Colonia 1916 Eau de Cologne

Colonia (Eau de Cologne) von Acqua di Parma
Flakondesign Adolf Loos
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7.9 / 10 919 Bewertungen
Ein beliebtes Parfum von Acqua di Parma für Herren, erschienen im Jahr 1916. Der Duft ist zitrisch-frisch. Es wird von LVMH vermarktet.
Aussprache
Gut kombinierbar mit Molecule 01
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Duftrichtung

Zitrus
Frisch
Würzig
Grün
Holzig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
ZitroneZitrone kalabrische Bergamottekalabrische Bergamotte OrangeOrange
Herznote Herznote
LavendelLavendel EisenkrautEisenkraut bulgarische Rosebulgarische Rose RosmarinRosmarin
Basisnote Basisnote
PatchouliPatchouli SandelholzSandelholz VetiverVetiver
Bewertungen
Duft
7.9919 Bewertungen
Haltbarkeit
6.3742 Bewertungen
Sillage
6.0718 Bewertungen
Flakon
7.9691 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
7.1303 Bewertungen
Eingetragen von DonVanVliet, letzte Aktualisierung am 27.05.2024.

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Rezensionen

60 ausführliche Duftbeschreibungen
10
Flakon
5
Sillage
10
Haltbarkeit
10
Duft
Yatagan

396 Rezensionen
Yatagan
Yatagan
Top Rezension 41  
Pur - oder: von Nähe und Distanz
Dieser Duft ist so sehr ein Meisterwerk des Purismus wie ein Beispiel für italienische Lebenskunst.
Warum „pur“?
Alles an diesem Duft ist klar, scheinbar einfach, ästhetisch, reduziert auf Wesentliches.

Das beginnt mit dieser unglaublichen Tradition: Seit 1916 wird der Duft weitgehend unverändert (?) angeboten. Er war vor allem seit den 50er Jahren der Liebling von Filmschauspielern, Modeikonen und Lebenskünstlern. Wenige Düfte sind so legendär, wie dieser einfache, klare, lichte Duft.

Klar, ästhetisch und fast kühn wirkt auch der Flakon. Das Rundglas mit seiner schweren Kappe, das auf die Farben Weiß und Schwarz reduzierte Etikett mit dem Wappen schafft Nähe und Distanz gleichzeitig. Nähe, weil der Flakon unprätentiös, fast ein wenig schlicht wirkt, Distanz, weil sein Design in seiner Formensprache eine vollendete Ästhetik repräsentiert, die in gewisser Weise nobel, fast schon elitär ist. Da gibt es nichts zu verbessern, zu verändern oder zu verschönern. Solche Ästhetik ist Schönheit an sich. Entstanden ist der Rundglasflakon allerdings nicht im Jahr der Entstehung 1916, sondern erst in den 30ern: ein typisches Produkt des Art déco, einer Epoche der 20er bis 40er Jahre, die die Gestaltung von Produkten der gesamten Lebenswelt umfassen und Design nicht dem Zufall überlassen wollte, gerade auch bei Gebrauchsgegenständen.

Dass es diesem Cologne gelingt, bei aller scheinbaren Schlichtheit zu keiner Zeit und zu keiner Sekunde seiner (geringfügigen) Entwicklung langweilig zu wirken, das ist die große Kunst, die hinter diesem kleinen Meisterwerk steht und die dafür sorgt, dass es sich seit seinen Anfängen (mit einigen Unterbrechungen) unveränderter Beliebtheit erfreut.

Der Auftakt mit Zitrone (vielleicht auch mit Neroli), untermalt von sanften Kräutern, die Abrundung des Duftes durch Rose, die zu keiner Zeit nur feminin, sondern fast androgyn wirkt, der Lavendel, der zu einem traditionellen Cologne ähnlich zwingend zu gehören scheint wie die Zitrone, sorgen für perfekte Balance zwischen GANZheit und EINfachheit, zwischen Vollkommenheit und Offenheit für weitere Entwicklungen und neue Akzente.

