Black Orchid 2006 Eau de Parfum

Black Orchid (Eau de Parfum) von Tom Ford
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Platz 6 in Parfums für Damen
7.6 / 10 1875 Bewertungen
Black Orchid (Eau de Parfum) ist ein beliebtes Parfum von Tom Ford für Damen und erschien im Jahr 2006. Der Duft ist blumig-orientalisch. Haltbarkeit und Sillage sind überdurchschnittlich. Es wird von Estēe Lauder Companies vermarktet. Der Name bedeutet „Schwarze Orchidee”.
Gut kombinierbar mit Encre Noire (Eau de Toilette)
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Duftrichtung

Blumig
Orientalisch
Süß
Würzig
Holzig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
Schwarze JohannisbeereSchwarze Johannisbeere schwarze Trüffelschwarze Trüffel Ylang-YlangYlang-Ylang BergamotteBergamotte
Herznote Herznote
schwarze Orchideeschwarze Orchidee blumige Notenblumige Noten fruchtige Notenfruchtige Noten LotusholzLotusholz
Basisnote Basisnote
BalsamBalsam PatchouliPatchouli WeihrauchWeihrauch SandelholzSandelholz VanilleVanille VetiverVetiver

Parfümeure

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Bewertungen
Duft
7.61875 Bewertungen
Haltbarkeit
8.81606 Bewertungen
Sillage
8.31574 Bewertungen
Flakon
8.01543 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
7.2796 Bewertungen
Eingetragen von Kankuro, letzte Aktualisierung am 15.04.2024.

Rezensionen

146 ausführliche Duftbeschreibungen
8
Flakon
10
Sillage
9
Haltbarkeit
9.5
Duft
FrauLohse

68 Rezensionen
FrauLohse
FrauLohse
Top Rezension 59  
Game over oder der unmögliche Duft.
Neulich im Douglas. Fachsimpelnd darüber, warum es den neuen Knot immer noch nicht vor Ort zu testen gibt, wird mein Blick in der hintersten, finstersten Ecke des sonst so gut ausgeleuchteten Geschäftes von mir bekannten Flakons abgelenkt. Kurz vor der Personaltür, hinten links. So einen Platz bucht in der Zeitung kein Mensch. Schon seltsam.
Oh bitte, einmal den Black Orchid aufsprühen. Gerne. Sprüh, fächel, fächel. Pokal asalike wird mir das Papier überreicht. Ich grinse verlegen und nehme es mit geschlossener Nase an. Denn das, was bei fächel, fächel zu mir rüberwehte, war der finsteren Ecke würdig. Muffig, erdig, rauchig, kellerig. Oder anders. "Hapüh!" Nachdem ich so tue, als ob ich an dem Streifen rieche, durch den Mund atmend, aus Angst per Tröpfcheninfektion mit der Zombieapokalypse angesteckt zu werden, bekomme ich zu hören "Der muss an die Haut." Entschlossen drücke ich der sympathischen Douglette das Stinkepapier zurück in die Hand und schreie fast erschrocken auf "Der muss mal gar nichts!" Wir einigen uns darauf, mich mit Soleil Blanc einzudieseln und ich gehe vermeintlich glücklich, nicht ohne noch die Warnung an die Frau zu bekommen, dass die Meisten zum Kauf wieder kommen, auch trotz des Gigapreises. (Vom Soleil, versteht sich.)

Aber der Teufel wäre nicht der Teufel, wenn es dabei geblieben wäre. Während ich mit Soleil Blanc den Tag aussitze, schweifen meine Gedanken immer wieder zu ihm zurück, zu dem unmöglichen Duft. Ich lese hier nach und überlege. Soleil Blanc weint leise vor sich hin, ist sie es nicht gewohnt, so wenig Beachtung zu finden. Ich schalte mich selbst "Das ist doch jetzt nicht dein Ernst, Frau Lohse. Jetzt spinnst du total" Ich befürchte, irgendeine Duftnote hat sich doch eingeschlichen bei mir, auch wenn ich dachte, meine Nase war gesichert wie Fort Knox. Vorne schön abschließen und dann die Kellertür auflassen. Sowas kann ich. Gut.

