CaecilieCaecilies Parfumkommentare

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01.09.2019 18:56 Uhr
6 Auszeichnungen
Dieser Duft wirkt auf mich wie eine zauberhafte, unglaublich wohlriechende, blickdichte Duftwand. Nicht luftdicht, nein, atmen kann man damit schon, sehen natürlich auch, aber der Duft ist für meine Wahrnehmung in gewisser Weise untransparent. Oder verschmilzt er einfach nur so perfekt mit meiner Haut, dass ich das so empfinde?
Da will ich doch mal von vorne anfangen. Ich suche ja im Moment zwar nicht verzweifelt, aber doch ernsthaft nach einem neuen Signaturduft . Blumig soll er sein mit etwas Unterbau , wenn möglich. Die Tatsache, dass bei "For Her Fleur Musc" die Parfumeurin Calice Becker zur Hälfte beteiligt ist, die ja auch mein einst so geliebtes "J'adore" E.d.P. kreiert hatte, steigert mein Interesse natürlich umso mehr.

"For Her Fleur Musc" duftet auf meiner Haut einfach betörend . Sofort nach dem Aufsprühen rieche ich die Rose und den rosa Pfeffer, der, wie ich ergoogeln konnte, vom Pfefferbaum kommt, nicht von der Pfefferpflanze und somit gar kein echter Pfeffer ist, demzufolge auch keine Schärfe besitzt , sondern eher an den Geschmack von Wacholderbeeren erinnert. Wenig später mischt sich die Pfingstrose dazu, die dem Duft mehr Weichheit und Rundung gibt. Diese Enwicklung vollzieht sich für meine Nase in wenigen Minuten, in denen der Moschus noch cremige Wärme und Sinnlichkeit zum Duftbouquet beiträgt. Lediglich Patchouli und Amber ergänzen erst nach einer längeren Weile eine tolle, herbe Note, die den Duft vor zuviel Süße und vor einem möglichen Abdriften ins Rosig-Kitschige bewahrt. Hmmmmm duftet das gut – rosig, sinnlich, stark, gut gelaunt , feminin und selbstbewusst!
Allerdings lässt dieser Duft in meinen Augen kein Geheimnis offen. Er ist so wie er ist. Ich kann ihn mir gut an einer Geschäftsfrau vorstellen, die nach außen hin nicht ihr Innerstes preis geben möchte. Die recht kräftige Sillage versprüht jugendlichen Esprit und kann gleichzeitig nebenbei als eine Art Schutzwand zur Außenwelt dienen . Von der Jahreszeit sowie der Alterszielgruppe her empfinde ich ihn als anpassungsfähig und denke, dass er seiner Trägerin, wenn sie noch jung ist, eine gewisse Autorität verleiht oder ihr, wenn sie schon älter ist und diese bereits besitzt, einen jugendlich-frischen Touch schenkt.
Fleur Musc wirkt auf mich wie eine rosig-cremig-herbe Duftwand zum Aufsprühen – im positivsten Sinne. Wenn man bzw. frau Lust darauf hat, durch diesen rosigen Duft seine oder ihre sinnlichen, starken, gut gelaunten , femininen und selbstbewussten Eigenschaften und Gefühle zu verstärken oder diese nach außen hin zu präsentieren, könnte er der richtige Duft sein.

Ob er für mich der richtige Duft ist, weiß ich leider noch nicht. Einerseits finde ich ihn unglaublich toll riechend und gute Laune machend, andererseits ist er mir etwas zu dicht und untransparent. Dazu passt der blickdichte, pinkfarbene, abgerundet-eckige und dabei äußerst hübsche Flakon perfekt.
Momentan erlebe ich Fleur Musc so, als ob er keine anderen Befindlichkeiten zulässt als die, die er ausdrückt, nämlich gute Laune, selbstbewusste Weiblichkeit und Stärke. Für mich ist allerdings bei einem Duft eine gewisse Anpassungsfähigkeit und Flexibilität eine wichtige Qualität. Der Duft müsste quasi mit meinen unterschiedlichen Stimmungen mit modulieren können.
Ob For Her Fleur Musc das kann?
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Anhang eine Woche später: Ja, er kann es, zumindest zwingt er mir keine künstliche "Gute -Laune - Stimmung" auf, sondern beeinflusst meine momentane Stimmung positiv, je nachdem wie die Voraussetzungen gerade sind von "nicht - mehr - ganz - so - schlimm" über " es-geht - schon - besser " bis " schöne Herbststimmung " oder gar "Was-füh'l - ich - mich - heute - super!"
Ein Duft, der meine Laune hebt und mich an meine feminine Power erinnert!
Er ist jetzt bei mir eingezogen - und das schaffen nicht viele.


