Gandix

Gandix

Rezensionen
1 - 5 von 181
Es war einmal...
Once Upon a Time...
Es war einmal...
Da fanden sich...

Lederspuren im Irisstaub.
Ein Chypre-Mädchen,
etwas schmuddelig,
die Wangen Ruß-beschmiert,
in einer Bernsteinhöhle versteckt.
Streichle ihr Vanille-weiches Haar.

Once upon a time...
Es war einmal,
da brachte Coty einen wunderschönen Amber-Duft in einem bezaubernden Lalique-Flakon heraus.
Nun, es ist eine Weile her, dass ich mein Exemplar zerdeppert habe, und die Erinnerung fern.
Der hier riecht etwas Vintage,
eine exakte Neuauflage ist es eher nicht.
Der Duft ist leicht Chypre-angehaucht,
was diesen Retroeindruck bewirkt.
Amber und Blumen könnte man sagen,
aber hier ist es Iris,
wo früher andere Blumen waren,
leichter, luftiger im Alten, aber diese Wildleder-Iris hier
nicht weniger schön.
Schwerer ist der Neue,
etwas vanillesüßer,
aber auch nicht zu süß.
Leicht angeraucht,
mit dem richtigen Maß an Wildleder.
Ruß ist jetzt eher übertrieben,
aber der Duft hat was Romantisches,
das mich an Märchen erinnert,
deshalb die Wortwahl.
Eine für mich sehr gelungene Neuinterpretation für alle,
die Iris mit Vanilleamber,
und Kuscheldüfte mögen.
In der Basis vielleicht Shalimar näher,
als dem alten Coty-Amber,
mit einer dezenten Leder-Patina,
und ein klein wenig schmuddelig.
Der Flakon auch hier ein Traum.
66 Antworten
Retro Synthetikvibes
Die Jukebox läuft
Granny Smith lebt
Darauf einen Appelwoin
Wanna have milk and Alcohol
Bieber im Schlafmantel

Hat Ihnen niemand gesagt, dass Milch mit Fruchtsäure ausflockt?
Ein echt schräges Teil.
Die Falten auf der Stirn legen sich quer, bei dem Versuch, etwas zu fassen zu bekommen...
Äh, da ist was.
Frisch. Grün...
Aber was für ein Grün.
Und etwas Parfümig-Blumiges.
Ein Blinzeln in die DuPy... Ahhh Äpfel...
Bestimmt Granny Smith, die waren immer schon ein wenig komisch.
So etwas Apfelwein im ausgeblichenen Eichenfass kommt auch hin...
Aber dann...
Die DuPy hilft in dem Fall auch nicht weiter.
Ein Blick auf die Webseite.
Es wurden nicht alle Duftnoten angegeben.
Jetzt bin ich aufgeschmissen. In die Inhaltsstoffe schauen, warten, ob da was klingelt...
Noch mal einen Sprüh rauf auf die Haut.
Die Äpfel vorbeiziehen lassen....
Das olle Eichenfass...
So nebenbei das Grün genießen.
Die Leber schreit...
wo bleibt der Appelwoin?
Die Falten auf der Stirn legen sich schon wieder quer...
Was ist das für ein blumiger Eindruck?
Jetzt glättet euch mal, das sind die Grannys, die haben sich parfümiert.
Die Speiseröhre jammert...
Auf Appelwoin bekomme ich immer Sodbrennen
(Magen:Upsala),
bestell bitte Milch...
Magen : Mensch Speiseröhre...
Dann brauch ich aber unbedingt ein Weißbrot dazu.
Die Finger tasten sich heimlich zu der Schale auf dem Tisch, und stecken ein, zwei Nüsse in den Mund, dass die beiden mal beschäftigt sind.
Die Leber verarbeitet genüsslich ihren Appelwoin.
Die Speiseröhre ist besänftigt, und der Magen kämpft sich durch die ausgeflockte Milch, samt Fruchtsäure,
freut sich über die spärlichen Nüsse.
Bieber hätte singen sollen, hat aber mittlerweile den Bademantel an, und ist eingeschlafen.
Ich glaube, das hätte der Magen auch nicht mehr vertragen.
Am Ende entweicht ihm etwas Luft, und eine richtig schöne Tonkabohne...

Etwaige Ähnlichkeiten Otto-Seits haben sich eingeschlichen, sind mir aber durchaus nicht unwillkommen gewesen.

