SerafinaSerafinas Parfumblog

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Vor 18 Monaten
35 Auszeichnungen

Auch dieses Thema gab es schon öfters mal. Als Vielkäufer und häufiger Teilnehmer an Sharings möchte ich dennoch das Thema erneut plazieren und ein paar Anregungen machen – natürlich aus meiner persönlichen Perspektive/Erfahrung, ohne Anspruch auf allgemeine Gültigkeit oder Vollständigkeit.

Was wünsche ich mir vom Verkäufer?

  • Halbwegs zeitnahe Antwort auf PNs mit Anfragen zu Angeboten im Souk – wer länger verreist bzw. keinen Zugang hat, kann ja den Souk pausieren
  • Klare, gut lesbare, „auslaufsichere“ Beschriftung der TZs bei Sharings oder Abfüllungsverkäufen
  • Absender auf dem Brief/Paket
  • Zeitnaher Versand nach Zahlung (Ausnahmen mit entspr. Begründung sind natürlich kein Problem)
  • Optional: Bei Flakonversand Mitteilung der Trackingnummer. Für mich wirklich nur ein „nice to have“.
  • Ein wenig Geduld! Manche Empfänger (wie z.B. ich) sind viel unterwegs und müssen sich erst durch Poststapel durchwühlen, bevor sie Feedback geben.

Was finde ich angemessen/selbstverständlich seitens des Käufers?

  • Anfragen zu Angeboten im Souk mit Anrede, kurzem Text und Grußwort mit Vornamen – es müssen ja keine Romane sein!
  • Zeitnahe Zahlung und entspr. Meldung darüber via PN. O.K., ich habe aber auch manchmal was verschwitzt und erst auf erneute (in einem Fall sogar zweifache) Nachfrage gezahlt...Asche auf mein Haupt! So was sollte eine Ausnahme bleiben!
  • Bei Paypal nur über „Freunde/Familie-Option“ bezahlen, im Betreff nur Nickname oder ganz ohne Betreff (falls so gewünscht)
  • Immer: Info via PN nach Erhalt, generelles Danke, insb. aber für Proben/andere Zugaben
  • Optional: Post an Pinwand (das mache ich allerdings nur, wenn explizit gewünscht)

Warum schreibe ich hier überhaupt etwas zu diesem Thema?

Manchmal erhielt ich anonyme Briefe mit einem unbeschriftetetn TZ. Das große Rätselraten begann....bin nun mal ein häufiger Teilnehmer an Sharings, da ist das nicht so einfach mit der Identifizierung. Es hat sich immer alles aufgeklärt, so weit o.k. Immer gab es dann Erklärungen/Entschuldigungen für die fehlende Beschriftung...alles im Einzelfall nachvollziehbar - aber ist das wirklich so schwer, ordentlich zu beschriften?

Manchmal bekam ich (zeitnah nach Versand) PNs: „Ist meine Sendung schon angekommen? Hast Du schon getestet?“. Klar, man möchte wissen , ob alles gut angekommen ist und ob die Zugaben den Geschmack des Empfängers treffen. Eine Rückmeldung finde ich ja auch selbstverständlich. Ich bin aber viel beruflich unterwegs, oft für mehrere Tage am Stück. Ich melde mich IMMER nach Erhalt. Aber es dauert eben manchmal ein wenig. Manchmal komme ich spät abends heim, viel Duftpost liegt da...aber meine hungrigen, maulenden Katzen gehen vor! Ich habe dann auch Hunger, und koche mir erst mal eine Kleinigkeit und lasse die Post erst mal warten. Und melde mich dann eben oft erst am kommenden Tag. Bitte habt doch etwas Geduld! Ich melde mich ganz bestimmt!

Meine Gesamtbilanz ist aber definitiv: ich hatte hier sehr viele positive Deals! Danke Euch dafür!!!

