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Sehr hilfreiche Rezension
Je l'adore? Non! Mais ça me plaît un peu.
Vorgestern warf mir die Kassiererin beim Türkisen eine Probe "J'adore" ins Tütchen. Ich freute mich über die Testmöglichkeit und sprühte mir bereits auf dem Parkplatz beherzt ein Schwällchen des großen Namens auf meinen Unterarm. Der große Name weckte große Hoffnungen, wenngleich ich mit Dior auch immer etwas sehr Elegantes und Feminines, ja sogar eine gewisse Noblesse assoziierte und deshalb schon darauf gefasst war, dass der Duft nicht wirklich zu mir passen könnte.
Nunja, was jetzt folgt, kann wohl getrost als selbsterfüllende Prophezeiung bezeichnet werden. Es duftet mir ein zurückhaltend-zitrisches Wölkchen floraler Zartheit entgegen. Wenn ich "J'adore" musikalisch interpretieren müsste, würde ich zur Querflöte greifen. Helle Töne dominieren den Duft, wenn er eine Farbe hätte, wäre er hellgelb mit pastelliger Note. Ich rieche Ylang-Ylang und ganz viel Jasmin, die hölzerne Basis will sich mir indes nicht zeigen. Und so blümelt es still und leise vor sich hin. Ich vermisse jegliche Tiefe. "J'adore" hat so viele Ecken und Kanten wie ein Gymnastikball. Ich fühle mich mit diesem Duft fremd in meiner Haut. So riechen Damen, bei denen immer alles perfekt ist. Von der Frisur über die Nägel bis hin zum Kostümchen, an dem kein Fusselchen haftet. Frische Wäsche kommt mir in den Sinn, blütenrein. Während ich so vor mich hin sinniere, entferne ich ein paar weiße Katzenhaare von meinem schwarzen Wollpulli.
Ist der Duft erotisch? Mitnichten. Er ist der Duft eines ätherischen Wesens, das jenseits jeglicher Sexualität frisch, sauber und adrett duften möchte. Da ist ganz und gar nichts Verdorbenes, das auf ungeahnte Tiefen hinter der akkuraten Fassade seiner Trägerin verweisen wollte. Ich kann mir den Duft gut an betont femininen Frauen bis 40 vorstellen, die ihren Job in Hosenanzug oder Kostüm bestreiten müssen und dabei freundlich-seriös wirken möchten. "J'adore" ist nicht aufdringlich oder gar penetrant, sondern bleibt immer fein und höflich. Dieses Understatement zeigt sich auch im Duftverlauf, der linear ist wie eine Perlenkette (die übrigens gar nicht schlecht mit "J'adore" harmonieren würde) . Die Sillage ist bei angemessener Dosierung auf Armlänge wahrnehmbar, aber auch hier weicht der Duft nicht vom seinem zurückhaltenden Credo ab. Nach etwa vier Stunden baut der Duft in puncto Haltbarkeit rapide ab und ist nur noch sehr körpernah wahrnehmbar.
"J'adore" ist ein Duft, der bei den wenigsten Nasen vehemente Ablehnung auslösen dürfte. Er ist gefällig, ein freundlich-klarer Wohlgeruch für Liebhaberinnen und Liebhaber floraler Akkorde, für die das Wort Extravaganz etwas immanent Bedrohliches besitzt.
Umso mehr irritiert mich die Namensgebung. Mit dem Französischen "J'adore" assoziiere ich affektgesteuerte Hingabe, sinnliches Begehren und ein klitzekleines Bisschen animalische Triebhaftigkeit. Insofern hätte ich den Duft eher "Mais oui, ça me plaît un peu" genannt. Aber wahrscheinlich sitze ich aus genau diesem Grund nicht in der Marketingabteilung bei Dior.
Nunja, was jetzt folgt, kann wohl getrost als selbsterfüllende Prophezeiung bezeichnet werden. Es duftet mir ein zurückhaltend-zitrisches Wölkchen floraler Zartheit entgegen. Wenn ich "J'adore" musikalisch interpretieren müsste, würde ich zur Querflöte greifen. Helle Töne dominieren den Duft, wenn er eine Farbe hätte, wäre er hellgelb mit pastelliger Note. Ich rieche Ylang-Ylang und ganz viel Jasmin, die hölzerne Basis will sich mir indes nicht zeigen. Und so blümelt es still und leise vor sich hin. Ich vermisse jegliche Tiefe. "J'adore" hat so viele Ecken und Kanten wie ein Gymnastikball. Ich fühle mich mit diesem Duft fremd in meiner Haut. So riechen Damen, bei denen immer alles perfekt ist. Von der Frisur über die Nägel bis hin zum Kostümchen, an dem kein Fusselchen haftet. Frische Wäsche kommt mir in den Sinn, blütenrein. Während ich so vor mich hin sinniere, entferne ich ein paar weiße Katzenhaare von meinem schwarzen Wollpulli.
Ist der Duft erotisch? Mitnichten. Er ist der Duft eines ätherischen Wesens, das jenseits jeglicher Sexualität frisch, sauber und adrett duften möchte. Da ist ganz und gar nichts Verdorbenes, das auf ungeahnte Tiefen hinter der akkuraten Fassade seiner Trägerin verweisen wollte. Ich kann mir den Duft gut an betont femininen Frauen bis 40 vorstellen, die ihren Job in Hosenanzug oder Kostüm bestreiten müssen und dabei freundlich-seriös wirken möchten. "J'adore" ist nicht aufdringlich oder gar penetrant, sondern bleibt immer fein und höflich. Dieses Understatement zeigt sich auch im Duftverlauf, der linear ist wie eine Perlenkette (die übrigens gar nicht schlecht mit "J'adore" harmonieren würde) . Die Sillage ist bei angemessener Dosierung auf Armlänge wahrnehmbar, aber auch hier weicht der Duft nicht vom seinem zurückhaltenden Credo ab. Nach etwa vier Stunden baut der Duft in puncto Haltbarkeit rapide ab und ist nur noch sehr körpernah wahrnehmbar.
"J'adore" ist ein Duft, der bei den wenigsten Nasen vehemente Ablehnung auslösen dürfte. Er ist gefällig, ein freundlich-klarer Wohlgeruch für Liebhaberinnen und Liebhaber floraler Akkorde, für die das Wort Extravaganz etwas immanent Bedrohliches besitzt.
Umso mehr irritiert mich die Namensgebung. Mit dem Französischen "J'adore" assoziiere ich affektgesteuerte Hingabe, sinnliches Begehren und ein klitzekleines Bisschen animalische Triebhaftigkeit. Insofern hätte ich den Duft eher "Mais oui, ça me plaît un peu" genannt. Aber wahrscheinlich sitze ich aus genau diesem Grund nicht in der Marketingabteilung bei Dior.
12 Antworten


Köstliches kommi!:-)) die Jadores liegen mir auch nicht. Ich find die riechen an sich gut, aber an mir sind die irgendwie zu klassisch-schön...;-)