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Emikae

Emikae

Rezensionen
1 - 5 von 16
Ein Schwall aus Eindrücken…
…kommt einem entgegen, wenn man den Duft zum ersten Mal aufsprüht. Die Mairose, zusammen mit deftigem Assam-Oud und einer scharfen Zitrik, überwältigen die Nase regelrecht. Nach einigen Minuten beruhigt sich das Bild und das Oud, zusammen mit einem harzigen Labdanum und einer herben, leicht felligen Animalik rückt in den Vordergrund, während die säuerlichen Blüten weiterhin im Hintergrund mitmischen. Nach einiger Zeit wird es leicht metallisch, aber alles noch im gut erträglichen Rahmen.
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Ein Spaziergang an der hawaiianischen Meeresküste
Ich bin im Juni letzten Jahres auf die Marke Nebiru aufmerksam geworden und habe den Emerald bei Frederic bestellt. Anfangs kein so großer Fan, habe ich gelernt, den Duft über die Zeit hinweg mehr und mehr wertzuschätzen.
Als Frederic seinen ”Ruby” ankündigte, war ich gespannt wie ein Flitzebogen: Einen Ambraduft wollte ich schon lange haben und der ”Atlantic Ambergris” war nirgends zu finden. Also bestellte ich mir gegen Ende März ein Sample des Duftes und wartete ab, bis er vor kurzem in meinem Briefkasten landete.
Einige Tage habe ich den Duft jetzt getragen und kann mit gutem Gewissen sagen, dass er etwas ganz besonderes ist:

Er startet mit einem Blütenmeer an der Küste eines Ozeans. Die Rumcola an der Strandbar nebenan parfümiert die Luft, welche zusammen mit der Meeresbrise gegen uraltes Mineralgestein donnert. Die Blumen verschwinden nach und nach und es tun sich in der Entfernung Zimtbäume und Kräutergärten auf. Der Drydown entführt uns in den Djungel abseits der Küste: Marode, moosbedeckte Bäume verrotten langsam, das Harz trieft vor sich hin und erfüllt die Luft mit seinem Duft.

Ich muss sagen, dass ich noch kein allzu großer Fan des späten Drydowns bin, da er mich etwas an Emerald erinnert und für mich nicht wirklich zum restlichen Duft passt. Den Rest finde allerdings wirklich stimmig und habe ich so noch nirgendwo auch nur ansatzweise gerochen. Preis-Leistung ist bei Frederic sowieso absolut top, 30ml dieses feinen Duftes bekommt man für nur 189€, was, wenn man bedenkt, was für Rohstoffe hier verbaut sind, wirklich extrem beeindruckend ist.

LG
Euer Emikae
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Herr Agar sitzt im Sommer mit Johannesbeerschorle und Weihrauch am Pool
So ergab es sich, dass es dem Herrn Agar eines Nachmittags zu heiß in seinem Ferienhaus in Sohar wurde. Er hätte an den Felsenstrand gehen können, aber er hatte schon Frühsport gemacht und außerdem war ihm ohnehin nach Bakhoor zumute. So ging er in die Küche, schenkte sich eine Johannisbeerschorle ein, nahm seinen Bakhoor-Brenner und Weihrauchharz mit und schleppte sich schließlich zum Pool hinter seiner Gartenterasse. Dort saß er nun, umhüllt vom Geruch des Bakhoors; sein Adlerholz-Attar auf seinem Arm stieg ihm ebenfalls in die Nase und der sanft-spritzige Geruch der Johannesbeerschorle durchbroch den rauchigen Schleier– gerade genug, dass ihm das Wasser im Mund zusammenlief.

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Ich war noch nie selbst im Oman, aber zumindest in den Emiraten ist mir aufgefallen, dass die Menschen ihr Parfum auch in der stärksten Hitze ebenso dick auftragen wie sonst.
King Blue könnte ein Versuch sein, Oud-Liebhabern im Westen diese Mentalität näher zu bringen. Ein rauchiger Oud-Duft wird nur um einen Hauch aufgefrischt, sodass er der westlichen Auffassung von Sommergeruch um eine Spur gerechter wird.

Aber wie riecht er nun?

Ich finde, dass meine kleine Geschichte am Anfang den Duft relativ gut beschreibt. Zu Beginn steigt einem ein rauchiges und doch recht animalisches Oud zur Nase, bevor der Weihrauch Überhand nimmt und das Oud eher im Hintergrund bleibt, aber nie ganz verschwindet. Eine gewisse fruchtige Frische gesellt sich dazu und verleiht dem Duft die nötige Tiefe. Zum Schluss klingt der Duft sanft mit einer Weihrauchnote aus. Leder kann ich eher weniger herausriechen, es ist in meinen Augen sparsam verwendet und vermischt sich äußerst gut mit dem Oud.

H/S sind Amouage-typisch eher auf der starken Seite, der rauhe-dunkelbraune Flakon ist wirklich sehr schön und wirkt edel.
Preislich ist die ganze Geschichte auch angemessen, man bekommt schließlich 100ml, da sind die Xerjoff-Düfte zum Teil im Preis pro ml teurer. Allerdings wäre eine 50ml-Option für 300€ schon ganz nett.