Nachtrag:

Die Anmerkung von First zum Thema Zahlung/Rückmeldung seitens Käufer bzw. Sharing-Teilnehmer möchte ich gerne hier aufnehmen:

- Banküberweisungen sind nur wochentags möglich und dauern - je nach Instiitut - ein wenig, inbesondere, wenn man mit Schein überweist (nicht jeder macht das online oder am Telefon). Letzteres sollte man aber via PN ankündigen

- Klar, man ist nicht immer und jeden Tag online - Probleme miit Internetzugang oder PC/Notebook etc., Reisen... Gerade bei Sharings, die sich ja schon über längere Zeiträume hinziehen können, sollte das von beiden Seiten berücksichtigt werden und ein wenig Geduld auf beiden Seiten selbstverständlich sein.

Weiterer Nachtrag:

Den Blog habe ich aus Sicht eines begeisterten Sharing-Teilnehmers geschrieben. Selbst veranstalte ich keine Sharings, kenne daher die andere Seite und deren Erfahrungen nicht. Aber dass ich nach wie vor gerne bei Sharings mitmache, spricht doch von meinen fast immer positiven Erfahrungen! Ich appeliere nur an beide Seiten, ein wenig Geduld aufzubringen, angemessen zu kommunizieren und an die Veranstalter/Verkäufer von Abfüllungen, sorgfältig zu beschriften.

30 Antworten

Zum Thema Haltbarkeit gibt es hier unzählige Threads und Diskussionen. Dass ich das Thema dennoch hier erneut aufgreifen möchte (vor 3 Jahren, als ich hier neu war, schrieb ich bereits einen ähnlichen Blog), liegt an den aktuell recht hohen Temperaturen des deutschen Frühsommers. Ein echter Grund zur Sorge? Brauchen wir Weinkühlschränke für unsere Schätze? Reicht Lagerung im Karton, also dunkel, aus? Oder sogar offen auf Regalen, nicht der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt? Oder ist es einfach eine Lotterie, was kippt und was nicht?

Sind es wirklich die hohen Temperaturen oder doch mehr das Licht, oder beides zusammen, das Parfum schneller kippen lässt? Oder spezifische Inhaltsstoffe? Fragen, die sicher viele hier umtreiben.

Nur bei einem bin ich mir sicher: die Behauptungen der Parfumindustrie, dass die Haltbarkeit (geöffnet) bei maximal 3 Jahren liege, halte ich für ein Ammenmärchen, um den Verkauf anzukurbeln. Meine ältesten intakten Parfums stammen aus den 60er, eines sogar von 1911. Meine monothematischen Duftöle aus den frühen 80ern sind ungekippt. Aber natürlich sind mir auch einige ältere Parfums bisher gekippt bzw. zeigen Kippnoten ohne komplett „hinüber“ zu sein (letzteres sind die wenigesten!). Ich denke, hier spielen 2 Faktoren eine große Rolle:

Erstens: ja, ich habe sie in den 90ern schlecht „behandelt“. Schon damals habe ich monatlich gewechselt und am Freitag bzw. Montag vor/nach dem Wochenende die auszutauschenden Parfums zwischen meinem Hauptwohnsitz und meiner kleinen Bude an meinem ca. 200km entfernten Arbeistort unter der Woche hin und her transportiert. Dort lagen sie dann den halben oder ganzen Tag im Kofferraum auf einem unbedachten Parkplatz, manchmal in sommerlicher Bruthitze. Wie hoch die Temperatur im Auto damals war, weiss ich nicht, aber die Flaschen waren deutlich heiss. Nicht gut... Aber ich wusste es damals nicht bessser. Das meiste von damals habe ich übrigens mittlerweile nachgekauft.