Was man wirklich deutlich wahrnimmt, sind die grünen Äpfel, auch Apfelwein und eine minimale Fassnote ist plausibel.
Es gab mal eine Zeit, da war grüner Apfel in Düften wirklich beliebt, aber, ob es wirklich das ist, was man zurückholen muss?
Das lässt den Duft sehr synthetisch wirken.
Mit etwas Fantasie lassen sich gewisse Röstaromen erkennen, mehr getreideartig, bisweilen kann man nussig hineininterpretieren.
Die Milch ist mehr wie Pflanzenmilch.
Der Apfel hält sich relativ lange.
Möglicherweise finde ich auch einen Hauch Waldmeister.
Aber ob mir das der Duft wert ist, das näher zu erforschen, bin ich mir noch nicht sicher.
Der Biber hat tatsächlich alles verschlafen. Den bemerke ich gar nicht.
Und ja, es könnte Tonka sein, die eine ganz leichte Süße ins Spiel bringt.
Eben gepaart mit einem Hauch Waldmeister-Cumarin.
Das ist jetzt alles nichts, das mich stört, wenn es auf meiner Haut ist, aber haben müsste ich es auch nicht.
Eigentlich schade, weil den Ausklang würde ich durchaus mögen.
95 Antworten
So riecht der Süden
So riecht der Süden.
Kristallklares, kühles Wasser rinnt in Bächen von den Bergen Korsikas.
Das Aroma der Kräuter und spritzige Zitrusfrüchte,
Blütenströme vom Wind getrieben.
**
Wow, ist das ein Sommerduft. Ich würde mir zwar wünschen, der ganze Duft bliebe wie der Auftakt, aber auch mit den Blumen später bin ich begeistert, und das trotz Neroli.
Zu Beginn fast ein Cologne, aber es ist viel mehr als das.
Eine Prise Pfeffer im Auftakt, ein Meisterwerk von einem zitrisch-krautigem Frischling.
Und obwohl es nicht so laut ist, hält es erstaunlich gut diese Noten.
Später wird es weicher, um anschließend den Blüten deutlich Raum zu geben. Zu keiner Zeit driftet es in Belanglosigkeit ab.
Dieses Ambrofix ist für diese perlende Frische eines Bergwassers, und eine sehr, sehr sanfte Ambernote in der Basis zuständig.
Gefühlt werden hier Moleküle, die ich fern jeder Synthetik empfinde, in dieses wunderbare Parfum eingebaut.
Die Haltbarkeit, je nachdem, wo man hinsprüht. In den Haaren hält es ewig.
Damit kann der Sommer kommen.
76 Antworten
Die blühenden Gärten Barbicajas
Die blühenden Gärten Barbicajas über der Bucht Korsikas.
Grün,
harsch, wie die kühlende Luft des Abends.
Ein Hauch Wärme geschnittenen Grases.
Urlaub
**
Eine üppige Weißblüherfülle, die auf mich nicht erdrückend wirkt.
Liebliche Akzente von Aprikose.
Eine etwas wässrige Note, sei es von den Blumen, oder doch nen Klecks Synthetik, die dann aber so zart verbaut ist, dass sie mich nicht stört.
Dazu gesellt sich wunderbares Grün, das zunächst sehr harsch wirkt. Ich denke an eine Beimengung von Galbanum. Hier habe ich kurz sehr alte Düfte im Kopf. Aber nur für diesen einen Aspekt.
Später wird das Grün weicher, erinnert mitunter auch an Gras.
Es wird lieblicher, eine leichte Süße mischt sich hinzu, wie Nektar.
Das Grün bleibt bis zum Ende, wird minimal von Vetiver unterstützt, dass es nie zu süß, oder zuu lieblich wird. Sehr weiche Zeder passt gut.
Vanille, vielleicht ein paar Sprenkel, gourmandig wird das nie.
Patchouli kann ich nicht explizit ausmachen. Das erdet den Duft vielleicht nur, und gibt ihm Tiefe.

Ein ganz wunderbarer Duft, mit einem wunderbarem Tanz
vom Gestern ins Jetzt.
67 Antworten
Eine Erinnerung, die nie ganz verblasst
Wunderbar zitrisch,
Lavendel-bespickt
Fernwehblumen auf
sanft-grünem Grund
Traumsequenz auf bepuderter Balsamik
vergangener Zeiten .
Eine Erinnerung, die nie ganz verblasst .

Eine ganz wunderbare Zitrik im Auftakt, so brizzelnd, dass ich überlege, ob Melisse oder Zitronengras mit verbaut sein könnte. Den Kümmel nehme ich nicht explizit wahr. Bezaubernd krautige Noten von Lavendel dazu.
Die Blumen, vor allem Heliotrop und Ylangblüten präsent, lösen bei mir Fernweh aus. Tonka nicht zu süß. Das Ganze bepudert, dass es harmonisch ineinander verschwimmt.
Die Basis ist dann nur noch sehr subtil und körpernah Vanille-ambriert-balsamisch wahrnehmebar.
Am anderen Morgen die Aura von Tonka-bepuderten Heliotrop/Ylangblüten mit einem Lufthauch Balsamik, die mehr an Amber, denn an Patchouli erinnert. Mehr wie eine Erinnerung, denn die Gewissheit eines Duftes.

