Miss Marple, Seife, Rose und Iris - und ein klappriges Fahrrad
Blanker Zufall.
Hätte ich nie getestet wäre ein Restflakon nicht bei mir gelandet.
Miss Marple ist eine wunderbare alte Lady, die in vielen Agatha Christie Verfilmungen die Hautrolle mimte.
Sie war charmant schrullig, sie hatte einen wunderbaren Blick für die Dinge des Lebens, machte eigenartige Grimassen mit ihrem Gesicht - ich liebe ihre Filme. Doch kommen wir nun zum Duft!
Iris Rose. Das ist es und das bekommt man auch.
Der Duft beginnt wie eine Rosenseife. Und damit meine ich nicht dieses Industriewaschzeugs. Nein ich rede von einer selbstgesiedeten Lieblingsseife! Da ich selbst schon Seifen gesiedet habe, kann ich all denen sagen, die noch nie Seifen selbst gemacht haben, es ist eine wunderschöne aufregende Sache!
Zutaten bereitstellen, Fette und Öle schmelzen, die Lauge herstellen (Handschuhe nicht vergessen) und alles schön mit dem Pürierstab mixen (setzt bitte eure Schutzbrille auf und entfernt die Katzen aus der Küche!) bis eine homogene puddingartige Masse entsteht, der sogenannte Seifenleim. Dann muss es schnell gehen, den Seifenleim kann man dann beduften und sogar noch einfärben. Das ganze wird in eine Form gegossen und muss sich da erstmal ausruhen, solange der Seifenleim noch warm ist, können nun kleine Rosenknospen in die Masse gesteckt werden, die gerne mit reifen dürfen.. ja eine Seife muss erst reifen, wie ein gutes Parfum eben auch!
Eine selbstgemachte Rosenseife riecht je nach dem verwendeten Rosenöl wunderbar zart, nicht aufdringlich und dezent blumig, wie ein Rosengarten. Der Schaum, wenn man die Seife nach der Reifung anwäscht, ist zart, cremig und fast sahnig, je nach Zutaten. Der Schaum wirft stabile Blasen, die Öle und Fette verwöhnen die Haut und trocknen sie beim waschen nicht aus. Solche handgemachten Seifen sind wunderbare Geschenke und Aufmerksamkeiten!
Eine Seife ist Wellness für die Haut, und dieser Duft ist Wellness für die Seele!
Iris Rose beginnt genauso! Wie eine zartrosa Rosenseife, einfach wunderbar!
Nach und nach weicht das dezent seifige, und der Duft wird blumiger, weicher und die Iris tritt nach vorne.
Und das ist ja wohl das schönste, sanfteste was ich bisher habe an einem Rosen-Irisduft habe riechen können.
Eine helle, luftige, freundlich aufgeschlossene pudrige Iris ist es, nicht streng, nicht staubig trocken. Nein sondern lieblich, leicht süß und transparent. Wie eine kleine Wolke, wie rosafarbene Blütenblätter die so sacht deine Haut berühren...
So bleibt der Duft für eine schöne Zeit, Hölzer, Moschus und Vanille runden den Duft ab.
Es ist kein lauter Duft, er ist und bleibt ein Hautduft. Wahrnehmbar an mir selbst, und wenn mir jemand nahe kommt dann auch für andere riechbar.
Iris Rose ist ein Seelendüftchen. Eckt nicht an, spricht für sich selbst, macht kleine wunderschöne Veränderungen auf der Haut durch und bleibt aber trotzdem immer das was den Duft für mich ausmacht.
Er hat etwas nostalgisches, dieser Duft. Kein Oma-Duft, nein wirklich nicht. Obwohl ich ihn mir an Miss Marple sehr gut vorstellen kann wie sie da mit ihrem sehr klapprigen Fahrrad zu ihrem Mister Stringer radelt, einen Schal um den Hals und diese unmögliche Kopfbedeckung (sie nannten es einen Hut!) auf dem Kopf weil sie ihm doch sagen muss dass sie etwas herausgefunden hat! Sie hatte eindeutig Stil, diese britische Lady!
Aber ein weiblicher warmer Schmeichler, das ist er. Ein Wellness Duft für das Sofa, mit dicken Söckchen, einer Kuscheldecke, einem Buch und einem zartschmelzenden Stück Schokolade.
Doch den kann man auch ausführen, arbeitstauglich ist er ebenfalls was meine Kollegin mir wohlwollend bestätigte. Der hat Lieblingsduft-Potential!
Darf bei mir einziehen, weil er ein kleines bisschen Vergangenheit mit in die Gegenwart bringt.