Marescialla Santa Maria Novella 1828
27
Top Rezension
Zweifelhaft
Immer wieder bringt mich das hier abgebildete Maß an Verbreitung von, und Aufmerksamkeit für einen Duft durch Kommentare, Statements und die Anzahl der Benutzer zum nachdenken und verzweifeln. Ich weiß, es ist absolut sinnfrei die eigene Empfindung als Maßstab an andere anzulegen. Und dennoch komm ich auch hier nicht darüber hinweg, dass sieben Besitzern so wenig Kommentare, Statements und sogar Bewertungen gegenüberstehen.
Doch irgendwie spiegelt das auch die Eigenartigkeit dieses Duftes wieder. Als ich vor einigen Monaten davon eine Abfüllung als Beigabe geschenkt bekommen habe wusste ich anfangs nicht, ob ich mich freuen oder ärgern sollte. Nicht über die Geste, sondern über das Parfüm an sich. Es war und ist bis heute ein einzigartiger Duft, zu dem ich nicht einmal einen Verwandten vierten Grades, geschweige denn einen Duftzwilling benennen könnte.
Als Kinder verbrachten wir ein paarmal im Jahr einige Tage bei meiner ca. 40 Kilometer entfernt lebenden Großmutter. Sie bewohnte ein altes Bauernhaus, das nach dem Tod ihres Mannes, meinem Empfinden nach, nicht mehr nennenswert modernisiert wurde. Wir Kinder schliefen immer in einer kleinen Kammer am Ende des Ganges im Obergeschoß. Darin befanden sich alte Möbel aus den 1950er Jahren, und auch noch älter. Keine Tapeten an der Wand und ein grau melierter Linoleum-Boden rahmten das für uns Kinder recht merkwürdige "Ambiente" ein. Es gab weder Dämmung noch Heizung und daher war der Raum eher feucht und auch etwas modrig. Der Geruch dieses Raumes, mit all seiner tristen bis morbiden Ausstrahlung, ist das Einzige was für mich auch nur annähernd in die Richtung von Marescialla geht.
Folglich war ich nach der ersten Probe geschockt! Wie kam das zustande und wer füllt so was in Flaschen? Das Empfinden lag zwischen Anwiderung und Faszination. Einige Wochen später fasste ich mir ein Herz und machte einen großzügigen Tagestest. Tatsächlich war diesmal meine Nase gefasster und das Pendel schlug eher in Richtung "fasziniert" aus. Hätte ich jedoch diese Assoziation aus meiner Kindheit nicht gehabt, so wäre die Abfüllung schon längst ausgesondert worden.
Nun steht hier vor mir schließlich ein Flakon mit Marescialla. Als ich am Zerstäuber roch, dachte ich zuerst, er sei gekippt. Wie Beize. Lösemittel mit scharfer Fruchtigkeit und dabei auch etwas kunststoffiges. Erst der Vergleich mit der Abfüllung bestätigte, mein Gedächtnis hat mir einen Streich gespielt, denn beide sind identisch.
Ich weiß nicht was der will und was das soll. Und ich bin völlig überrascht, dass es noch mindestens sechs andere Menschen auf diesem Erdball gibt, die entweder auch fasziniert, oder gar angezogen von so einem Duft sind. Tatsächlich handelt es sich beim Produzenten um eine Klosterapotheke. Und das macht nun schon wieder mehr Sinn für mich. Es könnte sich a) um eine Einreibung gegen Erkältung und/oder muskuläre Probleme oder b) einen beinahe bitteren, mit etwas Frucht versetzten medizinischen (Husten-)Saft handeln.
Als ich ihn vor ein paar Tagen beim Sport getragen habe, wurde mir unaufgefordert attestiert, dass ich heute besonders stark nach frisch gewaschener Wäsche duften würde. Ich war an diesem Tag auf viel (Kritik) gefasst, aber das gab mir den Rest!
Entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten kann ich hier nicht mit ruhigem Gewissen eine Empfehlung aussprechen. Ich hab da überhaupt keine Zielgruppe vor Augen und bleibe ratlos mit dem Flakon zurück. Keine Ahnung, ob ich den jemals wieder auflegen werde. Aber hergeben kann ich ihn auch nicht.
Der Flakon kommt in einer kleinen Box mit Deckel und separatem, aufschraubbarem Zerstäuber, was ich an sich (z. B. zum Zwecke der Abfüllung) sehr schätze. Allerdings passt er mit aufgeschraubtem Zerstäuber in diese Umverpackung um wenige Millimeter nicht mehr rein, was einfach undurchdacht und doof ist. Der Zerstäuber hat eine große Fördermenge und funktioniert durchschnittlich gut. Die Flakons sind übrigens einheitlich bedruckt. Lediglich ein kleiner Aufkleber auf der Rückseite trägt den Namen des Inhalts. In diesem Fall hat der Flakon einen goldgelben Inhalt, wie auf dem untenstehenden Foto von TomLavender zu sehen. Das macht ihn für mich nochmal um ein halbes Promill attraktiver. Wenn er so milchtig-cremig aussehen würde wie oben abgebildet, dann hätte ich mich mutmaßlich übergeben müssen.
