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8.3 / 10 36 Bewertungen
Ein beliebtes Parfum von St. Clair Scents für Damen und Herren, erschienen im Jahr 2019. Der Duft ist blumig-chypre. Die Haltbarkeit ist überdurchschnittlich. Es wird noch produziert.
Aussprache Vergleich
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Duftrichtung

Blumig
Chypre
Fruchtig
Würzig
Harzig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
ApfelApfel BergamotteBergamotte rote Mandarinerote Mandarine TomatenblattTomatenblatt ZitronatzitroneZitronatzitrone
Herznote Herznote
FliederFlieder Ylang-YlangYlang-Ylang bulgarische Rose Absoluebulgarische Rose Absolue IrisbutterIrisbutter türkische Rose Absoluetürkische Rose Absolue Jasmin-SambacJasmin-Sambac MöhrensamenMöhrensamen
Basisnote Basisnote
MoschusMoschus EichenmoosEichenmoos LabdanumLabdanum Opoponax AbsolueOpoponax Absolue TonkabohneTonkabohne VetiverVetiver HölzerHölzer

Parfümeur & kreative Köpfe

Bewertungen
Duft
8.336 Bewertungen
Haltbarkeit
8.231 Bewertungen
Sillage
7.632 Bewertungen
Flakon
7.821 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
6.910 Bewertungen
Eingetragen von Maggy4u · letzte Aktualisierung am 13.08.2025.
Quellenbasiert & geprüft
Wissenswertes
Der Duft ist Teil der "Audacious Innocence Perfume Collection". Er soll vom gleichnamigen Gemälde des englischen Malers John William Waterhouse inspiriert worden sein.

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Womit der Duft vergleichbar ist

Rezensionen

2 ausführliche Duftbeschreibungen
9Duft 9Haltbarkeit 8Sillage
Skydiver19

56 Rezensionen
Skydiver19
Skydiver19
Hilfreiche Rezension 7  
Pandora, Eva und eine App
Zur Pandora-Mythologie gibt es mehrere antike Versionen sowie eine spätere aus der Renaissance, wo Parallelen vom Pandora-Mythos zum biblischen Sündenfall von Adam und Eva gezogen werden.
Demnach soll Eva als geistiger Archetypus den Sündenfall provoziert haben, so lautet die bis heute verbreitete Lesart. Dabei hat sie uns mit der Frucht vom Baum der Erkenntnis lediglich eine 'Geist-App' ausgehändigt. Vermutlich auf Anweisung der Schöpfungsebene ganz oben, da diese den Menschen doch mit Geist auszustatten und über die animalische Ebene hinaus zu heben gedachte. Die Risiken und Nebenwirkungen ahnend, dürfte es von oben auch Warnungen dazu gegeben haben, und vielleicht sind diese als Verbote verstanden worden - wie auch immer. Eva erlitt in den religiösen Erzählungen als Überbringerin der Erkenntnisfähigkeit ein Schicksal, das an Hiob erinnern mag.

Sünde ist sinnverwandt mit Absonderung, und die überbrachte Denk-App hat unsere Seele aus der allverbundenen Einheit ins Irdische purzeln lassen. Weil Denken ohne Absonderung aus einem ungeteilten Ganzen einfach nicht funktioniert. Es braucht Unterscheidbares, gegeneinander klar Abgegrenztes, um sich einen 'Begriff' machen zu können.
Bei Pandora heißt diese App 'Büchse', und warum sie soviel Unheil über die Menschheit bringt, möchten meine bohrenden Gedanken gerne herausfinden.

Jetzt hat der irdische Mensch also eine App zum Erkennen und Denken. Hierdurch ist er in der Lage, sich selbst und seine Sterblichkeit zu wissen. Und erfährt dadurch eine tiefe Verunsicherung. Schöne Bescherung, das Ganze. Der Preis für dieses Wissen ist hoch, zu zahlen mit Jahrtausende langem Leid und Verirrung.
Indes hat der Mensch nur eine Basis-Version der Denk-App erhalten, die er selbst weiterentwickeln muss. Was er wiederum nicht weiß, das Manual wurde nicht mitgeliefert.

Wie funktioniert nun diese Basis-Version? - Gehen wir zurück in die Zeit, als Menschen das Denken 'entdeckten'. Die Matrix, in der sich die Algorithmen entwickelt haben, sind Überlebens- und Reproduktionsvorteile, die von der Evolution mit einer positiven Selektion belohnt wurden.
Kurz: Charaktere, die zum eigenen Vorteil denken und handeln, setzen sich in der Evolution durch und vererben diese Anlagen weiter.

