MadameLegrasMadameLegras’ Parfumkommentare

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01.11.2019 11:36 Uhr
10 Auszeichnungen
Es muss jetzt einfach sein, dass ich zu diesem wundervollen Duft doch noch einen Kommentar schreibe, obwohl ich beim Lesen der anderen tollen Kommentare hier immer denke, ich sollte es lieber sein lassen und dieses Feld den Lyrikern und Geschichtenerzählern überlassen …..

Meine Kommentare enthalten meist kleine persönliche Erinnerungen und meine subjektiven Empfindungen bei dem Dufterlebnis. Einzelne Duftnoten kann ich nicht so gut identifizieren, wie viele Kommentatoren hier das so wunderbar beherrschen.

Nun, Erinnerungen habe ich zu diesem Duft keine, denn ich habe ihn erst in der letzten Zeit kennengelernt. Aber meine Empfindungen waren schon nach dem ersten Schnuppern „WOW“.

Ich war auf der Suche nach „meinem“ Rosenduft und habe über den Souk als Beigabe eine Probe von Bal de Roses erhalten. Bereits die erste Begegnung war einfach wunderschön:

Schon der Start ist etwas Besonderes und erinnert an feine exklusive Rosenseife. Dann wird der Duft dunkler und gewinnt an Tiefe, die Rose ist immer noch präsent. Es ist für mich jedoch trotzdem kein Rosenduft im herkömmlichen Sinne, die Rose dominiert das Geschehen nicht. Sie ist als dunkle Rose wahrnehmbar, aber sie verhält sich dezent im Hintergrund. Auch blumig ist dieser Duft für mich nicht, vielmehr ist er getragen von einer wundervollen Pudrigkeit und Wärme. Dabei ist er nicht süß, aber lieblich, nicht aufdringlich, aber einprägsam, nicht raumfüllend, aber hautnah langanhaltend. Im weiteren Verlauf wird er nur noch weicher, dunkler, etwas holziger, aber er verändert sich nicht mehr.

Es ist wahrhaft keine spannende Entwicklung oder gar ein Duftfeuerwerk, aber das muss es für mich auch gar nicht sein. Für mich sollte ein Duft seine ursprüngliche Richtung grundsätzlich beibehalten. Kleine Schlenker sind schön und interessant und dürfen sein, aber ich bevorzuge eine gewisse Gradlinigkeit und diese ist hier auf jeden Fall gegeben.

Bal de Roses ist jahreszeitenunabhängig, passt im Frühling, Sommer, Herbst und Winter, nur bei richtig großer Hitze würde ich ihn wahrscheinlich nicht wählen. Er ist für mich alltagstauglich, tagsüber im Büro oder in der Freizeit und auch abends – sofern kein Kracher angesagt ist – immer eine gute Wahl.

Dieser Duft umgibt mich so schön, er umschmeichelt mich, er wärmt mich, er passt zu mir, ich fühle mich mit ihm einfach wunderbar.

Ich konnte glücklicherweise im Souk zuerst eine Abfüllung und schließlich dann auch den Flakon erwerben und bin darüber sehr glücklich!


04.10.2019 09:52 Uhr
12 Auszeichnungen
Als Rosenliebhaberin war ich wie viele andere auch auf der Suche nach dem perfekten Rosenduft für mich. Meine Ansprüche waren mir dabei ziemlich klar: er sollte authentisch und natürlich sein, nicht süß, kein Orientale (nicht weil ich Orientale nicht mag, sondern weil es für mich dann primär kein Rosenduft mehr ist) , nicht zu leicht und vergänglich, er sollte hell und frisch beginnen und eine warme Basis entwickeln, dabei die Rose aber nicht verlieren.

Mit diesen Ansprüchen ging ich ans Testen. Das größte Problem dabei war, dass die natürlichen, schönen Düfte in ihrer Haltbarkeit sehr begrenzt waren. Die Orientalen hatten da natürlich mehr zu bieten, sollten es aber nicht sein.

In dieser Testphase begann mein Urlaub und der Test wurde gleich zu Beginn im Dutyfree-Shop fortgesetzt. Ich hatte Rosa Nobile noch gar nicht auf dem Schirm, so groß ist das Angebot und die Vielfalt für Rosendüfte. Am Tisch von Acqua di Parma gesehen, zunächst aufs Kärtchen gesprüht und erstmal weitergegangen. Nach ein paar Schritten umgedreht, aufs Handgelenk gegeben und weiter zum Gate gegangen. Ziemlich schnell habe ich gemerkt, dass dieser Duft für mich etwas ganz Besonderes ist, weil er meine Erwartungen zu diesem Zeitpunkt fast vollständig erfüllt hat. Über die Haltbarkeit konnte ich natürlich so schnell nichts sagen, aber der Rest stimmte. Zum Glück hatten wir noch Zeit bis zum Einsteigen und der Duft war noch vor dem Abflug meiner!

