Biberfrau

Biberfrau

Rezensionen
6 - 10 von 22
Happy days are here again
Alien. Du warst damals mein Endgegner. Mein Gott warst du heftig. Viel zu laut und zu schrill. Außerdem warst du "der Neue". Erstmal abgelehnt. Ich wiederhole damals. Gott sei Dank verändert man sich im Lauf der Jahre und so auch der Geschmack und die Wahrnehmung. Was für ein Glück, auch diesen Sinneswandel durchgemacht zu haben. Du zählst seitdem zu meinen unstreitbaren Lieblingen.

Es war einer dieser Tage, an denen ich wusste, heute passiert etwas außergewöhnliches. Irgendwas war nicht so wie immer. Ich kannte dich vom Hörensagen. Du hattest dich auch schon teilweise unter die Menschheit gemischt und im Verborgenen deine Operationen ausgeführt, Menschen mit deinem betörenden Duft zu narkotisieren und sie unfähig des Denkens und Handelns zu machen und um dann eiskalt zuzuschlagen. Diese Mischung aus ambriertem Holz und Jasmin, absolut tödlich. Deine lila Erscheinung lässt einen aber auch erstarren! Wie wunderschön das ist! Wer auf diesen außerirdischen Angriff nicht vorbereitet ist, hat gnadenlos verloren. Nimmt man den bitteren metallischen Anfang wahr, ist es schon zu spät. Das nicht-irdische Gemisch aus Jasmin und Amber breitet sich im menschlichen Nervensystem aus und legt alles lahm, vergiftet alles bis in die letzte Nervenzelle. Wird zweimal gesprüht, ist man einer ihrer. Man wird ins Raumschiff gebeamt und kann sich an nichts mehr erinnern (es sei denn, man heißt Eric Cartmann). Deren Geheimwaffe ist eindeutig süßer Jasmin, der (oder die?) seine (ihre) Tentakel ausfährt und einem damit umschlingt und alles vergessen lässt, weil man sich völlig im Delirium befindet. Wacht man am nächsten Tag in seinem Bett wieder auf, fühlt man sich leicht mitgenommen, aber irgendwie wohlig und zufrieden. Wie soll man das beschreiben? Was ist passiert? Tja, könnte ich mich dran erinnern, würde ich es euch sagen können ;)

Mal in der Jetzt-Zeit:
Ja, ich kann mich erinnern. Und ich erinnere mich jedes mal gern. Diese Reisen mit meinem Alien mache ich nun schon lange mit und ich werde nicht müde. Ich könnte jeden Tag damit auf die Reise gehen, ich liebe sie. Müsste ich Alien (bzw. meine Reisen) mit einen Lied beschreiben, wäre es Happy days are here again von den beiden wundervollen Frauen Barbra Streisand und Judy Garland.
Alien. Ich fühle mich so gut mit dir. Du bist mein Rückenstärker, mein Seelentröster, du fährst mich runter (bzw. hoch, wenn es nötig ist), mein Ich-fühle-mich-heute-ultimativ-bombastisch-gut-Duft, mein Stimmungsaufheller, du bist meins!
4 Antworten
Neuer WG-Kumpel mausert sich zum besten Freund
So, es ist wieder passiert. Blindkauf. Ich hatte schon Angst, ich bereue es wieder. Wollte ich ja eigentlich nicht mehr (jaja...), aber als ich Mittwoch vor einer Woche Flaconi besucht habe, konnte ich nicht drumrum. Eine riesige Werbung mit Emilia Clarke (die ich soooo gern mag) und daneben ein wunderschöner Flakon. Interesse war sofort geweckt, allerdings schreckte mich ab, dass es ein weiterer Flanker von The One ist. Mit dem Ursprungsduft habe ich so meine lieben Probleme. Ok Mist, was nun. Ich bin ja ein äußerst aufgeschlossener Mensch und gebe gern mehrere Chancen bevor ich dann doch endgültig aufgebe. Hm ok, klingt ja schon mal ganz anders als The One. Ach komm sch*ß drauf, bestell einfach. Gesagt, getan. Seit einer Woche wohnt er nun bei mir und mausert sich zu meinem täglichen Begleiter.

