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Eau du Soir von Sisley
Flakondesign:
Bronislaw Krzysztof
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Eau du Soir 1990

7.6 / 10 380 Bewertungen
Ein beliebtes Parfum von Sisley für Damen, erschienen im Jahr 1990. Der Duft ist chypreartig-blumig. Die Haltbarkeit ist überdurchschnittlich. Es wird noch produziert.
Aussprache Vergleich
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Duftrichtung

Chypre
Blumig
Würzig
Grün
Frisch

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
GrapefruitGrapefruit MandarineMandarine PfefferPfeffer
Herznote Herznote
GewürznelkeGewürznelke Jasmin AbsolueJasmin Absolue PfeifenstrauchPfeifenstrauch Rose AbsolueRose Absolue WacholderWacholder Ylang-YlangYlang-Ylang IrisIris MaiglöckchenMaiglöckchen
Basisnote Basisnote
EichenmoosEichenmoos MoschusMoschus AmberAmber PatchouliPatchouli ZistroseZistrose

Parfümeur

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Bewertungen
Duft
7.6380 Bewertungen
Haltbarkeit
8.3296 Bewertungen
Sillage
7.8280 Bewertungen
Flakon
7.7281 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
6.783 Bewertungen
Eingetragen von Kankuro · letzte Aktualisierung am 05.11.2025.
Quellenbasiert & geprüft

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Rezensionen

24 ausführliche Duftbeschreibungen
10Duft 10Haltbarkeit 7.5Sillage
Minigolf

2568 Rezensionen
Minigolf
Minigolf
Top Rezension 31  
Verflixt und zugenäht!!!!..........
Wenn das mal kein riesengrosser Chypre ist. Es ist Ewigkeiten her, seit ich mal wieder so einen dicken Kandidaten dieses Genres unter der Nase hatte. "Eau du Soir",dachte ich mir beim Lesen des Parfumnamens, wird wieder so ein dünnes Wässerchen sein, wie es schon dutzende mit der Vorsilbe "Eau de....irgendwas, gibt. Mal aufgesprüht, um mich zu bestätigen, bekam ich aus der hohlen Hand heraus einen Flanker von links und von rechts, eigentlich von überall her, mit dessen Wucht ich bei aller Liebe nicht gerechnet hatte. Im chyprischen Sinne liess das meine Nasenflügel vibrieren. Ein anfänglicher Hauch warmer Zitrusfrüchte machte schnell Platz für all die Ingredienzien, die einen erstklassigen Chypre ausmachen. Eine Riesenladung kräutrigen Heues , würzigen Waldaromen erdigen Patchouliblättern und ausladende Polster tintig-ledriges Eichenmoos. Aber der Duft ist ein kleiner "Springinsfeld". Hat er anfangs (und lange Zeit danach) den Anschein, als wolle er um jede noch so kleine Blume einen riesengrossen Bogen machen, überlegt er es sich letztenendes doch anders, um Nelken, Iris und Rosen, evtl. auch Jasmin einen kleinen Besuch abzustatten. Der aber dauert. und ausserdem schnüffelt Eau du Soir überall da herum, wo es eigentlich nichts zu suchen hat. Braucht auch nichts zu suchen, denn es hat lange gefunden was es wollte. Präsenz und Dichte, Ecken und Kanten, Handlungen und Wandlungen und nicht zuletzt Würde und Eleganz. Trotz seiner herbe anmutenden Ausstrahlung, oder gerade deswegen. Es gab in der Duftgenealogie einige "Schlüsselchypres" ihres Types, z.B. ist "Cabochard" von Gres fettgedruckt einer der "Anführer" der blumig-animalischen Chypres. "No 19" von Chanel einer der grünen Vertreter usw. Meiner Einschätzung nach könnte es Eau du Soir schaffen, ein Vorbild für herbblumige, moosige und heuaromatische Düfte zu sein. Grossartig in Haltbarkeit, deutlicher, aber nie überlauten Sillage und Einfallsreichtum beim Flakon. Der Kandidat hat hundert Punkte. Und einen Zusatzjoker.
5 Antworten
8Duft 8Haltbarkeit 8Sillage
Serenissima

1232 Rezensionen
Serenissima
Serenissima
Top Rezension 37  
die "Grand Dame" der Duftwelt
Damen scheinen wohl eine aussterbende Spezies zu sein.
Wenn ich höre, wie häufig Männer erklären "Meine Frau ist ein richtig guter Kumpel; ich brauche keine Dame!", frage ich mich, wann dieser Wandel eingetreten ist.
Spätestens wurde mir diese Tatsache bewusst, als ein "sehr guter Freund" mir gegenüber diesen Satz von sich gab. Die Frage, was er dann bei mir wolle, stellte ich damals wohl auch! Er verstand sie nicht!
Aber das nur am Rande.