27.12.2018 19:48 Uhr
6 Auszeichnungen
Das darf doch wohl nicht wahr sein, dass Jo Malone, bzw. die mir bisher unbekannte Parfümeurin Mathilde Bijaoui einen derartig traumhaften Jasminduft kreiert hat!
Die Malone-Düfte schätze ich generell wegen ihrer natürlichen Qualität, habe bisher allerdings mein Glück letztendlich erst im Layern zweier Düfte gefunden - dieser hier überzeugt mich als erster Malone-Duft auch als Solist.

Heute habe ich Jasmine Sambac & Marigold gestestet und ihn nach dem ersten Schnuppern auf dem Papier gleich aufs Handgelenk aufsprühen lassen, was mich in diesem Fall so gut wie gar keinen Mut kostete, da er schon auf dem Papier fantastisch warm und golden, dabei dennoch mit frischen Komponenten ausgestattet, betörend blumig mit dem gewissen „Hintergrund!“ roch.

Im Detail bedeutet das, dass mir sofort der goldene Jasmin-Sambac und die wunderbare Ylang-Ylang- Blüte, unauffällig untermalt von der mild-würzigen Frische von Ringelblume und Zitrone in die Nase steigen. Benzoe und Amber geben den Duft einen warm-balsamischen Unterbau, der durch die beigegebene Vanille eine angenehm cremige Note bekommt. Der Duft wirkt auf mich blumig, rund, frisch und leuchtend zugleich. Ich könnte mich darin wälzen!!!
Als Liebhaberin von Diors „J‘adore“- Düften erinnert er mich an J‘adore-L’absolu und ebenfalls an Diors edlen "Grand Bal". Auch von Roberto Cavallis „Roberto Cavalli“ empfinde ihn trotz dessen fehlender Jasminnote nicht als allzuweit enfernt - nur, dass „ Jasmine Sambac & Marigold" jegliche effekthaschende, vampartige Note fehlt. Die hat er auch nicht nötig , da seine strahlende Eleganz für eine wunderbar weibliche Wirkung sorgt. An einem Mann könnte ich mir den Duft nur in Ausnahmefällen vorstellen.
Nach fünf Stunden kann ich ihn zwar leicht abgeschwächt, aber immer noch deutlich am Handgelenk wahrnehmen, auch am nächsten Morgen noch. Mit einer mäßigen Sillage von maximal einem Meter, empfinde ich ihn als angenehm natürlich und unaufdringlich elegant. Er ist meiner Meinung nach gut für die kältere Jahreszeit geeignet, ich kann ihn mir aber wegen seiner Unaufdringlichkeit auch gut im Frühjahr oder an kühlen Sommertagen vorstellen.

„ Jasmine Sambac & Marigold „ ist ein nicht allzu süßer, warmer, vanillig-cremiger , dabei golden strahlender Winter-Jasminduft wie man ihn sich nur erträumen kann. Mit ihm fühle ich mich zwar nicht wie ein Vamp, aber wie eine bescheidene Diva.
Am liebsten würde ich ihn mir gleich kaufen, doch mein Allergikerleben hat mich gelehrt, lieber zuerst eine Abfüllung zu erstehen, um ihn ausgiebig zu testen. Ich freue mich darauf!






