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Top Rezension
"Für uns ist es die Bestie!"
Da steht nun der Poltergeist und die Flasche flüstert hypnotisch:
"Lassen sie mich rein"...
Zugegeben, Poltergeist ist einer der wenigen Düfte in meinem Leben, den ich unter einem anderen Namen wohl nie getestet bzw. überhaupt auf den Schirm bekommen hätte.
Mit anderen Worten, mich hat tatsächlich ausschliesslich der Name zum Test bewogen.
Gott sei Dank!!
"Es weiß was euch Angst macht..."
Der Spuk startet laut. Er beißt und kratzt und breitet sich gewaltvoll und rasant aus.
Die säuerlich-balsamische Anfangsnote (ich nehme an, hauptsächlich das Wermutkraut) lässt auf jeden Fall schonmal die Stühle wackeln.
Recht schnell gesellt sich jedoch Wacholder dazu, so dass es etwas kühler, fast frischer und noch ein wenig gespenstischer wird.
Der schon recht fordernde Auftakt lässt vermuten, dass das nicht alles war...
"...dass es sich hierbei nicht um einen klassischen Fall von Spuk handelt sondern um einen Poltergeist..."
Die Glühbirnen zerspringen, es wird kalt.
Der uralte, massive Holztisch in der Mitte des Raumes knarzt und rutscht auf dem Boden hin und her.
Die Tischbeine knacken, die schwere Tischplatte wird mit einem Knall auseinandergerissen und kracht zu Boden. Splitter fallen und der Geruch des Holzes vermengt sich zunhemend mit dem (Wermut)geist, der mittlerweile das ein der andere Möbelstück in Brad gesetzt hat. Auch den Kamin hat der Poltergeist aufflammen lassen und die Feuzerspitzen züngeln an den Möbeln, den Bildern und den Zimmerpflanzen. Inmitten des beißenden Feuerrauchs steigt ein weiterer, fast mystisch wirkender Rauch aus dem Nichts empor und manifestiert sich.
Alle möglichen Gegenstände fliegen unkontrolliert umher und zerschellen an den Wänden und den Fensterscheiben. Blitze zucken draußen - und drinnen.
"Dieses Haus hat viele Zentren..."
Durch die zerbrochenen Fenster fegt der wütende Sturm nasse Waldluft, Blätter und Zweige ins Haus, die nach einem wilden Tanz an den Feuerzungen verglühen. Regen peitscht sich herein und ertränkt dabei ein paar Flammenzungen, die sich jedoch sofort wieder selbst entzünden.
Flackerndes Licht, Nebel und Rauch. Überall.
Die Wände des Holzhauses schwitzen während sie unaufhörlich versuchen, die umherstehenden Bäume vor den wütenden Flammen zu schützen... Das Haus bebt. Die Erde darunter öffnet sich.
"Geh nicht ins Licht Carol Anne!"
Poltergeist macht seinem Namen alle Ehre. Allerdings muss er das bei diesem Namen auch. So verströmt er eine ganz, ganz eigene und in der Form von mir noch nie wahrgenommene Aura. Gespenstisch und voller Wucht. Jedoch nicht destruktiv.
Rauchig-holzig-waldig-harzig-grün. Kalt und heiß zugleich.
Und es gibt Licht am Ende des Tunnels. Es lockt und verströmt (myrrhige) Erlösung und Frieden.
Poltergeist ist mit Sicherheit kein Duft, den man als "schönen Duft" beschreiben würde (auch wenn ich ihn so empfinde). Auch kann man den Duft nicht als harmonisch im klassischen Sinne bezeichnen. Unharmonisch widerum wäre ungerecht. Experimentell, eigen und ähnliche Worte treffen es da schon eher.
Um nochmals die Kurve zum Duftnamen zu machen: ich persönlich erwarte auch ein "olfaktorisches Schockerlebnis" (und das meine ich tatsächlich positiv), wenn ich einen Duft sprühe, der Poltergeist heißt.
Nur dass der Schock bei mir letztlich in Verzückung und Faszination mündet...
Trotzdem ist Poltergeist ohne Frage ein fordernder und zweifelsohne ein polarisierender Duft - für mich ein bisher einzigartiges und absolut tragbares Kunstwerk.
In diese Sinne:
"Dieses Haus ist gereinigt!"
+++
Kleine Spinnerei zum Schluß:
Wenn ich irgendwann mal ganz viel Kohle habe, bringe ich einen Sequelduft heraus mit dem Namen "Reverend Henry Kane"!