Isabelle d'Ornano ist eine wirkliche Dame. Nicht nur selbst vom polnischen Adel abstammend, heiratete sie auch noch den Grafen Hubert d'Ornano. So ist der kultivierte Hintergrund fast automatisch gegebe.
Ihr damenhaftes Wesen reflektiert auch das gemeinsam mit ihrem Gatten gegründete Unternehmen "Sisley".
Jeder Duft, der auf den Markt kommt, wird vorher von und an ihr persönlich jahrelang getestet. Erst, wenn sie ihn als gut empfindet, wird er "auf die Menschheit losgelassen".
Als "Izia" (so Madames Kosename) merkte, dass die Zeit für ihr "Herzensprojekt", einem Duft mit ihrem Namen (s. hier), noch nicht reif war, brachte sie stattdessen "Eau du Soir" heraus.

Aber auch "Eau du Soir" wurde vorher ein, zwei Jahre von ihr aufgelegt und bei Empfängen und Festen getestet.
Die Männer sogen den Duft förmlich ein, fragten nach dem Namen und wollen ihn ihren Frauen schenken.
(Ob das immer der richtige Weg ist, bleibt dahingestellt! Frau ist nicht gleich Frau und der Gedanke, z.B. wie Schwiegermutter zu duften, ist auch nicht so ganz verbreitet.)
Schon kurz nach Erscheinen konkurrierte "Eau du Soir" in der Beliebtheitsskala wahrhaftig mit "Chanel N° 5".
Allerdings bekam die Gräfin den besten Beweis dafür, dass die Zeit weltweit für diesen Duft reif war, in Amerika.
Vor einem späten Meeting benutzte sie das Parfum; es entfaltete sich wie immer opulent!
Im vollbesetzten Aufzug rief ein Amerikaner spontan aus: "Who the hell, smells so well?"
Reaktionsschnell und schlicht war ihre Antwort: "I!"
Somit schien der Absatz auch für den amerikanischen Markt gesichert zu sein.
Denn wir alle wissen, dass Parfum nicht nur ein kleiner täglicher Luxus ist, sondern auch eine Handelsware, ja, teilweise sogar an der Börse zu finden ist.
Selbst hier muss die Bilanz deshalb möglichst ausgeglichen sein.

Auch "Eau du Soir" schenkte mir meine Freundin Ilona, deren Tochter Nici mit "Sisley-Marco", einem dort angestellten Visagisten, befreundet ist.
Wie bei vielen Düften dieses Unternehmens, muss ich auch hier erst einmal die erste, für mich immer etwas "bissige" Phase überstehen. Anfangs habe ich mich davon sehr erschrecken lassen und habe den Flacon beiseite gestellt.
Inzwischen weiß ich, dass es nicht nur mir so geht!
So beschäftigte ich mich also ausdauernder mit dieser Duftschöpfung; etwas musste doch daran sein, dass sie so beliebt ist.