Ein paar Tage später erreicht mich der Duftbrief einer sehr lieben Parfuma. Black Orchid lächelt mich berechnend an, als Zugabe. Zufall? Ich glaube nicht an Zufälle. Das ist Arglist. Eindeutig. Zu Hause mit Dusche gewappnet traue ich mich an den Hauttest. Oh.oh. Knirschend gebe ich zu, der muss wirklich an die Haut. Oh. Pröbchen schnell weiter gereicht.

Aber es war, als wäre ich verliebt in den ungeeignetesten Typen und könnte es vor mir selbst nicht zugeben. Ständig dachte ich an den unmöglichen Duft. Das war mir schon lange nicht mehr passiert. Wie ferngesteuert musste ein Restflakon einziehen. 4 Tage Dauertragen später stelle ich fest, der Duft und ich, wir gehören zusammen. Ich will ihn, so sehr, wie ich einen Duft noch nie wollte. Ich will mit ihm aufwachen und abends mit ihm einschlafen. Sein hübsches Gesicht wird immer schöner. Jeden Tag entdecke ich Neues. Er liebt sich nicht ab.

Ja, er startet tatsächlich fast muffig mit dem Trüffel, pilzig, erdig und auch Patch macht es hier nicht heiterer. Sofort gesellt sich die süsssaure Johannisbeere dazu und gibt dem Duft einen kräftigen herbsüffigen Schub. Eine wundervolle Blume öffnet sich, dicht, atmosphärisch. Wir befinden uns zwischen tropisch, fleischig, wollüstig. Rauch steigt auf und eine leichte Saubernote in Form von Sandel zieht später durch. Der Vetiver kommt hier nicht erdig, sondern mit dieser leicht zitrischen Nuance. Der Duft lebt und vibriert. Interessant ist, dass sich Black Orchid heller dem Träger zuwendet, als er nach außen strahlt und das trotz der Tiefe und den vielen Facetten, die er zeigt. Cremig begleitet er mich bis in die Abendstunden, darüber hinaus, am nächsten Morgen vernehme ich eine Kuschelpatchvanille.

Hier wurde das Bild von Salma Hayek in "From dusk till down" genannt und ich nehme den Duft auch so wahr. Er scheint wie Schlangenfrauen, Frauen, die Gefahr ausstrahlen, die ihren Körper einsetzen, sich wie in Zeitlupe bewegen. Ich hatte letztens geschrieben, dass ich im Grunde noch nie einen erotischen Duft gerochen habe. Der hier ist Erotik pur. Sinnlich, aufregend.
In seiner ganzen Machart und Wahrnehmung erinnert er mich stark an das frühere Poison. Dunkelfruchtige Opulenz, der es schlicht egal ist, ob du sie magst. Sie will nicht gemocht, höchstens begehrt werden, mehr noch, sie will kontrollieren und dominieren und ist es gewohnt, zu bekommen, was sie einfordert. Sie duldet keine anderen Götter neben sich.

Ich bin der Zombieapokalypse erlegen. Der unmögliche Duft ist mein und ich bin sein. Soleil Blanc weint immer noch. Tut mir Leid, babe, you' re dismissed.

20 Antworten
9
Preis
10
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
10
Duft
Ponticus

63 Rezensionen
Ponticus
Ponticus
Top Rezension 66  
Meines Vaters neue Frau!
Meine Mutter ist vor ein paar Jahren verstorben, nach langer, schwieriger Krankheit wie es landläufig heißt. Sie hatte Krebs. Wie schwer es jedoch vor allem für meinen Vater war, wußte nur er allein. Lange hatte Paps danach mit sich und dem Leben gehadert, kam nicht mehr in Tritt, war lustlos und ließ sich gehen. Ein schöner Anblick ist er nicht mehr gewesen und angebotene Hilfe schlug er aus. Dann lernte er eine neue Lebenspartnerin kennen und alles änderte sich.

