BlausternBlausterns Parfumkommentare

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Blaustern vor 22 Tagen 8
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Duft
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Haltbarkeit
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Sillage
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Flakon

Wolf im Schafspelz
Zum "Poison Eau de Cologne" kam ich über Umwege.
Ich wußte bis vor wenigen Jahren gar nicht, dass es diese Variante überhaupt gibt und dass sie auch schon so lange auf dem Markt ist. Vermutlich ging sie früher im Vergleich mit dem Ur-Poison einfach unter, weil sich das Poison aus den 1980er Jahren wie radioaktiver Niederschlag über alles ausgebreitet hatte.

Auch hier sind die Duftextrakte im würzig-blumigen Spektrum. Ich rieche aromatischen Koriander, Anis, Tuberose und Weihrauch, holzige Anklänge, Rumtopf und Vanille. Die anfängliche Süße läßt nach ein paar Minuten nach und dann verbirgt sich hier eindeutig ein Poison. Und doch ist er etwas anders.

Ja, er ist leichter als das Poison EdT oder EdP, aber im Zeitalter von "fake-news" sollte man sich hier nicht aufs Glatteis führen lassen. "Poison EdC" ist keineswegs das, was man sich unter einem leichten, transparenten Eau de Cologne vorstellt.

Fast schon hinterhältig "...ich bin doch ein Eau de Cologne..." tobt er stundenlang auf meiner Haut. "Poison EdC" ist ein Hammerduft, hat Kraft und Vitalität, ist verführerisch, mit einer bemerkenswerten Haltbarkeit.

Sparsam dosiert ist er gut auch im Alltag tragbar, und das mag den Unterschied zu den anderen Poison ausmachen.
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Blaustern vor 22 Tagen 16
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Duft
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Haltbarkeit
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Sillage
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Flakon

Ein Gift...geheimnisvoll und zauberhaft
Ab Mitte der 1980er Jahre führte kein Weg, keine Nase an Poison vorbei. Die zu der damaligen Zeit üblichen kraftvollen 'Wummser' wurden noch mit einer entsprechend entfesselten Dosierung unterstrichen. Fast jeder roch nach Poison, überall und zu jeder Gelegenheit wurde nachgesprüht. Der Duft hätte ja verfliegen können - nicht auszudenken! Bevor man eine Person sah, roch man sie bereits meilenweit!

Ich kann mich noch sehr an die erste Dufterfahrung mit Poison erinnern. Seltsam, an was man sich so erinnert.. Der erste Sprüher Poison hat mich damals schier umgehauen. Großzügig wurde man in den Parfümerien und Verkaufsständen besprüht. Ich habe heute einen Blog über Düfte und Farben gelesen, und Poison ist für mich nicht nur wegen dem Flakon lila-grün. Vorsicht, süßes Gift! Schwer, geheimnisvoll, schwül, dominant.

Die Dosis macht das Gift, in der damaligen "Poison-Zeit" allerdings war diese Erkenntnis nicht sehr verbreitet. Das hat mir den Duft dann auch ziemlich vermiest. Lange habe ich einen großen Bogen um Poison gemacht, was gar nicht so einfach ist, wenn die ganze Stadt danach riecht…
Die ganzen Poison-Schwestern habe ich zwar zur Kenntnis genommen, aber keines tieferen Blickes gewürdigt. Bis ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal Midnight Poison roch und sofort fasziniert war... und mich heute noch ärgere, dass ich keinen Flakon habe. Kurz darauf bekam ich Hypnotic Poison und Pure Poison unter die Nase. Hey, die sind ja richtig gut!

Dabei hat mich dann ein Gedanke nicht mehr losgelassen. Seit langem hatte ich Poison nicht mehr gerochen... der ist doch ganz sicher auch reformuliert worden - wie mag Poison jetzt wohl riechen? Diese Frage war wie ein kleiner Virus in meinem Kopf und ließ sich nicht mehr vertreiben. Anfangs nur zaghaft, wurde die Frage im Laufe der Zeit immer lauter und drängender.

Um es mal auf den Punkt zu bringen, Poison ist dann bei mir eingezogen. Das heutige Poison hat natürlich mit der Wucht und dem Donner der damaligen Version nichts mehr gemeinsam. Es ist aber immer noch Duft-Feuerwerk. Poison ist ein zimtwürziger Orientale geblieben, es riecht für mich nach Pflaumen nach Rum und Rotwein, blumig nach Tuberose und gleichzeitig honigsüß.