Zweitens: es sind in erster Linie ältere Parfums aus der blumig-frischen oder auch fruchtigen Richtung, manchmal auch mit aquatischen Noten, die bei mir am Kippen sind (bzw. waren – manches habe ich wie gesagt nachgekauft): „Laura“, „Pleasures“, “Indian Summer“,einige der Escada Sommer LEs (z.B. „Tropical Punch“, Sexy Grafitti“), “CK one”, „Cool Water for Women“, “Firenze”, fruchtige Solinotes von Yves Rocher. Ich denke ja, dass gerade die Noten „Wasserlilie“ und „Lotus“ besonders leicht degradieren. Chypres, Orientalen, sowie süße oder schwere Parfums sind nach meiner Erfahrung weniger anfällig für eine schnelle Degradation. Auch diejenigen, die ich bereits mit „Kippnote“ gebraucht ersteigert hatte, gehören eher zur ersteren Kathegorie: „London Rain - Wisteria & Violet“, „Emerald Dream“, „Beautiful Sheer“ (der ist echt hinüber!), „Indian Summer Blue“, „Hanami“, „Foliflora“, „Light Blue“, „Burberry Weekend“...um nur einige zu nennen. Was die Vorbesitzer damit angestellt haben, entzieht sich meiner Kenntnis. Lagerung in praller Sonne auf dem Heizkörper – für Monate oder gar Jahre? Keine Ahnung! Blindersteigerung ist eben immer ein Risiko. Aber angesichts der weitaus größeren Anzahl an intakten Flakons, die ich gebraucht erhalten habe, ein für mich durchaus akzeptables Risiko.

Letztendlich habe ich natürlich auch keine Antworten mit absoluter Gültigkeit auf die oben gestellten Fragen.

Im heißen Auto ausharren müssen die Parfums bei mir schon lange nicht mehr. Vieles (eher Mainstream – wegen der für mich optisch ansprechenden Flakons) steht offen auf Regalen, aber ohne direkte Sonneneinstrahlung, allerdings im Obergeschoss meines Häuschens, wo es im Sommer schon recht warm wird. Der Rest (eher die Nische) steht in Kartons im Wandschrank, aber ebenfalls in ungekühlten Räumen. Das Risiko bleibt also...

Ich hoffe einfach darauf, dass meine Sammlung im vierstelligen Bereich mir noch viele Jahre Freude bereitet und nur einzelne wenige Parfums ausgetauscht werden müssen. Eine andere Wahl, als das beste zu hoffen, habe ich eh nicht!

Nachtrag: vermutlich "kippe" ich eh früher als die meisten meiner vielen Parfums! Na und? Ich hatte meine Freude damit und "mitnehmen" kann eh niemand etwas Materielles...Aber die Freude, die ich hatte, die kann mir niemand nehmen!

40 Antworten
Vor 19 Monaten
68 Auszeichnungen

Meine Überschrift nimmt im Grunde vorweg, was die Schlussfolgerung meines Textes sein soll. Ihr ahnt es sicher – es geht mir um die Vielfalt der Kommentarstile auf Parfumo. Einen ähnlichen Blog zum Thema gab es schon mal, der allerdings konkret Usernamen nannte, was ich hier nicht tun werde.

Da gibt es zum einen die eher nüchternen Kommentare, die mit klaren Worten beschreiben, was der Kommentator riecht, welche Duftnoten er/sie erkennen kann, Aussagen zu Sillage und Haltbarkeit, manchmal auch zum Flakondesign. Sachlich, (meist) informativ für den Leser in Hinsicht auf Entscheidung über Test- oder Kaufabsicht, vom Aspekt der Unterhaltsamkeit meist eher unbedeutend.