Und das habe ich nicht bereut: Rosa Nobile startet sofort vollrosig, intensiv, aber nicht schwer, und ist dabei sehr natürlich. Er wird nicht süß, sondern hat eher eine grüne, frische Aura. Nach einer Weile gesellen sich wärmere Töne dazu, diese tragen und halten den Duft bei mir für mehrere Stunden. Die mittelmäßige Haltbarkeit ist meine einzige Kritik, aber damit kann ich gut leben.

Rosa Nobile hat mich im ganzen Urlaub begleitet und ich bin sicher, dass ich auch weiterhin mit diesem Duft diesen einzigartigen Urlaub verbinden werde.

Aber natürlich - ich wäre nicht bei parfumo, wenn es anders wäre - ist man ja immer auf der Suche: nach dem noch Besseren, noch Schöneren, noch Einzigartigeren etc., weil es einfach Spaß macht. Deshalb höre ich nicht auf mit dem Testen, Probieren, Vergleichen. Und freue mich, wenn ich bei meiner Wahl von Rosa Nobile immer wieder bestätigt werde. Und wenn es mal nicht so sein sollte, - ja, dann gibt es für den neuen Favoriten einen neuen Kommentar.


13.08.2019 13:48 Uhr
13 Auszeichnungen
Angefangen hat alles mit dem Test von Tendre Poison, den ich noch nicht kannte, der mich allerdings aufgrund der hier vorliegenden Beschreibungen sehr interessiert hat.

Nachdem ich glücklicherweise hiervon eine Probe erhalten konnte (dafür nochmals vielen Dank!), war ich von ihm sofort sehr angetan und habe danach den so oft zitierten Duftzwilling Cabotine gesucht. Hierbei ergab sich die Frage, ob das EdT oder das EdP die bessere Wahl ist. Für diese Entscheidung hat mir ein Bericht auf der Website „Fragrantica“ sehr gut weitergeholfen, dort ist die Unterscheidung wirklich gut beschrieben und ich habe mich für das EdP entschieden.

Und es war ein Volltreffer! Der Duft startet sofort als opulenter Blumenstrauß und mit seiner ganz besonderen, unverkennbaren Note, die er über die gesamte Verweildauer beibehält. Im Laufe der Zeit nimmt er sich ein wenig zurück und entwickelt sich etwas dunkler und weicher, er wird dabei allerdings nie niedlich oder anschmiegsam, sondern er bleibt immer unsüß und ein wenig herb. Er ist dabei nicht laut oder schrill, sondern immer angenehm dezent. Laut der Beschreibung dürfte das auch ein erheblicher Unterschied zum EdT sein. Während das EdT als Explosion beschrieben wird, wird das EdP im Gegensatz dazu als ein „Erlebnis von Blumen und grünen Noten“ beschrieben. Die Wärme nimmt mit der Zeit noch mehr zu, die Intensität nimmt ab. Angeblich soll das EdT auch eine längere Haltbarkeit als das EdP haben, was ja eher unüblich ist. Ich kann diese Unterschiede leider nicht beurteilen, da ich das EdT nicht kenne. Die Haltbarkeit des EdP ist bei mir in der Tat nicht ganz so toll, nach 6 Stunden ist auf der Haut nur noch ein Hauch wahrnehmbar, es muss deshalb ein wenig nachgelegt werden.

An anderer Stelle ist der Duft mit „präsent“ beschrieben worden. Das trifft es für mich sehr gut. Ich mag diesen einzigartigen Duft voller Blüten auf einer Basis von dunkleren Hölzern, ohne sie alle einzeln nennen zu können. Es ist für mich eine wirklich tolle Komposition, die alle Eigenschaften in sich trägt, die ein Duft für mich haben sollte.

Cabotine EdP ist für mich ein perfekter Begleiter für jede Jahreszeit, ob für Büro oder Freizeit, mit ihm fühle ich mich immer „richtig angezogen“.