Die Eigentümerin ist eine Erbin von François Coty, damit wird auf der Homepage Werbung gemacht, und es wird hier auf Parfumo die Nähe zu Emeraude erwähnt. Ich habe das Glück, eine sehr gut erhaltene Version vom Emeraude-Parfum zu besitzen. Ein Resttropfen aus diesem 4er Set, das im letzten Drittel der 1990er Jahre nochmal aufgelegt wurde. Ja, ich kann diese Nähe bestätigen. Im Spoturno ist die Zitrik spritziger und langlebiger. Allerdings scheint er ab den Kopfnoten etwas in sich selbst zu verschwimmen. Auch die Haltbarkeit ist beim Spoturno etwas zu bemängeln. Er ist zwar da, aber eben nur noch körpernah wahrnehmbar. Der Vintage hingegen erblüht mit dem Auftragen auf die Haut, spielt mit ihr und scheint auf ihr zu tanzen. Das ist der Unterschied für mich. Nichtsdestotrotz hat Christophe Sheldrake hier einen wunderbaren Duft kreiert, der natürlich ganz auf meiner Welle liegt. Je öfter ich ihn teste, umso mehr kann ich die einzelnen Noten erschnuppern, und finde ihn näher an Emeraude.
Im Emeraude ist übrigens Zitronengras, also könnte das hinkommen. Das Opoponax und Benzoe durch Tonka ersetzt? Dem Geruch selbst tut das keinen Abbruch, allerdings geben die beiden mehr Tiefe und tragen wohl zur besseren Haltbarkeit bei.
Auf der Homepage heißt es, es wurde moderner verbaut, und so sehe ich das auch.
Mittlerweile sind 1 extrem teures Limited 1, ein Limited 2, ein Traveller, ein aktuelles Extrait, und ein EdP zu erwerben. Die letzten beiden scheinen leicht abgewandelte Noten zu haben. Möglicherweise um eine bessere Haltbarkeit zu erhalten.
Ich konnte eine Extrait - Probe, welche unter dem Traveller gelistet ist, und das EdP testen. Im EdP ist die Zitrik weniger spritzig, eher perlend, aber genauso schön. Der Verlauf nicht so verschwimmend, und die Haltbarkeit besser. Ansonsten empfinde ich den Duft fast gleich. Wenn man also keine überfließende Geldbörse hat, und viel Wert auf das Drumherum legt, ist man mit dem EdP gut bedient.
Zu erwähnen wäre noch, dass ich leicht skeptisch an die Proben herangegangen bin.
(Das bezieht sich jetzt auf alle Proben der Marke.) Ist an einer Stelle Calone erwähnt, an anderer die Rekonstruktion von Ambra und Zibet mit anderen Noten.
Bei einer anderen Probe gar Ambrafix. Ich persönlich nehme jedoch keinerlei Künstlichkeit wahr, und bin äußerst glücklich darüber. Es geht also, es so sparsam einzusetzen, dass es nicht stört. Herrlich, auch in Europa noch Neuheiten zu finden, die toll sind. Sie sind zwar teuer, aber das ist die gängige Nische auch.
Zusammenfassend könnte man sagen :
Spoturno 1921 ist wie eine Erinnerung an Emeraude, die nie ganz verblasst, ganz erreicht es den Klassiker nicht, aber es ist phasenweise sehr nah dran, und wunderschön.
Die Unterschiede zeigen sich durch die stärkere Zitrik zu Beginn, den Lavendel, und natürlich an der am Ende doch unerreichbaren Emeraude-Basis.

Update :
Der Vergleich oben bezieht sich auf sanft gesprühte Hauttests. Mittlerweile kann ich es auch so deutlicher wahrnehmen und sie halten länger.
Viel gesprüht unter Einbeziehung der Kleidung, empfinde ich die Nähe zu Emeraude nicht mehr ganz so groß. Es kommen andere Noten mehr zur Geltung. Im Extrait Lavendel und etwas Würze. Das EdP wirkt kräftig würzig und zeigt so deutliche Unterschiede, inklusive einer leichten Störnote, die eventuell doch für etwas Synthetik sprechen könnte. Nur im EdP. Hier beginnt mein Problem, da bei dem günstigeren Extrait die Noten wie beim EdP angegeben sind.
Bei dem Teuren sind etwas andere Noten. Was war in dieser Extraitprobe, und gibt es Unterschiede, oder empfinde ich es nur so? Ich habe nachgefragt, aber bisher keine Antwort. Persönlich würde ich mich mittlerweile gegen das EdP entscheiden.
59 Antworten
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