Diese neuen Akzente setzte die in den vergangenen zwanzig Jahren zu neuer Popularität gelangte Marke durch regelmäßige Lancierung zahlreicher Varianten: Mal war es ein Colonia Assoluta, mal ein Colonia Intensa, in jüngster Zeit auch eine Variante mit Oud oder ein Essenza, das die blumigen und zitrischen Töne verstärkte, etwas jünger und moderner wirkte, dabei aber eigentlich nicht besser, - ganz zu schweigen von der umfangreichen Blu Mediterraneo-Serie, die das Konzept in eine andere Richtung steuert.

Wenn all diese Varianten eine Funktion haben, dann vielleicht diese: Sie zeigen in ihrer partiellen Unvollkommenheit, wie vollendet ein einfaches, klassisches Cologne sein kann, wie wenig am Original verbessert werden kann, wie sehr die ursprüngliche, puristische Variante seit jeher überzeugen konnte. Ob tatsächlich auch in der ursprünglichen Komposition Patchouli in der Basis enthalten war oder vielleicht eher nur Vetiver und Sandelholz, bleibt ein Geheimnis des Herstellers. Unwichtig erscheint dabei auch, dass Acqua di Parma Colonia, das sich 1916 in seiner dezenten Eleganz wohltuend von zahlreichen wuchtigen französischen und deutschen Düften abgehoben haben muss, letztlich auch ein Rückgriff auf die deutschen Eau de Colognes der Tradition um Farina darstellt. Aus heutiger Sicht war der Duft ein großer Wurf, ist trotz der älteren Tradition der Häuser Farina und 4711 und weiterer deutscher und französischer Dufthäuser das vielleicht vollkommenste aller hellen, von Zitrone dominierten Colognes.

Ästhetik, Ganzheit, Einfachheit: pur
24 Antworten
7
Flakon
6
Sillage
7
Haltbarkeit
8.5
Duft
FvSpee

323 Rezensionen
FvSpee
FvSpee
Top Rezension 34  
Colonia statt Corona. No. 4: Parma per sempre!
Bei "Parma" hat jeder so seine eigenen Assoziationen. Die Feinschmecker denken an Parma-Schinken und Parma-Käse (a.k.a. Parmesan), mein Freund Miro, der bei der EU-Kommission arbeitet (nein, er ist nicht für die Allergenregeln bei Parfüms zuständig), denkt wahrscheinlich an die EFSA, die in Parma ansässige EU-Agentur für Lebensmittelsicherheit, Historiker denken vielleicht an das Haus Bourbon-Parma (Parma war vor Gründung des italienischen Nationalstaats für lange Zeit österreichisch oder französisch), und Literaturfreunde an Stendhals Roman "Die Kartause von Parma", in der es aber nicht um Kartäusermönche, sondern um Liebe und Politik geht. Parfümfreunde denken, ja klar, an Acqua di Parma, vielleicht DIE bekannteste italienische Duftmarke, jedenfalls im Herrensegment.

Dabei ist das eine die "blaue Reihe" von AdP mit einer breiten Vielfalt von meist wohl doch recht ordentlich gemachten Sommerwässerchen: ich denke, es ist dem Haus damit sehr gut gelungen, das moderne Nischensegment zu besetzen und viel Geld zu verdienen. Ich bin da letztlich kein Experte, aber könnte mir denken, dass diese Serie eine ähnliches (vielleicht nicht ganz so prestigebewusste und abzock-unempfindliche) Käuferklientel anspricht wie die ebenso blaue von Tom Ford.

Das andere ist: Dieser Duft hier (und seine Flanker): DAS ORIGINAL.

In "Colonia" von Acqua di Parma begegnet uns (historisch sicher nicht korrekt, aber im Sinne einer gefühlten Wahrheit) so etwas wie das italienische Ur-Cologne, das ultramontane Gegenstück zu 4711 und Farina Gegenüber. Gerade in der Eröffnungsphase ist die Verwandtschaft zu den deutschen und französischen Kölnischwässern und Colognes in der Tradition der Kölner Häuser, aber auch z.B. von Guerlains Impérial, deutlich zu spüren: Da wird an eine vorhandene Tradition ganz klar angeknüpft, weshalb es für den gut passenden Namen "Colonia" auch neun Punkte gibt.

