Precious’ Blog
vor 12 Jahren - 13.11.2013
Der Reiz eines neuen Parfums
Einen neuen Duft kennen zu lernen, das hat immer etwas ganz Einmaliges für mich. Ich rieche dann nur und analysiere nicht, sondern nehme den Duft als etwas Ganzes, Schönes oder auch Unschönes wahr.
Nie wieder wird er für meine Nase so duften wie beim ersten Mal... Später erst fange ich damit an, den Duft ganz genau und von allen Seiten zu beschnuppern. Ähnlichkeiten mit anderen mir bekannten Düften zu suchen. Die Kopf-, Herz- und Basisnote zu beurteilen, manchmal auch zu verurteilen... Ich werde ihn in Einzelteile zerlegen, um seinem Geheimnis auf die Spur zu kommen, aber genau dann geht man das Risiko ein, ihn zu sehr auseinander genommen zu haben.
Am lebhaftesten empfinde ich den ersten Dufteindruck, wenn eine Person ihn trägt und ich ihn zum ersten Mal rieche. Wenn mich dann das neue Dufterlebnis extrem anspricht, frage ich gern nach, was da so fein u. betörend riecht. So geschehen bei TABU, Dioressence, Youth Dew, Obsession, Fendi, Venice, Salvador Dali und Scherrer 1. An diese Düfte habe ich noch genaue Erinnerungen, wie ich sie kennen lernte.
Ich weiß leider nicht mehr, welcher berühmte Parfumeur in einem Interview sagte, dass er selber keine Düfte benutzen könne, da er ständig über die Rezeptur nachdenken müsste und das wäre ihm dann einfach zu anstrengend. Er könne gar keinen Duft mehr als ganze Einheit genießen. Das klingt fast ein bisschen wehmütig.
Manchmal finde ich, dass in den Parfum-Foren Düfte zu sehr "erklärt und analysiert" werden. Ich lese solche Kommentare wirklich super gern, da ich Duftbeschreibungen sehr schätze, doch immer wieder wird man die unterschiedlichsten Meinungen lesen. Ganz genau trifft eine Beschreibung eben doch nicht zu und jeder Mensch nimmt Düfte doch sehr unterschiedlich wahr. So richtig objektiv wird eine Duftbeschreibung niemals sein können.
Irgendwie ist das aber auch schön, dass wir - egal wie sehr wir bemüht sind einen Duft zu beschreiben - es nie ganz genau hinbekommen. So schwebt über jedem Duft eben doch ein Geheimnis, das sicher nur ein geübter Parfumeur enträtseln kann. Und dann ist der ganze Zauber hin...
Wenn wir Zauberei sehen und staunen, so ist diese nur so lange für uns rätselhaft und verwirrend, so lange wir nicht den Trick verraten bekommen. Erfahren wir ihn, sind wir ernüchtert und auch ein kleines bisschen enttäuscht.
Manchmal ist es vielleicht schöner nur zu beschreiben, was ein gewisser Duft mit uns macht oder in der Vergangenheit mit unseren Gefühlen anstellte und welche Erinnerungen an ihn bestehen. Darum lese ich gerne Duftbeschreibungen, die eine kleine Geschichte über das eigentliche Dufterlebnis erzählen.
8 Antworten


Meine heute Intension einen natürlich Duft darzustellen wie wir hier die Düfte präsentiert bekommen ist so gar nicht erkennbar.
Und das nächste Mal schreibe ich auch mit Absätzen.