Moss Collector

Moss Collector von Firn Botanical Fragrance
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7.0 / 10 4 Bewertungen
Moss Collector ist ein Parfum von Firn Botanical Fragrance für Damen und Herren. Das Erscheinungsjahr ist unbekannt. Der Duft ist holzig-erdig. Es wird noch produziert.
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Duftrichtung

Holzig
Erdig
Grün
Würzig
Harzig

Duftnoten

EicheEiche PilzePilze PatchouliPatchouli schwarzer Pfefferschwarzer Pfeffer ImmergrünImmergrün VeilchenblattVeilchenblatt

Parfümeur & kreative Köpfe

Bewertungen
Duft
7.04 Bewertungen
Haltbarkeit
6.54 Bewertungen
Sillage
6.84 Bewertungen
Flakon
6.45 Bewertungen
Eingetragen von KingLui, letzte Aktualisierung am 30.11.2018.

Rezensionen

1 ausführliche Duftbeschreibung
7
Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
7.5
Duft
Meggi

1019 Rezensionen
Meggi
Meggi
Top Rezension 16  
Wie bei den Schmugglern
In seinem Roman „Die Hunde des Krieges“ aus dem Jahr 1974 schilderte Frederick Forsythe detailliert, wie sich seinerzeit Ware über eine nicht grundlos als „Champagnerstrecke“ bezeichnete Route von Frankreich nach Belgien – oder eben umgekehrt – schmuggeln ließ:

Im dicht bewaldeten Grenzgebiet zwischen den beiden Staaten gab es eine derartige Vielzahl an kleinen Straßen, dass die Behörden sie unmöglich sämtlich beaufsichtigen konnten. Stattdessen waren mobile Trupps unterwegs, die die Übergänge zeitweise beschrankten und dann alle Durchfahrenden kontrollierten.

Um herauszufinden, ob an einem gemeinhin verwaisten Posten die lästigen Gesetzeshüter zugange waren, wurde ein unverdächtiger Wagen vorgeschickt, während der Laster mit dem Schmuggelgut in sicherem Abstand wartete. Kamen die Späher rasch zurück, war die Luft rein - der Transporter konnte Gas geben.

Diese Passage fiel mir ein, als Jumi berichtete, welche abenteuerlichen Umwege die aus den USA stammenden Proben von Firn Botanical Fragrance nehmen mussten, weil sie im Zuge der um sich greifenden Partial-Paranoia nicht direkt nach Deutschland geliefert werden (dürfen). Obschon hier völlig legal, erinnern die verschlungenen Pfade sehr an eine Schmuggler-Geschichte: Von Kanada aus bestellt, gelangten die Proben zunächst an eine Postlagerstelle nahe der Grenze. Dort wurden sie von einem LKW-Fahrer auf Tour Richtung Norden mitgenommen und endlich von Kanada aus über den großen Teich versandt. Für diese Mithilfe bei unserer Naturduft-Recherche (s. Blog von Fluxit; Tag: „#100prozentnatur“) gilt Jumi mein Dank.

Für die olfaktorischen Angebote des Waldes um sie herum hatten die Schmuggler gewiss wenig Sinn. Sollte der eine oder die andere davon sich nunmehr zur Ruhe gesetzt haben, ließe sich (bei einem Gläschen Champagner?) mit Hilfe von ‚Moss Collector‘ das Versäumte nachholen.

Ein Waldboden voller Pilze lässt sich erschnuppern; er ist von jener „muffigen Frische“, die gleichermaßen alt und neu wirkt. Es handelt sich wohl um einen Nadelwald, denn bald rieche ich zudem Fichte wie aus dem Franzbranntwein, inklusive des harzig-säuerlichen, fast schwitzigen Geruchs des Heilmittels. Oder? Bitter-Holziges ist spürbar, wozu wiederum der Gedanke an Eiche(ln) passt; Gerbstoffe ohne Ende. Daneben aber immer der nadelige Anflug. Entscheiden wir uns salomonisch für einen Mischwald.

Spätestens die verrottenden, weißlich überzogenen Baumstämme im Verlauf lassen mich den Duft endgültig zum Stimmungs-Aroma erklären. Das ändert sich auch nicht, als zum Mittag hin eine Winzigkeit Süße und eine womöglich pfeffer-induzierte Rauch-Idee hinzutreten. Das scheint mir freilich keine speziellen Akzente setzen zu wollen, sondern als Hilfsmittel zur Wahrung der Atmosphäre gedacht zu sein.

Der allmähliche Rückzug am Nachmittag bedeutet nicht, dass der Duft nichts Neues mehr zu bieten hätte. Mir kommt etwa ein zugewachsener Weiher in den Sinn. Lustigerweise entsteht ganz nach hinten raus sogar eine kompostige Anmutung, die von einer Spur hustensaftiger Süße abgemildert wird – aha, vielleicht ist außerdem was Dunklerrauchiges hineingeraten? Ungestützt würde ich auf Myrrhe tippen. Doch das ist lediglich ein letztes Intermezzo auf dem Weg in eine grün-braun-moosig-gestrüppig-warme Unterlage, die mich überraschenderweise bis abends still begleitet.

Fazit: ‚Moss Collector‘ ist Geruch, nicht Duft. Auf seine Art ist er gut gelungen, allerdings besitze ich mit ‚Im tiefen Wald‘ von Divergent bereits einen noch besseren Waldling, der obendrein „parfümiger“ daherkommt.
12 Antworten

Statements

2 kurze Meinungen zum Parfum
BellemorteBellemorte vor 5 Jahren
7
Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
8
Duft
Als läge man auf einem dicken weichen Moospolster mitten in einem schattigen Wald...
0 Antworten
YataganYatagan vor 6 Jahren
7
Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
7.5
Duft
Das ist schon sehr originell: Da breitet sich ein ganzer Wald mit frischem Harz, Holz, grünen Akzenten und vielleicht sogar Pilzen aus.
3 Antworten

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