IgnikaIgnikas Parfumkommentare

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Ignika vor 22 Monaten 3
7
Duft
5
Haltbarkeit
5
Sillage
7
Flakon

Nicht das Rad neu erfunden
Auch bei diesem Wässerchen hier war ich wieder nur minimal neugierig, als ich den Flankerflakon erblickte. Will, und kann es nicht schlecht reden, aber schon das Original hat mich kalt gelassen. Abgesehen von den Erwartungen an Sillage und Haltbarkeit konnte ich also unvoreingenommen mit dem Testen beginnen.

Schon vom Moment des Auftaktes an ist das Eau Intense Vetiver schüchtern, wirklich schade. Statt Bergamotte erkenne ich Orange, so kräftig süß kann keine Kreuzung aus Bitterorange und Zitronatzitrone sein. Für die erdigen und bitteren Töne ist Vetiver verantwortlich, erkenne hier kaum/keine holzigen und rauchigen Facetten. Der Szechuanpfeffer ist sehr chili-haft.

Im Laufe der letzten Kommentare und Wochen fallen mir immer mehr Parallelen auf. Finde die neu entdeckten Ähnlichkeiten erschreckend und bin deswegen skeptisch, aber die Empfindung ist trotzdem da. Hoffe, dass solche Quantensprünge nicht übel aufstoßen werden. Also:
TdH Eau Intense Vetiver erinnert an Bleu de Chanel Parfum, erinnert an Sauvage. Alle haben eine Verlauf von, in erster Linie, süß-zitrisch zu einer (muffigen) Vetiverbasis, und nicht nur an mir enttäuschen sie mit ihrer Haltbarkeit und Sillage.

Dennoch würde ich diesen Flanker nicht verurteilen. Flanker sollen das Original ja nie ersetzen, sondern nur eine weiter Option zur Nuancierung sein. Genau das ist Eau Intense Vetiver, eine reduzierende, reduzierte Interpretation. Die Essenz bleibt erhalten, und auch will manch einer nicht bis zum nächsten Morgen nach Erde und Orangen riechen!

Ignika vor 23 Monaten
7.5
Duft
7
Haltbarkeit
6
Sillage
4
Flakon

Eindruck hinterlassend
Der feminine Eindruck des Flakons weckte mein Interesse, als ich vom Brillenkauf in die örtliche Parfümerie einschwenkte. Ist beim Türkis-Trupp so neu, dass nichtmal im System die Preise standen. Von außen schnupperts süßlich, kam mir schon fast bouquethaft vor! Nach dem Aufsprühen sah es dann aber anders aus...

So viel Wildleder und Zedernholz! Nach dem ursprünglichen Eindruck kam wie ein Schlag in die Magengrube. Nach den ersten Minuten kamen ein paar andere Noten mit auf, etwas Blauregen und wenig Zitrone. Amber und Ambra hielt ich bisher für identisch, aber diesmal ist mit Amber wohl Bernstein gemeint. Angeblich eine Mischung aus Benzoe, Vanille, Styrax und Tanne. Süß, harzig, warm, gemütlich. Der Duft ist nichts davon. Das muss nichts Schlechtes heißen, vor Jahren hatte ich eine Abfüllung von Pure Leather. Uomo ist ähnlich ledrig-rauchig. Sehr gut! Sehr stark! Daher ruhig sparsam damit umgehen. Hielt bei mir etwas über 7 Stunden.

Also:
Zeder und Wildleder im Stechschritt, während der schwächelnde Rest hinterherhinkt.
Sehr eigen. Statementduft? Auffällig zumindest schon.

Ignika vor 23 Monaten
7
Duft
7
Haltbarkeit
5
Sillage
4
Flakon

Leuchten und glimmen
Der Name Night Canyon lässt aufhorchen. Blaue Optik + Night, Nightflight! Aber halt, der hier sieht so billig aus. Hätte ihn vermutlich nie getestet, wenn er nicht den Weg zu mir gefunden hätte. Einem Mitbringsel aber war ich noch nie abgeneigt.