Für mich ein äußerst angenehm ausbalancierter Duft zwischen Sì passione und La nuit Tresor. Der Beginn ist sehr fruchtig und süß. Was mich eigentlich wundert, fruchtig, wieso? Wo soll das Fruchtige herkommen?? Spielt mir mein Näschen mal wieder einen Streich? Naja, auf alle Fälle ist da was, was irgendwie nach Frucht riecht. Ich wurde schon gefragt, was hier so nach Gummibärchen riecht... Öhm... das bin dann wohl ich... Und ja, es ist (leider) so. Der Beginn ist eine Armee von Gummibärchen. Keine Angst, dauert nicht lange und der Kaffee kommt hinzu und nimmt die heftige Süße. Der Duft fängt an sich angenehm zu entwickeln. Er wirkt nun geerdet, bleibt aber nach wie vor leicht süß-fruchtig, aber jetzt mit einem vanilligen Touch. Nichts schreit hier, es gibt keine penetrante Süße, alles hält sich eher im Hintergrund. Zusammengefasst kann man sagen, The Only One riecht wie ein fruchtiger Milchkaffee.
Ein kleiner Nachteil ist, dass sich alles sehr hautnah entwickelt. Eine Mördersillage sucht man hier vergeblich. Dafür ist der Duft äußerst ausdauernd und hält lange durch, vor allem auf Kleidung.

Für mich zu jeder Zeit tragbar, passend für jede Jahreszeit und jedes Wetter.

Ich bereue nichts!
5 Antworten
Endlich!
Vorab, ich gehe in diesem Kommentar kaum auf die genauen Duftstoffe ein und wann wie was exakt riecht, da ich unfähig bin, dieses zauberhafte Wässerchen zu analysieren. Es hat mir voll die Sinne (Nase) vernebelt.

Was ist passiert? Bis auf La petite Robe Noir Ma Robe Sous le Vent (uff, erst mal durchschnaufen nach dem langen Namen) spricht mich Guerlain nicht wirklich an. Ich wollte, wirklich, ich wollte Guerlain so gern mögen, aber nichts mag so recht zu mir passen. Gut, die Klassiker wie Shalimar, Jicky und Düfte in diese Richtung sind jetzt eh nicht mein Beuteschema, aber all die anderen schönen Sachen. L'Instant Magic, die neueren Shalimars, La petite Robe Noir, nein, nichts will mit mir.
Und dann lief mir Mon Guerlain über den Weg...

Selten hat mich ein Duft vom ersten Riecher so in seinen Bann gezogen. Und dann noch dieser wunderschöne Flakon. Hach, das ist alles zu schön um wahr zu sein. Lavendel schreckt mich eigentlich eher ab. Meine Nase empfindet ihn meistens als sehr stechend und penetrant, teilweise wird mir sogar übel davon, aber nicht hier. Der Lavendel ist so zart und fein, dass er in keinster Weise stört oder sich ungewollt in den Vordergrund drängt. Er und Bergamotte sind in einer so schönen Weise miteinander verwoben, dass sie ein perfektes Team bilden und dem Duft einen weichen, frischen Start gönnen.
Und nun geht's los. Ab jetzt werde ich unfähig weiter auszuführen, was ich rieche. Nun vermischt sich alles zu einem blümeligen Vanilleschleier, der den ganzen Tag um mich herumwabert, an dem ich mich einfach nicht sattriechen kann (und will). Es ist keine übertriebene Vanille, sondern ganz zart und wunderbar dosiert. Iris und Sandelholz drängen sich auch nicht in den Vordergrund, sondern geben der Vanille das gewisse Etwas. Einfach schön.

Die Strahlkraft von Mon Guerlain muss ziemlich groß sein, denn ich werde öfter auf ihn angesprochen (im positiven Sinne), selbst im späteren Verlauf des Tages. Ich persönlich empfinde ihn jetzt nicht als so intensiv wie mir gesagt wird. Leider habe ich hier das Problem, dass ich ihn selbst an manchen Tagen nach dem Aufsprühen nicht mehr riechen kann, dafür andere umso mehr. Allerdings freue ich mich am nächsten Tag, wenn meine noch jungfräuliche Nase den Geruch von meiner Kleidung wahrnimmt.

Für mich ein kleines Goldstück, das ein Gefühl des Wohlbefindens und der Zufriedenheit bei mir auslöst, dass ich noch bei keinem Duft so erlebt habe (und dazu noch bei einem Guerlain!). Mein Schätzchen, dich lass ich nie wieder gehen.
5 Antworten
Wenn Engel einem den Weg zeigen
Zadig & Voltaire war mir bis zum Erscheinen von This is her! gänzlich unbekannt. Der Name und vor allem der milchig weiße Flakon haben mich neugierig gemacht. Seitdem bin ich doch etwas angetan. Daher war es unerlässlich, auch "den Neuen" zu testen.
Gut, getestet habe ich nicht, ich habe ihn blind einziehen lassen. Dumm, wollte ich eigentlich ja nicht mehr machen. Diese Engelchen, die in den Parfümerien die Regale rund um die Düfte von Zadig & Voltaire zieren (oder mir den Weg leuchten?) finde ich schon cool. Auch die Form der Flakons hat mich sofort gekriegt. Verpackungs- und Werbungsopfer halt... was will man machen...