Der Auftakt ist perfekt zitronig; und diese Zitrone hält exakt die Mitte zwischen cremigweicher Verschleierung und spitzer, harter oder scharfer Pieksigkeit. Es ist eine wundervoll kräftig mittel- bis dunkelgelb leuchtende, runde, solide verbaute, sanfte und doch starke Zitrone, mit leicht grünen und bitterfrischen zitrischen Weggefährten (ich hätte hier auf Bergamotte und Pomeranze getippt und lag damit nahe dran).

Nach etwa 20 Minuten machen sich stärker florale Einschläge erkennbar, Rose hätte ich nicht vermutet, ein dezidierter (gar schwerer) Rosenduft ist es auch definitiv nicht, mehr eine unspezifische, aber sehr schöne florale Aspiration. Auch Rosmarin und Eisenkraut nehme ich nicht gesondert wahr, aber an, dass die beiden für die stabilen, kernigen und männliche Bass-Unterlegung sorgen, auch ohne dass man sie eigens rausriecht. In dieser Phase changiert Colonia ganz wundersam zwischen einer floral-zarten Zitrik und einem knackigen Zitronensorbet, womöglich mit Pistazien drauf.

Hier denke ich, wow, das ist so ein für sich stehender Duft, an dem genauso wenig zu optimieren ist, wie an einem Parmesanlaib, einer Zypresse oder dem Dom von Parma. Das Ding steht einfach so in der Welt und man hofft, für immer, oder jedenfalls noch ein paar tausend Jahre. Nach einer knappen Stunde tritt dann allerdings eine Entwicklung ein, die mich etwas irritiert, es betritt nämlich der Lavendel spürbar die Bühne und füllt diese dann für etwa eine Stunde auch raumgreifend aus. Lavendel in Kölnischwässern ist nun ja maximal klassisch, der ist auch in 4711; aber mir kommt das hier zu dominant vor; für meine Nase wird die Zitrik hier (vorübergehend) zu stark verdrängt. Das mag aber einen sehr subjektiven Touch haben. Ich mag eigentlich Lavendel sehr, scheine ihn aber seit einigen Monaten immer besonders stark wahrzunehmen, vielleicht stärker, als er da ist.

Ab der dritten Stunde gewinnt die Zitrik verlorenes Terrain zurück, Lavendel bleibt moderat anwesend, und zugleich tritt die zuerst holzige, dann wundervoll-klassisch ins Seifig-Zartsüße verlöschende Basis hinzu. Großartiger, unglaublich harmonischer Abgang!

Wenn man von meiner Lavendel-Irritation absieht, gefällt mir Colonia ausgezeichnet, allerdings nehme ich in fast als etwas überklassisch wahr. So klassisch, dass ich ihn fast etwas altherrenhaft finde, was bei mir etwas sagen will, denn ich bin nun auch keine fünfundzwanzig mehr und werde bei Etiketten wie "Opaduft" normalerweise eher neugierig. Aber meine Meinung scheint ja keine allgemeine Meinung zu sein: Wenn ich mir hier anschaue: 385 Besitzer, und davon viele mit ziemlich hippen und clubtauglichen Nicknames, die eher weniger an Bildungsbürger im Ruhestand denken lassen. Schön, dass diesen Duft anscheinend seine Jugendfrische geblieben ist; ich gönne und wünsche ihm mindestens noch hundert Jahre. Parma per sempre!