Es ist wohl auch hier das Entrée von Grapefruit und Mandarine, das mich etwas stört oder anfangs sogar abschreckte.
Beide Duftnoten zusammen sind für mich doch ein wenig zu "bizzelig", um nicht zu sagen, zu bissig!
Haben "Eau du Soir" und ich diese Stufe überwunden, beginnen wir, uns zu mögen.
Daran nicht unschuldig ist der große schöne Blumengarten, in den ich jetzt entführt werde: Flieder, Gartennelke und Maiglöckchen, um nur erst einmal das "Fußvolk" dort zu benennen, bereiten einen großartigen Empfang.
Allein schon diese Melange ist die Geduld des Wartens wert.
Wenn Jasmin, Iris und natürlich die "Königin Rose" hinzukommen, wird aus einem sommerlichen Garten eine Welt der verschwenderischen Duftschönheit. So großzügig entwickeln sich diese Duftnoten zu einem blühenden Ganzen. Welch traumhaft schönes Blüten-Bouquet wird hier offeriert!
Besonders wird es, bereits jetzt in der Kopfnote, durch erdig-schweren Eichenmoos-Duft (den ich ja sehr mag!), meinen speziellen Liebling Patchouli und die harzige Würze des Labdanums: einem schon immer etwas eigenwilligen Gesellen. Zistrose ist nun einmal nicht jedermanns Geschmack!
Aber nicht genug: die dunkelgrüne Würzigkeit des Wacholders (eigentlich viel zu selten in Damendüften vertreten: oder treffe ich ihn nur nicht?), setzt sehr interessante Akzente, bevor Ylang-Ylang wieder einmal das lebendige Strahlen hinzufügt, das mich immer an viele kleine Leuchtkäferchen erinnert!
Schon jetzt ist "Eau du Soir" ein herrlich opulentes Duftwesen.
Aber Amber und Moschus, sehr gekonnt und geschmackvoll dosiert, vervollkommnen etwas, das eigentlich bereits vollkommen erschien!
(Beide Duftstoffe sind bei der Gräfin ein absolutes "Muss"!)

"Eau du Soir" ist ein großer, fast ein wenig altmodischer Duft, den in seiner Vollendung nur die Neunziger Jahre hervorbringen konnten. Ganz zu Beginn dieses Jahrzehnts spiegelte sich noch der Glanz des vergangenen; dem viele von uns (auch ich) ein wenig nachtrauern!
Diese großen, opulent-eleganten Düfte fehlen gefühlt im jetzigen Programm doch etwas!

Sillage und Haltbarkeit sind wirklich auch "altmodisch"; ein Abend mit "Eau du Soir" wird vollständig davon erfüllt. Da muss nicht nachgesprüht, nichts ausgebessert werden.
Selbst durchtanzte Nächte in vollen Ballsälen überlebt dieser Duft in immer noch glänzender Schönheit.
Man merkt deutlich: er wurde von einer wirklichen Damen lanciert!

Dass wir beide immer wieder "Einstiegsschwierigkeiten" haben werden, lässt sich nicht leugnen.
Das schmälert aber die Brillanz des voll entwickelten Duftes durchaus nicht.
Ich bin ganz ehrlich: ich hätte diesen Duft nicht gekauft, wäre er mir nicht als Geschenk ins Haus geflattert.
Nun leben wir beide miteinander und es gibt auch immer wieder Abende, an denen mir "Eau du Soir" ein lieber Begleiter ist.
Dann kommt auch bei mir wieder einmal das Gefühl "ganz Frau zu sein" zum Vorschein!
Also "Willkommen in meinem Leben!"
Aktualisiert am 15.09.2021 - 04:44 Uhr
12 Antworten
8Duft 7.5Haltbarkeit 7.5Sillage
loewenherz

920 Rezensionen
loewenherz
loewenherz
Top Rezension 27  
Anne Larsen
Eines derjenigen Werke, das in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts gleichermaßen Literatur- wie Filmgeschichte geschrieben hat, ist der Erstlingsroman der französischen Schriftstellerin Françoise Sagan: Bonjour Tristesse. Erzählt wird die Geschichte der heranwachsenden Cécile, die den Sommer mit ihrem leichtlebigen Vater und dessen Geliebter an der Côte d'Azur verbringt und sich die Zeit mit Schwimmen, Sonnen und einem Flirt mit dem Studenten Cyril (im Film heißt er Philippe) vertreibt. Dieses Dolcefarniente erfährt ein jähes Ende, als Anne Larsen, eine Freundin ihrer verstorbenen Mutter auf Einladung des Vaters zu ihnen in die Villa stößt. Von der ruhigen Souveränität und eleganten Schönheit der älteren Frau gleichsam angezogen wie zusehends beunruhigt von deren Eindringen in ihr vertrautes, sorgenfreies Leben beginnt Cécile ein Ränkespiel, das ihr bald entgleiten und in einem tragischen Ende münden wird.

