Login

Mellibelli83

Mellibelli83

Rezensionen
1 - 5 von 8
Wenn die 90er ein Geruch wären...
... dann wäre es CK One.

Ich tanzte zu Euro-Dance in Großraumdiscos durch die Nächte
Ich trug quietschig-bunte Klamotten von H&M und New Yorker.
Ich himmelte Take That und East 17 an.
Es gab nur eine Jeans, und die hieß Levis 501.
Meine sowieso schon überdurchschnittliche Körpergröße von 1,77 m erhielt dank Buffalo und Co. ein 10cm-Upgrade
Ich trug lila-glitzernden Lidschatten zu kajalumrahmten Augen und aufgeklebten Glitzersteinchen in den Augenwinkeln
Die Haare wurden toupiert und der Scheitel in Zick-Zack-Form gebracht
Und über dem allen schwebte der Geruch von CK One Eau de Toilette Ob Mann, ob Frau, gefühlt hat ihn jeder getragen. Wie revolutionär war damals ein Unisex-Duft. Ich habe den Duft vom ersten Moment an geliebt. Und ich liebe den Duft auch heute. Manchmal vergesse ich ihn und er fristet ein unbeachtetes Dasein im Hintergrund. Aber gerade im Frühling und Sommer grabe ich ihn gerne wieder aus und werde schlagartig 30 Jahre in die Vergangenheit katapultiert. CK One ist wie die erste große Liebe. Irgendwann kommen andere, aber den ersten Freund vergisst man nicht. :)

Zum Duft selber: Ich nehme ihn als sehr linear wahr. Er hält bei mir moderate 5-6 Stunden, auf der Kleidung auch länger. Er füllt keine Räume aber ist vom Umfeld bei näherem Kontakt durchaus wahrnehmbar. Ich nehme vor allem die zitrisch-frischen Noten wahr die wunderbar mit dem grünen Tee harmonieren. Jasmin und Maiglöckchen schwingen eher im Unterton während ich von der Rose gar nichts in die Nase bekomme. Der Moschus und Amber verleihen dem Duft eine leichte Cremigkeit, am Ende dominieren aber wie gesagt die frischen Noten. Daher für mich ein perfekter Alltagsbegleiter für die wärmeren und heißen Tage, der nicht nervt und nie zuviel ist. Für mich ein absolut zeitloser Klassiker.

