Annenas
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Carotte Terreuse Noir
Oder auch die erdige Karotte in Schwarz. Mein französisch ist noch aus Schulzeiten und war schon damals nicht besonders gepflegt. Aber für Encre Noir reicht es noch: schwarze Tinte. Vielgeliebt, vieldiskutiert und eigentlich völlig überflüssig, meine Meinung noch dazu abzugeben, oder?
Aber wie auch im Französischunterricht kann ich natürlich meine Klappe nicht halten. Encre Noir riecht für mich frisch auf der Haut wie Karotten, die gerade aus der feuchten Erde gezogen wurden. Samt Grün und Erdresten halte ich das knackige Gemüse in der Hand und schnuppere kräftig an der Mischung, die mir in die Nase steigt. Tiefe Erdtöne treffen auf etwas spritzig-saftiges, Das sind dann wohl Zypresse und Vetiverylacetat.
Im Drydown kommt eine sanfte Süße hinzu, der Duft wird tiefer, holziger und ich nehme mehr Zypresse wahr. Die Sillage und Perfomance dieses Duftes sind großartig, nicht nur für den hochgelobten Preis.
Um die fünfte Stunde herum bleibt mir ein tiefer, holziger Duft mit einer leichten Frische und viel Vetiver, der sich schmeichlerisch um mich legt und immernoch kräftig abstrahlt. '
Das mal als halbwegs nüchterne Einschätzung. Aber wie finde ich nun Encre Noir tatsächlich? Befremdlich, anders, großartig. Natürlich kommt der Hype irgendwo her, aber ich hatte nicht erwartet, den Duft so gerne zu tragen, wie Ich es tue. Die erdige Karottennote (ich weiß auch nicht, wo die Assoziation herkommt), die Tiefe des Duftes und der saubere, wärmer werdende Verlauf haben mich von der ersten Sekunde an gefangen. Erst war Ich überrascht von der unerwarteten Kopfnote, Vetiverylacetat war mir als Duftnote neu und ich glaube von hier kommt meine Karotte. Dann war ich völlig hin-und weg von der Zypresse und dem süßlichen Bourbon Vetiver. Encre Noir ist wirklich genau so spannend und wundervoll unisex, wie er hier beschrieben wird.
Aber wie auch im Französischunterricht kann ich natürlich meine Klappe nicht halten. Encre Noir riecht für mich frisch auf der Haut wie Karotten, die gerade aus der feuchten Erde gezogen wurden. Samt Grün und Erdresten halte ich das knackige Gemüse in der Hand und schnuppere kräftig an der Mischung, die mir in die Nase steigt. Tiefe Erdtöne treffen auf etwas spritzig-saftiges, Das sind dann wohl Zypresse und Vetiverylacetat.
Im Drydown kommt eine sanfte Süße hinzu, der Duft wird tiefer, holziger und ich nehme mehr Zypresse wahr. Die Sillage und Perfomance dieses Duftes sind großartig, nicht nur für den hochgelobten Preis.
Um die fünfte Stunde herum bleibt mir ein tiefer, holziger Duft mit einer leichten Frische und viel Vetiver, der sich schmeichlerisch um mich legt und immernoch kräftig abstrahlt. '
Das mal als halbwegs nüchterne Einschätzung. Aber wie finde ich nun Encre Noir tatsächlich? Befremdlich, anders, großartig. Natürlich kommt der Hype irgendwo her, aber ich hatte nicht erwartet, den Duft so gerne zu tragen, wie Ich es tue. Die erdige Karottennote (ich weiß auch nicht, wo die Assoziation herkommt), die Tiefe des Duftes und der saubere, wärmer werdende Verlauf haben mich von der ersten Sekunde an gefangen. Erst war Ich überrascht von der unerwarteten Kopfnote, Vetiverylacetat war mir als Duftnote neu und ich glaube von hier kommt meine Karotte. Dann war ich völlig hin-und weg von der Zypresse und dem süßlichen Bourbon Vetiver. Encre Noir ist wirklich genau so spannend und wundervoll unisex, wie er hier beschrieben wird.
3 Antworten
Hochpotente Synthetik aus dem Chemieabfall
Blind gekauft, da Zara gerade Düfte im Angebot hat und er quasi nichts kostete. Die Noten versprechen einen cleanen Sauberduft, minimal holzig, hier auf Parfumo als "synthetisch" beschrieben.
Synthetik nehme ich normalerweise als eher moderne Note wahr, etwas stechend in Düften, die dadurch eigenständiget werden. Hier dagegen ist die Synthetik für mich unerträglich und untragbar.
