Parzival852

Parzival852

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1 - 5 von 13
Parzival852 vor 3 Jahren 6 2
7
Sillage
9
Haltbarkeit
9.5
Duft
cremig-weicher Kaffeeduft
Im Video zu diesem Duft beschreibt Ashton Kirkland vom YouTube-Kanal „Gents Scents“ seine Intention als Creative Director so: Er wollte einen Kaffeeduft, der weder mit kräftigem dunkel, schwarz, gerösteten Aroma angreift und auch keinen süßen Capuccino-Duft. Sein Ziel, stattdessen den Eindruck eines cremig-weichen Kaffeeduftes zu erzeugen, ist ihm hervorragend gelungen.
Mit Sidonie Lancesseur hat er eine Parfumeurin, die sich mit Kaffee und Spirituosen auskennt. Ihr Black Phantom ist aber eben kräftig dunkel und schwarz und daher kaum vergleichbar.

Der Duft eröffnet mit einer herrlich cremig-weichen Kaffeenote. Lakritz tritt hier als Unterstützung auf und betont tatsächlich das Aroma. Die Mandel unterstützt die Cremigkeit, der Zucker gibt eine angenehme leichte Süße.

Auch im weiteren Duftverlauf bleibt der Duft vor allem ein weicher, cremiger Kaffeeduft mit nur dezenter Süße, allerdings verliert der Kaffee etwas seine Abstrahlung. Der Cognac tritt hinzu und begleitet den Kaffee als leicht alkoholische Note.
Die Cremigkeit wird in der Basis von der Vanille unterstützt. Die Vanille bleibt aber unauffällig als eigenständige Note. Auch die genannten Hölzer (Papyrus und Zeder) dienen eher der Unterstützung, um Struktur zu geben.

Der Kaffee ist im gesamten Duftverlauf nicht kräftig schwarz und auch nicht süß. Er betont eher den cremigen, braunen nur leicht gesüßten Kaffee. Vor allem die Eröffnung ist wirklich großartig und einladend, als hätte man einen duftenden Cappuccino vor sich.

Edit zur Performance:
Der Duft hat auf meiner Haut eine enorme Haltbarkeit. Auch am nächsten Tag ist er noch auf in 10 cm Entfernung deutlich wahrnehmbar. Hinsichtlich der Sillage ist mein Eindruck, dass er nur dezent in Körpernähe wahrgenommen wird.
2 Antworten
Parzival852 vor 3 Jahren 6 3
7
Sillage
9
Haltbarkeit
7
Duft
Trocken-säuerlicher Apfel-Tabak-Duft
Der Youtuber Ashton Kirkland vom Kanal „Gents Scents“ ist der Creative Director der zur Zeit erhältlichen sieben Düfte von Galleria Perfumes. Laut eigener Aussage wollte er mit diesem Parfum einen Tabak-Duft kreieren, der sich abseits der fruchtig-süßen Mainstream Tabak-Düfte bewegt. Ich nehme diesen Duft tatsächlich als recht unique wahr.

Er eröffnet sehr spritzig frisch mit dem Apfel, der den gesamten Duftverlauf über neben dem Tabak dominant bleiben wird und eher säuerlich, denn süß ausstrahlt. Gemixt wird der Apfel mit einer trocken-alkoholischen Gin-Tonic-Wacholder-Note. Die würzigen Noten unterstützen die recht kräftige säuerlich-trockene Eröffnung.

Relativ schnell erscheint dann mit dem Tabak die zweite dominante Note des Duftes. Der säuerliche Apfel und der Tabak bleiben den ganzen weiteren Duftverlauf deutlich präsent. Aufgefangen werden die spritzigen Kopfnoten nun durch die Hölzer der Herznoten, die dem ganzen zusammen mit dem leicht erdigen Patchouli etwas Tiefe geben.

Die Noten in der Basis bilden dann einen etwas weicheren Boden. Allerdings wird der Duft niemals süß, niemals samtig, sondern bleibt eher herb und trocken, vielleicht sogar etwas aggressiv.