Anne. Sagan beschreibt sie als: 'Sie war zweiundvierzig, sehr verführerisch, sehr umworben, mit einem schönen, hochmütigen Gesicht... (...) Sie war liebenswürdig und unnahbar. Alles an ihr drückte einen festen Willen und eine Herzensruhe aus...' Und dann: 'Sie kam die Treppe herunter, um ihn zu begrüßen - lächelnd, entspannt, in einem Kleid, das nie in einem Koffer gewesen zu sein schien.' Oder: 'Anne hatte ihren Bademantel anbehalten; sie zog ihn vor unseren prüfenden Blicken ruhig aus und legte sich in den Sand. An ihrem schlanken Körper und den tadellosen Beinen war nichts auszusetzen... (...) Hier sah man ohne Zweifel das Ergebnis jahrelanger Sorgfalt und Pflege.' Und schließlich: 'Sie trug ein graues Kleid von einem unerhörten Grau: fast weiß, an dem das Licht haften blieb wie im Morgengrauen an gewissen Tönungen des Meeres. Aller Zauber der Reife schien an jenem Abend in ihr vereinigt. (...) Ich erinnere mich ganz genau an diese Szene: im Vordergrund, vor mir, der goldbraune Nacken, die vollendeten Schultern von Anne, etwas weiter unten das geblendete Gesicht meines Vaters, seine ausgestreckte Hand...'

Sisleys Eau du Soir, das ist ein Duft wie Anne Larsen, die schöne, reife Frau in Françoise Sagans berühmtem Romandebüt. Es ist ein gleichsam sinnlicher wie überaus formeller Duft und einer, der die Sorgfalt und den geschulten Geschmack seiner Trägerin zum Ausdruck bringt. Es liegt nichts Leichtes in ihm und nichts Zwangloses - in seiner eleganten Schönheit und reichen Opulenz (ein Meer köstlicher Blüten auf einem Bett von Eichenmoos und Ambra) ist er ein Parfum wie das, was die Franzosen 'La grande parure' nennen - 'vollen Ornat', wenn man so will. Dennoch wohnt ihm nichts Angestrengtes inne und nichts Aufgetakeltes - ein Duft ist dies wie die berühmte, schlichte, weiße Robe von Tom Ford, die Gwyneth Paltrow 2012 zu den Oscars trug - oder eben das graue Kleid von Anne Larsen an jenem denkwürdigen Abend in Cannes.

Fazit: ein Duft für einen Abend, in dessen Vorbereitung vielleicht ein gewisser Aufwand betrieben wurde - der jedoch spätestens beim Hinabschreiten der Treppe vergessen ist. Für denjenigen an ihrer Seite wie ein Kompliment: 'Schau, wie schön ich heute für dich bin!'
3 Antworten
9Duft 10Haltbarkeit 10Sillage
Ergreifend

530 Rezensionen
Ergreifend
Ergreifend
Top Rezension 32  
Wenn sich der Himmel mit der Erde verbindet
Eau du Soir ist kein Duft, der sich lieblich und nett an eine Frau schmiegt und sie fein und niedlich erscheinen lässt. Er ist ein Duft, der mit großen, lauten und bedrohlichen Schritten einen niederstampft. Im Sinne von ich ergebe mich und ich will das du mich auffüllst. Mit all deiner Liebe und all deiner Kraft. Mit der Kraft dieses Parfums. Auf die Knie könnte sich so mancher zwingen, wenn er den Duft in sich aufsaugt..

Mein Urlaub verlief leider mit viel Regen, teilweise auch leider mit Überschwemmungen. Viel war da nicht mit Strand, sonnen, fruchtig, leichten und sommerlichen Düften. Der Herbst scheint schon an die Tür geklopft zu haben. Es gab Tage, da wurden alle Schiff und Höhlentouren abgesagt, so sahen wir uns gezwungen, uns anderwärtig zu beschäftigen.

So verbrachten wir Tage und auch Nächte irgendwo in der uralten und charismatischen Stadt Kotor, an der montenegrinischen Küste. In Bars, in denen es gemütliche Musik gab, guten Wein und vor allem viele interessante Menschen, die trotz Regen, die gute Laune nicht verloren hatten.