So kam ich zu meiner neuesten Errungenschaft. Just Rock! pour elle (diese verflixten Engel!). Zwar habe ich ihn ab und zu mal getestet, aber nie so wirklich gerochen, da ich mich mitten in einer Testorgie befand und alles getestet habe, was mir unter die Nase kam. Heißt, keinerlei Erinnerung mehr an diesen Duft. Aber, this is her! war schon gut, warum soll der hier nicht gut sein und es passierte, ich habe ihn einfach bestellt.
Dieser Duft ist ein Wechselspiel zwischen lieblich und wild. Er wechselt immer wieder die Seiten. Ein Sinnbild dafür wäre das Verhalten zweier flirtendender Menschen. Erst werden sich vorsichtig (mal mehr mal weniger) schüchterne Blicke zugeworfen bis man eventuell unter Hilfe ein, zwei Gläser Wein (wahlweise Bier) den Mut gefunden hat, sein Gegenüber anzusprechen. Man kommt ins Gespräch und fängt an, kokett zu werden. Man möchte ja dem anderen gefallen. Es werden Witze gemacht, ab und zu sogar etwas anzüglicher, es wird sich geneckt, es wird über Interessen gesprochen, das Gespräch vertieft sich, es werden Getränke ausgegeben, doch es kommt der Zeitpunkt, an dem man sich schweren Herzens verabschieden muss. Man könnte auch meinen, man verabschiedet sich um interessant zu bleiben, tauscht Nummern aus und hofft, dass es ein zweites Wiedersehen geben wird (was es bestimmt geben wird, weil man sich doch sehr anziehend fand). Typisches Balzverhalten.

So empfinde ich Just Rock! Jasmin und Vanille zusammen machen neugierig und hier beginnt der Flirt. Dem Jasmin geht allerdings doch recht schnell die Puste aus und Weihrauch vermischt mit Patchouli und Vanille dominieren ab jetzt und das immer wieder im Wechsel (das kokette Gespräch und der Abschied). Dieser Duft zeigt im Verlauf immer wieder mal seine verschiedenen Seiten und das macht ihn unfassbar interessant. Mal ist er weich und sanft, dann zeigt er wieder seine weihrauchig-anziehende Seite. Für mich kein Vergleich zu This is her! Durchhalten kann er ganz schön lange und dabei bleibt er die ganze Zeit sehr gut wahrnehmbar.

Es hagelt Komplimente (was ich in dem Ausmaß nicht gewohnt bin) und Fragen, was das denn für ein toller Duft sei. Ein Kompliment kam sogar von einem Mann (s. Pudelbonzos Kommentar). Seit langem mal wieder ein Duft, der sich zu einem dauerhaften Favoriten mausern könnte.
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Christopher Robin muss sich einen neuen besten Freund suchen
Eines morgens im Hundermorgenwald, als die Sonne langsam aufging, wurde ein kleiner Bär durch das beginnende Vogelgezwitscher wach. Er reckte und streckte sich und genoss die ersten Sonnenstrahlen. Es klopft an der Tür und ein aufgedrehter Tigger hüpft vor der Tür auf und ab. "Los Puuh, komm raus. Was treibst du denn so lange? Lass uns Abenteuer erleben!" Puuh öffnete die Tür und sagte zu Tigger "Guten Morgen. Ich komme gleich. Aber erst will ich meiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen." Er schloss die Tür und machte sich erst einmal genüsslich über einen Topf Honig her - Puuhs Leibspeise. Es blieb aber nicht bei einem Topf, es wurden etliche Töpfe geleert und Puuh vergas alles um sich herum. Nicht mal als sein bester Freund Christopher Robin bei ihm anklopfte, konnte er aufhören, seinen heißgeliebten Honig zu essen. Nach mehreren Stunden war er endlich satt und fühlte sich bereit mit seinen Freunden Abteneuer zu erleben.

Zurück in das reale Leben. Scandal entwickelt sich an mir zur reinsten Honigbombe (Christopher Robin sollte sich in Acht nehmen, wenn ich in der Nähe bin...). Gardenie und Blutorange gehen völlig unter, dafür kommt ein bisschen Patchouli durch. Meine Haut scheint sich allerdings in Winnie Puuh zu verwandeln und den Duft zu fressen. Er hält zwar lange durch, dafür nimmt die Sillage ziemlich schnell ab. Das kenne ich so von JPG eigentlich nicht. Das soll der Freude aber keinen Abbruch tun, denn so fühle ich mich nicht so erschlagen und laufe Gefahr, Scandal schnell satt zu haben.

Im Großen und Ganzen ein schöner Duft für Honigfreunde. Ein Skandal ist er aber bei Weitem nicht.
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