Nun geht Vater nach der Arbeit sofort und geradewegs nach Hause, immer, jeden Tag! Er schließt die Haustür auf und begibt sich gleich in ihr Zimmer. Da sitzt sie im hohen Lehnsessel und lächelte ihn an. Sie wartet schon ungeduldig auf sein Kommen. Für ihn ist das der Höhepunkt des Tages. Die Begrüßung ist ein zarter Kuss, ein flüchtiges Streicheln und ein Erhaschen ihres freundlichen Blickes sowie ein Atemzug ihres fabelhaften Duftes. Sie riecht gar so wunderbar. Oft setzt er sich gleich zu ihr und erzählt von seinem Tage. Manchmal nickt er dabei kurz weg oder holt sich ein Bier und genießt die ruhige, entspannte Zeit des Feierabends.

Beide sind jetzt knapp ein Jahr zusammen. Das Abendbrot nehmen sie, wie jedesmal, gemeinsam am Esstisch ein und sitzen dann einhellig auf dem Kanapee. Der Fernseher läuft im Hintergrund. Sie hat einen breiten, flauschigen Schaal übergeworfen und trägt darunter, so wie meist, das knappe, mit Spitzen besetzte „Kleine Schwarze“.

Dieses „Kleine Schwarze“, das hatte er ihr gekauft. Ihm war das damals sehr peinlich und um die unangenehme Situation im Laden etwas aufzulockern, fragte er die Verkäuferin auch noch nach einem passenden Parfüm. Die schien nur darauf gewartet zu haben und brachte sehr schnell einen kleinen schwarzen Flakon mit goldenem Bändchen und der lächelnden, wie er meinte, süffisanten Versicherung, jenes sei genau das Richtige. Sie hatte sich nicht geirrt!

Heute sind die beiden, das schwarze Festkleid und Black Orchid eins. Er riecht an Ihr süßlich-faulfruchtiges Obst, holzig-heuig Florales und modrig-blümeliges Moos. Er kann einen fleischigen Körper wittern, außerdem das schwarze, schon etwas fleckige Kleidchen und sehr deutlich wollüstigen Schweiß, obwohl sie niemals schwitzt. Dabei auch süß-beeriger Saft, samtiges Holz und eine kräftige Blume. Die mit dunkel, cremig-erdig, faulig, feucht-muffig und pilzig zu beschreibenden Noten sind die Aromen, die den sündigen Hintergrund dafür bilden, um den Duft so leidenschaftlich, geheimnisvoll und körperlich erscheinen zu lassen.

Das weiß mein Vater alles nicht wirklich so detailreich, aber vom ersten Sprüher an fand er den dichten und dunklen Duft sehr anziehend und auf seiner Liebsten wurde der Geruch immer schöner und bezaubernder. Als wären sie und das Parfüm verschmolzen, lebend, bebend und er ist ein Teil davon. Das macht ihn sehr glücklich. Aufgetragen wird Black Orchid nahezu jeden Abend vor dem zu Bett gehen, Samstag und Sonntag gern auch am Morgen und oft auch einen Spritzer mehr.

Vater und seine neue Frau sind fast immer zusammen. Außer der Zeit, die er auf der Arbeit verbringt, leben beide ihre Zweisamkeit. Sie essen und trinken gemeinsam, sehen fern und sind füreinander da. Vor allem aber schlafen sie mit- und beieinander. Seine neue Liebe ist von leisem Wesen, sie erzählt nicht und kochen kann sie auch nicht. Gleichwohl betrachtet er sie als seine Vertraute, als seine liebe Ehefrau.

Heute besuche ich Vater wie jede Woche am Sonntagnachmittag zum Kaffeetrinken, auch zum Schauen wie es dem „Alten“ so geht. Diese Treffen sind immer schöne Stunden und er freut sich darauf. Behutsam faßt er seine Frau um die Hüfte und stellt sie vorsichtig in den großen Kleiderschrank, weit hinter seine Anzüge. Niemals käme er auf die perverse Idee, einfach nur die Luft heraus zu lassen so wie ich es oft mit meiner Lisa tue!

Mit Dank und Gruß an meinen Vater.

Danke für Euer Begleiten in eine sonderliche aber vorstellbaren Welt!
42 Antworten
7
Flakon
8
Sillage
7
Haltbarkeit
3
Duft
DonJuanDeCat

2032 Rezensionen
DonJuanDeCat
DonJuanDeCat
Top Rezension 41  
Der schwarze Tod!
Okay, mein Titel hört sich echt brutal an. Aber ich kann nichts dafür. Denn dieser Duft IST brutal, jedenfalls für mich. Ich muss zugeben, dass ich nicht sehr viele Tom Ford Düfte ausprobiert habe. Aber die, die ich kenne, waren eigentlich ganz okay. Da gab es Grey Vetiver, was zwar nichts besonderes war, aber auch nicht schlecht roch. Und Neroli Portofino gefällt mir eigentlich ganz gut, nur ist er den hohen Preis nicht wert.