Anfangs hat dieses Wässerchen noch Präsenz. Zwar durchgehend geprägt von Olivenblüte mit Tabak, zum Auftakt aber etwas aufgefrischt von Bergamotte; mildert den herben Charakter. Zwar habe ich (Stern)Anis und Leder nicht vernommen, aber stattdessen nicht wenig Zitrone. Auch ich habe das Gefühl, dass Night Canyon nach Seife schnuppert. Mich erinnert diese Kombi aus (Olive-)Tabak-Zitrone an Tabac Original. Auch reinlich und doch maskulin, aber leider nicht wie Tabac auch männlich.

Haltbarkeit ist passabel, Sillage aber alsbald nur körpernah. Ein angenehmer Duft für Tage mit morgendlichen Besprechungen oder/und Präsentationen; danach kann man dezent duftend weiter Akten - oder was auch immer- abarbeiten.
Night Canyon: groß genug für Männer, aber noch nicht für Herren.


Ignika vor 23 Monaten 3
8
Duft
5
Haltbarkeit
4
Sillage
7
Flakon

Duft eines passablen Sommers Mk II
Letztes Jahr kürte ich Manderine Sanguine zum Flair meines Sommers, dieses Jahr war Grand Neroli an der Reihe. Den habe ich zwar noch nicht leer, aber trotzdem zu genüge getestet.

Die namensgebende Blüte gibt den Takt an, wird aber begleitet von Zitrone und Petitgrain, Zitrus-Duftprofil: blumig-lieblich, aber auch sauer-frisch, dazu etwas grün. Auch ich rieche diese cremige Moschusnote. Etwas Holz ist tatsächlich noch mit drin, aber leider ziemlich unkennbar. Die meistgenutzten Hölzer, Zeder und Sandel, schließe ich aus; beide sind zu markant und kräftig, um sich hinter ein wenig Neroli mit Zitrone zu verstecken.

Durch meine bisherigen Erfahrungen, den Namen und den Notenbaum erwartete ich ein simples und doch gefälliges Eau de Cologne. Noble Neroli erfüllt alle diese Erwartungen, leider auch bezüglich der Sillage und Haltbarkeit. Zum Auftakt zwar strahlend und erfrischend, danach aber schnell körpernah. Nach maximal einer Stunde! Ähnlich ists mit der Haltbarkeit, auch bei mir quasi weg nach rund 6 Stunden. Schade!

Simpler Feel-good-Duft, schüchterner, kurzatmiger und trotzdem schön. Steht mMn Frauen besser als Männern. Werde mit dem demnächst mal mehr layern, vll komme ich zu interessanten Ergebnissen :)
1 Antwort

Ignika vor 23 Monaten 4
8.5
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage
7
Flakon

Gut dank kleinem Twist
Auftakt: Frisch, zitrisch.
Kennt jeder.
Auftakt: frisch, zitrisch, etwas sauer, mild bitter, herbe Anklänge, und das noch in guter, nein, großartiger Ausführung? Das riecht man nun wirklich nicht alle Jahre.

Lange Zeit wird Jsuh geleitet von Vertretern der Zitrus- und der Gewürzfraktion. Bergamotte trägt weniger bei als Bitterorange und Zitrone(Verhältnis 20:40:40). Dazu in ähnlichem Verhältnis Zimt:Nelke:Myrte. Patch bleibt hintergründig, weder erdig noch so schwer, wie ich es gewohnt bin. Etwas Leder gibt eine herbere Nuance, vll sogar dazu noch Bibergeil. Typischen Cognacgeruch habe ich nicht vernommen, aber Fassgeruch schon!

Also, in erster Linie zitrisch, ohne zu sauer oder zu bitter zu sein. Interessante Aromen dazu, Hintergrund herb durch Leder, krautig und holzig durch Myrte und Cognacfässer. Mir gefällt das Gesamtbild sehr.

Meine aufgehobene Probe ist uralt, und doch riecht die Zitrusfraktion wie letztens erst verarbeitet. Chapeau! Mir gefällts. Den werde ich mir eines Tages gönnen.


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