Dann gibt es die phantasievollen oder emotionalen Kommentare – manchmal in poetischem Schreibstil, hier wird mit Bildern, manchmal auch mit Gedichten oder Zitaten aus Songs gearbeitet, es werden die persönlichen Empfindungen und Assoziationen zu einem Duft beschrieben. Manche verknüpfen die Kommentare mit kleinen oder größeren, manchmal witzigen oder auch nachdenklich oder traurig stimmenden Anekdoten aus ihrem Leben oder mit realen oder fiktiven Figuren aus Zeitgeschichte, Fim oder Literatur. Unterhaltungswert mehr oder weniger hoch. Es gibt viele Freunde dieser Art von Kommentaren, manche finden sie aber auch wieder wenig informativ, was den Duft selbst angeht. Auf die Spitze treiben es hier einige begabte Geschichtenschreiber, die aus den Duftnoten eine höchst unterhaltsame Story kreieren. Absolute Highlights der Unterhaltung! Aber diese Begabung ist nur wenigen gegeben...

Natürlich gibt es auch Kombinationen aus beiden bisher gennannten Stilen. Kommentatoren, die eine sachliche Beschreibung mit unterhaltsamene Elementen verbinden.

Bei manchen Autoren taucht nahezu jede in der Pyramide genannte Duftnote im Kommentar auf, oft mit einer kleinen (persönlichen) Geschichte verbunden. Ich bewundere ja solche „Nasen“, die tats. jede Duftnote in einem Parfum auch tats. erschnuppern können – aber nur weil meine eigene Nase meist mit mehr als 3, maximal 4 Noten überfordert ist, gibt mir das nicht das Recht, die Wahrnehmung anderer User anzuzweifeln. „Pyramide abschreiben“ ist aus meiner Sicht eine recht böse Kritik, die mir vollkommen fern liegt. Nein, keine Ironie! Diese Kommentare standen in der Vergangenheit oft im Fokus von anonymer Kritik und abfälligen Witzen – unfair aus meiner Sicht.

Dann gibt es die Sorte „kurz und knapp“ – Duft gefällt dem Schreiber sehr oder eben gar nicht, meist ohne große Begründung. Diese Kommentare stammen oft von Neulingen oder aus der Zeit, als es die Statementfunktion noch nicht gab.

Und dann die Sorte Kommentare, die sich meinem begrenztem Verstand leider nicht erschließen – vermutlich muss man in Literaturwissenschaften, Kunst, Psychologie, Verfahrenstechnik oder etwas ganz anderem promoviert haben, um sie zu verstehen. Aber auch diese Kommentare haben ihre Fans.

Mein persönlicher Kommentarstil ist eher nüchtern und sachlich – eben typisch für eine Naturwissenschaftlerin. Ich beschreibe ehrlich, was ich an Duftnoten erkenne und erwähne auch mal, was sich meiner Nase nicht erschließt. Assoziationen, bildhafte Vergleiche und kleine persönliche Anekdoten finden dennoch recht häufig Platz in meinen Kommentaren , aber poetisch sind meine Texte sicher niemals.

Ebenso sind die meisten Kommentare wohl eher ein Mix der eben beschriebenen Stile.

Haben sie nicht alle ihren Wert und ihre Daseinsberechtigung? Für jeden Stil gibt es Fans und erfreute Leser. Kommentare von Usern, deren Stil man persönlich wenig schätzt, kann man doch einfach übergehen, oder?

Ich plädiere für Toleranz und Vielfalt! Leben und leben lassen!

29 Antworten

Ein wenig zumindest?

Die Menschen außerhalb Parfumos reagieren ja schon manchmal etwas befremdet auf meine exzessive Begeisterung für Parfum und die exorbitante Größe meiner Sammlung. Die meisten meiner Freundinnen haben maximal 2-3 Flakons daheim stehen, die zudem kaum genutzt werden. Für sie ist Parfum ein reiner Gebrauchsartikel.

Aber ich habe mittlerweile im Freundes-und Kollegenkreis doch ein wenig Interesse wecken können. Es begann mit den beiden Töchtern zweier Freundinnen, 8 und 9 Jahre alt. Immer wenn ich eine der Mütter treffe, gebe ich ihr 1 oder 2 (doppelt oder dreifach vorhandene) Miniaturen für die Mädels mit. Die eine hatte sie ursprünglich nur wegen der Fläschchen gern, mittlerweile benutzen beide auch den Inhalt, daher achte ich darauf, dass die Düfte noch intakt sind. Manchmal ist ja dann die Begeisterung der Mütter weniger groß, wenn im Bad ein Duftmischmasch entsteht oder die Puppen beduftet werden...