Aber was ich hier zu riechen bekam, hat mir fast den Magen verdreht… daher,… ach lest selbst!
Und ja,… anhand der guten Bewertungen wird man mich nach diesem Kommentar sicher hassen… :(

Der Duft:
Oh nein,…
Was ist das denn? Irgendwas „stinkt“ hier ganz gewaltig. Es ist nicht mein Erzfeind, der Koriander. Der riecht nämlich anders (ich kenne doch meine Feinde!). Ist das hier der Trüffel? Oder die Orchidee? Habe ich mir neue Feinde angelacht? Oh mein Gott, ich kann meine Nase kaum an mein Handgelenk führen, da es für mich irgendwie total FURCHTBAR riecht. Zwar nicht Koriander-Toiletten-artig furchtbar, aber dennoch ganz FURCHTBAR!!!
Ich kann kaum die einzelnen Duftnoten heraus riechen, und ich würde am liebsten davonrennen, was ja nicht geht, da mein eigener Arm mich ja mit verfolgen würde.
Aber wie auch immer, erst nach einigen, qualvoll langen Minuten, kann ich etwas süßliche Johannisbeere riechen, danach gibt es einige fruchtig-blumige Noten, allesamt eigentlich okay, aber leider umhüllt von einem undefinierbaren, übelst riechenden Aura.
Natürlich wird dieser Duft (ich weiß immer noch nicht ob das die Trüffel sind, oder eine stinkende Sorte einer Orchidee…) im Laufe der Zeit etwas schwächer, so dass man die anderen Duftnoten besser riechen kann, aber dennoch ist die Kopfnote und noch die Herznote ziemlich brutal…
Erst so nach 15-20 Minuten, je nachdem wie viel man sich mit diesem Zeug sich eingesprüht hat, wird der Duft so laaangsaaam erträglicher. Die Johannisbeere ist noch sehr präsent und wirkt so langsam sogar pudrig (vielleicht auch wegen der Vanille), es steigt etwas Weihrauch auf und man riecht etwas erdiges Patchouli. Aber danach, etwa ein halbe Stunde vermischen sich alle Noten wieder zu einem Mischmasch, was einfach nicht gut riecht…. Erst nach drei oder vier Stunden riecht der Duft nur noch süßlich, aber seltsam, und solange muss man erst einmal aushalten…

Die Haltbarkeit:
Ich habe den Duft an mir etwa sechs oder sieben Stunden ausgehalten, in der Hoffnung, er würde später besser werden. Aber… er musste einfach weg…
Die Sillage… ja die Sillage reicht völlig aus, um den Duft zu Beginn als biologisches Kampfstoff verwenden zu können. Raumfüllend ist er dazu auch, so dass er jeden zum umkippen bringen kann. Aber auch später ist er noch für eine längere Zeit ziemlich stark. Tja, wer verrückt genug ist, um den Duft zu mögen, wird an der langen Haltbarkeit und guten Sillage sicher ihre Freude haben!

Der Flakon:
Der Flakon hat die Form von vielen Tom Ford Flakons. Er ist flach, schwarz und rechteckig, wobei er nach oben hin rundlicher wird. Die vielen Rillen sind eines der Markenzeichen dieser Flakons. Auf der Vorderseite ist eine goldene Plakette mit dem eingravierten Namen angebracht worden. Der Hals des Flakons ist von einer goldenen Kordel umgeben, an der das Logo von Tom Ford hängt. Der Deckel ist zylindrisch und geht im oberen Bereich in eine Kuppel über. Auch der Deckel ist gerillt. Alles in allem ganz okay.