Auch heute sollte Poison besser wohldosiert und fein abgestimmt getragen werden, aber dann ist er ganz wunderbar.
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Blaustern vor 22 Tagen 10
10
Duft
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Haltbarkeit
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Sillage

Der Conquistador ist weiblich!
Ach? Conquistador ist ein Männerduft, so sagt man. Will ich's mal glauben….
Seit gestern jedoch ist er ein Frauenduft, nämlich meiner.

Kennengelernt hatte ich Conquistador durch eine Abfüllung, hierzu hab ich auch schon ein Statement geschrieben. Es hat nicht lange gedauert, bis die Entscheidung reifte…ein Flakon muß her! Unbedingt!!

Bereits nach dem ersten Aufsprühen bin ich hin und weg. Conquistador entführt mich sofort in eine fast mystische Welt. Fast scheint alles um mich herum ein bißchen ruhiger und leiser zu werden.
Der Flakon ist schön, sehr wertig gemacht, golden massiv liegt er in der Hand. Der Duft ist ausgesprochen vielschichtig, sanft, fast behutsam und doch sehr kraftvoll. Was sich hier als Widerspruch lesen mag, ist es nicht mehr, wenn man es riecht.

Conquistador startet würzig und recht deutlich mit Wacholderbeeren. Diese sind leicht süßlich angehaucht, so als hätte man sie mit weichem Cognac sanft benetzt. Ich rieche rauchige Tabaknoten, etwas harziges, balsamisches. Es verbindet sich Weihrauch mit einer wunderschönen Iris und butterweichem Wildleder. Alles ist harmonisch miteinander verwoben, keine Note ist vorherrschend - das riecht sehr edel.

Conquistador hält lange auf der Haut. Mein Mann fand ihn anfangs ein bißchen neugierig im Raum umherwabernd, aber der Duft muß ihm ausgesprochen gut gefallen haben, denn normalerweise stört er sich deutlich an angeblich aufdringlichen Düften. Es kommt natürlich auf die Dosierung an, aber wenn man sich nicht besonders eindieselt, wird Conquistador auch nicht übergriffig.

Für die kommende kühlere Jahreszeit ist Conquistador einer meiner Favoriten und er hat durchaus Potential zum neuen Signaturduft.
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Blaustern vor 113 Tagen 15
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Duft
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Haltbarkeit
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Sillage
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Flakon

Ein außergewöhnliches Dufterlebnis
Vor einiger Zeit habe ich von einer lieben Parfuma eine Abfüllung bekommen. Es kommt mir so vor, als bin ich die einzige, die ihn nicht kennt, und das konnte ja nicht länger so bleiben!

Von der Beschreibung her habe ich eigentlich einen schweren, dunklen Orientalen erwartet. Baccarat ruft bei mir Assoziationen mit Rosen hervor. Weit gefehlt!
"Baccarat Rouge 540 Eau de Parfum" überrascht mit dem ersten Atemzug: der Duft ist hell, strahlend, Indian Summer statt dunkelrotem Samt. Aber keine Rose, weit und breit nicht.
Und ja, ich kannte ihn tatsächlich nicht. Das ist ein Duft mit starkem Wiedererkennungswert, einmal gerochen vergisst man ihn nicht mehr. Ob man ihn nun mag oder nicht - nur ein einziger Sprüher Baccarat Rouge 540 nimmt einen sofort mit. Er ist einzigartiges Statement, ein Kunstwerk und polarisiert ganz sicher.

Baccarat Rouge 540 ist ziemlich süß, aber nicht penetrant oder gar pappig, sondern eher wie eine geschmeidige luftige Wolke. Der Duft ist trotz der Süße ausgesprochen facettenreich, etwas harzig, ein bisschen blumig nach Jasmin, verwoben mit Safran, sehr raffiniert gemacht. Es gibt keinen großen Duftverlauf, es vereint sich alles innerhalb recht kurzer Zeit und bleibt dann so. Manchmal erinnert mich etwas an ätherisches Tannen- oder Fichtennadelöl. Will ich dem aber nachspüren, ist es auch schon wieder verschwunden. Da will etwas meine Nase foppen und sorgt dafür, dass ich ständig mit der Nase am Handgelenk bin.