18.11.2018 14:53 Uhr
8 Auszeichnungen
Schwer zu sagen, wann ein Kunstwerk wie ein Bild, eine Skulptur oder ein Stück Literatur vollendet ist. Doch gehört es zum kreativen Prozess dazu, genau dann ein Ende zu finden, wenn das Kunstwerk der Perfektion so nah wie möglich gekommen ist.... (Anders ist es natürlich bei den darstellenden Künsten und dem Musizieren, die ja stets innerhalb eines lebendigen Prozesses ausgeübt werden und dem Wandel der persönlichen Entwicklung des ausübenden Künstlers unterliegen.)
Ein gutes Parfum ist für mich durchaus eine Art Kunstwerk, zumindest Kunsthandwerk auf sehr hohem Niveau, weswegen ich persönlich finde, dass der Parfumeur, wenn er denn eine betörende, facettenreiche und der Perfektion nahekommende, bereits weiterentwickelte Version eines Duftes erschaffen hat, diese nicht mehr anrühren sollte. Das ist natürlich Ansichtssache.
Von J’adore L‘Absolu liebte ich schon die 2007-er Version und noch mehr die 2014-er Version, die gleichzeitig eine Verfeinerung und Steigerung ist. Diese Kombination aus Damaskusrose, arabischem Jasmin und indischer Tuberose ist für mich der Himmel auf Erden.
Magnolie , Zentifolie und Orangenblüte sollen nun also an Stelle von Damaskusrose und Tuberose noch höhere Weihen bringen? Ich war wirklich neugierig, da ich dachte , dass der Duft ohne die Tuberose vielleicht an Süße verlieren könnte, obwohl ich ihn nie zu süß fand.
Also habe ich das neue J’adore L‘Absolu letze Woche getestet, zuerst auf dem Papierstreifen und später auf der Haut. Auf dem Papierstreifen roch es sehr intensiv, fast schon penetrant, süßer als das „alte „ und provozierte bei mir erst einmal einen Hustenreiz. Immerhin bekam ich anfangs dann eine dichte Jasminwolke ab (ich liebe Jasmin), doch wurde diese kurz darauf von den weiteren Blütensorten überlagert und unkenntlich gemacht. Es enstand ein süßer, blumiger Duftklotz ohne wahrnehmbare Einzelnoten. Ob es wohl die Zentifolie und der Orangenbaum sind , die die Komposition so unvorteilhaft penetrant werden lassen? Vielleicht ist auch immer noch Tuberose enthalten, wenn auch hier nicht aufgelistet (bei Fragrantica ist sie mit aufgelistet), und die Blumen erschlagen sich einfach gegenseitig?
Auf der Haut angewendet roch es nach einem erneuten , diesmal mehrfachen, Hustenreiz etwas weniger erschlagend und ich konnte nach sekundenkurzem Jasminglück wieder die gleiche blumig-süß-intensive Duftnote wahrnehmen, die sich leider auch binnen weniger Sekunden wieder zu einem einheitlich süßen Duftbrei vermischte . Auf meinem Handgelenk war der Duft erstaunlicherweise nach etwa einer halben Stunden fast vollständig verflogen, was mir in diesem Fall sehr entgegen kam.
Für mich ist diese neue Duftvariante höflich gesagt überflüssig.

Ich hoffe, Dior bemerkt das irgendwann auch und serviert uns durch eine Hintertür wieder in ein paar Jahren die für mich vollendete 2014-er Version zurück.
Gut, dass ich mir kürzlich noch einen neuen Flakon von 2014 gekauft habe!