Die Hauptrolle spielt, wie oben schon gesagt, die Tabak-Apfel-Kombinantion. Insgesamt ein interessanter, für mich recht ungewöhnlicher Duft abseits der Mainstream-Pfade. Mir ist er allerdings etwas zu herb und säuerlich.
3 Antworten
Parzival852 vor 3 Jahren 15 3
8
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
8
Duft
Würziger Lavendel mit pudriger Iris auf warmem Moschus
Musk Lave ist der zweite Duft der neuen Collection, den ich mir blind bestellt habe. Leider ist der Sprüher defekt. Ich kann die Flüssigkeit nur direkt auf die Haut pumpen. Aber immerhin kommt etwas heraus. Nach dem ersten Auftragen war ich etwas skeptisch, ob er mir gefallen wird. Aber inzwischen bin ich tatsächlich sehr angetan.

Musk Lave eröffnet mit würzigem Lavendel. Der Moschus erscheint als warme Wolke, die aber nur ganz dezent im Hintergrund spielt. Die Bergamotte ist anfangs eher als säuerliche, denn als frische Note wahrnehmbar und erinnert mich an die Bergamotte im Earl Grey.
Die Iris spielt sich nun zunehmend als trockene und pudrige Note in den Vordergrund und wird begleitet von der Würzigkeit und der leichten Süße des Lavendels. Tatsächlich tauchen auch immer wieder fruchtige Noten vom Osmanthus auf. Laut Russian Adam soll auch der Lavendel fruchtige Noten verströmen.
Der Moschus hält sich die ganze Zeit im Hintergrund, verbreitet aber eine wie oben schon geschrieben eine warme Wohlfühlwolke. Die Animalik ist zwar vorhanden, aber nur dann, wenn man sie wirklich sucht.
Sandelholz und Labdanum erscheinen für mich als warme Noten nur entfernt im Hintergrund, steuern aber eine dezente Süße bei.

Was mir an Musk Lave gefällt, ist wirklich diese Kombination von würzigem Lavendel, pudriger Iris und wärmendem Moschus. Diese Kombination dominiert den Duft den ganzen Verlauf. Interessant bleibt er durch unterschiedlich wahrnehmbare Nuancen in der Würzigkeit.

Die Sillage ist eher moderat und unaufdringlich. Die Haltbarkeit ist gut, aber nicht bis zum nächsten Tag.
3 Antworten
Parzival852 vor 3 Jahren 8 2
8
Flakon
6
Sillage
9
Haltbarkeit
7.5
Duft
Würziges Veilchen auf warmen Noten
Der Duft ist einer von zwei Blindbestellungen der diesjährigen Collection von Areej le Doré. Ich trage den Duft jetzt drei Tage und bin zufrieden, aber nicht begeistert.
Der Duft eröffnet mit einer schokoladigen Kaffeenote, aber trocken, nicht süß, dazu kommt ein starkes Gemisch aus grün-würzigen Noten, deutlichen Röstaromen, ganz leichtem dunklen Rauch (Guajakholz) und einem ozonigen Veilchen im Hintergrund. Zu diesem Zeitpunkt ist der Duft interessant, einzelne Komponenten schön, insgesamt aber irgendwie sperrig.
Nach einer Stunde hat sich der Duft gesetzt, er wird ruhiger und entwickelt sich zu einem deutlichen Veilchenduft. Das Veilchen wird weiterhin begleitet von würzigen Noten.
Nach 2 Stunden dominiert immer noch das würzige Veilchen. Deutlicher werden jetzt aber auch wärmere Noten wie Ambra, Tonka und die harzigen Noten. So klingt der Duft letztlich auch aus: würziges Veilchen auf warmen Noten. Die Sillage ist eher moderat, verbreitet im direkter Nähe aber wohl einen interessanten Hautduft. Bei Umarmungen oder enger Zusammenarbeit im Projekt wurde er nicht als Parfum identifiziert, aber bemerkt und gemocht.
Die Haltbarkeit ist sehr gut. Auf der Haut sehr lecker noch am nächsten Tag.