Ich sterbe!
Das ist kein Witz. Ich sterbe grad wirklich hier.
Für eine kurze Zeit hat er bei mir fast schon Übelkeit verursacht, da ich immer wieder an der gesprühten Stelle schnüffeln musste, um den Duft zu analysieren (was ich nicht alles für euch tue!). Erst nach 20 Minuten konnte ich weit weniger gefährlich an der Stelle riechen, da der übel riechende Duft mittlerweile dann verschwunden war. Aber auch dann hat mir der Duft allgemein nicht gefallen, vor allem, da er nach etwa 30 Minuten in der Basis wieder damit anfing, schlecht zu riechen. Zwar anders als zu Beginn, aber dennoch überhaupt nicht angenehm.

Den Duft darf man jedenfalls keinesfalls im Sommer verwenden, denn das wäre absolut FUF (= Fatal und Furchtbar)!

Wie ihr mittlerweile wisst, schreibe ich bei super duftenden Parfums ja fast immer, dass eine Dame damit „lecker“ riechen müsste. Tja, hier ist nun das Gegenteil der Fall. Wenn ihr möchtet, dass ein Kerl (oder sonst wer) vor euch voller Schrecken wegrennt (und nie nie nimmer nie wieder kommt), dann könnt ihr den Duft ruhig benutzen. Ansonsten,… tja, … ehrlich gesagt habe ich echt keine Ahnung, wie dieser Duft euch gefallen konnte, aber naja, Geschmäcker sind eben verschieden.
Mich jedenfalls kann man damit rasend schnell vertreiben.

Testen auf eigene Gefahr!

*R.I.P*
12 Antworten
4
Flakon
10
Haltbarkeit
9
Duft
Mydarkflower

62 Rezensionen
Mydarkflower
Mydarkflower
Top Rezension 38  
Zu dir oder zu mir?
Mal ganz ehrlich:
Hätte ich mir nicht vorgenommen, mich Stück für Stück durch die Düfte von Tom Ford zu testen....ich hätte “Black Orchid“ nicht mal mit dem Ar... angeguckt.
Ich finde diesen Flakon einfach nur stinkhäßlich. Ein unförmiges Etwas, gekleidet in Kunstfaserplissee, mit viel zuviel Goldschmuck behängt.

Aber der Gruselflakon ist an der schwarzen Orchidee auch gar nicht das Schlimmste.
Nee, das Schlimmste an der schwarzen Orchidee ist .....Trommelwirbel.... die Orchidee.
Und dann auch noch in Schwarz!

Orchideen sind die Gewächse, die mir hier auf Erden am meisten verhasst sind....gut, ok, die sogenannte Titanenwurz, die wohl durchdringend nach Aas riecht, würde ich vielleicht noch mehr verabscheuen..... und ich werde nie verstehen können, dass die meisten Menschen sich vor Verzückung ob der Orchideensammlung des Nachbarn kaum mehr zu halten wissen.

Ich sehe an Orchideen nur die kahlen Stängel, die giftiggrünen, fleischigen Alibiblätter, die organartigen, wie krank wirkenden Blüten und die gakeligen Wurzeln, die sich wie Spinnenfinger im Topf winden.
Eine Pflanze wie ein Alien.
Ein ekliger Sumpfparasit.
Eine Wasserleiche in Pflanzenform.
Und dann auch noch in Schwarz.
Also quasi eine Moorleiche.
Käme mir nie ins Haus.
Nie würde ich.....

Jaja, ich hör ja schon auf. Ich glaube, es ist angekommen, warum mir der Duft in diesem Flakon mit gerade diesem Namen zutiefst unsympathisch war.

Aber, nichtsdestotrotz, Vorsatz ist Vorsatz, also rauf auf den Papierstreifen mit der plisseegewandeten Moorleiche.

Ääääh, stop mal hier!
Ich sagte unsympathische Moorleiche!
Hier war nicht von “gefallen“ die Rede!
Und schon gar nicht davon, dass ich sie attraktiv finden will!

Jedenfalls war ich eine halbe Stunde später wieder in der Parfümerie und liess mir den schwarzen Sumpfparasiten auf den Arm sprühen.

Er hatte mich gepackt, mit beiden gakeligen Händen und liess mich nicht mehr los.
Betörend, betäubend, einlullend schmeichelte er auf mich ein, stäubte mir Schärfe in die Näse, Süße, Bitterkeit, wabernden Blütendunst, Gewürze, liess nichts anderes mehr an meine Nase als seine Allgegenwärtigkeit, liess mich vor Wonne erzittern und entriss mir jegliche Vorbehalte.