Da gab es einen Abend, der sich kühl in mich einnistete..
Es schüttete den ganzen Tag. Große Regentropfen fielen dumpf auf die Erde nieder.
Die Fenster unseres Hotels waren weit geöffnet, der Strom fiel für kurze Zeit aus und alles schien still zu stehen, wenn man die Blicke , nieder auf die Stadt setzte.

Als der Regen etwas nachließ, machten wir uns erneut für einen ausgelassenen Barabend bereit. Ich entschied mich für diesen Abend Eau du Soir zu tragen. Ein Duft, der sich auch wie die Regentropfen, dumpf auf einen niederlassen. Gott sei Dank hatte ich nicht nur fruchtiges bei mir, sondern trug auch etwas schwerere Parfums im TZ mit mir in den Urlaub herum.

Der Abend verlief sehr ausgelassen. Wir lernten einige andere Pärchen aus Russland und dem ehemaligen Jugoslawien , Nächte zuvor kennen und amüsierten uns mit denen prächtig. Es entschanden für kurze Zeit, richtige Freundschaften, die sich aber nur aufs Amüsieren, Alkohol trinken und Lachen beschränkt hatten. Ich bekam dutzende Komplimente an dem Abend, wo ich mich für Eau du Soir entschieden hatten. Zwar von allen Seiten. Ich würde riechen, wie eine griechische Göttin, hieß es da von einer Seite. Eine etwas Dame war so angetan von meinem Parfum, so dass sie sich immer in meiner unmittelbaren Nähe befand. Sie war weder schüchtern noch nahm sie ein Blatt vor dem Mund. Sie fragte mich , ob sie nicht noch einmal an meinem Handgelenk riechen darf. Die Sillage von Eau du Soir ist einfach fabelhaft. Mehr gibt es da nicht zu sagen.. Die Stimmung war zum Höhepunkt gekommen, als einige beschlossen hatten, sich an den örtlichen Strand zu bewegen. Lachend, lallend und mit zig tausend verschiedenen Liedern begaben wir uns dort hin.

Wie in meiner Jugendzeit , zogen wir uns bis aufs Höschen und Unterhemdchen aus und wilderten wie pubertäre Wahnsinnige im Wasser herum. Der Regen war stehen geblieben, aber die Nacht war so dunkel, so dass man kaum jemanden in unmittelbarer Entfernung sah, wenn er sich dem endlosen Meer hingab.

Ja es ist nicht gut, sich mit einer Dosis Alkohol im Meer zu vergnügen. Ja es ist nicht gut, sich in der Nacht einfach ins endlose Nass zu begeben. Aber wir alle hatten all unsere Bedenken von uns abgestreift. Wir waren ausgelassen und es herrschte eine so tolle Atmosphäre, das könnte nichts , aber auch gar nichts trüben.

An diesem Abend schien es so, als würde sich der Himmel mit der Erde verbinden. Die Lichter der Stadt erhellten ein wenig die Küste, die Yachten standen nur markant und leblos in der Küste .. Sah man rauf in den Himmel, sah man nichts. Keine Sterne. Nur Schwarz. Man vermutete natürlich dahinter, schwere , schwarze Wolken, die langsam auf die Erde niedersacken.. Es begann dann langsam zu regnen. Kleine Tropfen fielen auf uns herunter. Das Gelächter und die ganzen Scherze rissen aber nicht ab. Ich konnte sehen wie manche ihre Arme weiteten, ihr Gesicht frei von allen Haaren machten und es in den Himmel reckten. Es war aber alles nur in hauchfeinen Umrissen zu sehen. Allein der Anblick ließ mich entzückend lächeln. Schön war das. Hinreissend schön.

Und da war ich. Trug Eau du Soir. Das Parfum war auch nach der halbdurchzechten Nacht noch immer gut wahrnehmbar. Mein Verlobter schmiegte sich oft an meine Schulter, verweilte dort für eine kurze Zeit und sagte mir immer wieder, wie schön betörend ich doch riechen würde.