Zwei Nachbemerkungen noch:

Ein freundlicher Parfumo hat unter No 1 dieser kleinen Serie die Anmerkung hinterlassen, man sage, schwere Zeiten seien gut für leichte Düfte. Daran scheint etwas zu sein. Die No 3 dieser Serie wurde 1938 lanciert, in der Zeit des Anschlusses Österreichs, des Münchner Abkommens und der Spätphase des spanischen Bürgerkriegs. Dieser hier datiert tatsächlich von 1916. Was für Deutsche und Franzosen "Verdun" ist, war für die Italiener und Österreicher das Flüsschen Isonzo, an dem in mehreren Kriegsjahren hintereinander, und so auch 1916, die Blüte der italienischen Jugend im Matsch, in Granatenhagel und Maschinengewehrfeuer ihr Leben ließ. Es war ein jahrelanges Patt, ironischerweise "siegten" am Ende, 1918 die Österreicher: die italienische Front brach zusammen und der Weg durch Norditalien nach Rom stand offen. Aber genau in diesem Augenblick ließ die Spanische Grippe und die die politischen Auflösungserscheinungen des k.u.k.-Reichs auch die österreichische Armee kollabieren. Und so blieb alles was es war: ein großes Unentschieden, militärische Lage so wie vier Jahre zuvor, nur mit unendlichen Massengräbern zusätzlich, solchen, wie sie Norditalien, wenn überhaupt, dann in der Antike zuletzt gesehen hatte. Und mitteldrin in diesem Schlamassel, ein paar Dutzend Kilometer hinter der Front, wurde 1916 dieses leichte, heitere Sommerwässerchen geschaffen, das bis heute ein Gute-Laune-Bringer ist. Verrückt, oder?

AdPs Parma nimmt für mich eine Zwischenstellung ein: Es lässt seine Verwandtschaft zur deutsch-französischen Tradition ganz leichter, flüchtiger, zitrisch-kühler Colognes deutlich erkennen. Zugleich kann es mit seiner guten Performance, differenzierten Duftentwicklung und einer Haltbarkeit, die mit fünf bis sechs Stunden so manches moderne 300-Euro-Angeber-Nischen-EdP in den Schatten stellt, bedenkenlos Ambitionen anmelden, in der Welt der "richtigen Parfüms" mitzuspielen.
23 Antworten
10
Preis
10
Flakon
8
Sillage
7
Haltbarkeit
10
Duft
Bastian

35 Rezensionen
Bastian
Bastian
Top Rezension 37  
Urvater der zitrischen Düfte
Es ist wieder soweit.
Ich schreibe heute einen etwas kleineren Kommentar zu der Marke
ACQUA DI PARMA die im Jahre 1916 in der Altstadt in Parma gegründet wurde.

Es geht um Colonia........

Acqua di Parma Colonia ist der Urduft aller AdP Düfte. Seine Grund DNA, finde ich kann mann in fast allen AdP Düften erkennen.

Was macht aber diesen beeindruckenden Sommerduft so einzigartig?

Wer schonmal auf Sizilien oder Sardinien war, und dort über eine Zitroneplantage gelaufen ist, weiß von was ich rede.

Dieser Zitrusduft, so sanft und elegant wie er in der Luft liegt, genau so riecht der Duft.

Acqua di Parma hat es doch wirklich geschafft,
diesen einfachen aber edlen, stilvollen und nicht zu aufdringlichen Duft in den Flakon zu bekommen.

Er erfrischt auf eine Art von Leichtigkeit wie ich es von keinem anderen Zitrischen Duft kenne.

Ja und ich muss sagen, für mich persönlich ist er der Maßstab für erfrischende Zitrusdüfte.

Der Flakon, den es in 3 Größen gibt, ab 80 Euro aufwärts, ist einfach aber sehr Edel gestaltet. Der Sprühkopf, ist einer wenn nicht sogar der beste im Parfüm Business.

Die Sprühstreuung und Dosierung ist perfekt in Balance. Besser geht es kaum.

Ich zolle diesem Duft meinen allerhöchsten Respekt.

IN DIESEM FLAKON, LEBT DER SOMMER.
ER WARTET NUR DARAUF, RAUSGELASSEN ZU WERDEN.

