Altruismus

Altruismus

Rezensionen
6 - 10 von 43
die frische Rosen/Oud Kombi
About Florence startet frisch-rosig, leider mehr Rose als Pfingstrose, denn dazu fehlt der herbe Einschlag der Pfingstrose. Die frisch säuerliche Bergamotte dominiert zwar anfangs, zieht sich aber schnell in den Hintergrund zurück. Das Patchouli liefert deutlich den erdig-würzigen Gegenpart.
Die Melange erinnert mich durch das würzige Patch, welches sich bei mir irgendwie auch dezent rauchig, aber deutlich entwickelt, an eine frische Rose/Oud Kombi. Der recht frische Start bekommt somit ein paar dunklere Nuancen.
Nicht desto Trotz ist es ein gefälliger und angenehmer Tagesbegleiter. Mit einer Haltbarkeit von 3-4h bei moderater Silage.
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Altruismus vor 7 Jahren 5 1
3 L'Impératrice kleine Schwester
Es ist für mich immer wieder faszinierend, wenn man Blindkäufe auf Grund der Duftpyramide tätigt, weil man sich vorstellt wie es duften könnte und man im Endeffekt doch wieder überrascht wird, was einem tatsächlich so in die Nase steigt. So auch hier bei David Yurmans "Delicate Essence". Die Duftnote der Lotusblüte dürfte den meisten aus der Elisabeth Arden "Green Tea"-Serie bekannt sein. So verwundert es nicht , das der dominante frisch, fruchtig-säuerlich, wässrige Auftakt auch hier von der Lotusblüte stammt. Interessant finde ich hier den Einschlag des Pfeffers welcher gegensätzlich der Erwartung nichts an Schärfe oder Würze beisteuert, sondern mit dem Lotus eher eine zitrisch anmutende Melange eingeht.
Zum Glück kann ich die Orangenblüte mit ihrer meist stickig-schwülstigen Note nicht wahrnehmen.
Zum zitrisch floralen Auftakt gesellt sich schnell eine zart liebliche Rosennote, welche durch die herb-frischen Anteile der Pfingstrose deutlich die Kopfnote stützt.
Dieses frische Arrangement hält sich ca. 2h bis es langsam in die cremig weich ambrierte Basis abdriftet und dort nach ca. 4h gefällig ausklingt.
Der ganze Duftverlauf erinnert mich doch irgendwie an D&G "3 L'Impératrice". Parallelen lassen sich vor allem beim fruchtig-säuerlichen Auftakt finden. Schwestern im Geiste. :)
Hier und da mag ggf. ein wenig Synthetik aufblitzen, was mich aber nicht weiter stört.
David Yurman ist mit "Delicate Essence" sicherlich kein großer Wurf gelungen, aber ein gefälliger Sommerbegleiter allemal.
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der Garten
Die Interpretation eines Gartens hat Miller Harris recht eigen ausgelegt. Wo man auf Grund des Namens opulente Blumigkeit erwartet wird man schnell eines Besseren belehrt.
Nach dem Aufspühen stellt sich sofort die spritzige säuerliche Frische der Hesperiden ein, mit leicht fruchtiger Süße duch Birne und Pfirsich. Hier erzeugt sich auch der angenehme Frische Effekt welcher den Duft luftig wirken lässt.
Gegensätzlich zeigt sich allerdings sehr schnell die Herznote welche undefiniert erscheint. Ein Wirrwarr aus Rose, Jasmin, Tuberose und Vanille schneidet dem anfänglich frischen Duft regelrecht die Luft ab. Dazu gesellt sich auch noch sehr schnell eine dumpf pudrig wirkende Note aus der Basis. Das erdige Patchouli, Moos und pudrige Iris geben hier deutliche Signale in die Herznote. Einerseits bremst das deutlich den blumigen Auftrieb der Herznote, andererseits missfällt mir der dumpfe Einschlag. Ein wirklicher Kontrast.
Moos,Patchouli und Iris geben jedenfalls deutlich den Ton an, auch wenn die Frucht und Blume der Kopf-/Herznote nach wie vor im Hintergrund zu vernehmen sind, wirkt alles irgendwie gebremst.
