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llTillll

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Rezensionen
1 - 5 von 6
Der Diätduft
Ich kann nachvollziehen, warum er so beliebt ist. Er ist direkt, konsequent und extrem raumfüllend. Soviel Geruch bekommt man selten fürs Geld, so viel Süßkram in einem Parfum auch nicht und man fällt auf. Ganz sicher kann man auch seinen Heißhunger auf Süßes damit kompensieren, wenn man abnehmen will. Wenn das das Ziel ist...

Ich hoffe so lange, dass ich nie neben jemandem mit diesem Duft in einem Büro... ach was: in einem geschlossenen Raum und erst recht nicht im Zug oder Flugzeug sitzen muss. Der Duft ist das Äquivalent zur Bluetoothbox in der Hand einer Jungsgruppe am Samstagabend.

Und keiner volljährigen... An dem Duft ist nichts erwachsen! Keine herben, ledrigen, holzigen oder trockenen Töne kontrastieren die erschlagende Süße. Er ist so stark, dass man ihn kaum diskret dosieren kann. Auch ist nichts an dem Duft maskulin, außer vieleicht seiner Großspurigkeit und Lautstärke - wenn man das für maskulin hält. Er will auffallen, einlullen und verführen, und das alles mit Gewalt statt mit Raffinesse.

Eine heiße Schokolade mit Sahne darf so riechen. Ein Pralinengeschäft oder eine Konditorei (im Winter) auch. Manche Menschen mögen Tees mit ähnlichen Aromen im Winter, aber warum sollten Menschen so riechen? Klar jeder wie er mag und so, aber in diesem Fall sind ja auch alle anderen in der Stadt mitbetroffen. Wer unbedingt trotzdem will: in die Luft sprühen (besser draußen, bei leichtem Rückenwind), 5 min. warten, und dann durch die garantiert immer noch vorhandene Duftwolke laufen. Mehr ist weder nötig noch sinnvoll.
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Haribo Vampire mit Kaffee und TdH
Was für ein merkwürdiger Duft. Kaffee und Lakritz auf der seriösen TdH-Grundlage? Kann das klappen? Irgendwie schon, aber auf Kosten der Seriösität. Man kann sich das vorstellen wie ein Orchesterkonzert, bei dem in ein klassisches Musikstück eine Melodie aus einem völlig anderen Genre eingefügt wird. Nicht brachial, schon passend und harmonisch, aber für alle erkennbar als ironisches Zitat oder Dekonstruktion des klassischen Stückes. Kann man machen, aber so richtig ernst nehmen, kann man das Ganze dann auch nicht mehr.

Startet herb mit etwas mehr Kaffee, der sich schnell zurückzieht und dem Lakritz mehr Platz lässt. Das Lakritz ist nicht irgendeins, es sind, wie meine Kinder richtig erkannt haben, die Haribo Vampire (Lakritz mit Fruchtgummi-Flügeln). Geruchlich eine der besten Haribo-Sorten. Definitv keine Salmiak-Pastillen oder niederländisches Salzlakritz. So bleibt es dann und nimmt langsam aber stetig an Intensität ab.

Die Bewertung fällt mir schwer. Kaufen würde ich den Duft nicht, ernst nehmen kann ich ihn auch kaum, aber er ist spannend und gut gemacht. Die Lakritze harmoniert gut, aber sie ist auch überdeutlich erkennbar und im Vordergrund. Vielleicht wie Yellow Submarine mit der eingefügten Blaskapelle? Mehr Experiment als Parfüm, aber gut.
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Unsichtbar... in a good way
Der Moncler Sunrise wurde mir von einer sehr netten und engagierten Verkäuferin empfohlen, als ich mich durch die l'eau d'issey Palette getestet habe. Sie war der Meinung, dass das hier einer der besten alltagstauglichen, halbwegs diskreten und unkomplizierten maskulinen Düfte sei.

Den Flakon mag ich nicht, aber er macht nichts falsch. Immerhin kein Torso, keine Faust, Handgranate oder Revolvermagazin, aber ich mag es einfach schlicht(er) am liebsten, und man sollte auch irgendwo den Füllstand sehen können.

Ecken und Kanten gibt es beim Duft genausowenig wie Großspurigkeit. Spannend ist er nicht. Am Anfang ist er frisch und holzig. Später kommt etwas Süße durch und die Frische geht. Alle Facetten des Dufts greifen harmonisch ineinander. Nichts sticht so heraus, dass es stören würde. Sommer, Winter, Büro, Restaurant... geht alles. An der Haut ist auch am nächsten Tag noch ein Hauch zu riechen.