MILLE GRAZIE ACQUA DI PARMA
29 Antworten
10
Flakon
8
Sillage
7
Haltbarkeit
10
Duft
Gandix

170 Rezensionen
Gandix
Gandix
Top Rezension 39  
Plötzlich blinzelt die Sonne
Kennt ihr dieses Gefühl, wenn man nicht anders kann,
als lächeln?
Sich die Mundwinkel wie von selbst nach oben ziehen?
So ging es mir neulich, als mir diese Probe ins Haus flatterte
und ich sie aufsprühte.
Das Wetter, graue Tristesse und eiskalt,
schon seit Tagen.
Die Stimmungslage Minus 50° Fahrenheit,
aber, das wisst ihr ja selbst, wie das im Moment ist.
Und dann nehme ich diese Probe zur Hand,
sprühe...
...und plötzlich blinzelt die Sonne durch das düstere Grau,
schickt ihre wärmenden, zitrischen Strahlen in mein Gesicht,
und ich fange an zu lächeln....

Es ist eine wunderbare Zitrik,
mehr cremig,
wie sie sich auf meiner Haut ausbreitet.
Unterlegt ist das Ganze von sanft krautigen Noten,
die ich nicht einzeln ausmachen kann.
Natur pur.
Die Basis - will ich es überhaupt Basis nennen? -
Es ist mehr wie ein Flirren,
immer wieder Aufflattern sanfter Holznoten.
Sie geben Stabilität,
umarmen die Zitrik.
Der Duft ist klassisch und modern in Einem,
wunderbar leicht und angenehm zu tragen.
Und ich kann nicht mehr aufhören zu lächeln...
Es geschieht ganz von selbst....
32 Antworten
10
Duft
Naaase

109 Rezensionen
Naaase
Naaase
Top Rezension 25  
"Änd se winna is... "Akwa Diparma"
Überall Scheinwerfer ! Unzählige Ferseh-Stationen sind zugeschaltet. Überall nur die Schönen und Reichen. Der Champagner fließt in Strömen.

Ja, es ist wieder Zeit für die Verleihung der "Oscars". Alle warten ganz gespannt auf den aufregendsten Moment des Jahres.

Aber noch hüpfen Mitglieder irgend so einer gerade so unglaublich angesagten Boy-Group zu mehr oder weniger rhythmischen Klängen über die Bühne. Überall Lachen. Überall Muckis und jugendliche Gesichter. Wodurch auch immer...

Doch dann: Tadaaaa !!! Fanfaren blasen und kündigen den Höhepunkt an. Oder ist es auch nur die bereits unzählige Male (und damit schon viel viel zu oft) abgespielte Hymne der Gruppe "Europe" aus meiner Sturm-und-Drang-Zeit ("It's the final countdown") ? Doch in diesem so aufwühlenden Moment fehlt mit schlichtweg die Zeit, mir Gedanken über diese Frage und erst recht über meine zurückliegende Sturm-und-Drang-Zeit zu machen. Es betritt nämlich eine wunderschöne Frau die Bühne: Genauer gesagt: Die schönste Frau der Welt. Und noch genauer gesagt: Es ist MEINE Frau.

Sie hat einen Umschlag in der Hand. Es ist DER Umschlag. Dabei ist -wie wir alle wissen- der Umschlag an sich ja nicht von so großer Bedeutung. Nein, wichtig -oder besser gesagt: Entscheidend- ist vielmehr das, was sich in diesem Umschlag befindet. Es ist nämlich ein Stück Papier. Aber natürlich nicht irgendein Stück Papier. Dabei ist -wie wir ebenfalls alle wissen- das Stück Papier ja nicht so wichtig. Sondern vielmehr das, was sich auf diesem profanen Stück Papier befindet. Ja, liebe Leser, auf diesem Stück Papier befindet sich ein Name. Und natürlich nicht irgendein Name. Nein, es ist DER Name. Und zwar DER Name meines Sommer-Pafums. DAS Parfum, das ich tragen werde, wenn die Sonne uns mit ihren freundlichen Strahlen erwärmen und die Blumen und Gräser in einem strahlenden Licht erscheinen lassen wird.

Die Spannung wird langsam unerträglich für mich. Ich erblicke im Zuschauerraum bekannte Gesichter: Ich glaube, das ebenso attraktive wie interessante Gesicht George Clooneys auszumachen. Auch der etwas wirre Lockenkopf von Charlie Chaplin wedelt mir optisch entgegen. Auch diese beiden Herren inmitten von Glanz und Glamour blicken mir ebenso spannungsgeladen wie erfüllt von nervöser Vorfreude entgegen.

