
KaiDerBecher
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The Hunter's Nightmare
We are born of the blood, made men by the blood, undone by the blood. Our eyes are yet to open... fear the old blood.
Die Phiole stand lange unbeachtet im Schatten des Bücherregals. In dunklem Glas eingeschlossen, verborgen hinter Skripten und Staub, lag sie da wie ein Relikt aus vergessener Zeit. Niemand wusste mehr genau, woher sie stammte oder wer sie dort abgelegt hatte. Manche sagten, sie sei ein Geschenk gewesen. Andere, sie sei zufällig dort gelandet. Doch keiner wagte es, sie zu öffnen. Der Geruch, so flüsterten die wenigen, die ihn kannten, sei nicht von dieser Welt.
Eines Nachts jedoch in einer Zeit, da der Verstand sich vom Alltag zu lösen beginnt, wurde sie wiederentdeckt. Der Mond stand hoch, die Strassen lagen still, und irgendwo, tief unter der Oberfläche, rührte sich etwas. In jener Nacht begann das Spiel. Eine fremde Stadt, deren Gassen vom Blut glänzten, öffnete ihre Tore. Glockenklänge hallten zwischen den Mauern, und Nebel schob sich durch die Spalten altertümlicher Portale. Bloodborne.
Mit dem ersten Schritt durch Yharnam wurde die Phiole geöffnet. Der Duft stieg empor langsam, schwer, feierlich. Doch anders, als ich es erwartet hätte, roch der Weihrauch nicht kalt und metallisch wie in einer leeren Kathedrale, sondern warm, fast umhüllend. Es war der Duft eines Rituals, das nicht entrückt, sondern geerdet war. Eine sanfte Pfirsichnote durchzog den Rauch, kaum wahrnehmbar, aber spürbar sie verlieh dem Duft eine subtile Süsse, einen Hauch von Frucht, der sich nicht aufdrängte, sondern in der Tiefe glomm wie ein stilles Glutbett unter Asche.
Er passte. Nicht nur zur Welt, sondern zur Musik, zu den Schatten, zu allem. Der Geruch legte sich wie ein zweiter Mantel über den Spieler, wurde zum unsichtbaren Begleiter auf einem Weg, den niemand freiwillig geht. In jener Stadt voller Albträume trug man keine Rüstung, sondern Gewänder. Und das White Church Set war das passende Kleid für diesen Duft. Rein im Schnitt, aber durchtränkt von Leid. Sakral, aber nicht heilig. So wie
_Quando_rapita_in_estasi_ mehr Gebet als Parfum, mehr Reliquie als Accessoire.
Im Laufe der Reise wurde mir mehr und mehr bewusst: Der Duft gehörte zu dieser Welt. Er spiegelte etwas wider, das sie selbst nicht in Worte fasste.
Ich habe
_Quando_rapita_in_estasi_ das erste Mal richtig getragen, als ich Bloodborne spielte. Session um Session begleitete er mich durch Yharnam, durch jede Kathedrale, jedes Flüstern. Anfangs war es nur ein Versuch, ein Zufall vielleicht doch mit der Zeit verschmolzen Duft und Spiel zu einem einzigen Erlebnis. Ich lernte den Duft nicht nur kennen, sondern lieben. Dafür danke ich Filippo Sorcinelli und Hidetaka Miyazaki, der mir eine Welt geschaffen hat, in der genau so ein Duft seinen Platz hat.
Fear the old blood.
Die Phiole stand lange unbeachtet im Schatten des Bücherregals. In dunklem Glas eingeschlossen, verborgen hinter Skripten und Staub, lag sie da wie ein Relikt aus vergessener Zeit. Niemand wusste mehr genau, woher sie stammte oder wer sie dort abgelegt hatte. Manche sagten, sie sei ein Geschenk gewesen. Andere, sie sei zufällig dort gelandet. Doch keiner wagte es, sie zu öffnen. Der Geruch, so flüsterten die wenigen, die ihn kannten, sei nicht von dieser Welt.
Eines Nachts jedoch in einer Zeit, da der Verstand sich vom Alltag zu lösen beginnt, wurde sie wiederentdeckt. Der Mond stand hoch, die Strassen lagen still, und irgendwo, tief unter der Oberfläche, rührte sich etwas. In jener Nacht begann das Spiel. Eine fremde Stadt, deren Gassen vom Blut glänzten, öffnete ihre Tore. Glockenklänge hallten zwischen den Mauern, und Nebel schob sich durch die Spalten altertümlicher Portale. Bloodborne.
Mit dem ersten Schritt durch Yharnam wurde die Phiole geöffnet. Der Duft stieg empor langsam, schwer, feierlich. Doch anders, als ich es erwartet hätte, roch der Weihrauch nicht kalt und metallisch wie in einer leeren Kathedrale, sondern warm, fast umhüllend. Es war der Duft eines Rituals, das nicht entrückt, sondern geerdet war. Eine sanfte Pfirsichnote durchzog den Rauch, kaum wahrnehmbar, aber spürbar sie verlieh dem Duft eine subtile Süsse, einen Hauch von Frucht, der sich nicht aufdrängte, sondern in der Tiefe glomm wie ein stilles Glutbett unter Asche.
Er passte. Nicht nur zur Welt, sondern zur Musik, zu den Schatten, zu allem. Der Geruch legte sich wie ein zweiter Mantel über den Spieler, wurde zum unsichtbaren Begleiter auf einem Weg, den niemand freiwillig geht. In jener Stadt voller Albträume trug man keine Rüstung, sondern Gewänder. Und das White Church Set war das passende Kleid für diesen Duft. Rein im Schnitt, aber durchtränkt von Leid. Sakral, aber nicht heilig. So wie