1 Antwort
Der kleine Schwarze...
Eine kleine (wahre) Anekdote zur Haltbarkeit und Sillage:

Morgens halb 7 in Deutschland. Bin frisch geduscht und stehe ratlos vorm Parfumregal. Der tiefschwarze Flakon vom L'Interdit Eau de Parfum Intense fällt mir ins Auge. Warum nicht? Muss ja nicht immer Understatement sein. Bin ein großer Fan der L'Interdit-Reihe und liebe die Düfte alle. Beim kleinen Schwarzen mag ich vor allem den Sesam, der dem Duft im Drydown eine nussig-cremige Note verleiht. Also zugegriffen und beherzt ein paar Pffts Pffts rechts und links und in den Nacken gesprayt und ab in die Klamotten geschlüpft. Blicke auf meine weiße Bluse, überlege kurz und sprüh vorsichtshalber noch 2 Sprüher auf den Kragen. Manchmal hilft viel ja viel, gell?
Wenig später find ich mich bei der Arbeit ein und acker ein strammes Programm ab. Ein Termin nach dem anderen, ich rotiere umher wie ein Duracell-Hase auf Speed. Ehe ich mich versehe ist es 6 Uhr abends und ich klappe erschöpft den Laptop zu. Auf dem Weg nach Hause wird mir klar, dass ich seit fast 12 Stunden nichts gegessen habe. Ich schiebe den überfälligen Einkauf auf morgen und halte beim Imbiss meines Vertrauens an, um mir ganz uneitel eine solide Currywurst-Pommes mitzunehmen. Innen erwartet mich die übliche dichte Wolke von Frittierfett und Currygewürz. Während ich an der Kasse stehe und bezahlen möchte, blickt mich die Verkäuferin auf einmal ratlos an. Ihr Finger, eben noch im Begriff, den Betrag in die Kasse zu tippen, hängt bewegungslos in der fritteusendampf-geschwängerten Luft. Plötzlich platzt es aus ihr heraus: "Ich kann mich gar nicht konzentrieren, ihr Parfum lenkt mich so ab." Wir verirren uns in eine kleine Parfumplauderei, ich kritzel den Namen des Duftes auf ihren Bestellblock und dann gehe ich meiner Wege. Während ich heimfahre, geht mir plötzlich auf, dass es bereits stolze 12 Stunden her ist, seit ich den L'Interdit Eau de Parfum Intense aufgetragen habe. Wenn ein Duft nach 12 Stunden noch so eine Projektion hat, dass er gegen jahrelangen Frittiergeruch in jeder Ritze dieses Imbiss' ankommt und seinen Weg über den Bedienthresen in die Nase der Verkäuferin findet, dann kann ich ja gar nicht anders, als ihm für Haltbarkeit und Sillage eine glatte 10 von 10 zu geben.
6 Antworten
Je m'appelle râpe à réglisse
Endlich kam ich mal dazu, den LPRN einen Alltagstest zu unterziehen. Nach den ersten Pffts Pffts dominiert zunächst die deutliche Lakritznote des Süßholzes. Nach kurzer Zeit ordnet sich das Süßholz aber in den feinen fruchtig-blumigen Noten ein. Die Kirschen und Rosen entwickelnein unglaublich raffiniertes Spiel mit dem Süßholz und der Mandel. Die Sillage ist gut und hinterlässt eine feine Kirsch-Rosen-Wolke ohne einen zu erschlagen. Im Verlauf wird der Duft etwas körpernaher und Vanille und Tee betreten die Bühne. In dieser Phase empfinde ich den Duft am schönsten, da die Noten unglaublich schön harmonieren und einen komplexen, sehr feinen femininen Duft ergeben. Die Haltbarkeit ist in Ordnung, auf der Haut verfliegt er schneller auf der Kleidung steht er einen Arbeistag aber gut durch. Alles in allem ist LPRN für mich ein solides Wässerchen, was sowohl im Job als auch zu feineren Anlässen was hermacht. Ich kann mir den Duft gut für einen Restaurantbesuch oder zu einem Date vorstellen. Er wird auf jeden Fall seine Einsatzzeit erhalten.
1 Antwort
Nicht nur sauber sondern porentief rein
Es gibt so Gerüche, die einen ein Leben lang begleiten und die man gernefür immer konservieren würde. Sei es frischer Sommerregen auf nassem Asphalt, frisch gemähtes Gras oder der Wald an einem kühlen Herbsttag. Oder wenn man sich abends nach einem langen anstrengenden Tag ein ausgiebiges Vollbad gönnt, einen frischen Pyjama anzieht und dann porentief rein in ein frisch bezogenes Bett schlüpft.

Dieses Gefühl, diesen Geruch verkörpert The Muse in Reinkultur. Man bekommt eine Überdosis Sauberkeit und Frische-Wäsche-Duft. Nicht mehr aber eben auch kein bisschen weniger.

Der Duft verläuft linear und das ist durchaus wörtlich zu nehmen.
Einmal gesprüht verändert sich der Duft über Stunden nicht. The Muse büßt nichts von seiner Intensität ein. Haltbarkeit und Sillage sind nicht von dieser Welt. Nach einem 9-Stunden Arbeitstag umflattert mich immer noch eine deutliche Baumwollwolke und verzückt mich ebenso wie meine Mitmenschen.
Das Wässerchen ist ein Komplimentegarant.

Und wenn ich schließlich abends im Bett liege, müde und erschöpft, steigt noch immer ein kleiner Hauch Frische-Wäsche-Duft in meine Nase und lässt mich schließlich heimelig einschlafen.
1 Antwort
Frühling in Reinkultur
Eine ganz liebe Parfuma hat mir diesen feinen Duft geschenkt. Er riecht für mich nach Frühling pur. Diese unvergleichliche Kombiation verschiedener Gerüche.... Zarte Blüten, die ersten Knospen an den Bäumen, frisches Morgentau, die ersten Sonnenstrahlen, Leichtigkeit und Freude. Er ist spürbar da und dennoch unaufdringlich und unkompliziert. Man erfreut sich einfach an seiner Anwesenheit und genießt ihn. ️
0 Antworten
1 - 5 von 8