Vivacious Hiram Green 2020
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Top Rezension
Renaissance zweier fast vergessener Duftnoten
Lange Zeit gehörten Nelken- und Veilchendüfte zu den fast vergessenen Blütendüften; wurden sie doch gern mit ältlichen Damen im grauen Flanellkostüm und braunen Schnürschuhen in Verbindung gebracht.
Meine Handarbeitslehrerin, der ich nie eine Naht gerade genug nähte und der der Anblick meiner krummen und schiefen Knopflöcher fast Schmerzen bereitete, gehörte in diese Kategorie: sie trug allerdings ständig einen zarten Fliederduft!
So lange ist das nun schon her und doch fühle ich heute noch ab und zu ihren prüfenden Blick.
Vielleicht klappt es deshalb immer noch nicht mit geraden Nähten!
Flieder-, Nelken- und Veilchendüfte lagen in Seifenform in den Wäschefächern der Schränke; auch bei meiner Oma und den älteren Damen unserer Bekanntschaft: kein faltenfrei gebügeltes Tischtuch ohne feinen Blütenduft.
Aber das war einmal!
Nelken in jungen und eleganten Duftkombinationen wurden inzwischen sogar von den großen Marken wiederentdeckt; die Veilchen waren zwar nie so richtig weg und als Puderduft-Spender neben der Iris gern gesehen, aber so ganz wurden sie bisher nicht geschätzt.
Ihre Renaissance begann mit dem äußerst leckeren Veilchensirup, das sogar einfache Süßspeisen und sommerliche Cocktails farbig und aromatisch aufpeppt: das ist wirklich einen Versuch wert!
Und wer von uns Älteren erinnert sich nicht gern an Veilchenpastillen?
Gerade neulich postete meine Duftfreundin Jessica aus Belgien eines dieser kleinen Blechschächtelchen mit kleinen rosa Veilchenpastillen.
Bei Hiram Green nahm man sich dieses Themas an: In „Vivacious“ wurden herrlich-würzige Nelkenaromen und dunkle-samtige Veilchenakkorde wunderbar harmonisch und kein bisschen altmodisch kombiniert.
Auf die unvermeidliche Bergamotten-Frische in der Dufteröffnung folgt dieses zusammengeführte heitere Blütenpracht, an sinnlich duftenden Körperpuder erinnernd.
Ein feine harzig-rauchige Amberhaube schließt diese Komposition ab.
Fast puristisch von der Anzahl der Duftnoten her, zeigt sich „Vicacious“ angenehm lebendig und statt bieder, wie vielleicht erwartet, heiter und modern, in einer Vielzahl rosa und violett flimmernder Farb- und Duftmosaiksteinchen, die wie in einem Kaleidoskop erfreuen.
Die Renaissance zweier Düfte – das könnte fast ein Romantitel sein – ist hier sehr gut gelungen und ein nicht alltäglicher, völlig altersloser Blumenduft begleitet angenehm beschwingt durch den Frühling und vielleicht sogar länger.
Möglich ist hier alles; es kommt nur auf einen Versuch an!
Meine Handarbeitslehrerin, der ich nie eine Naht gerade genug nähte und der der Anblick meiner krummen und schiefen Knopflöcher fast Schmerzen bereitete, gehörte in diese Kategorie: sie trug allerdings ständig einen zarten Fliederduft!
So lange ist das nun schon her und doch fühle ich heute noch ab und zu ihren prüfenden Blick.
Vielleicht klappt es deshalb immer noch nicht mit geraden Nähten!
Flieder-, Nelken- und Veilchendüfte lagen in Seifenform in den Wäschefächern der Schränke; auch bei meiner Oma und den älteren Damen unserer Bekanntschaft: kein faltenfrei gebügeltes Tischtuch ohne feinen Blütenduft.
Aber das war einmal!
Nelken in jungen und eleganten Duftkombinationen wurden inzwischen sogar von den großen Marken wiederentdeckt; die Veilchen waren zwar nie so richtig weg und als Puderduft-Spender neben der Iris gern gesehen, aber so ganz wurden sie bisher nicht geschätzt.
Ihre Renaissance begann mit dem äußerst leckeren Veilchensirup, das sogar einfache Süßspeisen und sommerliche Cocktails farbig und aromatisch aufpeppt: das ist wirklich einen Versuch wert!
Und wer von uns Älteren erinnert sich nicht gern an Veilchenpastillen?
Gerade neulich postete meine Duftfreundin Jessica aus Belgien eines dieser kleinen Blechschächtelchen mit kleinen rosa Veilchenpastillen.
Bei Hiram Green nahm man sich dieses Themas an: In „Vivacious“ wurden herrlich-würzige Nelkenaromen und dunkle-samtige Veilchenakkorde wunderbar harmonisch und kein bisschen altmodisch kombiniert.
Auf die unvermeidliche Bergamotten-Frische in der Dufteröffnung folgt dieses zusammengeführte heitere Blütenpracht, an sinnlich duftenden Körperpuder erinnernd.
Ein feine harzig-rauchige Amberhaube schließt diese Komposition ab.
Fast puristisch von der Anzahl der Duftnoten her, zeigt sich „Vicacious“ angenehm lebendig und statt bieder, wie vielleicht erwartet, heiter und modern, in einer Vielzahl rosa und violett flimmernder Farb- und Duftmosaiksteinchen, die wie in einem Kaleidoskop erfreuen.
Die Renaissance zweier Düfte – das könnte fast ein Romantitel sein – ist hier sehr gut gelungen und ein nicht alltäglicher, völlig altersloser Blumenduft begleitet angenehm beschwingt durch den Frühling und vielleicht sogar länger.
Möglich ist hier alles; es kommt nur auf einen Versuch an!
13 Antworten


Wieder eine wunderbare Duftbeschreibung und Rezension, wie immer so lebendig von dir geschrieben.
Die Kombination Nelke und Veilchen kenne ich noch nicht, klingt aber schön.
Manchmal ist gerade das puristische bei Düften, das non plus ultra.
Die Duftnoten jedenfalls gefallen mir sehr, genauso wie Deine (lebhaften) Beschreibungen dazu.
Ich nicht, ich aß früher nur Unmengen von Rosenöl-Presslingen.
Danke fürs Lesen und liebe Grüße!