Ich bin ständig versucht meine Sammlung „sauber“ zu halten. Dazu gehört auch, dass ich möglichst wenige Düfte haben möchte, die einander ähneln. Ausnahmen bestätigen die Regel, wie immer.
So begab es sich, dass mir ein Freund seinen Restflakon Platinum zukommen ließ. Obwohl ich Platinum schon aus einer Abfüllung kannte, war das Dufterlebnis direkt aus dem Flakon ein Unterschied wie Tag und Nacht. Lag es am Plastik des Proben-Zerstäubers? Riecht das Auge mit? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall wurde ich plötzlich ein Fan von Platinum. Und es musste ein eigener, neuer Flakon her.
Vorkommentatoren vergleichen Platinum mit Cool Water oder Green Irish Tweed (die sich beide bekanntermaßen zumindest in der Kopfnote sehr ähneln). Und: Ihr habt recht. Da sich Green Irish Tweed bis vor kurzem (ihr ahntet es vielleicht bereits) in meiner Sammlung befand, ließen sich die Ähnlichkeit verifizieren, die Unterschiede sich hervorheben.
Wo GIT mit seinem Eisenkraut-Flair vielleicht zu altbacken rüberkommt, ist Platimun mit seinem Neroli- und Jasmin-Touch etwas weniger verbissen im Auftritt. Platinum ist dabei nicht unbedingt leichtfüßig, aber sehr relaxt, weniger ernst, aber doch seriös. GIT hat bei ordentlicher Dosierung am Ende seiner Haltbarkeit einen gewissen Muff. Den ich nicht unbedingt schlecht finde, der aber nicht zum vorherigen Verlauf passt. Platinum bleibt sich in der Entwicklung treuer und verabschiedet sich nach ähnlich langer Verweildauer mit etwas mehr Eichenmoos und Vetiver, überrascht einen aber nicht mit einem unangenehmen Drydown.
Platinum hängt viele Stunden an mir, begleitet mich auch bei hohen Temperaturen zuverlässig einen ganzen Arbeitstag und erheitert mich auch in der Freizeit. Vorbehaltslos zu empfehlen, all jenen, die Frische mit etwas Substanz mögen, der Duftrichtung GITs nicht abgewandt sind, aber durchaus etwas moderner riechen mögen. Dabei sei erwähnt, das Platinum in keiner Weise eine moderne Kreation der letzten Jahre ist, sondern auch schon 27 Jahre auf dem Buckel hat. Gab es Reformulierungen? Mag sein, ich kenne nur die aktuelle Version.
GIT ist nach wie vor für mich ein genialer Duft, musste in meiner Sammlung aber Platinum weichen.
Gut beschrieben - „Frische mit Substanz“
gefällt mir.
Denn ich glaube es ist nicht einfach Frische Düfte zu kreieren, welche eine gewisse rätselhafte Tiefe haben.
Schön geschrieben, "Frische mit Substanz".
Funktioniert bei mir wunderbar und fühle mich wohl damit.
Hält bei mir den ganzen Arbeitstag und das will schon was heißen.
Ich fand den auch gut, da muß ich - ausgelöst durch deinen aufschlußreichen Kommi > GIT - nochmal ran. Diese Verbindung ist mir damals beim Kurztest während eines Testmarathons mit zwei mir sehr lieben Parfumos nicht aufgefallen. Pokälsche!!
Ich hätte mich auch für den Platinium entschieden. Was wahrscheinlich auch daran liegt das ich mehr ein Fan von Chanel bin als von Creed. Chanel ist einfach feiner!
Platinum Égoïste ist einer der wenigen Düfte, die an mir leider gar nicht funktionieren. Bin aber auch kein Fan von Lavendel, der hier mächtig verbaut ist. Freue mich, dass er wieder einen Anhänger mehr hat, und einen schönen Kommi gab's auch dazu:)
Ein feiner Kommentar von dir! Ich kenne Platinum Égoiste schon seit den 90ern und mag ihn immer noch sehr. Früher oder später wird er auch mal wieder meine Sammlung zieren. Ich bin auch sicher, daß im Laufe der Jahre auch mal am Duft herumgeschraubt wurde. Und ich gehöre ja zur "Lieber Chanel als Creed"-Fraktion ;-))) Danke für´s wieder in Erinnerung rufen.
Guter Kommentar, wenngleich Platinum Égoïste wohl GIT in meiner Sammlung nie wird verdrängen können ;-) Aber dieser Chanel steht schon eine Weile auf meinen „nochmal-testen-Liste“, woran mich Dein Kommentar freundlich erinnert hat und was es nunmehr nachzuholen gilt..
Danke für die tolle Beschreibung! Ich hatte davon mal eine Probe, mit der ich ganz zufrieden gewesen bin, für einen Kauf reichte es damals nicht, wenngleich ich noch oft an ihn denken muss :D diese tolle kühle Frische ist sagenhaft!
gefällt mir.
Denn ich glaube es ist nicht einfach Frische Düfte zu kreieren, welche eine gewisse rätselhafte Tiefe haben.
Funktioniert bei mir wunderbar und fühle mich wohl damit.
Hält bei mir den ganzen Arbeitstag und das will schon was heißen.