Fazit: Agar de Noir gefällt mir durchaus gut. Ich hätte mir allerdings etwas mehr Power von den dunklen Noten gewünscht. Vor allem Oud bleibt sehr dezent im HIntergrund. Ebenfalls etwas enttäuscht bin ich von der Sillage.
2 Antworten
Parzival852 vor 4 Jahren 6
10
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
6
Duft
Duft - wo bist du?
Ich kann mich nicht beschweren, ich wurde mehrmals vorgewarnt. Aber wer nicht hören will…

Ich möchte hier kurz meine Geschichte mit diesem Duft erzählen, meine Dufteindrücke findest du ganz unten.

Meine erste Berührung mit dem neuen Homme fand in der Pafumerie statt. „Hier, teste Sie doch mal diesen Duft, ganz neu“. Ok, ich rieche … gar nichts (Warnung Nr.1). Naja, trotzdem mal aufgesprüht. Auf dem Nachhauseweg, roch es immer mal wieder harzig-waldig-frisch, dann mal wieder nichts (Warnung Nr. 2). Es schien mir aber dennoch, als hätte ich meinen perfekten Waldduft gefunden. Ein paar Tage später habe ich dann in besagter Pafumerie diesen Duft erstanden.
Erfreut habe ich ihn am nächsten Tag getragen. War aber sehr enttäuscht, dass er sich so schnell verflüchtigt hatte (Warnung Nr. 3).
Am folgenden Tag hatte ich mich mit einer Freundin zum Hundespaziergang verabredet. Freudig legte ich erneut diesen Duft auf. Dieses mal mit ein paar Sprühern mehr, schien am Tag vorher etwas zu wenig gewesen zu sein. Und da es ein kalter Tag war und ich mich dick in einem Mantel vergraben hatte, gab es auch zwei Sprüher auf den Mantel.
Hund geschnappt, ins Auto los. Am Treffpunkt angekommen, wartete meine Freundin schon und hielt mich an. Nachdem ich das Fenster herunter gedreht hatte, trat sie erst mal einen Schritt zurück. „Puh, du bist ja total vernebelt“. Ich muss zugeben, ich war ein wenig erstaunt. Ich roch… gar nichts. Während des Spaziergang verzog sie immer wieder mal die Nase: „Da konntest du wohl nicht genug kriegen, was?“. Bei mir kam auch immer mal wieder eine kleine Wolke an. Aber meistens war da einfach … nichts.
Am nächsten Morgen trottete ich noch müde ins Bad und tappte dabei über meinen Flur. Boah, was ist denn hier los. Ein stechender harziger Duft hatte sich hier breit gemacht. Hektisch ergriff ich den Mantel, den ich sofort in die Waschmaschine verfrachtete. Im Bad erlebte ich das gleiche Schicksal. Die Kleidung von gestern wanderte ebenfalls schnell in die Maschine. Waschmittel rein, Maschine an - durchatmen.

Tja, was soll ich sagen. Eigentlich mag ich den Duft nach wie vor, aber ich rieche ihn einfach nicht, zumindest verschwindet er nach 10 Sekunden und taucht dann mal wieder für einen Moment auf. Deshalb wandert er auch in den Souk.

Der Duft:
Beginn: etwas prickelnd, harzig, zitrisch (Bergamotte), frisch (Pfeffer). Die Zeder verleiht dem Duft den etwas stechenden harzigen Charakter. Das prickelnd, stechend Harzige wird sicher zu einem großen Teil unterstützt vom Iso-E-Super, das hier enthalten sein soll und erkären kann, dass ich den Duft so wenig wahrnehme. Meine Nase schaltet dann einfach ziemlich schnell ab.
Das Vetiver wird sicher die Waldassoziation verstärken und Moschus einfach nur unterstützend wirken.
Einen Duftverlauf kann ich nicht erkennen. Er verliert am Ende etwas von seiner Aufdringlichkeit und die Zitrone, aber der Duft bleibt weitgehend gleich. (Aussage ist natürlich vor vor dem Hintergrund zu verstehen, dass ich den Duft nur hin und wieder mal wahrnehme.)
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