Insgesamt wird der King Blue nicht jedem gefallen. Man muss Oud und Weihrauch mögen und damit d’accord sein, dass man sich mit dem Duft unter der breiten Bevölkerung eher weniger Freunde machen wird, schon gar nicht im Sommer.
Ob man sich den Duft nun für die 500€ zulegen sollte, muss jeder für sich wissen, aber einen Test ist er allemal wert.

LG Emikae
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Der Gestaltenwandler
Seit zwei Jahren hatte ich es mir vorgenommen, diesen Duft zu testen. Heute kam die ersoukte Abfüllung an und ich konnte meinen jahrelangen Wunsch endlich erfüllen.

Elegant waftet die Duftwolke nach dem Aufsprühen durch den Raum. Er fängt an mit realistischer, leicht süßer Zitrik, etwas grün anmutendem und viel Minze bzw. Amyris. Schön fruchtig-frisch, dachte ich. Im weiteren Verlauf macht er allerdings immer mehr eine absolute Kehrtwende:
Zunächst wird der duft deutlich kantiger und leicht medizinisch-metallisch. Die Zitrik schwindet etwas und macht dem medizinischen Oud und etwas leicht synthetisch anmutenden Platz. Dieser Eindruck schwindet allerdings ein paar Stunden später, wenn er plötzlich zu einem seifig-floralen Duft wird. Nur entfernt riecht man noch einen kleinen hölzernen Kern mit etwas Biss heraus. Einige Zeit geht das so weiter, bis der Duft ein wenig an floralem verliert und eine seifig-hölzerne Basis verbleibt, die dem Duft bis ans Ende treu bleibt.

Wie man möglicherweise erkennen mag, ist der Duft auf meiner Haut extrem komplex und verändert sich wirklich im Stundentakt. Es ist ein förmlicher Tanz mit verschiedenen Noten und Duftstilen, welche mühelos inneinander übergehen. Wer gefordert werden möchte, liegt bei diesem Duft genau richtig.

Die Haltbarkeit und Sillage sind, gerade für einen eher frischen Duft, absolut zufriedenstellend. Zu Beginn riecht man den lieben Gumìn meterweit und selbst nach einigen Stunden ist er immer noch sehr stark vernehmbar.

Der Preis ist mMn ein wenig hoch angesetzt, aber wenn man ihn sich online mit Rabatt bestellt, ist der Preis (~240€) von P/L her absolut vertretbar.

Verpackung und Flakon sind absolut spitze, allerdings finde ich die Verpackung irgendwie etwas zu groß und sperrig; etwas kleinere Dimensionen würden ihr schon irgendwie gut tun.

Ich habe einige Rezensionen auf Fragrantica gelesen, die den Duft als "Oma-Duft" beschrieben hatten. Während ich finde, dass da zum Ende des Verlaufs hin mit dem seifigen Profil definitiv was dran ist, bin ich nicht der Meinung, dass man damit wirklich "alt" riecht, zudem finde ich diese "Oma-Assoziation" tatsächlich in diesem Fall fast schon etwas positives; warum genau kann ich allerdings auch nicht ganz sagen.
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Von der Landschaft Korsikas…
Dieser Duft versetzt mich einfach wieder in meine Korsika-Urlaube zurück.

Der warme, harzig-ledrig anmutende Start erinnert mich an den strengen, warmen Duft der Kiefern in der Bucht von Calvi.
Im späteren Verlauf verschwimmt dieser Eindruck mit salzigen Noten, wie die Meeresbrise, die immerfort durch die Bucht zieht. Man steht am Strand vor den Kiefern und atmet die kühle Meeresluft ein.
Zum Schluss nimmt der Duft einen in die korsische Macchia mit— der trockene Duft der Immortelle verschwimmt mit den anderen Eindrücken und wird zu der Bergluft, die man einatmet, wenn man den Hausberg Calvis, den Capu di a Veta, besteigt und von der Macchia aus über die gold-gelben Immertelle-Felder der korsischen Landwirte, bis hin zur Küste schaut.

Für mich ist der Duft einfach eine nostalgische und zugleich unglaublich sinnliche Erfahrung, die mich in Erinnerungen von Strandwanderungen, Klippenspringen und Bergwanderungen schwelgen lässt. Ein kleiner (und recht erschwinglicher) 30ml-Flakon wird sehr wahrscheinlich bald bei mir in die Sammlung einziehen.

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Noch kurz ein paar Worte zur H/S, Preis und Jahreszeit:

Der Duft hält überdurchschnittlich lange, bei mir auf der Haut bei 26°C waren es gestern 9-10 Stunden, in denen ich den Duft deutlich wahrnehmen konnte.
Die Sillage ist ebenfalls gut, in den ersten paar Stunden hat der Duft mindestens 1-2 Meter ausgestrahlt und selbst danach konnte ich ihn selbst als Träger immer noch gut in der Luft wahrnehmen.

Der Preis ist recht gut. Gerade mit der großzügigen Dosis an Immortelle, die als Rohstoff sehr teuer ist (ca. 100kg an Blüten ergeben einen Liter Öl).

Der Duft kann meiner Meinung nach während jeder Jahreszeit getragen werden, allerdings empfehle ich ihn sogar im Sommer am meisten, da er mit der Hitze sehr gut harmoniert und für mich einfach wie trockene, korsische Luft riecht.
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