Baccarat Rouge 540 ist definitiv nichts für jeden Tag, auf keinen Fall fürs Büro, es ist eher ein außergewöhnlicher Ausgeh-Duft. Einer für die milden bis kühleren Tage. Nichts für Hitze, glaub ich.
Sillage und Haltbarkeit sind mehr als außergewöhnlich - es ist eine Bombe und den ganzen Tag sehr präsent.
Merkwürdig ist aber, dieser Duft ist einerseits raumfüllend, doch dabei erschlägt es einen nicht, sondern…wie soll ich sagen....obwohl man noch Meter entfernt danach riecht, bleibt es irgendwie trotzdem dezent in der Projektion. Das ist ebenfalls außergewöhnlich und hab ich so in der Form auch noch nie erlebt. Langsam verstehe ich, warum so ein Hype um den Duft existiert. Ich finde ihn sehr schön.

Auch das ist ein Duft von Maison Francis Kurkdjian, bei dem ein einziger Sprüher den ganzen Tag bis weit in den Abend hinein ausreicht. Dieser Duft ist teuer, hält aber auch ganz bestimmt ewig. Ich sehe ihn eher im femininen Bereich, ich kenne auch nur einen Mann, der süße Düfte sehr mag und sie auch trägt. An ihm könnte ich mir Baccarat Rouge 540 durchaus vorstellen.

Da ich für ein Sharing angemeldet bin, werde ich wohl bald die Gelegenheit bekommen, auch das Extrait auch ausführlich zu testen und zu vergleichen. Ob der Duft dann bei mir einzieht, das bleibt abzuwarten. Die Chancen stehen schon mal gut.
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Blaustern vor 114 Tagen 15
9.5
Duft
9
Haltbarkeit
7
Sillage
8
Flakon

zärtlicher Nasenschmeichler
Wie gespannt war ich auf diesen Duft und auch generell auf die Marke Maison Francis Kurkdjian, von der ich schon so viel gehört, aber noch nie einen Duft gerochen hatte. Eine Probe von 'Baccarat Rouge' habe ich von einer lieben Parfuma bekommen, aber bisher noch nicht ausprobiert.
"Gentle Fluidity Gold" kommt im quadratischen, recht massiven Glasflakon mit goldener Kappe. Hochwertig und edel, aber auch unspektakulär.

"Gentle Fluidity Gold" ist ein widersprüchlicher Duft. Einerseits hell und strahlend, andererseits ein Gourmand, süße Vanille, weicher Moschus. Zwischendrin blitzen immer mal wieder würzige, holzige Fragmente auf. Ganz zart, ganz leicht, ein bißchen pudrig. Ich bin unsicher, ob ich ihn süß-würzig oder eher cremig-holzig beschreiben soll. Er ist beides irgendwie…und für meine Nase ist er eher feminin.

Ich hatte über diesen Duft so einiges gehört und gelesen, das nach Enttäuschung klingt. Dass er nicht so richtig fassbar ist, mag vielleicht ein Grund dafür sein, dass man ihn als langweilig beschreibt. Einen großen Duftverlauf gibt es nicht. Schon so oft gerochen? Ja, kann sein, doch dieser Duft riecht sehr edel und hochwertig.

Für mich ist "Gentle Fluidity Gold" ein gefälliger, zärtlicher Nasenschmeichler. Er nimmt einen zwar nicht mit auf eine spannende Duftreise - es ist eher ein Duft für die Situationen, wenn alles doof ist und man unbedingt etwas umschmeichelndes, tröstendes braucht.Wenn jemand keine süßlichen Düfte mag, dem wird der Duft ganz sicher nicht gefallen. Süße bedeutet in diesem Fall aber eher eine leichte, transparente Süße.

"Gentle Fluidity Gold" hat keine großartigen Ausdehnungs-Ambitionen, was jedoch auch an meiner vorsichtigen Dosierung liegen mag. Der Duft stört niemanden, man muß mir schon näher kommen, um die zarten Duftschwaden gut riechen zu können - ansonsten bleibt es eher eine Ahnung.
Die Haltbarkeit ist top und war über 10 Stunden gut wahrnehmbar.

Ich finde ihn großartig und je öfter ich ihn nutze, umso mehr erobert er mein Herz. Bin gespannt, wie er sich bei wärmerem Wetter entwickelt, denn ich kann ihn mir nicht nur im Herbst/Winter vorstellen.
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