War es Absicht von Miller Harris dem Ganzen sozusagen Facettenreichtum zu geben oder wollte man sich nur von den 08/15 blumigen Düften unterscheiden? Wollte man die ganze Bandbreite der Gartendüfte einfangen, dann wäre es für mich hier nicht gelungen.
Durch die deutlichen Spieler Patchouli, Moos und Iris hat es die Basis schwer weitere Nuancen beizusteuern. Amber und Moschus verlieren sich hier fast in der Übermacht ihrer Kollegen. Spuren kann man wohl wahrnehmen, diese gestalten die Basis ausklingend weich.
Wie dem auch sei, der Duft wird polarisieren.
Aber vielleicht ist es gerade der Kontrast, welcher den Duft von der Masse abhebt und interessant macht?!
Die Haltbarkeit liegt bei 4-5 h die Silage ist mittelmäßig. Hautnah ist der Duft natürlich länger vorhanden.
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Altruismus vor 7 Jahren 2 1
Garçon Libre
Kennt Ihr das? Wenn man gerade in einen Friseursalon reinkommt? Der eigenwillige Duft von Haarspray, Shampoo, Spülung, Chemie und frischen Haartonikum? Ja? Denn so ähnlich startet LPDOs neues Kind "Garçon Libre". Dieser erste Eindruck, natürlich frei interpretiert, schoss mir nach dem Aufsprühen durch den Kopf. Ein sonderbarer Auftakt, ein überbordendes Wirrwar an synthetischen Duftstoffen flutet die Nase und lässt mich erstmal ratlos zurück. OK, geben wir GL etwas Zeit.....
Nach ca. 10 Min. beginnt sich das Wirrwar zu strukturieren. Man erkennt wo die Reise hingehen soll:
Ich lehne mich jetzt einmal aus dem Fenster und behaupte hier die Hugo Boss DNA (die Feldflasche seit 1995) zu erkennen. Die Anleihen die sich LPDO genommen hat, um diesen Klassiker neu zu interpretieren sind für mich recht eindeutig. Nicht falsch versehen, es handelt sich hier nicht zwingend um einen Dupe, aber die frisch-würzige bzw. aromatisch-grüne Duftrichtung ist die Gleiche.
Ich erspare mir somit einmal das runterbeten der Duftpyramide. ;) Sicherlich nuanciert GL hier und da.
Ich denke jedoch, wer Hugo Boss kennt und mag, wir mit "Garçon Libre" auch seine Freude haben.
Ein Alltags- und Büroduft mit ordentlicher Haltbarkeit von ca. 8h und moderater Silage (wenn man den anfänglichen Krawall einmal ausblendet).
Die Hugo Boss Werbung von 1995 mit Model Werner Schreyer (Youtube is your friend :)) passt übrigens hervorragend zu LPDOs gewählten Parfümnamen "Garçon Libre" - die damalige Botschaft "seinen eigenen Kopf zu haben, eigenen Ideen zu verwirklichen" sozusagen weg vom Establishment.

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Bester Moschusduft
Ich hatte mir ein Probepack von Carament Belle geordert und dieser Duft stach positiv hervor.
Der Duft ist in seiner Gesamtheit von Anfang an präsent. Die sinnliche-warme Melange aus warmen Amber, weißen Blüten, cremig-weichem Moschus und dezent eingewobenen animalischen Noten mit einem Schuss Iris Puder ergeben einen traumhaft weichen Skin-Moschus-Duft der sehr anziehend und äußerst sexy wirkt. Die Duftbestandteile sind alle wunderbar perfekt ineinander verwoben und abgestimmt. Musc stellt keinen Vergleich zu den plumpen 08/15 Moschus-Düften dar, die einem bei diversen Drogerien über den Weg laufen. Bei Musc merkt man, das sich jemand Gedanken gemacht hat, den Moschus in seiner schönsten Form zu präsentieren. Der Duft ist zwar nicht hoch komplex oder extrem vielschichtig, aber das muss er auch nicht. In seiner geradlinigen Einfachheit liegt der Zauber. Moderate Silage sowie Haltbarkeit von 4-5h, auf Kleidung deutlich länger. Hervorragend komponierte Leidenschaft für beide Geschlechter tragbar. Für mich derzeit einer der besten Moschusdüfte.
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