Normalerweise schweige ich einfach über die Düfte, die mir nicht gefallen, aber ich hab auch noch nie so sehr versucht, mir einen Duft wieder abzuwaschen. Ein undefinierbared Gebräu aus - ja, was eigentlich? Keine Spur von Salzigen Noten oder gar Moschus und Sandelholz. Das hier riecht wie das, was man am Ende eines Langen Labortags im Sondermülleimer aus dem Boden kratzt, kurz bevor es ein Loch hineinätzt.
Haltbarkeit und Sillage sind ironischerweise für ein Zaraparfum im höheren Bereich, mir hängt das Zeug auch Stunden später noch unangenehm in der Nase. Aber vielleicht liegt es auch an mir, an meiner Chemie?
Der Flakon ist erst einmal auseinandergefallen und der Sprayer ist eine Katastrophe. So viel dazu. Es tut mir leid, diesen Duft hier gerade so zu verreißen, aber ich bin etwas geschockt...
Synthetik nehme ich normalerweise als eher moderne Note wahr, etwas stechend in Düften, die dadurch eigenständiget werden. Hier dagegen ist die Synthetik für mich unerträglich und untragbar.
Normalerweise schweige ich einfach über die Düfte, die mir nicht gefallen, aber ich hab auch noch nie so sehr versucht, mir einen Duft wieder abzuwaschen. Ein undefinierbared Gebräu aus - ja, was eigentlich? Keine Spur von Salzigen Noten oder gar Moschus und Sandelholz. Das hier riecht wie das, was man am Ende eines Langen Labortags im Sondermülleimer aus dem Boden kratzt, kurz bevor es ein Loch hineinätzt.
Haltbarkeit und Sillage sind ironischerweise für ein Zaraparfum im höheren Bereich, mir hängt das Zeug auch Stunden später noch unangenehm in der Nase. Aber vielleicht liegt es auch an mir, an meiner Chemie?
Der Flakon ist erst einmal auseinandergefallen und der Sprayer ist eine Katastrophe. So viel dazu. Es tut mir leid, diesen Duft hier gerade so zu verreißen, aber ich bin etwas geschockt...
2 Antworten
Salzigerer Donna Rosa Verde
Wer Donna Rosa Verde schon einmal geschnuppert hat, kann sich Rose Saltifolia in etwa vorstellen. Allerdings kommen hier salzige, algige Noten zu den zitrisch-grünen. Aber beginnen wir mal beim Anfang. Mailson Crivelli mausert sich langsam zu einem meiner liebsten Häuser, die Düfte sind fair produziert, wunderschön und nachhaltig verpackt und kommen in simplen, aber gut verarbeiteten Flakons daher.
Rose Saltifolia ist kein typischer, lieblicher Rosenduft, eher ein salzig herber Freshy mit grünen Rosennoten. Während zu Beginn Blutorange und Pfeffer den Duft frisch machen, kommen im Duftverlauf immer mehr Rose und Cashmerancremigkeit zum Vorschein.
Das ist aber auch schon alles, was sich zu diesem Duft sagen lässt, denn es gibt kaum Verlauf. Die Haltbarkeit ist eher mau, aber das schreibe ich der Frische des Parfums zu. Es ist unkompliziert, aber nicht langweilig und einfach eine Ecke anders als klassische Rosendüfte.
Deswegen erinnert er mich auch so an Valentinos Donna Rosa Verde mit seiner grünen Rose und herben Matenote, die mit einer ähnlichen Bitterkeit daherkommen, aber weicher, weniger kantig wirken. Beide trage ich gerne, aber wenn ich wählen müsste, würde ich zu Rose Saltifolia tendieren.
Rose Saltifolia ist kein typischer, lieblicher Rosenduft, eher ein salzig herber Freshy mit grünen Rosennoten. Während zu Beginn Blutorange und Pfeffer den Duft frisch machen, kommen im Duftverlauf immer mehr Rose und Cashmerancremigkeit zum Vorschein.
Das ist aber auch schon alles, was sich zu diesem Duft sagen lässt, denn es gibt kaum Verlauf. Die Haltbarkeit ist eher mau, aber das schreibe ich der Frische des Parfums zu. Es ist unkompliziert, aber nicht langweilig und einfach eine Ecke anders als klassische Rosendüfte.
Deswegen erinnert er mich auch so an Valentinos Donna Rosa Verde mit seiner grünen Rose und herben Matenote, die mit einer ähnlichen Bitterkeit daherkommen, aber weicher, weniger kantig wirken. Beide trage ich gerne, aber wenn ich wählen müsste, würde ich zu Rose Saltifolia tendieren.
