The incredibly story of Krishna & Gargoyle
Dies wird nun mein erster spontaner Kommentar zu den Duftproben, die heute eintrafen und meinen Feierabend zu einem freudigen Erlebnis machen. Achtung, der wird lang.
Zu diesem Parfum kam gleich eine ganzer Inner-Eye-Bildband auf den ersten Schnupper mit. Denn ich habe eine Zeit lang viel Tolubalsam verräuchert, weil ich viel davon hatte. Somit kam mir jedes Mal, wenn ich meine "Ritualschublade" öffnete, der Geruch des Tolubalsams entgegen, der in Reinform genauso riecht wie verräuchert und ganz offensichtlich auch bei einem Parfum einen präsenten Platz mit exakt gleichem Odeur einnimmt.
Dass er mit dem lange nicht so präsenten Weihrauch (den ich kaum wahrnehme) verwechselt oder in eine Nasenschublade gesteckt wird, bezeugt die spirituelle Qualität dieses Duftes. Man denkt sofort an Rituale, Tempel, Beten, Anrufung ... oder auch Beichte, Monstranz, Schuld und Sühne.
Was sagt Wiki :
"Krishna (Sanskrit, m., wörtlich „der Schwarze“) ist eine hinduistische Form des Göttlichen und wird meist als der achte Avatara von Vishnu verehrt. Für seine Anhänger ist er die Inkarnation des Höchsten.
Die heiligen Schriften beschreiben Krishnas Körpertönung als vergleichbar mit einer frischen Gewitterwolke. Er hat stets eine Bambusflöte bansuri bei sich und trägt eine Pfauenfeder im Haar. Sein himmlischer Wohnort ist Goloka."
Ich seh ihn da sitzen und genauso duften. In höheren Sphären verweilend, sämtliche Chakren auf Durchzug, ohne Wünsche, ohne Zukunft und Vergangenheit. Dieser Duft sagt JETZT! DU! HIER!
Es war so ungemein mystisch ihn zu verräuchern, also nicht den Krishna, sondern den Tolu, gemeinsam mit meinem geliebten Patchouli ist er ein genauso präsenter Magier, den man mit Samt, schwarzer Spitze und einem opulenten Siegelring am Finger würdigt.
Schon allein mit diesem Griff in ihren Duftprobenschatz hat die liebe Parfumae exakt das verstanden, was ich bei meiner Suche nach dem Parfum für Außergewöhnliche, bzw. dem ANDERS SEIN beschrieben habe.
Wahrscheinlich trägt sie aufgrund ihrer hellfühlerischen Fähigkeiten den Namen vom Gott der Unterwelt ;)
Schon allein die Aussage Duft vs. Flakon vs. Namen ist der perfektionierte Stilbruch, das Giger-Graffiti am gothischen Kirchenportal. Er riecht so wie Christopher Lee auf mich wirkt: elegant morbide, RrrrRrrr ...
Hach mach ... ist der ... toll, es purzelt nur so in meinem Kopf, ein Bild löst das andere ab in Sekundenschnelle, eines ist bezeichnender als das andere. WAS für ein TREFFER.
JA, dieser Duft ist der Prozess, wenn eine Katze vom 5ten ins 6te Leben wechselt.
JA, dieser Duft ist Seite 23 im 7. Buch Mose
JA, dieser Duft ruht wie ein Gargoyle auf der Schulter
Dostojewksi im tiefsten Kellerloch oder
Mary Shelley zu Gast bei den Lovekrafts
JA, dieser Duft polarisiert GANZ bestimmt denn
JA, dieser Duft komplimentiert den Mainstream gleich sofort hinaus
JA, dieser Duft ist nonkonform und vor allem
JA, genau DEN hat Marla Singer in der Selbsthilfegruppe am Dienstag getragen.
Wer so gar nichts mit Spiritualität, indigenen Völkern, heidnischen Ritualen und Räucherwerk anfangen kann, wer nicht im geringsten leicht nerdy, ein gothischer Freak oder ein subversiver Vogel ist, wer nie eine Zigarettenspitze besaß, ungern auffällt und lieber mit dem Strom schwimmt, wer viel verheimlichtes zu beichten hat: Finger weg.
JA JA JA! ... GÖTTLICH blasphemisch, so stelle ich mir die spanische Inquisition vor, wenn sie die Billigduftecke inspiziert ...
Wem das zu viele Worte waren höre das:
https://www.youtube.com/watch?v=xPeTUoSVSRE
Danke Pluto für diesen Genuß.