PollitaPollitas Parfumblog

Vor 14 Tagen
37 Auszeichnungen

Kennt ihr den Song „Sucker“ von den Jonas Brothers? Die in diesem Titel beschriebene Story kennen wir doch alle, stimmts? Wir alle waren mal jung und dumm und sind irgendeinem Wahnsinns-Kerl oder einer Granate von Frau hinterhergelaufen. Dummerweise wusste diese Person von seiner bzw. ihrer Wirkung auf andere und hat das schamlos ausgenutzt und sich nicht die Bohne für einen und seine Gefühle interessiert. Das lässt man sich eine Weile so gefallen und hofft und bangt, dass da doch noch was zurückkommt und irgendwann schnallt man, „was für einen Sch**** mach ich hier eigentlich?!“ und hakt das mal ab – besser ist das! Ich war noch keine 18, als dieser Kerl mir begegnete. Und ich bin ihm hinterhergelaufen auf nahezu jede dümmliche Party bei uns in der Gegend. Immer fand ich jemanden, bei dem ich hinten auf dem Moped oder im Auto mitfahren und die ganzen privaten Feierlichkeiten abklappern konnte, bis ich ihn gefunden habe. Es endete immer mit einem schönen Abend und das wars. Hinterher keine Reaktion, kein Anruf, nothing. War ich da, war ich recht, war ich nicht da, wars ihm auch egal.

Für diese Dummheit schäme ich mich heute fast, aber ich glaube, Jugend ist Jugend und da muss man einfach lernen und durch gewisse Erfahrungen durch. Was ich nicht vergessen habe, ist das Parfum, das er getragen hat. Dieser Duft verursachte bei mir damals unerreichte Höhenflüge, und ich dumme Kuh habe ihn nie gefragt, was er da trägt. Das muss 1994 oder 95 gewesen sein. Die meisten Düfte, die damals auf den Markt gekommen sind und beliebt waren, kenne ich, aber diesen habe ich niemals wiedergefunden. Ich kann mich noch an eine intensive Würze und balsamische Süße erinnern. Mit ordentlicher Sillage und stundenlanger Haltbarkeit. Danach nie wieder etwas Vergleichbares gerochen. Einen kleinen Hauch davon bringt mein Buon Pranzo von Hilde Soliani mit, aber lediglich eine Winzigkeit davon

Gott, was würde ich dafür geben, diesen Duft zu finden. Aber wahrscheinlich würd er mich nur immer wieder an diesen blöden Kerl damals erinnern, für den ich all das gemacht habe, was die Jonas Brothers in „Sucker“ besingen. Wie peinlich….

Kann es sein, dass Düfte auch ein bisschen bekloppt machen? Was solls!

Happy Halloween!

19 Antworten

Zurzeit gibt es so viele schöne Themen, dass ich jetzt fast ein schlechtes Gewissen habe, weil ich meine Gedanken auch loswerden möchte. Als ich meinen Lauf-Blog verfasst habe, war es hier deutlich ruhiger. Aber seis drum, ich muss das jetzt einfach aufschreiben, denn die letzten Tage haben mich nachdenklich und auch etwas traurig gestimmt. Ich entschuldige mich gleich mal vorneweg, wenn ich einen der schönen aktuellen Beiträge damit von der Startseite schubse.

Meine Nüstern sind immer offen, nicht nur beim Morgenlauf. Ich wurde mit einer sehr, sehr feinen Nase ausgestattet, was mich manchmal durchaus auch nervt, denn nicht alles riecht immer unbedingt gut, sodass man mehr davon erschnuppern möchte. Die Nase kann ich mir nicht zuhalten, so wie Augen oder Ohren. Manchmal wirklich ein Nachteil, so ein feines Riechorgan. Aber meist überwiegt das Positive.

Seit ich hier bei Parfumo bin, beschäftige ich mich wieder intensiver mit Düften. Düfte sind zwar schon lange mein Hobby, doch in den letzten ca. zehn Jahren habe ich dieses Hobby doch eher etwas vernachlässigt. Ich merkte, dass mir etwas Bedeutendes in meinem Leben fehlt und habe mich daher entschlossen, mich eurer feinen Community anzuschließen, in der ich auch in der kurzen Zeit, in der ich hier aktiv bin, schon sehr viele nette Kontakte knüpfen könnte. Aber das nur nebenbei.

Beruflich arbeite ich in einer Männerdomäne. Bei dem Kongress, von dem ich gerade nach Hause komme, hörte ich den Satz "auf rund 40 Männer kommt circa eine Frau" und da ist was dran. Daher hat meine Nase schon viele Herrendüfte geschnuppert, oft auch gnadenlos überdosiert, wofür vor allem Firmenchefs ein Händchen haben. Ich erinnere mich an meinen Start bei meiner Ex-Firma, mit der ich heute noch viel zu tun habe. Der damalige Big Boss liebte Davidoff Cool Water und verbreitete die Sillage im gesamten Firmengebäude. Da wusste man, wer hier der Chef war. Der hat buchstäblich sein Revier mit Duft markiert :)