Carrot Cake beim Feuer
Lacht nicht, aber heute war es so kalt, dass ich zwischendrin schon etwas Herbst Vibes hatte. Dieser Moment, wenn draußen nass-kalt windige Luft ist, die schon fast nach Schnee schmeckt und am besten in eine Decke gewickelt bei offenem Fenster geschnüffelt wird.
Nächste Szene: Ich sitze mit meiner besten Freundin in dem selben Café in das wir immer gehen. Beide bestellen das selbe wie immer, aber es gibt heute ein neues Special: Carrot Cake, die Starbucksvariante, die süß und schwer ist und vor Zuckerguss trieft. Der Duft von süßen Karotten zieht mir in die Nase zusammen mit einem Gewürz, das in mir heimelige Gefühle weckt: Kardamom und ein Hauch Nelke vielleicht? Das ganze wird leicht scharf durch den Pfefferstreuer auf dem Tisch und irgendwie auch etwas rauchig vom Feuer, das in der Ecke knistert. Die Luft von draußen zieht herein, feucht-moodrig setzt sie einen tiefen Kontrast zur anfänglichen Süße.
Okay, ja, wir reden jetzt nicht mehr von Kuchen. Der Duft fasziniert mich, definitiv etwas für die kälteren Tage. Ich finde ihn sehr rund und heimelig, aber als grün würde ich ihn nicht bezeichnen. Für mich kommt er durch den Muskat fast schon cremig daher, mit reizvoll scharfen und würzigen Kontrasten. Herbst und Winter können kommen, das Wetter ist uns da sowieso schon voraus.
Nächste Szene: Ich sitze mit meiner besten Freundin in dem selben Café in das wir immer gehen. Beide bestellen das selbe wie immer, aber es gibt heute ein neues Special: Carrot Cake, die Starbucksvariante, die süß und schwer ist und vor Zuckerguss trieft. Der Duft von süßen Karotten zieht mir in die Nase zusammen mit einem Gewürz, das in mir heimelige Gefühle weckt: Kardamom und ein Hauch Nelke vielleicht? Das ganze wird leicht scharf durch den Pfefferstreuer auf dem Tisch und irgendwie auch etwas rauchig vom Feuer, das in der Ecke knistert. Die Luft von draußen zieht herein, feucht-moodrig setzt sie einen tiefen Kontrast zur anfänglichen Süße.
Okay, ja, wir reden jetzt nicht mehr von Kuchen. Der Duft fasziniert mich, definitiv etwas für die kälteren Tage. Ich finde ihn sehr rund und heimelig, aber als grün würde ich ihn nicht bezeichnen. Für mich kommt er durch den Muskat fast schon cremig daher, mit reizvoll scharfen und würzigen Kontrasten. Herbst und Winter können kommen, das Wetter ist uns da sowieso schon voraus.
3 Antworten
Wenn Vergangenheit und Zukunft zusammen kommen
Dieser Duft verwirrt mich zutiefst. Also machen wir erst einmal das, was Ich immer tue, wenn ich verwirrt bin: runterbrechen, aufräumen, analysieren. Das beginnt erstmal bei der Duftpyramide, ich nehme nur einen Bruchteil der gelisteten Noten wirklich wahr, das sieht dann ungefähr so aus:
Kopf: Galbanum, Neroli
Herz: Iris, Veilchen, Narzisse
Basis: Eichenmoos, Tonka, Zeder
Sieht gleich schon viel übersichtlicher aus, oder? Für mich funktioniert dieser Duft auch genau so, wie meine reduzierte Pyramide vermuten lässt: Balsamisch-süßes Opening mit einer leichten Nerolischäfe gewürzt, das relativ schnell in ein pudriges Blütengemisch driftet, dabei aber immer leicht dunkel und harzig bleibt. Im Drydown wird er bei mir schwerer, süßer und runder, Tonka und Eichenmoss bauen eine weiche Unterlage für ein ganz klein wenig Zederbiss.
So, das mal in den Raum gestellt ganz simpel, aber es wäre ja keine Rezension, wenn ich nicht tatsächlich bewerten würde. Im Gegensatz zu dem Großteil der bisherigen Diskussionsbeiträge bin ich weiblich (identifiziere mich auch so) und trage den Duft selbst, was einem hier beileibe nicht leicht gemacht wird. Jeder zweite Kommentar beginnt mit "klassisch männlich" Womanizer" "sexy, gepflegter Mann" und so weiter. Verständlich, da dieser Duft doch eine DNA besitzt, die wir lange, lange mit klassischen Herrencolognes assoziiert haben. Aber Grey Flannel ist jetzt bald ein halbes Jahrhundert alt, es wird vielleicht Zeit, ihn zu überdenken.
