
JeanMarc
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JeanMarc
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Eine Schönheit unter tiefen Harzen
Eigentlich hätte Oud Ibento den Namen Apurikotto Noir verdient, aber da es sich um ein Eventrelease handelt, blieb es bei diesem Namen. Ich finde diesen Duft thematisch sehr interessant und teile hier meine Abendgedanken mit euch.
Oud Ibento wurde von Marius für das gleichnamige Event damals in München entwickelt und da davon nur wenige Exemplare produziert wurden, kennen ihn auch nur die Wenigsten.
Um Oud Ibento zu verstehen beginne am Besten bei dem Duft Apurikotto Extrait de Parfum den viele von euch wahrscheinlich kennen. Er erschien in drei Auflagen und Oud Ibento ist im Grunde das Gegenstück dazu. Wenn Apurikotto der Himmel ist, dann ist Oud Ibento die Unterwelt – nicht von der Qualität her, sondern vom Charakter.
Beide Düfte vereinen Oud mit Aprikose. Apurikotto ist hell, freundlich, fruchtig und transparent. Oud Ibento hingegen ist eine dunkle, schwarz-umhüllte Schönheit...geheimnisvoll, pulsierend, die einen in den Bann zieht und gleichzeitig wenig Preis gibt. Das Duft scheint zu sagen: Ich weis etwas, was du nicht weißt.
Er erinnert mich an eine Probe von rohem Oud Harzes, die ich einmal von Ensar bekommen habe. Dieser tiefe, rauchige, schwarze Oud-Charakter ist hier der Inbegriff. Der Duft wirkt manchmal schon erstickend, erdrückend, dicht und einehmend...gerade am Anfang, bis man sich irgendwann daran gewöhnt hat. Er ist voller blubbernder, schwarzer Harze. Ein pechschwarzer Sud von balsamischer Natur.
Dieser tiefdunkle Charakter wird permanent von einer wunderschönen vollmundigen Aprikose begleitet. Sie bleibt im Hintergrund, aber immer dicht hinter der omnipräsenten Oud-front. Der Duft ist dabei nie süß, was ihn für mich besonders attraktiv macht. Er ist eher herbfruchtig, wobei die Frucht immer wieder blitzartig durchscheint.
Er bringt mir folgendes Bild in den Kopf:
Eine schlafende Schönheit um die sich schwarzer Schatten legt, der sie einnimmt. Sie versucht stehts zu entkommen, allerdings gelingt ihr das nicht. Beide kämpfen um die Kontrolle des Anderen. So in etwa ist des Spiel zwischen Aprikose und Oud. Dem Machtspiel schließt sich irgendwann der Tabak an, welcher mit seiner herben-holzigen Würze beide unterstützt. Eine leichte Mineralik der Ambra ist erkennbar.
Dieser Duft hat für mich eine sehr tiefgehende Wirkung. Er ist vielleicht einer der rohesten harzigsten Oud-Düfte, die mir bislang begegnet sind.
Aktualisiert am 18.01.2026 - 04:45 Uhr
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Ambra
Aprikose
Harze
kambodschanisches Oud
Tabak
Smellspezial







