07.08.2019 14:47 Uhr
6 Auszeichnungen
Lyric Woman ist erst der dritte Amouage-Duft nach Ciel und Ubar, den ich kennenlerne. Durch die zahlreichen Kommentare war ich sehr neugierig und gespannt darauf, diesen Rosenduft endlich auszuprobieren. Heute morgen war es dann soweit:

Vorgewarnt durch die vielen Beschreibungen als sehr intensiven Duft habe ich ihn lediglich vorsichtig auf meinem Handgelenk ausprobiert. Der Start war sehr kratzig und seifig, so dass ich mir im ersten Impuls bereits die Hände waschen wollte. Dies hat sich dann aber ganz schnell gelegt. Unmittelbar danach zeigen sich die erwarteten Blüten: sehr vollblumig, sehr intensiv, aber noch hell. Etwas später dann eine wunderbare Veränderung in eine samtige, edle Rose, warm mit einem leicht orientalischen Touch. Lyric entwickelt sich daraufhin bei mir immer dunkler und wärmer, bleibt dabei aber sehr kräftig. Es ist eine dunkelrote, elegante Rose, voll angenehmer Wärme, unterlegt mit edlen Gewürzen und dabei leicht pudrig. Ich fühle mich damit wunderbar eingehüllt wie in eine warme und weiche Kaschmirdecke.

Mit der Zeit zeigt sich dann aber leider mehr und mehr eine unterschwellige Süße, die mir nicht mehr ganz so gut gefällt, und der Duft wird sehr cremig. Alles in allem ist der Duft für mich eher ein orientalisches Schwergewicht als ein Rosenduft – man sollte deshalb mit ihm nicht zu großzügig umgehen, da man ihn leicht überdosieren kann, und man muss orientalische Düfte grundsätzlich mögen.

Für mich ganz klar ein Duft für die kälteren Jahreszeiten oder kühlere Sommerabende, eher für besondere Anlässe, im Alltag würde ich ihn nicht benutzen. Die dunkelrote Farbe des Flakons passt wunderbar dazu – sie könnte nicht besser gewählt sein.

Nachtrag 12.11.2019:
Ein Test in der kalten Jahreszeit hat mich überzeugt: Der Duft ist wirklich ein toller Begleiter, wesentlich tragbarer als im Sommer, mit einer guten Haltbarkeit und auch die Süße ist sehr viel angenehmer. Dieser Duft ist einfach wunderschön!


25.07.2019 21:31 Uhr
9 Auszeichnungen
Ich habe diesen Duft jetzt in diesen heißen Sommertagen erstmals getestet. Angelockt durch die verschiedenen Kommentare und die Beschreibungen mit frisch, grün und chyprisch musste ich ihn unbedingt probieren.

Für die jetzigen Tage eine sehr gute Entscheidung. Der Start ist in der Tat sehr frisch und zitronig-aromatisch. Schnell gesellen sich grüne, blumige Noten dazu und dieser angenehme, erfrischende Mix bleibt erstmal unverändert bestehen, ehe sich hintergründig eine kleine moosige Basis entwickelt. So bleibt der Duft dann auch unverändert, auf eine weitere Entwicklung wartet man vergeblich. Auch nimmt die Intensität bei mir schon nach einigen Stunden ab, so dass ich tagsüber ein wenig nachlegen musste.

Es ist ein sehr angenehmer Begleiter in den heißen Tagen, sehr frisch, aber auch recht zurückhaltend. Die Duftkomposition ist wunderschön, blumig, dabei aber grün und herb, aufgrund der schwächeren Sillage und der geringen Haltbarkeit (ist das nur bei mir so?) gekoppelt mit dem recht stolzen Preis für mich jedoch leider kein Kaufkandidat. Trotzdem ist es ein wundervoller, grüner Blütenduft, der an den heißen Tagen genau die richtige Wahl ist.


22.07.2019 21:52 Uhr
5 Auszeichnungen
Coco (EdT) ist einer derjenigen Düfte, die mich schon sehr lange begleiten. Irgendwann in den 80-er Jahren habe ich ihn für mich entdeckt. Seitdem ist er – sofern er mich mal kurzfristig verlassen hat – immer wieder bei mir eingezogen.

Damals habe ich ihn zugegebenermaßen häufiger benutzt, er war so etwas wie eine frühe Signatur. Inzwischen ist er für mich DER klassische Ausgehduft, vorbehalten für ganz besondere Anlässe. Er verbindet für mich perfekt und unverwechselbar die Wärme und Schwere orientalischer Noten mit seinen eindrucksvollen Blütendüften. Er ist für mich von allen „klassischen Orientalen“ aus der damaligen Zeit heute derjenige, mit dem ich mich noch immer wohlfühle. Alle anderen (Opium, Must etc.) sind für mich inzwischen viel zu heftig. Bei Coco ist das anders, Coco wird nie laut, Coco kann ich auch heute noch gut tragen und ich fühle mich damit immer wohl.