+++
"Lassen sie mich rein"...
Zugegeben, Poltergeist ist einer der wenigen Düfte in meinem Leben, den ich unter einem anderen Namen wohl nie getestet bzw. überhaupt auf den Schirm bekommen hätte.
Mit anderen Worten, mich hat tatsächlich ausschliesslich der Name zum Test bewogen.
Gott sei Dank!!
"Es weiß was euch Angst macht..."
Der Spuk startet laut. Er beißt und kratzt und breitet sich gewaltvoll und rasant aus.
Die säuerlich-balsamische Anfangsnote (ich nehme an, hauptsächlich das Wermutkraut) lässt auf jeden Fall schonmal die Stühle wackeln.
Recht schnell gesellt sich jedoch Wacholder dazu, so dass es etwas kühler, fast frischer und noch ein wenig gespenstischer wird.
Der schon recht fordernde Auftakt lässt vermuten, dass das nicht alles war...
"...dass es sich hierbei nicht um einen klassischen Fall von Spuk handelt sondern um einen Poltergeist..."
Die Glühbirnen zerspringen, es wird kalt.
Der uralte, massive Holztisch in der Mitte des Raumes knarzt und rutscht auf dem Boden hin und her.
Die Tischbeine knacken, die schwere Tischplatte wird mit einem Knall auseinandergerissen und kracht zu Boden. Splitter fallen und der Geruch des Holzes vermengt sich zunhemend mit dem (Wermut)geist, der mittlerweile das ein der andere Möbelstück in Brad gesetzt hat. Auch den Kamin hat der Poltergeist aufflammen lassen und die Feuzerspitzen züngeln an den Möbeln, den Bildern und den Zimmerpflanzen. Inmitten des beißenden Feuerrauchs steigt ein weiterer, fast mystisch wirkender Rauch aus dem Nichts empor und manifestiert sich.
Alle möglichen Gegenstände fliegen unkontrolliert umher und zerschellen an den Wänden und den Fensterscheiben. Blitze zucken draußen - und drinnen.
"Dieses Haus hat viele Zentren..."
Durch die zerbrochenen Fenster fegt der wütende Sturm nasse Waldluft, Blätter und Zweige ins Haus, die nach einem wilden Tanz an den Feuerzungen verglühen. Regen peitscht sich herein und ertränkt dabei ein paar Flammenzungen, die sich jedoch sofort wieder selbst entzünden.
Flackerndes Licht, Nebel und Rauch. Überall.
Die Wände des Holzhauses schwitzen während sie unaufhörlich versuchen, die umherstehenden Bäume vor den wütenden Flammen zu schützen... Das Haus bebt. Die Erde darunter öffnet sich.
"Geh nicht ins Licht Carol Anne!"
Poltergeist macht seinem Namen alle Ehre. Allerdings muss er das bei diesem Namen auch. So verströmt er eine ganz, ganz eigene und in der Form von mir noch nie wahrgenommene Aura. Gespenstisch und voller Wucht. Jedoch nicht destruktiv.
Rauchig-holzig-waldig-harzig-grün. Kalt und heiß zugleich.
Und es gibt Licht am Ende des Tunnels. Es lockt und verströmt (myrrhige) Erlösung und Frieden.
Poltergeist ist mit Sicherheit kein Duft, den man als "schönen Duft" beschreiben würde (auch wenn ich ihn so empfinde). Auch kann man den Duft nicht als harmonisch im klassischen Sinne bezeichnen. Unharmonisch widerum wäre ungerecht. Experimentell, eigen und ähnliche Worte treffen es da schon eher.
Um nochmals die Kurve zum Duftnamen zu machen: ich persönlich erwarte auch ein "olfaktorisches Schockerlebnis" (und das meine ich tatsächlich positiv), wenn ich einen Duft sprühe, der Poltergeist heißt.
Nur dass der Schock bei mir letztlich in Verzückung und Faszination mündet...
Trotzdem ist Poltergeist ohne Frage ein fordernder und zweifelsohne ein polarisierender Duft - für mich ein bisher einzigartiges und absolut tragbares Kunstwerk.
In diese Sinne:
"Dieses Haus ist gereinigt!"
+++
Kleine Spinnerei zum Schluß:
Wenn ich irgendwann mal ganz viel Kohle habe, bringe ich einen Sequelduft heraus mit dem Namen "Reverend Henry Kane"!
+++
Aktualisiert am 05.06.2020 - 06:00 Uhr
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Let me be the Beauty.