Doch da erhebt diese wunderschöne Frau (hatte ich es schon erwähnt: Die schönste Frau der Welt) auf der Bühne ihre engelsgleiche Stimme. Oh, sie spricht ja Amerikanisch. Na ja, immerhin ist es ja eine Oscar-Verleihung und die findet ja im fernen Amerika statt. Nun gut: Da spricht man halt nun mal diese Sprache. Sei's drum !

Doch halt ! Jetzt öffnet sie den Umschlag. Natürlich langsam und mit viel Bedacht. Schon wegen der Spannung. Mir schießt durch den Kopf: Was die jetzt wohl für eine Werbe-Sekunde zahlen müssen. Doch ich verwerfe sogleich diesen kapitalistischen Gedanken. Dafür bin ich viel zu aufgeregt. Und -so nebenbei gesagt- ich habe auch gerade keinen Taschenrechner zur Hand, um dieses vorwiegend mathematische Problem zu lösen.

Doch dann ist der Umschlag offen. Endlich !!! Und zum Vorschein kommt zwischen ihren zarten und feingliedrigen Fingern eben dieses Stück Papier. Langsam senkt sie den Blick ihrer wunderschönen grau-grünen Augen, in denen ich mich ansonsten stundenlang verlieren kann. Die mir für gewöhnlich zärtliche Geborgenheit und unermessliche Freude zugleich bereiten. Doch nicht heute ! Nicht jetzt ! Wie gesagt: Dafür bin ich viel zu aufgeregt. Noch ein kurzer Blick zu George Clooney: Hey, was guckt der so ? Finger weg von meiner Frau ! Ich werde noch nervöser und eine Spur Eifersucht mischt sich in die unermessliche Vorfreude. Da schießt mir ein kurzer Gedanke urplötzlich durch den Kopf:" Soll ich den Typen rausschmeißen ?"

Doch ich lasse noch einmal Gnade vor Recht ergehen. Aber es ist wohl besser, wenn ich diesen "geschleckten Beau" im Auge behalte - beschließe ich. Nun ja, bei Charlie Chaplin kann ich da wohl etwas nachsichtiger sein: Der ist wohl nicht ihr Typ. Aber dieser Clooney - Holzauge sei wachsam !

Doch dann höre ich schon ihre Stimme. Einfach wunderbar: Warm und sinnlich zugleich; erotisch und edel zugleich; liebenswert und aufregend zugleich.

"Änd se winna is: Mister Akwa Diparma !" schallt es durch den Raum. Wie ein dröhnender Donnerhall !

Ich stutze: Wer mag wohl dieser sonderbare Mister sein ? "Akwa " !!! Möglicherweise ist er asiatischer Herkunft ? Dann höre ich "Colonia" und habe kurzzeitig Kopfkino von wegen Karneval und so weiter ("Ja, da simmer dabei, dat is pri-hi-ma..."). Noch kurz einen prüfenden Blick in Richtung dieses schauspielernden Schönlings im Publikum: Position unverändert - Blick immer noch schmachtend in Richtung meiner Frau. Ja ja, ich kann Dich ja verstehen, lieber George, aber wehe ...

Doch dann folgt die Laudatio, die ich dem geneigten Leser (und natürlich auch der geneigten Leserin) gerne in die Deutsche Sprache übersetzen will: Da ist zunächst was von einem wundervollen zitrisch-natürlichen Auftakt die Rede.

"Lieber Herr Clooney, noch so ein eindringlicher Blick und es gibt für Sie 'Saures' !" Aber dieser Typ nickt nur. Womöglich hat er spätestens in diesem Moment MEINE Botschaft verstanden. Oder er stimmt einfach nur den Ausführungen dieses bezaubernden Engels auf der Bühne zu. Ich will mal nicht so sein: Zur Vermeidung einer unausweichlichen tätlichen Auseinandersetzung mit einem schrecklichen Ende für diesen Kerl unterstelle ich mal Letzteres. Zumal auch Charlie zuzustimmen scheint.