Coco startet bei mir gleich in voller Intensität mit seiner typischen blumig-orientalischen Note. Trotzdem bleibt er in seiner unverwechselbaren Art sehr angenehm und wird nie aufdringlich. Eben Chanel.

Er ist für mich der Inbegriff eines gepflegten klassischen Duftes, der niemals aus der Mode" kommen wird und bei mir immer einen Ehrenplatz haben wird.


20.07.2019 17:48 Uhr
11 Auszeichnungen
Es gibt so Tage, da möchte ich nicht lieb und nett sein, sondern ich möchte souverän und unabhängig erscheinen. Das sind die Cabochard-Tage. An einem solchen Tag möchte ich mich meinem Gegenüber nicht mit blumigen und gefälligen Düften präsentieren. Da ziehe ich die eigenwillige und kantige Note von Cabochard vor. Zugegeben, solche Tage gibt es nicht so oft, aber wenn, dann muss es genau dieser Duft sein. Mit Cabochard will man nicht gefallen, sondern man muss sich in erster Linie selbst gefallen.

Der Duft startet bei mir mit ganz wenig Zitrone, die sich aber schnell wieder hinter kratzigem Kraut versteckt und nur ab und so hervorlugt, die Beschreibung „herber würziger Herrenduft“ trifft es wahrscheinlich zu diesem Zeitpunkt ganz gut. Langsam tritt das kratzige Kraut in den Hintergrund und der Duft entwickelt sich ein weniger blumiger, ohne jede Süße oder Lieblichkeit. In diesem eigenwilligen Stadium hält er sich bei mir recht lange, bis irgendwann ein wärmerer, sehr schöner Unterton hinzukommt. Insgesamt ist es ein sehr grüner Duft, der für mich sehr schwer in Worte zu fassen ist, und deshalb am besten selbst ausprobiert werden sollte.

Wenn ich mit diesem Duft eine Landschaft assoziieren soll, kommt für mich eigentlich nur die eigenwillige, reizvolle Felsenküste in der Bretagne in Frage. Spektakulär, teilweise recht schroff, oft verregnet, aber unbedingt sehenswert.


18.07.2019 17:56 Uhr
5 Auszeichnungen
Vorab: Dieses Panthère EdT ist das einzige Panthère, welches ich bislang kennengelernt habe, auch den ursprünglichen Duft kenne ich nicht. Ich habe zuvor auch keinerlei Beschreibungen gelesen. Aufgrund der Assoziationen zum Namen habe ich eher etwas Eindrucksvolles, Kräftiges erwartet. Umso größer die Überraschung, als ich ihn dann getestet und mit ihm meinen Tag begonnen habe:

Der Duft startet blumig-frisch, kein bisschen kratzig oder widerspenstig, eher leicht und froh. Er hat eine sehr schöne Note, die für mich selbst auch gut wahrnehmbar ist, sehr sauber und angenehm. So bleibt er mehrere Stunden unverändert, so dass ich mich schon wundere, wie das Kind zu seinem Namen gekommen ist und wann denn das Raubtier zum Vorschein kommen wird. Nach einigen Stunden entwickelt sich eine ganz leichte, pudrige Wärme und Süße, allerdings sehr im Hintergrund. Die frischen Blumen sind noch immer sehr präsent.

Es ist schon ein besonderer Duft, der für mich eine sehr feine, leichte Note hat. Die Blüten dominieren, Moschus und Sandelholz halten sich sehr bedeckt, es überwiegt der frische Blumenduft. Nach ca. 7 Stunden hat er sich leider verabschiedet, schade, es ist nur noch ein leichter Hauch wahrnehmbar.

Ich assoziiere damit kein sattes Blumenmeer, eher ein Spaziergang im Park zwischen angelegten Blumenbeeten oder eine Mittagspause auf einer Parkbank, umgeben von einem leichten Blumenduft, vielleicht im Frühsommer an einem schönen sonnigen Tag. Seine Trägerin stelle ich mir natürlich, offen und eher leger vor.

Den Panther habe ich nicht entdeckt, eher ein zahmes Kätzchen, das die warmen Sonnenstrahlen genießt und dabei leise schnurrt.