Doch irgendwie spiegelt das auch die Eigenartigkeit dieses Duftes wieder. Als ich vor einigen Monaten davon eine Abfüllung als Beigabe geschenkt bekommen habe wusste ich anfangs nicht, ob ich mich freuen oder ärgern sollte. Nicht über die Geste, sondern über das Parfüm an sich. Es war und ist bis heute ein einzigartiger Duft, zu dem ich nicht einmal einen Verwandten vierten Grades, geschweige denn einen Duftzwilling benennen könnte.
Als Kinder verbrachten wir ein paarmal im Jahr einige Tage bei meiner ca. 40 Kilometer entfernt lebenden Großmutter. Sie bewohnte ein altes Bauernhaus, das nach dem Tod ihres Mannes, meinem Empfinden nach, nicht mehr nennenswert modernisiert wurde. Wir Kinder schliefen immer in einer kleinen Kammer am Ende des Ganges im Obergeschoß. Darin befanden sich alte Möbel aus den 1950er Jahren, und auch noch älter. Keine Tapeten an der Wand und ein grau melierter Linoleum-Boden rahmten das für uns Kinder recht merkwürdige "Ambiente" ein. Es gab weder Dämmung noch Heizung und daher war der Raum eher feucht und auch etwas modrig. Der Geruch dieses Raumes, mit all seiner tristen bis morbiden Ausstrahlung, ist das Einzige was für mich auch nur annähernd in die Richtung von Marescialla geht.
Folglich war ich nach der ersten Probe geschockt! Wie kam das zustande und wer füllt so was in Flaschen? Das Empfinden lag zwischen Anwiderung und Faszination. Einige Wochen später fasste ich mir ein Herz und machte einen großzügigen Tagestest. Tatsächlich war diesmal meine Nase gefasster und das Pendel schlug eher in Richtung "fasziniert" aus. Hätte ich jedoch diese Assoziation aus meiner Kindheit nicht gehabt, so wäre die Abfüllung schon längst ausgesondert worden.
Nun steht hier vor mir schließlich ein Flakon mit Marescialla. Als ich am Zerstäuber roch, dachte ich zuerst, er sei gekippt. Wie Beize. Lösemittel mit scharfer Fruchtigkeit und dabei auch etwas kunststoffiges. Erst der Vergleich mit der Abfüllung bestätigte, mein Gedächtnis hat mir einen Streich gespielt, denn beide sind identisch.
Ich weiß nicht was der will und was das soll. Und ich bin völlig überrascht, dass es noch mindestens sechs andere Menschen auf diesem Erdball gibt, die entweder auch fasziniert, oder gar angezogen von so einem Duft sind. Tatsächlich handelt es sich beim Produzenten um eine Klosterapotheke. Und das macht nun schon wieder mehr Sinn für mich. Es könnte sich a) um eine Einreibung gegen Erkältung und/oder muskuläre Probleme oder b) einen beinahe bitteren, mit etwas Frucht versetzten medizinischen (Husten-)Saft handeln.
Als ich ihn vor ein paar Tagen beim Sport getragen habe, wurde mir unaufgefordert attestiert, dass ich heute besonders stark nach frisch gewaschener Wäsche duften würde. Ich war an diesem Tag auf viel (Kritik) gefasst, aber das gab mir den Rest!
Entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten kann ich hier nicht mit ruhigem Gewissen eine Empfehlung aussprechen. Ich hab da überhaupt keine Zielgruppe vor Augen und bleibe ratlos mit dem Flakon zurück. Keine Ahnung, ob ich den jemals wieder auflegen werde. Aber hergeben kann ich ihn auch nicht.
Der Flakon kommt in einer kleinen Box mit Deckel und separatem, aufschraubbarem Zerstäuber, was ich an sich (z. B. zum Zwecke der Abfüllung) sehr schätze. Allerdings passt er mit aufgeschraubtem Zerstäuber in diese Umverpackung um wenige Millimeter nicht mehr rein, was einfach undurchdacht und doof ist. Der Zerstäuber hat eine große Fördermenge und funktioniert durchschnittlich gut. Die Flakons sind übrigens einheitlich bedruckt. Lediglich ein kleiner Aufkleber auf der Rückseite trägt den Namen des Inhalts. In diesem Fall hat der Flakon einen goldgelben Inhalt, wie auf dem untenstehenden Foto von TomLavender zu sehen. Das macht ihn für mich nochmal um ein halbes Promill attraktiver. Wenn er so milchtig-cremig aussehen würde wie oben abgebildet, dann hätte ich mich mutmaßlich übergeben müssen.
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