermalt werden.
Der Tee-Eindruck ist durchgehend da und ein paar Stunden wahrnehmbar, wenn auch erwartungsgemäß leise und körpernah.
Eine große Entwicklung findet hier nicht statt, die Blüten dienen eher der Stabilisierung des Gesamtkunstwerks.
Fleur de Thé ist ein gefälliger, unaufdringlicher Duft und ich freue mich darauf, ihn im Sommer zu tragen.
Ich kann mir vorstellen, dass er da durch die Hautwärme etwas besser strahlen kann.
1 Antwort
Somebody vor 3 Jahren
Metamorphose in rosé
Finden, was man nicht gesucht hat.
Ankommen, das sich wie Heimkommen anfühlt.
Das ist Rosewood für mich.
Er beginnt auf meiner Haut cremig, blumig, süß, vollmundig wie ein rosa Sahnedessert und für meinen Geschmack etwas „girly“.
Die Bergamotte steuert im Hintergrund ganz schüchtern ein zitrisches Funkeln bei, das mit zunehmender Duftentwicklung immer mal wieder an diese sprudelnden rosa Badebomben erinnert, ist aber nicht federführend in der Kopfnote.
Ich denke an Hibiskus und tatsächlich gibt es Ähnlichkeiten zu Ibisco e Pepe Rosa von Tesori, der allerdings wesentlich grober und zu Beginn auch lauter ist.
Nach der ersten Stunde empfinde ich Rosewood immer noch als cremig, aber die Süße ist gewichen und eine ganz leichte Haarspraynote kommt dazu. Nicht stechend, sondern harmonisch und rund sorgt sie dafür, dass der Duft nun zunehmend pudrig-holzig wird.
Für mich ist es ein intimer, leiser Duft, der aber enormes Durchhaltevermögen hat und mich 10 Stunden und länger begleitet. Stets nahe am Körper, weich und niemals störend.
Die Verpackung ist leider inzwischen nicht mehr so schön wie früher. Die Holzdose wurde durch eine mit rosa Blüten bedruckte Pappschachtel ersetzt, die meinen Dufteindruck farblich sehr gut wiedergibt, wobei ich ihn im Verlauf von kräftigem, fast pinkem Pastellrosa zu ins Bräunliche gehendem Altrosa beschreiben würde.
Gewissermaßen eine Wandlung von Jung zu Junggeblieben und ganz sicher meine schönste Duftentdeckung der letzten Zeit.
Ankommen, das sich wie Heimkommen anfühlt.
Das ist Rosewood für mich.
Er beginnt auf meiner Haut cremig, blumig, süß, vollmundig wie ein rosa Sahnedessert und für meinen Geschmack etwas „girly“.
Die Bergamotte steuert im Hintergrund ganz schüchtern ein zitrisches Funkeln bei, das mit zunehmender Duftentwicklung immer mal wieder an diese sprudelnden rosa Badebomben erinnert, ist aber nicht federführend in der Kopfnote.
Ich denke an Hibiskus und tatsächlich gibt es Ähnlichkeiten zu Ibisco e Pepe Rosa von Tesori, der allerdings wesentlich grober und zu Beginn auch lauter ist.
Nach der ersten Stunde empfinde ich Rosewood immer noch als cremig, aber die Süße ist gewichen und eine ganz leichte Haarspraynote kommt dazu. Nicht stechend, sondern harmonisch und rund sorgt sie dafür, dass der Duft nun zunehmend pudrig-holzig wird.
Für mich ist es ein intimer, leiser Duft, der aber enormes Durchhaltevermögen hat und mich 10 Stunden und länger begleitet. Stets nahe am Körper, weich und niemals störend.
Die Verpackung ist leider inzwischen nicht mehr so schön wie früher. Die Holzdose wurde durch eine mit rosa Blüten bedruckte Pappschachtel ersetzt, die meinen Dufteindruck farblich sehr gut wiedergibt, wobei ich ihn im Verlauf von kräftigem, fast pinkem Pastellrosa zu ins Bräunliche gehendem Altrosa beschreiben würde.