Unfassbar sexy, ein Duft wie ein Rausch, in dem ich mit Anlauf mit dem- oder derjenigen zwischen die Laken springen will, der/die ihn trägt, der mich an die Momente erinnert, in denen man wahrhaftig willenlos ist.

(FSK16)
Eine ehemaligen Affäre wies mich einmal, wir saßen in einer Bar irgendwo in der hintersten Ecke und beobachteten die Flirterei um uns herum, auf einen Mann und eine Frau hin, die sich, gerade eben erst kennengelernt, offenbar gegenseitig höchst attraktiv fanden und meinte: “Achte mal ganz genau auf die beiden!
Bei einem Mann siehst du die Beule in der Hose, wenn er angetörnt ist (ja, sah man). Eine Frau dagegen fängt dann an, auf ihrem Stuhl herumzurutschen und schlägt die Beine ganz fest übereinander (sie rutschte ständig mit fest übereinander geschlagenen Beinen).
Wetten, die gehen heute noch miteinander in die Kiste?!“
Er hatte Recht.
Die beiden verließen im Endeffekt, nach viel Gefummel und Geflirte, gemeinsam die Bar.

Ob sie wirklich zusammen zu ihm oder zu ihr gegangen sind?
100%ig weiß ich es natürlich nicht, aber es sollte mich schwer wundern, sollten sie sich tatsächlich voneinander losgerissen haben.

Jedenfalls, abschließend, was ich eigentlich damit sagen wollte:
Black Orchid, das unwiderstehliche Scheusal, lässt mich rutschen.