Das mentale Denken mit seinem Bewerten von Dingen und Handlungen dient also im ersten Impuls dem eigenen Vorteil. Diese Denkimpulse steigen in uns auf - automatisch und unbewusst; denn das Denken an sich benötigt kein Bewusstsein.
Im Kopf werden dann die aufsteigenden Gedanken um einen Sekundenbruchteil umdatiert, so dass das mentale Ich den Eindruck gewinnt, es sei selbst der Autor seiner Gedanken. Es hält sich somit für ein vollkommen autarkes Wesen - eines seiner größten Irrtümer.
Seit den 1970er Jahren weiß man es besser: Wir können nicht Denken und Wollen, was wir wollen. Wir haben lediglich ein Vetorecht. Aber immerhin, denn damit können wir die automatisch aufsteigenden Inhalte verwerfen und neue aufsteigen lassen, bis wir mit ihnen einverstanden sind. Dieser Prozess des Beobachtens der eigenen Denk- und Urteilsprozesse setzt allerdings Bewusstsein voraus. Also nicht das Denken, sondern erst das Nach-Denken benötigt Bewusstsein.

Und jetzt die eigentliche Krux. In seiner Abgegrenztheit und Verunsicherung aufgrund seines Wissens um seine Sterblichkeit sieht sich der Mensch alleine zuständig für sein Wohl und Wehe. Das heißt: Kontrolle muss her! Dieser Kontrollzwang wiederum bringt einen bunten Strauß an instinktiven Denkfehlern hervor. Hier ein paar Beispiele:

- um ein Gefühl von Kontrolle zu behalten, werden fix Kausalitäten aus dem vordergründigen Anschein erstellt (wie bei Hiob)
- Fremdes entzieht sich der Kontrolle, wird grundsätzlich als Bedrohung empfunden
- Misstrauen und Feindseligkeit schützen präventiv vor bösen Überraschungen, eine Welt des Gegeneinanders entsteht
- ein Gefühl von Ohnmacht gegenüber höherer Gewalt oder Vorsehung wäre maximaler Stress für den inneren Kontrolleur, es müssen Schuldige ausgemacht werden ( z.B. Pandora und Eva)
- Zweifeln am eigenen Denken und Handeln verunsichert und kann existenzielle Ängste verursachen, das führt zu Verdrängung, Selbstüberschätzung, Rechthaberei und schließlich zu Kriegen der 'richtigen Meinungen', im Kleinen wie im Großen
- gesteigerte Kontrolle = Macht, besonders beliebt bei einem Teil der männlichen Menschheit; denn Herrschen und Beherrschen steigert Reproduktionschancen, und außerdem:
- Überlegenheitsdenken setzt das Libidohormon Testosteron frei, ist also 'geil', auch bei Frauen

Diese Denk- und Handlungsmuster laufen automatisch ab, vor allem in Stresssituationen.
Eine üble Gemengelage, aus dem das Basis-Denken nicht heraus helfen kann. Es ist auf Buchstaben und Begriffe reduziert und auf das Ausmachen von Akteuren und Schuldigen ausgerichtet, was einen enormen Sprengstoff birgt.
Nur mal ein Beispiel: Heilige Schriften werden nicht sinnbildlich, sondern wörtlich verstanden und rechthaberisch verteidigt. Und das ist der Stoff für brutale 'Heilige' Kriege, die über Jahrtausende hinweg Elend und Tod über die Menschen brachten - und in modifizierter Form bis heute noch bringen.

Nach all diesen Überlegungen scheint mir das menschliche Denken selbst die 'Büchse der Pandora' zu sein. Die, wenn sie unbedacht, sprich unbewusst, geöffnet wird, Unheil über die Menschheit bringt.
Doch sie enthält auch Hoffnung. Und die scheint für mich darin zu bestehen, dass wir unser Denken BEWUSST weiterentwickeln. Indem wir unseren Fokus nicht mehr nur auf Trennendes richten, sondern auch auf Verbindendes. Die Welt wäre eine andere. Eine friedlichere, Gemeimwohl orientierte.

