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Fendi Uomo (Eau de Toilette) von Fendi

Fendi Uomo 1988 Eau de Toilette

Palonera
27.03.2013 - 18:42 Uhr
22
8Duft 7.5Haltbarkeit 5Sillage 5Flakon

der Gepard

Es war 1991, als wir einander zum ersten Mal begegneten.

Ich war nicht allein, als ich dein Restaurant betrat.
Es war ein Freitagabend Ende November, draußen heulte der Wind durch die Straßen und trieb eisigen Regen vor sich her - ich wäre lieber vor dem knisternden Feuer im Kamin geblieben, anstatt noch einmal aus dem Haus zu gehen.
Doch ich hatte mich überreden lassen von der Aussicht auf die besten Pasta der Stadt und eine Tiramisu, für die ich meine Seele verkaufen würde, sagte er.
Er kannte mich noch nicht lange, aber er kannte mich gut.

Ein Tisch war noch frei an diesem Abend.
Um uns herum wogten Gespräche und Gelächter, leise Musik vermischte sich mit dem Klirren der Gläser und den Geräuschen des Regens draußen vor dem Fenster.
Deine Begrüßung war zurückhaltend herzlich gewesen, du hattest kaum spürbar meinen Ellbogen genommen und uns zu unseren Plätzen geführt.
Sehr dunkle Augen in einem schmalen, ein wenig strengen, fast asketischen Gesicht, Raubvogelnase über einem beherrschten Mund.
Du warst nicht hoch gewachsen, doch du bewegtest dich mit einer Eleganz und Grandezza, die mich zu dir aufsehen ließen.
Sizilianer seiest du, sagte er, als wir wieder allein waren, und ein Nachfahre des alten Adelsgeschlechts der Gattopardi.
Ein Gepard.
Das paßte.

Du hieltest dich fern an diesem Abend und an vielen anderen.
Du serviertest mir den köstlichsten Seeteufel meines Lebens, erfandest die Pasta neu und brachtest mir irgendwann keine Karte mehr.
Ich wußte nie, was aus der Küche kommen würde – ich wußte nur, daß ich es lieben würde.
Monate waren vergangen seit meinem ersten Besuch, mittlerweile kam ich allein, manchmal mit einer Freundin.
Ich wußte dich immer irgendwo im Hintergrund, spürte deine Präsenz und eine unterschwellige Spannung, die meine Kopfhaut kribbeln ließ.
Doch niemals überschrittst du die unsichtbare Grenze zwischen uns.

Bis zu jenem Abend im Frühherbst.
Es war schon spät, als ich die Tür öffnete und das Restaurant betrat.
Alle Gäste waren bereits gegangen, du lehntest mit einem Glas Wein an der Bar, hattest niemanden mehr erwartet.
Das Jackett war abgelegt, die Krawatte gelockert, das weiße Hemd ein scharfer Kontrast zur gebräunten Haut deiner sehnigen Unterarme.
Ich fand deinen Blick im Spiegel, ruhig, klar, wissend.
Heute.
Silberne Fäden schimmerten in deinem Haar, als du dich umwandtest, deine Finger mit meinen verschränktest.
Ich würde keine Karte brauchen.

Wir hatten nur eine Nacht.
Drei Tage später passierte der Unfall.
Du wirst "Fendi Uomo" getragen haben.
Wie immer.
9 Antworten
WolfWolf vor 13 Jahren
Gänsehaut!!!!
AavaAava vor 13 Jahren
Ein leises Wow!
ErgoproxyErgoproxy vor 13 Jahren
Welcher Muser hat dich geküsst?;))
SeelanneSeelanne vor 13 Jahren
Wunderschön !
Medusa00Medusa00 vor 13 Jahren
uhhhh, Gänsehaut
ZoraZora vor 13 Jahren
Wow, Gänsehaaaaut.
YataganYatagan vor 13 Jahren
Wie immer: literarisch sehr wertvoll und auch noch prickelnd spannend! Musste sofort an das berühmte Buch "Il Gattopardo" von di Lampedusa denken, den ich vor wenigen Monaten in meinem Sizilienurlaub las.
SisyphosSisyphos vor 13 Jahren
Super!
MandelmausMandelmaus vor 13 Jahren
Wow! Toller Kommentar :-)