Ich höre diese zauberhafte Stimme: Sie sagt was von "gekonnt untermalt mit Lavendel und Rosmarin". Doch doch, da bin ich mir sicher: Sie meint jetzt wieder diesen "kölschen Jung (mit offensichtlich asiatischer Herkunft)". "Dadurch wirkt diese natürlich reine Zitrone nie sauer, sondern stets erfrischend und sauber." fährt sie fort. Es folgen Ausführungen zu "zu keinem Zeitpunkt die Umwelt belästigen wie mit diesen neuartigen Power-Düften...". In diesem Zusammenhang ist von "Silage" die Rede. Nun, dieses Wort muss ich bei Gelegenheit wohl noch mal im Duden nachschlagen. Auch soll ja die Haltbarkeit -noch dazu für ein Cologne- hervorragend sein.

"Potzblitz" denke ich mir, "da hat sie ja wieder mal was Feines für mich und den Sommer rausgesucht !" schmunzle ich zufrieden in mich hinein. "Wenn sich jetzt nur noch dieser Clooney verdrücken würde..." Aber der lächelt versonnen. Offensichtlich weiß er, wovon meine Traumfrau spricht. "Aber Du weißt ja, lieber George: Duften: Ja. Mit meiner Frau verduften: Nein !"

Doch sie lässt sich nicht beirren. Mit fester Stimme berichtet sie von "weißem Moschus" in der Basisnote, die für sie sehr männlich wirkt und dass sie sich diesen Duft -trotz "Unisex"- als Frau nie trauen würde zu tragen. Wieso auch ? Hier geht es ja um mich. Genauer gesagt: Um MEINEN Sommerduft. Es ist MEINE Oscar-Versnstaltung. SIE hat ja bereits ihren Florabotanica !

Es folgen noch ein paar ausklingende Worte zu der langen Tradition dieses Duftes und zu dem zeitlosen -jedoch wunderschönen- Flakon. Und dann ist die Veranstaltung auch schon wieder zu Ende. Schade eigentlich. Und für die geladenen Gäste gibt es jetzt Hummer, Kaviar und reichlich Champagner.

Und meine Frau ? Sie blickt mich zärtlich an und sprüht einen wundervollen Duft in meine Richtung. Sie nimmt mich an der Hand und meint: "Komm, mein Schatz, lass uns nach Hause gehen. Du duftest so gut."

Und George ? Der soll ja seine Anwältin haben...
5 Antworten
Weitere Rezensionen

Statements

157 kurze Meinungen zum Parfum
PinseltownPinseltown vor 1 Jahr
10
Flakon
6
Sillage
7
Haltbarkeit
9.5
Duft
Gran Signore
Blickt ins goldwarme Zitruslicht des Südens
Lavendelwind weht
Seine lebenserfahren holzig Altersfalten
Lächeln charmant dankbar
44 Antworten
SalvaSalva vor 3 Jahren
8
Flakon
6
Sillage
6
Haltbarkeit
10
Duft
Was liebe ich den!
Ein Lebensduft
Mein Cologne No.1
Bella Italia im Flakon
Edelste Zitrone ever
Leichte Seifennote
So schick&klassisch
21 Antworten
SchoeibksrSchoeibksr vor 4 Monaten
5
Sillage
6
Haltbarkeit
7
Duft
Zitronenfestival in Italien
Zur Vorbereitung die Hände rosig einseifen, pudern & cremen
Dann gehts ans Pflücken überm würzigen Erdboden.*
26 Antworten
DuftgroupieDuftgroupie vor 5 Monaten
7
Sillage
5
Haltbarkeit
9
Duft
Besichtigung im Zitrustempel im Hintergrund leicht florale Chorsänger /würzige Felder umarmen süßsauer/ holzigcremiges Spiel
22 Antworten
Eggi37Eggi37 vor 2 Jahren
7
Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
9
Duft
Probe aus 2011/2012
Einer der besten Colognes
Klassisch angelehnt
Echt riechende Zitrusnoten treffen auf männlich grüne Krautigkeit
Elegant
20 Antworten
Weitere Statements

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