Doch auch vier der zuvor kaum duftaffinen Freundinnen konnte ich ein wenig anfixen. Eine von ihnen hat seit Jahren „Dune“ daheim stehen, verwendet es aber kaum. Sie mag gerne würzige Düfte. Meine Abfüllungen von „Cinnamon Bun“ und „Kenzo Jungle“ benutzt sie offenbar gern. Eine andere, Mutter einer der "Nachwuchs-Parfumas", hatte bisher nur „Crystal noir“, sie bekam eine Abfüllung von „Ginger“ von Il Profvmo. Nachdem ihre ganze Familie von dem Duft begeistert war, habe ich ihr einen Flakon im Souk besorgt. Eine andere fragte mich, ob es Parfums mit Lindenblüte gebe. Na klar! Aus der Kiste mit diversen Lindendüften gefiel ihr „Ombra di Tiglio“ am besten, den hat sie sich dann bestellt. Ähnliches beim Thema „Orangenblüte“. Eine andere fragte nach Schokoladen/Vanilledüften. „Chocolate Greedy“ hat sie begeistert, erschien nur erst mal als zu teuer. Doch es gibt ja hier den Souk...

Auch im Büro bin ich ein wenig berühmt/berüchtigt für meine Duftliebe. Meine Chefin, die ich fachlich wie menschlich sehr schätze, öffnet sehr oft das Fenster unseres gemeinsamen Büros. Sie möchte mir ja das Parfumieren nicht verbieten, aber manchmal ist es ihr wohl einfach zu viel. Bisher hatte ich an ihr nie Parfum wahr genommen. Sie ist ein sehr sportlicher, eher maskuliner Typ, unkompliziert und offen. Bis sie mir einen Flakon zeigte: „L’Eau par Kenzo“ – eines der wenigen Parfums, die ich tats. weniger mag. „Ach, das Zeug ist doch eher Zitrusreiniger als Parfum!“ Das war natürlich frech von mir! Aber wir haben einen lockeren Umgangston, so dass ich sogar noch nachlegte: „Eigentlich eher ein „Klosteinduft!“. Unsere Trainee sah mich ganz fassungslos an, was ich mir da rausnehme, aber die Chefin meinte nur: „Das ist schon o.k.!“ und grinste. Am nächsten Tag meinte sie: „Na, schnupper mal an mir, ob Du es erkennst?“ (Nach ihrer Aussage habe ich in meiner Nase einen Gaschromatographen eingebaut, da ich schon öfters die Parfums von Kolleginnen korrekt erkannt hatte). „Ich musste ja wechseln, nachdem mein Duft gestern bei Dir durchfiel!“ „Hm, frisch, schöner Duft, kommt mir bekannt vor, erkenne ich jetzt aber nicht eindeutig.“ Es war „Nightflight“, das ich tats. selbst auch besitzte.. Aber über 2000 Duftkompositionen kann auch mein Gedächtnis nicht perfekt abrufen... In der Woche drauf brachte ich unserer Trainee eine Box mit ca. 12 Minitauren als Geschenk mit, an denen natürlich gleich geschnuppert wurde. Chefin: „unsere Kollegen werden sicher denken, dass es hier wie in einem mehrstöckigen Freudenhaus riecht!“ (Woher die Leute dieses Wissen über den Duft in solchen Etablissements haben, wird mir immer ein Rätsel bleiben...). Daraufhin meinte ich zu Ihr: „Denkst Du, ich hätte an Dich nicht auch gedacht?“ und überreichte ihr einen Mini von „Nightflight“. Dass sie sich wirklich drüber gefreut hat, merkte ich auch daran, dass sie das Fläschchen ganz stolz unserer Assistentin zeigte. Außerdem zeigte ich ihr „Go“ von Joop, den sie gleich zum Testen aufsprühte. „Doch, der wäre tats. was für mich! Haste gut getroffen!“ Nächste Woche bringe ich einer anderen Kollegin eine Box mir „Rosa Pfeffer Düften“ zum testen. Nur bei deren Suche nach einem Ersatz für das von ihr vermisste „Envy“ konnte ich bisher nicht wirklich helfen.