Aber: Wo liegt der Schalter für diesen Switch?
Ein weiteres Geheimnis tut sich auf. Werden wir je alles verstehen? -
Wohl kaum. Hauptsache ist, wir hören nicht mit dem (Hinter-)Fragen auf...
***

Der Duft versprüht Verlockung von der ersten Sekunde an - wie könnte es anders sein?
Die Duftstrecke beginnt mit aromatischer zitrischer Frische, welche die Sinne schärft und aufnahmebereit macht für das Kommende. Und was da kommt, und zwar schon gleich mit den zitischen Noten, sind reichhaltige, hypnotische Blüten. Alles, was man sich an weiblicher Anziehungskraft vorstellen mag - hier kommt es auf mich zu. Tiefgründig, distinguiert, ästhetisch durch den Raum gleitend, kaum fassbar, transparent und präsent.
Gut auszumachen sind unschuldiger Flieder, dunkel rauchiger Ylang-Ylang und satte, natürliche Rosen, die allesamt mit einem großen Selbstverständnis, mit ihrer natürlichen Autorität und ausgewogenen Fülle ihren voluminösen Mantel um mich legen und einhüllen, kraftvoll und achtsam zugleich. Die Welt ist schön, das Frausein ein Traum. Geborgenheit in den Sinnen, in anziehenden Tiefen, unergründlich und dennoch Halt gebend. Braucht es mehr im Leben? Für mich gerade nicht.

Diese Etappe des Duftweges nimmt sich Zeit zum Verwöhnen. Der Körper entspannt, die Seele geglättet in feiner, heller Cremigkeit. Das sinnliche Hoch- und Tief-Schweben findet allmählich Bodenkontakt, lässt sich nieder in hellen Samtmoosen, warm glänzenden Seidenharzen und lieblichen Gräsern. Die gelisteten Hölzer zeigen sich mir nur als ferner Anklang.

Und bei genauem Hinspüren landet der Duft nicht auf dem Boden, sondern vielmehr auf einer süß-ätherischen Wolke. Gebildet aus dem Atem von Mutter Erde, mit ihrem Begehren nach dem Fortleben ihrer vielartigen Kinder.

______

Ganz lieben Dank für diese bezaubernde Duftprobe, liebe ElAttarine
10 Antworten
9Duft 8Haltbarkeit 8Sillage
Marieposa

90 Rezensionen
Marieposa
Marieposa
Top Rezension 44  
Die Sache mit dem Sündenfall
Hast du gewusst, dass ich mich an meine Träume nicht erinnern kann? Und doch überfallen sie mich in der Dunkelheit, legen sich wie schwarze Nebel über meine nächtlichen Gedanken. Sie lassen sich nicht steuern, nicht kontrollieren und obwohl ich weiß, dass sie entschwinden, sobald das Rasen des Herzens abflaut, bin ich nicht naiv genug, sie zu verleugnen.
Auch jetzt will sich mein Herz überschlagen und doch lege ich die bebenden Finger auf den Verschluss des Gefäßes, das sie später, viel später in ihrer Hilflosigkeit eine Büchse nennen werden. Würde ich mich umdrehen, könnte ich beobachten, wie sich deine Augen weiten.
Tausend Gründe werden sie finden, das, was ich tue, kleinzureden. Sie werden mich „unwissend“ nennen mit einem entschuldigenden Kopfschütteln und sich darauf konzentrieren, wie hilflos und schwach ich war, fehlgeleitet aus der Determination meiner Schöpfung heraus.
Du musst gesehen haben, wie sich meine Kiefer anspannen, könntest gar erraten wie die Wut der Überzeugung meine Atmung bremst. Ganz ruhig ist meine Hand geworden, als ich das blütenförmige Siegel des Gefäßes breche. Es wäre ein Leichtes, alles in Scherben zu schlagen, und doch werde ich nur den Deckel öffnen. Ruhe und Kraft pulsieren in meinen Venen, als ich mit schier unendlicher Anstrengung und tiefster Überzeugung das Unvermeidliche grüne Leuchten aus seinem Käfig befreie, meine eigene Sicherheit, den Komfort und den Wohlstand opfere und als Erste von allen den Schmerz zu kosten bekomme, den es mit sich bringt, das Richtige zu tun.
Von den Übeln, die ich entfesselt habe, werden sie noch in Jahrtausenden sprechen. Von meinem Ungehorsam, meiner Schwäche und meiner Neugier. Das Aufleuchten der Hoffnung und der Erkenntnis in dem Moment, als ich die Büchse öffnete, werden sie dagegen in ihrem Dünkel übergehen, genau wie die Kraft, mit welcher ich all dies getragen habe.
Aber du verstehst den Mut, den es kostet, so tief in den Spiegel auf der anderen Seite des Gefäßes zu blicken. Denn nichts anderes war in seinem Inneren gebunden als wir selbst.
Ab sofort werde ich mich an meine Träume erinnern.