Im Laufe der Reise wurde mir mehr und mehr bewusst: Der Duft gehörte zu dieser Welt. Er spiegelte etwas wider, das sie selbst nicht in Worte fasste.
Ich habe

Fear the old blood.
Silserli aus dem Fegefeuer - pH-Wert: Apokalypse
Nach meiner Begegnung mit
Bergamask einem Duft, der roch wie ein synthetisches Experiment im Limetten-Labor hatte ich Orto Parisi innerlich eigentlich schon abgehakt. Zu schräg, zu laut, zu künstlich. Doch irgendetwas liess mich nicht los. Vielleicht war es genau diese Radikalität, die mich trotz aller Kritik neugierig machte.
Terroni stand schon länger auf meiner Liste, doch seine Beschreibung klang so übertrieben, dass ich skeptisch blieb. Ein Duft, der wie glühende Erde riechen soll? Wirklich?
Und trotzdem: Ich konnte nicht widerstehen.
Ich sprühte mir also
Terroni auf den Unterarm und sofort kam mir ein anderer Duft von Alessandro Gualtieri in den Sinn:
Black Afgano Extrait de Parfum . Irgendetwas erinnerte mich daran, zumindest vom Gefühl her. Leider konnte ich es nicht ganz einordnen, da ich meine
Black Afgano Extrait de Parfum Abfüllung vor Jahren verschenkt habe und seitdem nicht mehr gerochen habe. Der Vergleich bleibt also unklar, aber die Assoziation war auf jeden Fall da.
Was mir beim ersten Riechen ebenfalls auffiel: Auch
Terroni wirkt auf mich relativ synthetisch. Ähnlich wie
Bergamask hat auch dieser Duft einen klar künstlichen Einschlag. Doch seltsamerweise stört mich das hier überhaupt nicht. Während
Bergamask versucht, Natürlichkeit vorzutäuschen und dabei ins Unheimliche kippt, hat
Terroni gar nicht erst den Anspruch, "echt" zu wirken. Er will nicht nach einem Wald, einer Blume oder einer Frucht riechen – sondern nach etwas Elementarem, Grobem, fast schon Mythischem. Und da passt die künstliche Note irgendwie ins Bild.
Der erste Eindruck von
Terroni war gar nicht schlecht. Nur konnte ich mir absolut nicht vorstellen, wann ich diesen Duft jemals tragen sollte. Er ist so speziell und auffällig, dass er zu keinem Moment wirklich zu passen scheint. Und dann war da dieses Rätsel: Ich konnte einfach nicht sagen, wonach er genau riecht. Vielleicht ein bisschen nussig? Rauchig? Etwas muffig? Aber nichts, was ich klar benennen konnte. Kein "Ah, das riecht nach XY", sondern eher ein Gefühl, das schwer zu greifen ist.
Nach ein paar Tagen Testen hat sich der Duft langsam geöffnet und dann fiel es mir plötzlich wie Schuppen von der Nase: Da war etwas Salziges, fast Metallisches im Hintergrund. Und genau das brachte mich auf die Assoziation.
Terroni riecht für mich wie ein leicht verkohltes Laugenbrötli. Oder wie wir in der Schweiz sagen ein "Silserli", das etwas zu lange im Ofen lag. Nicht verbrannt, aber deutlich geröstet mit dieser typischen Mischung aus Lauge, Kruste und einem Hauch von Rauch.
Lustigerweise esse ich genau so ein mit Natronlauge behandeltes Gebäck fast jeden Morgen zum Frühstück. Ich hätte nie gedacht, dass ich eines Tages ein Parfum tragen würde, das mich an mein Frühstück erinnert nur eben in wilder, rauchiger, fast vulkanischer Form.