Verdammt.
16 Antworten
8
Flakon
9
Sillage
9
Haltbarkeit
8.5
Duft
FioreMarina

29 Rezensionen
FioreMarina
FioreMarina
Top Rezension 42  
Put on Your Black Dress
Vielleicht wäre es ja sinnvoll gewesen, mit diesem Kommentar zu Black Orchid bis Halloween zu warten anstatt ihn mitten an diesem hellen, heißen Samstagvormittag zu verfassen, und das nicht nur, weil ich in der gleichen Zeit auch zum Baden gehen könnte. Oder vielleicht passt es gerade deshalb auch jetzt.
Denn was nun kommt ist, sagen wir, ein bisschen heikel. Also vielleicht stimmt ihr euch vorsichtshalber ein, sucht euch die Playlist von My Chemical Romance heraus, oder The Cure, obwohl die eventuell schon einen kleinen Tick zu lebensbejahend sind. Alternativ geht auch das Requiem von Verdi, Hauptsache es hat Wums, denn den braucht ihr jetzt. Dreht den Regler schön auf, seid tapfer, denn es muss sein, der Duft erfordert es, reden wir heute mal über den Tod.
Nicht euer Lieblingsthema? Ihr seid nicht allein. Wir haben es ganz gut geschafft, den Tod aus unserem Leben zu halten, was genaugenommen etwas kurzsichtig ist, weil uns das Thema zu guter Letzt (nämlich genau da!) ja doch einholt. Wir haben eine Menge Abwehrzauber dagegen aufgebaut, die sachliche Sterilität unserer Intensivstationen zum Beispiel, die uns irreführenderweise suggeriert, dass das Leben beherrschbar sei, eine Frage der Technik sozusagen. Oder auch die gepflegte Langeweile bundesdeutscher Friedhöfe mit ihrer Einheitsbepflanzung und zwanzig-Jahres-Mietverträgen für Grabflächen, alles hat seine Ordnung, sogar der Tod, und wer sich langweilt, gruselt sich bekanntlich nicht.
Aber warum sind wir da eigentlich so unlocker?
Dass es auch anders geht, zeigt ein Blick in die europäische Nachbarschaft: Seid ihr jemals auf einem Friedhof in Sizilien gewesen, sagen wir: in Palermo? Da müsst ihr nicht auf Allerheiligen warten, es reicht ein stinknormaler Sonntagvormittag, nach der Messe.
Zwischen Marmorstatuen weinender Engel und Gruften, groß wie Einfamilienhäuser – allerdings phantasiereicher ausgestaltet – stehen inmitten eines Meers von Blumen in unterschiedlichen Phasen des Zerfalls Campingstühle und ebensolche Tische, locker zu Grüppchen arrangiert. Eine unglaubliche Menge gut gelaunter Menschen treibt sich da höchst lebendig herum. Man macht einen Ausflug auf den Friedhof, man nutzt ihn gewissermaßen als Naherholungsgebiet, was praktisch ist, weil man gleich eine Menge Leute trifft. Nix isses mit Friedhofsruhe. Da geht es: „Gianluca, willst du noch ein Panino?“ „Lass das Ballspielen, Allessandrina, wir beten jetzt für Opa!“ Und für Zia Angelica und Don Corleone gleich mit, zur Sicherheit. Man weiß ja nie, wer zuhört. Und über allem liegt ein Duft, ja, es ist ein Duft, den man nie mehr vergisst.
Ich glaube, die von Tom Ford, bekanntlich die Rockstars der Parfumszene, müssen ihren Betriebsausflug an eben einen solchen Ort gemacht haben. Vielleicht liegt es daran, dass man als Rockstar gewissermaßen beruflich bedingt eine bestimmte Nähe zur anderen Seite hat. Jedenfalls muss David Apel sein feines Näschen in die Luft eines sizilianischen Friedhofs am Sonntag Vormittag gereckt und gesagt haben: „Baby- was für ein geiler Duft. Daraus mach‘ ich ein Parfum.
Und da haben wir’s.
Vergesst das mit dem schwarzen Trüffel. Sowas gibt’s nicht auf Friedhöfen. Der Duft startet mit einer Handvoll erfrischender feuchter Erde, kühl, herb und angenehm modderig. In diesen Moderduft hinein erblühen schwere, sehr schwere Blüten; ob das nun schwarze Orchideen sind, kann ich nicht beurteilen, weil ich nie welche gerochen habe, aber vorstellen könnte ich es mir auf jeden Fall. Sie verströmen einen intensiven, süßen, dunklen, beinahe narkotischen Duft, morbide wie ein Trakl-Gedicht, die pure Freude am Verfall. Dazu eine unbestimmte Note nach altem Blumenwasser, neinnein, keine Berührungsängste bitte, das riecht durchaus frisch und angenehm, ein wenig abgestanden halt, aber das ist ok. Es ist sehr hintergründig eine leise Fruchtnote wahrnehmbar, noch nicht vergoren, aber nicht weit weg davon. Dazu Lotus, Balsam, wie bei einem altägyptischen Totenritual. Wer sich bis hierherein in den Duft begeben hat, der hat sich ihm auch ergeben, wie man sich beinahe lustvoll seinem Schicksal ergibt, und man wartet auf das unvermeidliche Patchouli gewissermaßen als logische Konsequenz, als finalen Schlag. Aber nein! Ein wenig Weihrauch zieht vorüber, sehr zart dosiert. Und ganz zuletzt lässt der dunkle Sog nach. Der Duft wird weich, süß, fast heiter. Eine tröstliche Vanille legt zärtlich ihren Duft über uns wie einen Schleier, der alles weich zeichnet. Sozusagen als lächelnde Verheißung jenseitiger Freuden. Und wir bleiben ein wenig sprachlos vor Staunen zurück.
Wann trägt man einen solchen Duft?
Na gut, es ergeben sich naheliegende Möglichkeiten, das Gothic-Festival zum Beispiel, das Rendez-Vous mit dem Liebsten um Mitternacht auf dem örtlichen Friedhof (schwarze Spitzenhandschuhe nicht vergessen!).
Oder aber…
Warum mal nicht einfach im Büro? Um Pausengespräche der anderen Art zu eröffnen: „Wie war dein Wochenende?“ „Wohin geht’s denn im Urlaub?“ „Was hast du so vor, nachdem du rübergemacht hast, du weißt schon, auf die andere Seite?“
Vielleicht will uns das der Duft sagen: Vielleicht müssen wir einfach ein bisschen lockerer werden mit dem Thema Tod. Er gehört schließlich zum Leben. In diesem Sinne: Welcome to the black parade!
Und Danke fürs Lesen.
19 Antworten
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