Er riecht vertraut, ich bin mir auch fast sicher, dass jemand in meinem Umfeld (50+) ihn regelmäßig trägt, aber trotzdem hat er etwas erfrischend zeitloses und aufregendes, was allein schon die rege Diskussion hier zeigt. Es ist definitiv ein Duft, der Geschmackssache ist, mit einem sehr klassischen Aufbau und einer Tiefe und Sillage, auf die man sich einlassen muss.
Nicht einfach, tut man es dennoch wird man mit einer Duftkomposition belohnt, die durch einen wundervoll balsamischen Wald mäandert, sich Hals über Kopf in ein Blütenmeer schmeißt und danach auf sonnenbeschienenes Eichenmoos bettet. Für mich klingt das ehrlich gesagt weder besonders maskulin, noch feminin - Es klingt ganz einfach großartig. Wer riechen will, als hätte er oder sie Stilbewusstsein, wäre gerne draußen, aber auch irgendwie in einem Jazzclub in einer Ecke in Gedanken versunken: Grey Flannel. Und mal ehrlich, bei dem Preis hat man auch nichts zu verlieren, also Mädels, Damen und Co.: traut euch.
Grey Flannel mag ein Stück Geschichte sein, die jede:r bewerten kann, wie gewünscht. Aber es ist unbestreitbar, dass dieser Duft definitiv noch eine Zukunft haben wird. (Zumindest in meiner Duftgarderobe)
Kopf: Galbanum, Neroli
Herz: Iris, Veilchen, Narzisse
Basis: Eichenmoos, Tonka, Zeder
Sieht gleich schon viel übersichtlicher aus, oder? Für mich funktioniert dieser Duft auch genau so, wie meine reduzierte Pyramide vermuten lässt: Balsamisch-süßes Opening mit einer leichten Nerolischäfe gewürzt, das relativ schnell in ein pudriges Blütengemisch driftet, dabei aber immer leicht dunkel und harzig bleibt. Im Drydown wird er bei mir schwerer, süßer und runder, Tonka und Eichenmoss bauen eine weiche Unterlage für ein ganz klein wenig Zederbiss.
So, das mal in den Raum gestellt ganz simpel, aber es wäre ja keine Rezension, wenn ich nicht tatsächlich bewerten würde. Im Gegensatz zu dem Großteil der bisherigen Diskussionsbeiträge bin ich weiblich (identifiziere mich auch so) und trage den Duft selbst, was einem hier beileibe nicht leicht gemacht wird. Jeder zweite Kommentar beginnt mit "klassisch männlich" Womanizer" "sexy, gepflegter Mann" und so weiter. Verständlich, da dieser Duft doch eine DNA besitzt, die wir lange, lange mit klassischen Herrencolognes assoziiert haben. Aber Grey Flannel ist jetzt bald ein halbes Jahrhundert alt, es wird vielleicht Zeit, ihn zu überdenken.
Er riecht vertraut, ich bin mir auch fast sicher, dass jemand in meinem Umfeld (50+) ihn regelmäßig trägt, aber trotzdem hat er etwas erfrischend zeitloses und aufregendes, was allein schon die rege Diskussion hier zeigt. Es ist definitiv ein Duft, der Geschmackssache ist, mit einem sehr klassischen Aufbau und einer Tiefe und Sillage, auf die man sich einlassen muss.
Nicht einfach, tut man es dennoch wird man mit einer Duftkomposition belohnt, die durch einen wundervoll balsamischen Wald mäandert, sich Hals über Kopf in ein Blütenmeer schmeißt und danach auf sonnenbeschienenes Eichenmoos bettet. Für mich klingt das ehrlich gesagt weder besonders maskulin, noch feminin - Es klingt ganz einfach großartig. Wer riechen will, als hätte er oder sie Stilbewusstsein, wäre gerne draußen, aber auch irgendwie in einem Jazzclub in einer Ecke in Gedanken versunken: Grey Flannel. Und mal ehrlich, bei dem Preis hat man auch nichts zu verlieren, also Mädels, Damen und Co.: traut euch.
Grey Flannel mag ein Stück Geschichte sein, die jede:r bewerten kann, wie gewünscht. Aber es ist unbestreitbar, dass dieser Duft definitiv noch eine Zukunft haben wird. (Zumindest in meiner Duftgarderobe)
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