Für mich ein schöner, angenehmer Begleiter in der warmen Jahreszeit, durchaus für jeden Tag, nicht geeignet für den großen Auftritt. Er könnte eines Tages als Dauergast bei mir einziehen, allerdings müsste dann erst ein Zimmer freiwerden ….


16.07.2019 21:36 Uhr
5 Auszeichnungen
Ich habe Bois d’Hadrien erst vor kurzem kennengelernt. Die Marke Annick Goutal kenne ich schön länger und mag ich sehr gerne, natürliche Inhaltsstoffe sind mir sympathisch. Auf Bois d’Hadrien bin ich in einer edlen Parfümerie beim Stöbern aufmerksam geworden, das Duett von Zitrone und Holz fand ich schon in der Vorstellung sehr reizvoll.  Die Preise waren allerdings auch sehr edel …..

Durch eine nette Parfuma konnte ich jetzt glücklicherweise eine Abfüllung erwerben und diese hüte ich jetzt wie einen Schatz.

Es ist ein wundervoller Duft, der herb mit voller Zitrone startet und gleich einen holzigen Unterton mitbringt. Im Verlauf wird die holzige Note stärker, die Zitrone bleibt. Gleichzeitig kommt eine wunderbare pudrige Wärme dazu, und es entwickelt sich ein sehr schöner Duft, der bei mir über Stunden erhalten bleibt. Ich habe in der Tat eine Assoziation von Holz oder Bäumen, allerdings nicht im Wald, sondern eher im Garten. Bäume werden geschnitten (ich liebe Gartenarbeit!), Holz wird geschichtet, es wird in der Erde gebuddelt und auf dem Tisch steht eine Zitronentorte und eine Karaffe Mineralwasser mit Zitronenscheiben und Minzblättern. Es ist ein robuster Duft, der trotzdem in der Tiefe eine gewisse Weichheit hat und dadurch keineswegs schroff oder streng wirkt.

Ich denke, dieser Duft wird mich noch länger begleiten und bald als Dauergast bei mir einziehen. Es ist ein sehr schöner, ein besonderer Duft durchaus für jeden Tag, auch fürs Büro, weniger für einen eleganten Abend, aber trotzdem stilvoll, und für jede Jahreszeit. Die Zitrone erfrischt im Sommer, das Holz wärmt im Winter - perfekt!


15.07.2019 16:48 Uhr
15 Auszeichnungen
Diorella ist der Duft, an den ich die früheste Erinnerung habe.

In den 70-iger Jahren – meiner Teenagerzeit – habe ich aus dem Bücherschrank meiner Eltern einen alten Schmöker gelesen. Die Geliebte in diesem Buch trug „Diorissimo“, dieser Maiglöckchen-Duft wurde dort mehrfach erwähnt und sehr schön beschrieben und meine Neugierde war geweckt. Etwas später musste ich dann in unserem ortsansässigen H-Kaufhaus dieses Geheimnis lüften (in eine „richtige“ Parfümerie habe ich mich zu diesem Zeitpunkt zum Schnuppern noch nicht getraut, die „Türkisen“ gab es noch nicht).

Ich habe mich dann auch tatsächlich durch die Düfte von Dior durchgeschnüffelt und mein Favorit war eindeutig „Diorella“. Ich habe es mir dann zwar noch nicht gekauft (war für mich zu teuer), aber immer wieder Proben ergattert, bis ich es eines Tages geschenkt bekam. In Laufe der Jahre habe ich Diorella dann irgendwann aus den Augen verloren, es gab zu viele andere spannende Duftrichtungen. Sehr viel später ist es mir dann wieder über den Weg gelaufen und ist inzwischen als Dauerbegleiter wieder bei mir eingezogen.

Der Duft überzeugt mich – obwohl inzwischen auch verändert – noch immer: der Start ist herb, grün, sogar ein klein wenig kratzig, unmittelbar danach kommt aber schon die einzigartige, wunderbare Diorella-Note zum Vorschein und er wird blumiger. Der Duft wird mit der Zeit ein wenig wärmer und weicher, aber er bleibt hell und immer noch frisch, nur eine kleine Spur Süße schleicht sich ein, er wird kein bisschen modrig oder muffig. Es ist kein leichter Duft, er hat auf seine Weise eine wunderbare Intensität. Er erinnert mich an einen Spaziergang im Wald nach einem leichten Regen, Wildblumen blühen am Wegesrand, die Vögel singen und die Sonne scheint. Ich verbinde ihn mit der Natur und möchte ihn auch in der reformulierten Fassung nicht mehr hergeben.


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