Gewissermaßen eine Wandlung von Jung zu Junggeblieben und ganz sicher meine schönste Duftentdeckung der letzten Zeit.
Die verborgenen Schätze
Dieser Duft versetzt mich in tiefes Grübeln.
Wie ist es möglich, dass er so wenig Beachtung findet?
Dass die ganzen Grès Parfums so ein erbärmliches Schattendasein führen und hierzulande meist schon nach kurzer Zeit auf dem Markt zu Schleuderpreisen verramscht werden?
Auch wenn ich nicht weiter über Marketing etc. philosophieren will – vielleicht bekommen sie in anderen Ländern mehr Aufmerksamkeit – weint mein Herz, denn unter den Düften von Grès finden sich wahre Kleinode, die mit den allgegenwärtigen hochpreisigen Designerdüften und oft auch noch weitaus teureren Nischenparfums mithalten könnten.
Ich denke beispielsweise an die Lumière-Reihe, deren Restbestände inzwischen wieder zu „Normalpreisen“ verkauft werden, aber eben nur, weil man sie nur noch schwer bekommt.
Oder die Les Signes de Grès, die auf Tiefstpreis-Niveau angekommen sind – ein Anzeichen dafür, dass sie bald vom Markt verschwinden.
Ebenso wie Madame Grès oder eben der wunderbare Pièce Unique.
Das ist ein eigenständiger Duft voll Charakter, der den Geist von Cabochard gekonnt in die Moderne übersetzt.
Pièce Unique entfaltet sich kräftig aromatisch-würzig durch Pfeffer und krautige Engelwurz.
Es kribbelt in der Nase wie ein herbes Brausepulver.
Pflaume und Davana mit ihrem mangoartigen Duft fügen eine dezent fruchtige Komponente dazu,
jedoch nur so viel, dass der Gesamteindruck weder zu streng noch klebrig-süß wird.
Jasmin sticht nicht heraus, verleiht dem Duft aber ein Strahlen, das die Kopfnote mit ihrem würzigen Prickeln stundenlang trägt.
Ich liebe seine Präsenz und verzeihe den leisen Abschied, denn von Leder oder Rauch bemerke ich nichts, das absorbiert meine Haut offenbar spurlos.
Pièce Unique ist mir ein vertrauter Begleiter geworden, den ich nicht mehr missen möchte und ich freue mich, den Schatz gehoben zu haben ehe er verschwunden ist.
Wie ist es möglich, dass er so wenig Beachtung findet?
Dass die ganzen Grès Parfums so ein erbärmliches Schattendasein führen und hierzulande meist schon nach kurzer Zeit auf dem Markt zu Schleuderpreisen verramscht werden?
Auch wenn ich nicht weiter über Marketing etc. philosophieren will – vielleicht bekommen sie in anderen Ländern mehr Aufmerksamkeit – weint mein Herz, denn unter den Düften von Grès finden sich wahre Kleinode, die mit den allgegenwärtigen hochpreisigen Designerdüften und oft auch noch weitaus teureren Nischenparfums mithalten könnten.
Ich denke beispielsweise an die Lumière-Reihe, deren Restbestände inzwischen wieder zu „Normalpreisen“ verkauft werden, aber eben nur, weil man sie nur noch schwer bekommt.
Oder die Les Signes de Grès, die auf Tiefstpreis-Niveau angekommen sind – ein Anzeichen dafür, dass sie bald vom Markt verschwinden.
Ebenso wie Madame Grès oder eben der wunderbare Pièce Unique.
Das ist ein eigenständiger Duft voll Charakter, der den Geist von Cabochard gekonnt in die Moderne übersetzt.
Pièce Unique entfaltet sich kräftig aromatisch-würzig durch Pfeffer und krautige Engelwurz.
Es kribbelt in der Nase wie ein herbes Brausepulver.
Pflaume und Davana mit ihrem mangoartigen Duft fügen eine dezent fruchtige Komponente dazu,
jedoch nur so viel, dass der Gesamteindruck weder zu streng noch klebrig-süß wird.
