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Byronia

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Rezensionen
1 - 5 von 16
Schließe deine Augen und erinnere dich...
Und nein, es ist nicht das Jahr 1921, sondern irgendwann Mitte der 80er Jahre. Opulente Parfums haben Hochsaison. Zu dieser Zeit entdeckte ich Shalimar. Das Parfum. Die 20er Jahre waren die Jahre der Verschwendung, der Fülle, des Überschwangs und einer gewissen Rastlosigkeit.
Ähnlich waren auch die 80er.

Dieser wunderschöne Parfumflakon hatte es mir angetan und ich kann sagen, der Duft war eine Offenbarung. Fein und elegant.

Leider fiel auch er -wie so viele- irgendwelchen europäischen Verordnungen zum Opfer und das wars...
Ich habe viele Shalimars gerochen, doch nichts erinnerte an die Schönheit des Parfums aus den 80ern.

Bis heute. Dank eines mir bekannten Parfumos orderte ich den Duft und was soll ich sagen, die DNA ist wirklich gut getroffen. Ich kann mich erinnern und ---
ich kann wieder schwelgen in diesem wunderbaren Duft.

Glückliche Vanille, mit einer Ahnung an Weihrauch und Iris, ganz leise - so ist dieses Remake eines ganzen Jahrhunderts würdig.

Mein Dank geht an Guerlain und an Shalimar 2025.
1 Antwort
Der Impresario unter den Chypres
"Von allen Wundern, die die Welt zu bieten hatte, versprach nur die Kunst Unsterblichkeit"
Sergej Diaghilev (1872-1929)





Wahrlich ein Meisterwerk, welches seinesgleichen sucht. Nicht zufällig trägt dieser große Roja den Namen des mächtigsten Impresarios der Welt: Sergej Diaghilev! Diaghilev war so eine Art Generalexperte für Kunst und Zeitgeist im Anbruch des frühen 20. Jahrhunderts. Einer, der die Welt veränderte.

Er gab den unterschiedlichsten Künsten neue Plattformen und neue Möglichkeiten. Und kannte neben Gott auch noch die ganze Welt. Natürlich.

So ist sein Name mit Komponisten der Neuzeit verbunden, wie Debussy, Satie und Igor Strawinsky. Dessen L’Après-midi d’un faune getanzt von Nijinsky einfach paradiesisch anmutet.

Er bereiste die ganze Welt, zu seinen Freunden zählten Picasso, Cocteau aber auch Herrscher, Könige und Agas.

Somit kann dieser Duft nur von berauschender Schönheit, geistiger Tiefe und olfaktorischen Höhenflügen sein, um diesem großen Namen gerecht zu werden.

Und was soll ich sagen. Er ist es.

3 Antworten
Die Zeit zwischen Nacht und Traum...
Eigentlich hatte ich nicht viel erwartet, ein Duft für Frauen, rosa in einem edlen Flakon, nur die Beschreibung hier hatte mich neugierig gemacht. Doch wie wunderbar bin ich überrascht worden.

Es beginnt mit Feige, es bleibt bei Feige und es währt lang mit Feige. Doch aus welcher Welt stammt dieser wunderbare Feigenduft? Denn so einen Duft habe ich noch nie wahrgenommen. Eine Feinheit, eine Süße, die aber nie übertrieben oder gar aufdringlich wirkt.

Etwas Stilles umgibt diesen Duft und er bleibt lange präsent. Die Orange streift mich nur leicht, Vetiver vernehme ich.

Ein pudriger Duft und ein phänomenaler Duft. Man möchte in diesem Duft versinken, wie in einem prächtigen Diwan aus Samt zwischen Nacht und Tag. Einer Dämmerung, in der man verweilen möchte...vielleicht sogar für immer...
Ich liebe diesen Duft...
2 Antworten
A perfect day
Nur eine kleine Probe lag meiner Bestellung anbei. Es war Scherrers Nuits Indiennes. Ein Damenparfum. Bestimmt wieder so ein rosa/gelber Einheitsduft, vermutete ich. Von Scherrer liebe ich nur Scherrer (ein Chyrpefan grüßt)...
Als ich aber den Duft versprühte wurde ich in eine andere Welt versetzt. Und nein, sie war weniger orientalisch als denn genau in meiner Wirklichkeit.

Es ist kein guter Tag, du bist mit dem falschen Fuß aufgestanden, vielleicht auch zu wenig Schlaf, dein Projekt läuft nicht wie es soll - kurz, es ist das Gegenteil eines perfekten Tages.

Bis dieser Duft dich umfängt...ich schließe meine Augen und es entstehen Bilder einer perfekten Welt. Blumig ja, aber nicht zu süß. Wie ein wunderbarer Garten mit seltenenen und unbekannten Pflanzen und Gebilden. Ein sanfter Schleier von unnachahmlicher Eleganz durchwebt den Raum. Er gibt den Dingen eine positive Haltung UND gute Gedanken - das, was vorhin noch schwer erschien, kommt nun leichtfüssig daher. Der Jasmin, mit dem man mich sonst jagen kann, erscheint mir nun vertraut und wunderbar in seiner Intensität. Sollte ich ihn verkannt haben, oder ist es nur das gelungene Zusammenspiel aller Indigrizien zu einer geheimen Formel, die die Weltherrschaft anstrebt?

Ich weiß es nicht, aber dieser Tag, an dem ich Scherrers Nuits Indiennes für mich entdeckte, wurde zu einem perfekten Tag.

9 Antworten
Gelobt sei Parfumo und eine lange Reise...
Bereits vor Jahren erstand ich diesen Duft, einfach weil mir die Farbe so ausnehmend gut gefiel, dieses moosige tiefe Grün in dem schlichten, aber dennoch edlen Glasflakon. In den ersten Tagen trug ich ihn rund um die Uhr, ich mochte mich nicht davon trennen. Es war, als nähme mich dieser Duft mit in eine tiefe Höhle zu den Erdgeistern, wo ich nicht mehr herauskommen wollte. Dieser Duft war magisch, nein, eher schon mystisch.

Mein Umfeld wies mich darauf hin, dass dieser Duft eher etwas für Kerle in Holzfällerhemden sei.
Und so ließ ich mich breitschlagen und schenkte diesen genau an einen solchen.

Ich erstand den 2017er und dieser gefiel mir ausnehmend gut. Er hatte die Urahnung des 2012, erschien aber leichter und frauentauglicher.

Doch nach einiger Zeit begann es in mir zu rumoren.
Nach einem Jahr bestellte ich mit die erste Abfüllung. Noch ein Jahr später die nächste. Dann geschah es, dass mir der 2017er nicht mehr so gefiel. Es war von heute auf morgen. Und immer noch bedauerte ich, den ursprünglichen Duft weggegeben zu haben.

Dieser Duft, der so eine Kostbarkeit für mich war. wenn ich an ihm rieche, ist es, als bräuchte ich sonst nichts mehr auf dieser Welt. Dann ist mir alles genug...

Dieser Duft ist eindeutig ein krautiger (hallo ICON), da zähle ich auch den Lavendel zu, zitrisch ist er im Auftakt, aber bald schon kommt die Myrrhe und das Patschuli. Es ist ein gelungene Mischung aus Sage, Märchen und Mythos. Nicht von dieser Welt. Und nicht für Holzfäller. Denn eigentlich duften so Elfen, Feen und Drachenkönige.

Dank Parfumo habe ich nun einen Flakon ergattern können. Die Reise geht weiter...

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