Und trotzdem: Ich konnte nicht widerstehen.
Ich sprühte mir also



Was mir beim ersten Riechen ebenfalls auffiel: Auch




Der erste Eindruck von

Nach ein paar Tagen Testen hat sich der Duft langsam geöffnet und dann fiel es mir plötzlich wie Schuppen von der Nase: Da war etwas Salziges, fast Metallisches im Hintergrund. Und genau das brachte mich auf die Assoziation.

Lustigerweise esse ich genau so ein mit Natronlauge behandeltes Gebäck fast jeden Morgen zum Frühstück. Ich hätte nie gedacht, dass ich eines Tages ein Parfum tragen würde, das mich an mein Frühstück erinnert nur eben in wilder, rauchiger, fast vulkanischer Form.
4 Antworten
Radioheads - Fake Plastic (lemon) Trees im Uncanny Valley
Nach jahrelangem Verweilen auf meiner Merkliste fand endlich eine
Bergamask Abfüllung ihren Weg in meinen Briefkasten. Der Grund für die lange Wartezeit lag darin, dass ich der Marke Orto Parisi bisher wenig Beachtung geschenkt hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits einige Düfte von Nasomatto getestet, doch nur wenige konnten mich wirklich begeistern. Daher richtete sich mein Interesse eher auf andere Marken, die mich mehr faszinierten. Doch letzte Woche war es schliesslich so weit, ich sprühte mir die Abfüllung auf den Unterarm...
Der Duft kennt keine Zurückhaltung und schlägt mit einer geballten Ladung zitrischer Noten direkt und unerbittlich ein. Doch schon in der ersten Sekunde spürte ich, dass da etwas Ungewöhnliches mitschwingt. Eine seltsame Vertrautheit, ein Gegensatzpaar aus Reinheit und Schmutz, aus Synthetik und Natur. Der Duft fühlt sich... "falsch" an. Sofort kam mir der Uncanny Valley Effekt in den Sinn und wie perfekt er auf dieses Parfum zutrifft. Es scheint eine natürliche Zitrik nachahmen zu wollen, doch die künstlichen, leicht schmutzigen Untertöne bringen das gesamte Bild ins Wanken. Als würde man Zitronen von Plastikbäumen ernten und sich mit ihrem synthetischen Saft übergiessen.
Für meinen Geschmack ist der Duft schlichtweg zu intensiv. Haltbarkeit und Sillage sind übertrieben stark, die synthetischen Akzente dominieren und ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie dieser Duft im Hochsommer mit mehr als fünf Sprühstössen wahrgenommen wird!! Dabei wird er doch genau als Sommerduft vermarktet.
Interessanterweise weckt
Bergamask in mir Assoziationen zu Pedro Almodovars Film La piel que habito (Die Haut, in der ich wohne). Wer den Film kennt, wird vielleicht nachvollziehen können, wie ein Parfum duften muss, das genau dieses verstörende Gefühl transportiert.

