Mit Schaudern denke ich zurück an meine Drogistenprüfung und vor allem die Zeit davor. 220 Heilpflanzen mussten wir erkennen, bestimmen, und lateinische Bezeichnung, Stammpflanze, Familie, Verwendung, Wirkungsweise, Inhaltsstoffe und Anwendung herunterrasseln können. 10 kamen in der Prüfung dran. Was habe ich gebüffelt! Und so geht es mir heute noch so, dass mir im Hirnkastel eine Schublade mit der Darstellung von Heil- und Gewürzpflanzen aufspringt, wenn ich an eine der Pflanzen denke. Und wenn ich die Pyramide lese, dann würde ich erst mal eher etwas Verdauungsförderndes, zumindest einen Kräuterlikör erwarten und nicht ein Parfum.
Etwas streng kommt Piper Nigrum auch daher, auch wenn der schwarze Pfeffer für mein Empfinden gar nicht die Hauptrolle spielt, da erkenne ich erst mal eine gehörige Menge Menthae piperitae, also die Pfefferminze und nicht zu überriechen ist auch Fructus Anisi und Foeniculi dulcis Fructus. Anis und Fenchel erinnern mich auch in diesem Duft ein bisschen an Babytee gegen Blähungen. Myristica officinalis hält sich gottlob zurück, denn Muskat passt für meinen Geschmack eher ins Kartoffelpürree als in ein Parfum und auch Origanum vulgare ist mir in der Pastasosse lieber als im Flakon.
Wenn man den Ausflug in die Drogerie überstanden hat, zeigt sich allerdings eine wunderschöne Basis, bei der die Wärme des Ambers durch die aromatischen Harze veredelt wird. Jetzt gefällt mir Piper Nigrum ausnehmend gut. Nun fängt der Duft direkt an zu leuchten und ein Hauch von Orient umweht mein Handgelenk.
Unterm Strich ist der Duft für mich eine amüsante Geruchserfahrung mit Erinnerungswert. Als Parfum würde ich ihn mir aber nicht zulegen wollen. Da hätte der Auftakt weniger küchen- bzw. heilkräuterwürzig ausfallen müssen.