Black Cube Ramón Molvizar 2010
37
Top Rezension
Hohelied
Schon bei meinem ersten Besuch entdecke ich dich.
Als gläserne Installation thronst du im Regal, flüsterst: Hier bin ich!
Wunderschön erscheinst du mir, ein bisschen protzig dazu: In deiner gelbgoldenen Flüssigkeit glitzern metallisch schimmernde Flocken; pompöser Schmuck zum exklusiven Etui-Kleid. Sehr figurbetont, dieses kubische Gewand. Und der Flitter?
Brimborium, a bit over the Top – aber du weißt, wie du Blicke fängst. Schön bist du, und kein Makel ist an dir…
Mein Gaffen fällt auf. Wir werden vorgestellt. Wollte ich das?
Zu spät. Fast hoffe ich, du mögest langweilig sein, mehr Hülle als Substanz, schöner Schein und hohles Sein.
Bist du nicht.
Sondern wirklich schön. Charmant dazu und sehr freundlich – eine glänzende Erscheinung noch immer und immer mehr. Begehrenswert.
Dich will ich…
…und gehe wieder. Tröste mich mit Affären. Elegante Gestalten, eigenwillige Wesen mit aufregendem Charakter – rundhölzern, lutensisch.
Und doch: Niemand wie du! Also komme ich wieder und wieder, flirte mit Anderen – und werfe dir scheue Blicke zu. In deinen Augen keine Eifersucht; nur Präsenz und dieses Strahlen…
Ich erliege dir.
Und du? Keine Prätention – nicht einmal, als du merkst, dass man uns verkuppelt. Du reichst mir die Hand. Wir gehen.
Jetzt bist du mein: sexy, heißkalt, lockst mit Lust und kontrollierter Distanz. Einschüchterne Perfektion und sinnliche Präsenz. Liebe tut weh – dein Duft tröstet. Ich vergrabe meine Nase tief in der Haut. So viel Neues…
Fruchtig-milder Pfeffer liegt in deinem Atem, umweht von einem zarten Hauch bitterer Mandarine, als du dich entkleidest. Silbrig schimmert feuchter Glanz in deinem Nacken. Schwitze – du riechst so gut! Seidig leuchtet deine Haut und verströmt tiefgoldenen Duft – würzig, frisch wie Kardamon und rein. In der Ferne wogt Lavendel. Kein Apfelbaum weit und breit, und doch: Nichts als Verführung. Adam und Eva fallen vereint…
...umgeben von silbrig leuchtendem Rauch. Harzige Essenz bringt Leiber zum Glühen, indes samtig-warme Noten mich umfangen. Reich bestickte Kissen bremsen den Sturz; sie dünsten milden Blütenduft aus und eine seltsame bittersüße Holzigkeit dazu. Kerzenlicht flackert; Licht und Schatten tanzen über deine Nacktheit. Im sanften Wind liegt eine Ahnung von Vanille. Hör nicht auf…
Zuletzt spannungsvolles Ermatten. Noch immer schwebt Balsamisches in der Luft. Es riecht nach Wonne, nach Lust, nach Mensch. Hautnah tanzt Moschus über den Leib. Eine kühlende Brise erzählt vom nahen Wald, hüllt erhitzt glänzende Haut in duftige Schleier von Zeder.
Wer ist, die hervorbricht wie die Morgenröte, schön wie der Mond, auserwählt wie die Sonne, schrecklich wie Heerscharen? Du bist es…
Als gläserne Installation thronst du im Regal, flüsterst: Hier bin ich!
Wunderschön erscheinst du mir, ein bisschen protzig dazu: In deiner gelbgoldenen Flüssigkeit glitzern metallisch schimmernde Flocken; pompöser Schmuck zum exklusiven Etui-Kleid. Sehr figurbetont, dieses kubische Gewand. Und der Flitter?
Brimborium, a bit over the Top – aber du weißt, wie du Blicke fängst. Schön bist du, und kein Makel ist an dir…
Mein Gaffen fällt auf. Wir werden vorgestellt. Wollte ich das?
Zu spät. Fast hoffe ich, du mögest langweilig sein, mehr Hülle als Substanz, schöner Schein und hohles Sein.
Bist du nicht.
Sondern wirklich schön. Charmant dazu und sehr freundlich – eine glänzende Erscheinung noch immer und immer mehr. Begehrenswert.
Dich will ich…
…und gehe wieder. Tröste mich mit Affären. Elegante Gestalten, eigenwillige Wesen mit aufregendem Charakter – rundhölzern, lutensisch.
Und doch: Niemand wie du! Also komme ich wieder und wieder, flirte mit Anderen – und werfe dir scheue Blicke zu. In deinen Augen keine Eifersucht; nur Präsenz und dieses Strahlen…
Ich erliege dir.
Und du? Keine Prätention – nicht einmal, als du merkst, dass man uns verkuppelt. Du reichst mir die Hand. Wir gehen.
Jetzt bist du mein: sexy, heißkalt, lockst mit Lust und kontrollierter Distanz. Einschüchterne Perfektion und sinnliche Präsenz. Liebe tut weh – dein Duft tröstet. Ich vergrabe meine Nase tief in der Haut. So viel Neues…
Fruchtig-milder Pfeffer liegt in deinem Atem, umweht von einem zarten Hauch bitterer Mandarine, als du dich entkleidest. Silbrig schimmert feuchter Glanz in deinem Nacken. Schwitze – du riechst so gut! Seidig leuchtet deine Haut und verströmt tiefgoldenen Duft – würzig, frisch wie Kardamon und rein. In der Ferne wogt Lavendel. Kein Apfelbaum weit und breit, und doch: Nichts als Verführung. Adam und Eva fallen vereint…
...umgeben von silbrig leuchtendem Rauch. Harzige Essenz bringt Leiber zum Glühen, indes samtig-warme Noten mich umfangen. Reich bestickte Kissen bremsen den Sturz; sie dünsten milden Blütenduft aus und eine seltsame bittersüße Holzigkeit dazu. Kerzenlicht flackert; Licht und Schatten tanzen über deine Nacktheit. Im sanften Wind liegt eine Ahnung von Vanille. Hör nicht auf…
Zuletzt spannungsvolles Ermatten. Noch immer schwebt Balsamisches in der Luft. Es riecht nach Wonne, nach Lust, nach Mensch. Hautnah tanzt Moschus über den Leib. Eine kühlende Brise erzählt vom nahen Wald, hüllt erhitzt glänzende Haut in duftige Schleier von Zeder.
Wer ist, die hervorbricht wie die Morgenröte, schön wie der Mond, auserwählt wie die Sonne, schrecklich wie Heerscharen? Du bist es…
19 Antworten


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