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Top Rezension
Allmählich skelettiert
Ob es leichter oder schwieriger ist, ein Neben-Produkt zu testen, wenn man das Original nicht kennt, ist wohl Ansichtssache. Ich jedenfalls bin ohne größeren (s. u.) Umweg direktemang in den Flanker hineingestolpert, nachdem ich von noirceur ein Pröbchen erhalten hatte – vielen Dank dafür!
Das (anscheinend identitätsstiftende) Veilchen zum Auftakt kommt in meiner Nase arg staubig, geradezu muffig daher und hat wenig Gelegenheit zur Entfaltung seiner Persönlichkeit, bevor es kaum eine Minute später kräftig übergewürzt wird. In Anbetracht meines spontanen Curry-Eindrucks wandern die Gedanken zu Opus VII von Amouage. Koriander? Vor allem aber schwitziges Cumin.
Erst in der zweiten Stunde wird es runder und milder. Das nun entstehende Holz wirkt auf mich einigermaßen synthetisch, die entsprechende Note aus Carbone kommt mir in den Sinn. Wie bei einem Abdimmschalter wird der Duft behutsam dunkler und gezähmter. Nach vier Stunden hat er die vergleichsweise wilde Jugendphase hinter sich.
Und jetzt entsteht ein für mich großes Rätsel, zumal bislang niemand auch nur ansatzweise davon geschrieben hat. Grund ist eine seltsame, fruchtig-würzige Note, die eine Kindheitserinnerung weckt: an Mamas Bananen-Curry-Soße, die es stets zum Putenschnitzel gab. Das war eines meiner Lieblingsgerichte. Hier ist die Banane natürlich holziger eingefärbt. Bananenblatt habe ich leider pur noch nie gerochen. Orientalische Noten? Was immer das sein mag. Stundenlang wahrnehmbar.
Als handelsübliche Banane wäre besagte Frucht inzwischen ziemlich reif. Ob da ein Rest Cumin im Spiel ist? Oder eine eigenwillig behandelte Leder-Variante evoziert werden soll? Ansonsten tue ich mich mit dem angeblichen Leder nämlich schwer. Vielleicht wäre es an dieser Stelle hilfreich, das echte Fahrenheit zu kennen. Um diesen Faden von oben aufzunehmen: Ich habe es vor ein, zwei Jahren bloß einmal im Laden probiert. In dieser Phase nun klingelt da was und das spricht gewiss für die Charakterstärke des Originals. Leider gelingt es mir nicht, der Bananen-Sache auf die Spur zu kommen und ich muss meinen Eindruck einfach stehenlassen.
Im weiteren Verlauf dominiert zusehends offensiv die synthetische Holznote den Duft. Ich schätze, es ist im Wesentlichen eben jene, die in Duro den Oud-Eindruck hervorruft. Sie ist nicht 1:1 entlehnt, sondern phasenweise um Einiges pieksiger, als sei beispielsweise Gewürznelke beteiligt. In ähnlich abgeschmeckter Form ist mir Holz zuletzt in Bois Noir von Robert Piguet durch den Zinken gewabert.
Gegen Ende des Duftverlaufs – und der ist erst im Laufe des Abends erreicht – zeigt sich jedoch, dass der Kern des Duftes in der Tat aus manchem bestehen dürfte, was der Chemie-Experimentier-Kasten an holzigen Noten so hergibt. Diese allmähliche Entblößung, die schleichende Reduktion des Duftes gleichsam auf sein Skelett finde ich letztlich ein bisschen enttäuschend. Phasenweise gefällt mir der Duft durchaus, aber andere bieten mir in jeder Einzel-Disziplin schlichtweg mehr Fingerschnipp-Effekt und auch als Gesamt-Komposition vermag mich Fahrenheit Absolute – Kindheitserinnerung hin oder her - nicht vollends zu überzeugen.
Das (anscheinend identitätsstiftende) Veilchen zum Auftakt kommt in meiner Nase arg staubig, geradezu muffig daher und hat wenig Gelegenheit zur Entfaltung seiner Persönlichkeit, bevor es kaum eine Minute später kräftig übergewürzt wird. In Anbetracht meines spontanen Curry-Eindrucks wandern die Gedanken zu Opus VII von Amouage. Koriander? Vor allem aber schwitziges Cumin.
Erst in der zweiten Stunde wird es runder und milder. Das nun entstehende Holz wirkt auf mich einigermaßen synthetisch, die entsprechende Note aus Carbone kommt mir in den Sinn. Wie bei einem Abdimmschalter wird der Duft behutsam dunkler und gezähmter. Nach vier Stunden hat er die vergleichsweise wilde Jugendphase hinter sich.
Und jetzt entsteht ein für mich großes Rätsel, zumal bislang niemand auch nur ansatzweise davon geschrieben hat. Grund ist eine seltsame, fruchtig-würzige Note, die eine Kindheitserinnerung weckt: an Mamas Bananen-Curry-Soße, die es stets zum Putenschnitzel gab. Das war eines meiner Lieblingsgerichte. Hier ist die Banane natürlich holziger eingefärbt. Bananenblatt habe ich leider pur noch nie gerochen. Orientalische Noten? Was immer das sein mag. Stundenlang wahrnehmbar.
Als handelsübliche Banane wäre besagte Frucht inzwischen ziemlich reif. Ob da ein Rest Cumin im Spiel ist? Oder eine eigenwillig behandelte Leder-Variante evoziert werden soll? Ansonsten tue ich mich mit dem angeblichen Leder nämlich schwer. Vielleicht wäre es an dieser Stelle hilfreich, das echte Fahrenheit zu kennen. Um diesen Faden von oben aufzunehmen: Ich habe es vor ein, zwei Jahren bloß einmal im Laden probiert. In dieser Phase nun klingelt da was und das spricht gewiss für die Charakterstärke des Originals. Leider gelingt es mir nicht, der Bananen-Sache auf die Spur zu kommen und ich muss meinen Eindruck einfach stehenlassen.
Im weiteren Verlauf dominiert zusehends offensiv die synthetische Holznote den Duft. Ich schätze, es ist im Wesentlichen eben jene, die in Duro den Oud-Eindruck hervorruft. Sie ist nicht 1:1 entlehnt, sondern phasenweise um Einiges pieksiger, als sei beispielsweise Gewürznelke beteiligt. In ähnlich abgeschmeckter Form ist mir Holz zuletzt in Bois Noir von Robert Piguet durch den Zinken gewabert.
Gegen Ende des Duftverlaufs – und der ist erst im Laufe des Abends erreicht – zeigt sich jedoch, dass der Kern des Duftes in der Tat aus manchem bestehen dürfte, was der Chemie-Experimentier-Kasten an holzigen Noten so hergibt. Diese allmähliche Entblößung, die schleichende Reduktion des Duftes gleichsam auf sein Skelett finde ich letztlich ein bisschen enttäuschend. Phasenweise gefällt mir der Duft durchaus, aber andere bieten mir in jeder Einzel-Disziplin schlichtweg mehr Fingerschnipp-Effekt und auch als Gesamt-Komposition vermag mich Fahrenheit Absolute – Kindheitserinnerung hin oder her - nicht vollends zu überzeugen.
13 Antworten


Da wäre der doch einen Test wert!