Jasmin sticht nicht heraus, verleiht dem Duft aber ein Strahlen, das die Kopfnote mit ihrem würzigen Prickeln stundenlang trägt.
Ich liebe seine Präsenz und verzeihe den leisen Abschied, denn von Leder oder Rauch bemerke ich nichts, das absorbiert meine Haut offenbar spurlos.
Pièce Unique ist mir ein vertrauter Begleiter geworden, den ich nicht mehr missen möchte und ich freue mich, den Schatz gehoben zu haben ehe er verschwunden ist.
5 Antworten
Seemannsbraut
Es ist schon eine Weile her seit ich ihm zum ersten Mal begegnet bin.
Ich wollte nur kurz etwas besorgen, eilte durch die Regalreihen des Geschäfts und da stand er.
Solide, kantig und in einem so angenehmen Blau, dass ich spontan stehen blieb.
Lass mich dein Pirat sein, raunte er mir zu.
Nicht so eilig, Seemann, erst mal sehen, ob ich dich riechen kann.
Ich habe ihn dort noch ein paarmal besucht, bin seinem rauen Charme erlegen und inzwischen wohnt er bei mir.
Nachdem Kokain gelauncht wurde und sicher nicht zuletzt wegen des Namens hohe Wellen schlug, mich aber so gar nicht überzeugen konnte, wurden zackig diverse andere Rammstein-Düfte auf den Markt geworfen und verschiedene Duftrichtungen abgedeckt, die mich dann teilweise doch noch gekriegt haben.
Der Seemann hat von Anfang an Substanz und ist weder wässrig noch leicht.
Ich rieche zu Beginn ganz kurz die Fischsoße, die ich zum Würzen von Thai-Gerichten verwende.
Dieser Teil der Herznote, der hier an die Oberfläche gespült wird, geht danach jedoch komplett unter.
Was folgt, ist sehr angenehm und hat wirklich etwas von der Kraft des Meeres mit einem leichten Duft nach Seetang und Algen ohne dass ich hier noch einzelne Noten aufdröseln könnte.
Weil immer etwas leicht Dreckiges mitschwingt, gleitet der Duft niemals ins Belanglose, zu Cleane ab.
Er bleibt kraftvoll und hält den ganzen Tag, auf Textilien mehrere Tage.
Ja, Rammstein kann auch aquatisch und, wie ich finde, richtig gut.
Ich wollte nur kurz etwas besorgen, eilte durch die Regalreihen des Geschäfts und da stand er.
Solide, kantig und in einem so angenehmen Blau, dass ich spontan stehen blieb.
Lass mich dein Pirat sein, raunte er mir zu.
Nicht so eilig, Seemann, erst mal sehen, ob ich dich riechen kann.
Ich habe ihn dort noch ein paarmal besucht, bin seinem rauen Charme erlegen und inzwischen wohnt er bei mir.
Nachdem Kokain gelauncht wurde und sicher nicht zuletzt wegen des Namens hohe Wellen schlug, mich aber so gar nicht überzeugen konnte, wurden zackig diverse andere Rammstein-Düfte auf den Markt geworfen und verschiedene Duftrichtungen abgedeckt, die mich dann teilweise doch noch gekriegt haben.
Der Seemann hat von Anfang an Substanz und ist weder wässrig noch leicht.
Ich rieche zu Beginn ganz kurz die Fischsoße, die ich zum Würzen von Thai-Gerichten verwende.
Dieser Teil der Herznote, der hier an die Oberfläche gespült wird, geht danach jedoch komplett unter.
Was folgt, ist sehr angenehm und hat wirklich etwas von der Kraft des Meeres mit einem leichten Duft nach Seetang und Algen ohne dass ich hier noch einzelne Noten aufdröseln könnte.
Weil immer etwas leicht Dreckiges mitschwingt, gleitet der Duft niemals ins Belanglose, zu Cleane ab.
Er bleibt kraftvoll und hält den ganzen Tag, auf Textilien mehrere Tage.
Ja, Rammstein kann auch aquatisch und, wie ich finde, richtig gut.
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