Und andere folgten, ebefalls bevorzugt Führungsebene. Ich vergesse nie einen bestimmten Duft, über den ich jahrelang gerätselt habe. Für mich war er eher unangenehm als als schön, da natürlich massiv überdosiert. War der Herr im Aufzug gewesen, konnte man den Duft danach stundenlang noch wahrnehmen, und zwar mit einer Penetranz, die einen fast umfallen ließ. Das war süß, schwer und heftig und in dieser Intensität einfach kaum zu ertragen. Irgendwann lag genau dieser Duft in einem meiner Tauschpäckchen aus einem Internetforum und ich wusste - ah, dieses für meine Nase grausige Zeug heißt Aomassai von PG. ;)

Auf Messen und Veranstaltungen erschnupperte ich immer dies und das. Nicht alle Herren der Schöpfung übertrieben es mir ihrem Duft. Manche dufteten auch dezent nach den von Schoork so lieb beschriebenen "Aquabons", z.B. PR Invictus und Konsorten. Andere trugen was Extravaganteres, beispielsweise Méchant Loup von L'Artisan, was mir ein Lächeln auf die Lippen zauberte. Kurzum, Duft war in meinem Job ein prägender und stets spannender Faktor.

Das ist heute nicht mehr der Fall. Genau das musste ich feststellen, als ich auf dieser jüngsten Veranstaltung war. Denn wer Parfum trägt innerhalb dieser Männerdomäne (das sind in der Regel deutlich unter 50 Prozent), der riecht exakt gleich wie alle anderen. Wie traurig! Ich muss gestehen, ich kenne weder Aventus noch Sauvage und deren zahlreiche Flanker, aber nach diesen Eventtagen denke ich, weiß ich, wie sie riechen. Oder alle tragen Office für Men? Ich weiß es nicht. Denn selber habe ich die Nase noch nicht willentlich reingehalten.

Das ist eine total traurige Entwicklung, wenn alles so gleich und langweilig riecht. Wollen wirklich alle nur "Crowdpleaser" sein? Wo bleibt die Individualität? Vor zehn Jahren war das noch was ganz anderes. Will hier nicht YouTubern oder sonstwem irgendwelche Schuld zusprechen, aber diese Entwicklung ist traurig. Zumindest ist das in meinem beruflichen Umfeld der Fall.

So, das musste ich mir mal von der Seele schreiben

Eure Pollita


25 Antworten
Vor 76 Tagen
45 Auszeichnungen

Neben meinem Duft-Hobby bin ich absolut sportverrückt. Der Langstreckenlauf hat es mir vor allem angetan. Und dafür brauchts Training und das mehrmals pro Woche. Meine Ausdauerläufe mache ich am liebsten in der Früh. Nicht nur im Sommer, wenn es ab 9 Uhr schon fast zu heiß zum Rennen ist, sondern genauso auch im Winter. So lange es dunkel ist, bin ich dann häufig mit Stirnlampe unterwegs, dass mich auch kein gehetzter Autofahrer auf der Fahrt ins Büro übersieht.

Ein Grund, warum ich morgens gerne laufe, sind die Gerüche. Wenn noch nicht so viele Menschen unterwegs sind, kann man die Natur viel intensiver wahrnehmen. Und jede Jahreszeit duftet anders. Ich mag die Düfte verschiedener Pflanzen und Hölzer im Wald, den Duft von Regen und auch den von Schnee. Das ist alle sehr charakteristisch und gehört für mich genauso zu den Jahreszeiten, wie etwa das Ausschlagen der Bäume im Frühling. Ich liebe es, die Natur mit all ihren Facetten zu erschnuppern.

Ich wohne nicht unmittelbar am Waldrand oder am Feld. Ich brauche, je nach Strecke, ca. 3-4 Kilometer, bis ich auf den Feldern bin. Da gehts zunächst durchs Wohngebiet und manchmal auch durchs Industriegebiet. Und hier wirds dufttechnisch ebenfalls spannend um diese Uhrzeit. Denn gegen 6:00 oder 6:30 Uhr, wenn ich starte, starten viele andere Menschen in den Job - sprich, die meisten sind frisch geduscht und ebenso frisch beduftet. Heute morgen etwa begegnete mir ein Schwall Le Male auf unserer Hauptstraße im Wohngebiet. Später, als ich an einem Wohnhaus direkt vorbeilief, kam dort eine Wolke Trésor aus dem Badezimmer.

Nach der Wohngebiet-Runde gehts in die Natur und weg von den menschlichen Düften. Zum Schluss mache ich dann immer noch einen finalen Stopp beim Bäcker, wo ich unser Frühstück hole, bevor ich den letzten Kilometer gemütlich nach Hause gehe. Dort begegnet mir oft eine Duft-Overdose, denn um diese Uhrzeit holen sehr viele Leute ebenfalls ihr Frühstück, vor allem Handwerker, da ein Industriegebiet an den Bäckerladen angrenzt. Da braucht man für gewöhnlich ein starkes Näschen, denn die sind meist so intensiv beduftet, dass man die frischen Brötchen fast nicht mehr riechen kann. Da denk ich dann immer, ein bisschen weniger wäre mehr.

Anayway, so startet der Tag mehrmals pro Woche für Pollita. Und erst danach wird überlegt, wonach ich denn gerne duften möchte. :)

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