In einem zweitägigen größeren Team-Meeting (im Stuhlkreis!) habe ich die recht neue, sympathische Kollegin neben mir doch ein wenig überfordert. Am Ende des ersten Tages meinte sie: „Immer wenn Du von draußen rein kamst, habe ich einen Schwall Maiglöckchenduft abbekommen, das war ja schon ein wenig viel...“ Ich war aber froh, dass sie es offen sagte, anstatt still zu leiden und habe mich entschuldigt. „Morgen sind grüne Düfte dran, immerhin eine Abwechslung!“. „Und ich werde ggf. mit „Coco Mademoiselle“ zurückschlagen!“. Als ich mit einem neu aufgelegten Duft nach der Pause rein kam, meinte sie spontan: „Das ist aber jetzt ein richtig toller Duft, Wahnsinn! Was ist das?“ Es war „Panorama“. Mittlerweile ersetze ich von eingen Parfums die Abfüllungen durch Flakons, die TZ verschenke ich dann an nette Leute. Bei Panorama hatte ich auch den TZ übrig, den ich ihr sogleich gab.

Gestern war mein Gärtner bei mir, es ist ein 30-jähriger Student aus Ghana. Ab und an trinken wir auch ein Glas Wein zusammen. Er ist vielseitig interessiert, unsere Gespräche sind oft ein echter Gewinn für mich, zudem verbessern sie mein Englisch. Ich schenkte ihm meinen Flakon von „Insurrection II Pure“ – er war in einem Parfumpaket, dass ich nur wegen eines anderen Parfums ersteigert hatte. Ich erzählte ihm natürlich von der Ähnlichkeit zu „Aventus“ und um den Hype um letzteren. Er wird mir berichten, wenn es Reaktionen auf seinen Duft geben wird...bin gespannt! Aufgrund des starken Gewitterhagels musste er lange abwarten, bis er heimradeln konnte. Zeit, um ihm ein paar meiner Schätze zu zeigen. Speziell für ihn suchte ich hauptsächlich maskuline Parfums, aber auch Extraits und Vintages in Kristallflkakons heraus...Besonders begeistert haben ihn „Panorama“ (der TZ war leider bereits verschenkt...) und „Oud Bouquet“, aber auch „Dolce di Giorno“ und „Fiero“. Er meinte dann, dass er jetzt erst richtig verstehe, wie unglaublich vielfältig die Welt der Parfums doch sei und dass meine Leidenschaft nicht nur den Duft sondern auch die oftmals kunstvollen Flakons betrifft. Auch dass ich weiter „jage“ nach Altem, Wertvollem, Seltenen, und das zu moderatem Preis, kann er nun gut verstehen. Wenn er irgendwann einen sicheren Job und genügend Geld hat, möchte er sich auch der Erkundung von Parfums widmen. Offenbar hat ihn meine Begeisterung tats. angesteckt...

Kleiner Nachtrag (29.05.18): mein Gärtner berichtete mir heute,, dass er Komplimente (von einem Mann) zu Panorama bekam. Der Aventus-Klon kam bisher kaum zum Einsatz, da Flakon zu sperrig. Ein Mini TZ von mir wird Abhilfe schaffen...

12 Antworten

Es gab hier ja schon einiges an Diskussionen zum Thema Sammlungen: Größe, Sinn von Megasammlungen, Abgrenzung Mainstream – Nische etc. Ich möchte hier keinesfalls eine Diskussion anheizen, die die Gemüter erregt, aber ganz sicher bin ich mir natürlich nicht, was ich jetzt auslöse...