Den vorherigen Absatz hab ich sinngemäß an anderer Stelle von Menschen die sich intensiver/länger/leidenschaftlicher mit Parfüm beschäftigen schon mehrfach als Auftakt zu gnadenloser Kritik an der Einfallslosigkeit und Langweiligkeit von Düften gelesen, und die hätten hier auch einen Punkt. Aber man kann auch das gute Handwerk wertschätzen und anerkennen, dass es auch positive Seiten hat, wenn man niemanden irritiert und sich bei der Nutzung wenig Gedanken um Anlass, Mitmenschen und ähnliches machen muss. So, wie viele Orte und Situationen unauffällige Musik brauchen, die nicht stört und die man ignorieren kann. Ich fand ihn jedenfalls trotzdem sympatisch und gut gemacht. Kaufen würde ich ihn dann aber auch nicht. Vielleicht, weil ich keinen Duft brauche; es geht eigentlich immer auch ohne. Aber wenn ich immer müsste, wäre der hier ziemlich gut - für mich und mein Umfeld.
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Perfekter Duschgelduft
Ich muss gestehen, dass ich in dem Wort "Duschgelduft" nichts negatives sehen kann. Im Gegenteil.

Wie Musik, Licht und 1000 andere Eindrücke ist Geruch eng verknüpft mit Gefühlen, Stimmungen und Erinnerungen. Man kann sich Erinnerungen durch Düfte zurückholen (das Tabac-Aftershave von Opa) oder Stimmungen und Gefühle verstärken. Dieser hier verstärkt eines der besten Alltagsgefühle: Die Frische nach dem Duschen. Nicht mehr und nicht weniger. Es gibt bestimmt Situationen in denen man süßer, ledriger, rauchiger, cremiger oder pudriger riechen möchte, aber ist nicht "frisch" viel häufiger das Ziel? Der Duft ist nicht raffiniert, verfliegt schnell aber er ist angenehm und verlängert die Frische nach dem Duschen etwas. Nervt nicht, klebt nicht, verändert seinen Charakter nicht... nach einer Weile ist er einfach weg. Unkompliziert und unprätenziös. Mein Sohn (12) liebt ihn und ich mag ihn für das was er ist und sein will. Im Gegensatz zu vielen anderen Drogeriedüften will er nicht mehr sein als er sein kann. Im Caline/LaRive-Regal stehen zu viele Düfte, die nach 5 Minuten süß und dumpf werden. Der hier verschwindet lieber, bevor er nervt.

Für Erwachsene könnte man natürlich was suchen, in dem etwas mehr Ecken und Kanten sind. Vielleicht ein bisschen Holz oder sowas. Hatte früher mal einen Dior Homme Sport, den ich sehr mochte. Aber das ist ein unsinniger und unnötiger Vergleich.

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Richtig gut, aber nicht für mich...
Ich habe den Dior Homme Intense bei einem Parfümeriebesuch unterwegs gesehen und ihn aus Neugierde spontan auf den Unterarm gesprüht. Mehr Kontakt hatte ich zu dem Duft nicht, entsprechend ist meine Meinung vermutlich nicht die fundierteste. Aber ums mit jeder 2. Deutschklausur in dt. Oberstufen zu Texten mit offenem Ende zu sagen: "er regt definitiv zum Nachdenken an"...

Meine weibliche Begleitung hat ihn von Anfang an gehasst und mich während der einer folgenden, längeren Autofahrt beschimpft. Es sind Sätze wie "Du riechst wie ein Opa... nee warte... wie eine Oma...nee warte mein GANZES AUTO riecht wie eine Oma" gefallen. Er war ihr zu krass, zu süßlich und sie hat ihn mit sehr alten Menschen assoziiert. Und ich würde ihr eigentlich recht geben. Ich würde mir den Duft nicht kaufen und ich mag ihn (an mir) nicht. Er fühlt sich an wie ein Fremdkörper.

Aber ich war gleichzeitig fasziniert und habe einen riesigen Respekt (i.S.v. Anerkennung, Wertschätzung) vor ihm entwickelt. Er ist wahnsinnig laut ohne grob zu sein. Warm ohne zu süßlich zu werden. Komplex aber gleichzeitig eine harmonische Einheit. Ich konnte nicht aufhören, am Unterarm zu riechen. Die Begeisterung vieler Kommentierender hier kann ich auf jeden Fall gut nachvollziehen und werde ihn gut bewerten, weil er das verdient hat... auch wenn ich ihn eigentlich nicht mag.

Ich weiß nicht, wer eigentlich die Zielgruppe ist. Wohlhabende alte Leute? Dafür wird er von jüngeren ziemlich positiv besprochen... Bin schon wieder am Nachdenken!?
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