Ich kann nur sagen, dass das Parfum äußerst rauchig und würzig ist. Selbstbestimmt kommt es schon mit lauten Schritten daher. Kaum hat man es aufgetragen, so wird man auch gleich eingenommen. Ein starkes Parfum mit einem Charakter aus Stahl. Etwas grünes schwimmt da noch mit in der Komposition, gepaart mit zarter Frische. Etwas markant kommt er daher. Nicht verspielt, sondern äußerst stabil in seiner Offenbarung. Man fühlt sich wie eine gestandene Frau, wenn man ihn auf die Brust niederlässt. Hauchzart vernebelt er so manchen die Sinne. Ein Chypreduft der, kaum schöner sein an. Vor allem aber die Erinnerung mit dem Erlebnis, ist einfach nur Gold Wert. Kein Parfum für streng situierte Frauen. Sondern ein Duft, der so manche Damen, auch vergessen lässt, das auch sie sich prächtig amüsieren können. In jeder Hinsicht. Ohne dabei unedel, unattraktiv oder gar schlampig auszusehen. Der Duft gehört zu einer wie mir. Die sich dem Leben auch mal spießig hinwidmet, dabei aber nie den Wahnsinn verliert, die das Leben an manchen Nächten so bringt. Traut euch!

Wenn sich der Himmel , dann wieder mal, mit der Erde verbindet, so werde ich immer an Eau du Soir denken.

Schwarze Wolken sind aber nicht in weiter Ferne. Ich sehe sie bald wieder. Vielleicht auch jetzt schon.
13 Antworten
8Duft 6Haltbarkeit 6Sillage
Haraella

35 Rezensionen
Haraella
Haraella
Top Rezension 17  
Irgendwas stimmt hier nicht...mehr
Vor gut 10 Jahren bekam ich von meinem Bruder zum Geburtstag einen Gutschein von einer ortsansässigen Parfümerie geschenkt. Die erste Auswahl fiel auf einen Duft von Diesel. Zum Glück hatte ich ihn mir auf den Arm sprühen lassen. Schon nach 10 Minuten nach dem Kauf war klar, daß der Duft doch nichts für mich war. Also postwendend zurück zur Parfümerie und zurückgeben bzw. umtauschen. Aber was wollte ich eigentlich? Einen Duft mit möglichst vielen natürlichen Essenzen, keinen synthetischen Duft. So wurde mir „Eau du Soir“ unter die Nase gehalten und ich war begeistert...anfangs. Ich nahm ihn mit, benutze ihn. Ein schöner Chypre, aber irgendwie konnte ich mich doch nicht recht mit ihm anfreunden. Er war mir irgendwie zu „altbacken“, „Omamäßig“.
Vor 4 Jahren versteigerte ich ihn auf einer bekannte Plattform und vergaß ihn.
Chypres sind mir halt zu altmodisch...dachte ich damals!
Dann kam „Parfumo“. Alle Duftrichtungen wurden durchgetestet. „Süße Düfte“ waren schnell nicht meins bis auf wenige Ausnahmen. Mir gefiel mal dies, dann wieder das, aber irgendwie, so richtig kam ich nicht ans Ziel.
Immer wieder stelle ich fest, daß die Düfte aus meiner Jugend doch einen bleibenden Eindruck hinterlassen hatten. Die tollen „Rochas“- und viele Drogerie-Düfte.
Und irgendwann, nach 1000 getesteten Parfüms wurde mir bewusst, daß da eine Vorliebe für Chypres vorhanden war.
Und so zogen sie bei mir ein: „Madame Rochas“, „Chanel No. 19.“, „ Calèche“, „Scherrer“ usw.
Und einer fehlte noch: „Eau du Soir“.
Dann kam er, kurz vor Weihnachten. Warum hatte ich ihn nur weggegeben?
Tja, und dann kam die große Ernüchterung. Ein moderner „Eau du Soir“, gleiche Verpackung, aber leider auch scheinbar in den letzten Jahren reformuliert. Wo ist der wummsige, aussagestarke „Eau du Soir“ hin?
Das, was ich nun auf der Haut habe, ist ein wässriger Abklatsch eines wirklich tollen Duftes. Ach, hätte ich nur meinen „alten“ Flakon behalten.
Erahnen kann man ihn noch, aber das wars auch schon. Wirklich schade!
10 Antworten
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