Aus meiner Sicht, ganz eindeutig: niemand hier sollte sich herausnehmen, andere wegen der Gestaltung der eigenen Sammlung zu kritisieren. Jeder muss eben für sich selbst entscheiden, was er/sie besitzt und was hier erfasst wird. Gedanken kann man sich natürlich machen, so wie ich hier auch nur laut nachdenke.

In irgendeiner Diskussion im Forum oder einem Blog kam mal das Argument, eine Sammlung müsse doch eine bestimmte Linie oder eine Vorliebe des Besitzers erkennen lassen, sonst wäre sie keine Sammlung im eigentlichen Sinne. Das hat mich etwas verwundert, denn nach meinem naiven Verständnis, ist die Liste unter „habe ich“ – was oft auch mit „eigener Sammlung“ gleichgesetzt wird, eben das, was man persönlich an Flakons besitzt, die sich im Lauf der Jahre angesammlt haben. Streng genommen also einfach eine „Ansammlung“von Parfums. Für Sammlungen nach einem bestimmten Motto benutze ich selbst meine Subordner, also z.B. „Vintage“, „alte Schätze“„Extraits“, „Orientalen“, „Dupes/Clones“, „Advent“.

Ich gehe zwar immer bei anderen erst mal davon aus, dass die „Habe ich“ Sammlung real und komplett ist und nur Flakons beeinhaltet, aber ich weiß, dass manche User hier auch ihre Abfüllungen aufnehmen zur besseren eigenen Übersichtlichkeit. So what?

Es gibt hier natürlich Fans bestimmter Marken. Eine „Sammlung“ im engeren Sinn wäre dann zum Beispiel, alles einer bestimmten Marke komplett zu haben. Auch ich bin ein Fan so einiger Marken oder Serien: z.B. Jo Malone, Penhaligon’s, Lutens, L’Artisan, die Allegoria-Serie, aber tats. auch „Avon“ (die alten Sachen) und „Yves Rocher“, sowie die Escada LEs. Aber es erscheint mir uferlos, alles davon besitzen zu können (o.k., die Escada LE Sommerdüfte habe ich tats. komplett!).

Von Phantasiesammlungen habe ich auch bereits gehört, die nur das eigene Wunschdenken wiederspiegeln. Na ja, wenn es denjenigen freut...Oder doch, um andere zu beeindrucken? Schön blöd, wer darauf anspringt, denke ich mir, aber auch das soll es ja geben.

Andererseits scheuen sich offenbar manche User, ihre (immer noch vorhandenen) Parfums der jungen Jahre mit zu erfassen, da sie sich ja vom „schnöden Mainstream“ verabschiedet haben und die alten Drogeriedüfte eher als Schandfleck in der hochwertigen und hochpreisigen Nischensammlung sehen. Warum nur, frage ich mich selbst. Geschmack kann sich wandeln, dafür muss man sich doch nicht schämen, oder? Aber eben jeder, wie er es mag...

Und dann gibt es ja noch diese „Wiederkehrer“ – ein heikles Thema. Wer sich hier nach Rauswurf erneut anmeldet, wird natürlich vorsichtig sein und keine identische Sammlung eingeben, die sofort erkennen lässt, dass derjenige hier schon mal unter anderem Namen präsent war. Aber ich lasse das Thema lieber, bevor ich mir die Finger verbrenne...

Für mich selbst ist jedendenfalls eines klar - bei mir haben sie alle ihren Platz: preisgünstige Drogerieparfums, bekannter Mainstream, Naturdüfte, seltene und manchmale wirklich sehr alte Vintages und Extraits, das breite Spektrum der Nischendüfte, (weniges) Hochpreisiges. Ich habe jeden einzelnen Flakon gern und gebe auch keinen mehr her! Ein echter Sammler eben!

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