31.05.2018 23:49 Uhr
8 Auszeichnungen
Was macht ein tolles Parfum aus? Zunächst vor allem die Tatsache, dass es ein tolles Parfum für mich persönlich und vielleicht auch noch für einige oder auch viele andere Menschen ist. Geschmack ist in erster Linie eine individuelle Angelegenheit.
Abgesehen davon, dass mir ein Parfum, welches das Adjektiv "toll" verdient hat, in allen Duftnoten und deren Verlauf extrem gut gefallen muss , braucht es diesen Moment, in dem sich die für mich ohnehin äußerst attraktiven Duftnoten vereinen und in ihrer Kombination eine umwerfend charmante , anziehende , meine körperliche und geistige Wahrnehmung öffnende - ja zwingende Wirkung entfalten. Auch im Abklingen muss es nach vielen Stunden noch ein wissendes und zugleich sehnsüchtiges Lächeln auf mein Gesicht zaubern. Ein gutes Parfum muss für mich zwingend sein.
Gucci Bloom beginnt mit einem wunderbar unsüssen Jasmin, der zwar durch die verlockend liebliche Tuberose umschmeichelt wird, dabei aber seine schnörkellose , fast herbe Schlichtheit nie verliert. Das macht ihn auf den ersten Riecher für den Sommer sehr geeignet. Durch die sinnliche Iris kommt eine erdende Note mit ins Spiel, die einen Bloom auch gut in den Herbst versetzen lässt. Was der Rangunschlinger olfaktorisch bewirkt, weiss ich leider nicht. Vielleicht ist er es, der dem Duft diese grüne und gleichzeitig geheimnisvolle Note gibt? Jedenfalls ist dieser Duft toll zusammengesetzt und dabei richtig elegant.
Die erste Stunde nach dem Auftragen wirkt Bloom auf mich anziehend, lecker-herb, Lust auf mehr und Hoffnung auf das ganz tolle Dufterlebnis machend und dann - tja, dann nach ca. eineinhalb Stunden baut er auf meiner Haut so nach und nach ab. Er wird langsam etwas wässriger und nimmt dabei gleichzeitig eine leicht säuerliche Note an, die dann sogar noch tagelang in der Kleidung bleibt und für mich nicht mehr allzu viel mit den anfänglich so vielversprechenden Duftnoten gemein hat. Die Sillage ist bei mir ebenso wie die Haltbarkeit auf der Haut eher mittel bis schwach.
Nicht ,dass der „Drydown“ oder auch der Restduft, der bleibt, übel riechen würde, aber er beschert mir nicht die Erinnerung an das tolle Dufterlebnis , das ich hatte, sondern eher einen faden, säuerlichen Nachgeschmack, den er wirklich nicht verdient hat. Vielleicht spielt mir da auch meine Hautchemie einen Streich und er entwickelt sich bei jemandem anderen organisch und schön weiter, wer weiss?

Jedenfalls ist Bloom für mich zwar ein anziehender, aber kein zwingender Duft - und somit kein Duft für mich.


08.05.2018 22:53 Uhr
5 Auszeichnungen
Schon lange suche ich nach einem Vanille-Duft, was für mich als Allergikerin nicht so einfach ist, da Vanille-Düfte oftmals schwer sind und mitunter dazu neigen, bei empfindlichen Menschen einen Hustenreiz auszulösen. Nicht so Tangier Vanille, den ich zumindest bisher beinahe inhalieren könnte.
Es war gar nicht so leicht, an eine Abfüllung heranzukommen, doch seitdem ich sie habe, trage ich ihn immer wieder, diesen wunderbar weichen und gleichzeitig kraftvollen Duft.
Direkt nach dem Auftragen auf mein Handgelenk strömt mir eine tolle Mischung aus Rose und Vanille entgegen, die durch die Bergamotte anfangs auch noch von einer gewissen Frische umweht wird. An was erinnert mich das nur? Irgendwie assoziiere ich vage positive Kindheitsmomente , wahrscheinlich , weil diese Duftkomponenten einfach ausschließlich mit angenehmen Bildern verknüpft sind. Vanille hat immer etwas mit Plätzchen oder süßen Nachspeisen zu tun und Rosen fand und finde ich einfach wunderbar. Aber Tangier Vanille ist kein Vanille-Keks- oder Weihnachts-Duft , überhaupt nicht! Wenn ich ihn mit Plätzchen assoziiere , dann eher mit edlem Gebäck an einem feinen Kaffeetisch, auf dem am besten noch ein Rosenstrauss steht und an dem elegante Damen sitzen.
Tangier Vanille riecht bei aller Vanille einfach sehr blumig und feminin. Durch den Amber bekommt er eine sinnliche Note, die durch das Sandelholz geerdet und von zu viel Süße abgehalten wird. Mit etwas Phantasie kann man sogar eine milde Rauchigkeit erahnen. Der Moschus macht ihn unendlich weich und körperlich. Ja, weich wie eine Wolke ist er und dabei dennoch blumig und elegant. Die Eleganz ist das Überraschendste an diesem Duft, denn ich hätte sie nach der weichen Vanille-Eröffnung nicht erwartet. Aber durch die Gesellschaft der Rose und der anderen Duftkomponenten wird die Vanilleschicht porös und transparent, woraus eben diese faszinierende Eleganz entsteht. Mit diesem Duft möchte ich mich einerseits elegant kleiden - aber eher schlicht und ohne Rüschen Co. , doch das ist eh mein Stil – und ausgehen. Andererseits, möchte ich ihn mir aufsprühen, um einen gemütlichen Abend zu Hause noch gemütlicher zu machen und einfach das Dasein zu genießen.
Außerdem macht Tangier Vanille einfach gute Laune, vor allem an trüben Tagen. Deshalb ist er auch besonders passend in Herbst und Winter, aber auch dunkleren Frühlings – oder gar kühlen Sommertagen kann ich ihn mir vorstellen. Ein echter Stimmungsaufheller!
Die Haltbarkeit ist enorm, zwei Sprühstöße halten den ganzen Tag bin in den Abend hinein und - ach ja, der Flakon ist schlicht und elegant , aber sieht durch den netten, pilzartigen , braunen Verschluss irgendwie auch knubbelig-gemütlich aus. Genau wieder der Duft gleichzeitig elegant und heimelig wirkt.