**

Blind getestet hätte ich St. Clairs Pandora bestimmt als dunkelblumigen Galbanum-Chypre aus den 1970er-Jahren klassifiziert und ich muss zugeben, dass mir die kleine Phiole, die ich schon seit über einem Jahr immer wieder beschnuppere und nun seit Tagen sparsam trage, jede Menge Rätsel aufgibt: Normalerweise starten Düfte mit helleren, leichteren, frischeren Kopfnoten, um sich langsam immer stärker zu erwärmen und zur Basis hin tendenziell dunkler zu werden. Pandora dagegen begrüßt mich trotz der ausgeprägten Zitrik mit einem dunklen Grundton und einer leicht rauchigen bittergrünen Note, die ich ohne auch nur eine Sekunde zu zweifeln als Galbanum identifiziert hätte, und zwar kein normales Galbanum, sondern leicht angekipptes wie in meinem Vintage-Flakon Chanel No 19, das eine eigenartige Sogwirkung auf mich hat, welche sich bei den intakten Varianten des Duftes nicht einstellt.
Galbanum ist hier aber nicht gelistet und wenn ich mich etwas hilflos an der Pyramide entlanghangele, komme ich zu dem Schluss, dass es eine Mischung aus Tomatenblatt, Vetiver und dem, was hier als Apfel gelistet ist, sein muss, was ich als Galbanum wahrnehme. Zu dieser herb grünen und ungewöhnlich dunklen Kopfnote gesellen sich bald abstrakte indolische Blumen, die ich beim besten Willen nicht einzeln herauszuriechen vermag, bevor eine eher buttrige als pudrige Iris mit Tonkaglanzlichtern den Duft aufhellt.
Auch die zunächst so chypretypische Basis mit eher herbem, ledrigen Labdanum und sattem Eichenmoos hält Überraschungen bereit, denn plötzlich nehme ich wieder das dunkelgrüne Galbanumleuchten aus der Kopfnote wahr.
Pandora ist nicht der einzige Duft des Hauses, der mich begeistert und verblüfft, und einmal mehr kann ich es kaum glauben, dass Diane St. Clair Autodidaktin ist. Dieser überraschende Duftverlauf ist wirklich einzigartig und bringt den Eindruck, einen wohlproportionierten Klassiker unter der Nase zu haben, nicht ins Wanken. Ganz im Gegenteil sogar. Diese Mischung aus Indie-Wagemut und klassischem Rückgrat findet man leider viel zu selten.
Pandora wurde zusammen mit ihrem Schwesterduft Eve , den ich leider nicht kenne, in der Audacious Innocence-Kollektion veröffentlicht: „The stories of Pandora and Eve, who reached for the forbidden apple, have much in common. Both came to symbolize women who were punished for disobeying orders and acting on their impulses towards curiosity. We believe that women who challenge the rules and follow their curiosity are striving towards creativity, innovation and independence.“ Heißt es auf der Homepage. Halleluja! An und für sich habe ich diesem Gedanken nicht viel hinzuzufügen und doch muss ich in Bezug auf St. Clairs Pandora ein kleines bisschen widersprechen: Impulsiv und unschuldig ist in meiner Wahrnehmung nämlich überhaupt nichts an Pandora. Was ich hier rieche, passt zu einer gestandenen Frau, die ganz genau weiß, was sie tut, und die sich nicht davor scheut, in vollstem Bewusstsein unbequem zu werden, wenn es notwendig ist.

Liebe Gandix, du hast mir eine riesengroße Freude mit diesem kostbaren Pröbchen gemacht. Danke!
36 Antworten

Statements

18 kurze Meinungen zum Parfum
51
48
Nach der Apfelernte
Flirren schwere Blüten
Herb-streng
Durch moosige Schauer
Taubenetze Dunkelrosen
Kraftvoll wankend
Im Chypre-Klang...
48 Antworten
45
52
Knackiges Apfelgrün
& spritzige Zitrus
Opulent süßliche Blüten
Buttrig-dicht & puderbestäubt Moosige Seifenblasen auf
Weichen Harzen
52 Antworten
45
40
Aus Pandoras Box leuchten
Herbgrüne Augen
Grimmige Blüten
Erdige Schlangen
Die bittere Tränen
Aus Harzen weinen
Seifenspuren
An Moosrinden
40 Antworten
35
37
Ein hauptsächlich von Blumen & Moschus dominierter Duft, der durch Seife, Puder, Creme & Süße anstrengender nicht sein könnte.
37 Antworten
33
26
Schwerer, opulenter Duft nah am Florientalen mit viel Harz, deftigem Eichenmoos und einem komplexen Blütenbouquet. Der trägt dick auf.
26 Antworten
Weitere Statements

Diagramm

So ordnet die Community den Duft ein.
Torten Radar

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