Der Duft kennt keine Zurückhaltung und schlägt mit einer geballten Ladung zitrischer Noten direkt und unerbittlich ein. Doch schon in der ersten Sekunde spürte ich, dass da etwas Ungewöhnliches mitschwingt. Eine seltsame Vertrautheit, ein Gegensatzpaar aus Reinheit und Schmutz, aus Synthetik und Natur. Der Duft fühlt sich... "falsch" an. Sofort kam mir der Uncanny Valley Effekt in den Sinn und wie perfekt er auf dieses Parfum zutrifft. Es scheint eine natürliche Zitrik nachahmen zu wollen, doch die künstlichen, leicht schmutzigen Untertöne bringen das gesamte Bild ins Wanken. Als würde man Zitronen von Plastikbäumen ernten und sich mit ihrem synthetischen Saft übergiessen.
Für meinen Geschmack ist der Duft schlichtweg zu intensiv. Haltbarkeit und Sillage sind übertrieben stark, die synthetischen Akzente dominieren und ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie dieser Duft im Hochsommer mit mehr als fünf Sprühstössen wahrgenommen wird!! Dabei wird er doch genau als Sommerduft vermarktet.
Interessanterweise weckt

12 Antworten
Dunkle Nuancen: Ein Zusammenspiel aus Leder, Beeren und Iris

Nach circa 20 Minuten schimmert langsam die Iris durch, wobei die Beeren sich dann eher in den Hintergrund verziehen. Das dunkle Leder ist nach wie vor immer noch präsent.
Im Verlauf von etwa 2 Stunden erreicht die Iris dann den Höhepunkt und verleiht dem Duft eine "karottige", leicht pudrige Note. Die Iris knickt dann im Verlauf etwas ein und die Beeren treten wieder ins Rampenlicht. Zu diesem Zeitpunkt steht auch eine saftige, rote Rose im Zenit die etwas an zusätzlicher Süsse abgibt.
Die Sillage des Duftes bleibt auch nach vier Stunden deutlich präsent, wobei ich finde dass in der Luft eher die Beeren wahrgenommen werden. Bis zum Schluss bleibt

1 Antwort
Von der Gartenarbeit zum Förster
Tirtha eröffnet grün frisch und erinnert an einen frisch gemähten Rasen. Der frische Start verfliegt aber sehr schnell und er beginnt erdig und sehr krautig zu werden. Sehr krautig. Die erdigen, etwas feuchten Nuancen bleiben eher im Hintergrund.
Nach circa zehn Minuten verschwindet auch nun der erdige Aspekt und das trockene Vetiver steht nun im Vordergrund. Der Duft verliert aber nur minimal an Krautigkeit. Immer wieder scheinen Blüten bisschen durch, jedoch so zurückhaltend, dass sie fast unmerklich bleiben.
Nach der Zeit wird der Duft immer wärmer und trockener, wobei die Sillage immer sanfter wird.
Ich finde das der Duft eher in die männliche Schiene läuft, da er doch sehr krautig und trocken ist.
Nach circa zehn Minuten verschwindet auch nun der erdige Aspekt und das trockene Vetiver steht nun im Vordergrund. Der Duft verliert aber nur minimal an Krautigkeit. Immer wieder scheinen Blüten bisschen durch, jedoch so zurückhaltend, dass sie fast unmerklich bleiben.
Nach der Zeit wird der Duft immer wärmer und trockener, wobei die Sillage immer sanfter wird.
Ich finde das der Duft eher in die männliche Schiene läuft, da er doch sehr krautig und trocken ist.