Ob er mir beschieden ist? Wenn ich ihn bis zum Aufbrauchen der Abfüllung durchgehend vertrage, ohne Atemprobleme zu bekommen, wird er mein werden! Die Chancen stehen gut!
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Nachtrag:
Ich war kürzlich tatsächlich soweit, dass ich mir einen Flakon kaufen wollte.
Bei erneutem Testen eines aktuellen Flakons habe ich leider festgestellt, dass sich die Farbe der Parfumflüssigkeit geändert hat. Sie ist jetzt nicht mehr hell und durchsichtig wie früher sondern altrosa-lila. Der Duft ist nicht etwa kollektiv gealtert, sondern hat eine neue Farbe bekommen, die leider für meine Nase auch eine Duftveränderung beinhaltet. Für meine Wahrnehmung riecht der Duft stechender und kitzelt stark in der Nase, was die alte transparente Version nicht getan hatte.
Entweder hat sich meine Nase verändert oder der Duft. Jedenfalls ist er jetzt nicht mehr der richtige Duft für mich.
Schade, aber zum Glück gibt es ja genügend Düfte...


11.02.2018 20:05 Uhr
11 Auszeichnungen
Ich lag im Krankenhaus, Bandscheiben-OP, hatte ein halbes Jahr lang Schmerzmittel genommen bis zu absoluten Höchstdosierungen hin, gegen Ende waren die Schmerzen immer schlimmer geworden, sodass dann die OP der beste Weg für mich gewesen war. Sie war dann auch ein voller Erfolg - dank des hervorragenden Operateurs kann ich heute, nach acht Jahren, wieder tanzen und springen. Im Krankenhaus wurde ich natürlich per Infusion noch weiter mit starken Schmerzmitteln vollgepumpt, auf die ich als sensibler Mensch auch emotional reagierte bis meine Stimmung relativ weit unten war. Deshalb bat ich auch darum, die Infusion absetzen zu dürfen und einen Tag früher entlassen zu werden, was die absolut richtige Entscheidung war.
Nach ein paar Wochen Genesungszeit ging es mir körperlich und seelisch schon wieder deutlich besser. Also zog ich mir schöne Klamotten an und machte mich auf in die Stadt, um endlich mal wieder shoppen zu gehen. Da stand ich dann im Karstadt in der Parfumabteilung, wo eine strahlend nette Verkäuferin mir anbot, Hypnose Senses zu testen. Ich roch am Papierstreifen und ließ es mir ohne zu zögern sogleich auf die Haut aufsprühen und oooh - was für ein bezaubernder, süchtig machender Duft. Ich roch im Laufe des Nachmittags immer wieder an meinem Handgelenk. Der Duf mit seinem warmen, erdigen und leicht dunklen Fundament löste in mir interessanterweise die Erinnerung an meine Zeit der Krankheit, des Schmerzes, der vielen Medikamente, der damit verbundenen morbiden Stimmung und Melancholie aus. Gleichzeitig jedoch - und das ist das Faszinierende - bot mir der Duft durch seine champagnerhaft prickelnde Blumigkeit einerseits und seine honigsüße Weichheit andererseits einen Ausblick in das blühende Leben: die Erinnerung an mein altes, vitales Körpergefühl, Esprit, Sinnlichkeit, Frausein, sich schön und elegant fühlen.
Die Mandarine kitzelte von Beginn an meine alte gute Laune und Vitalität heraus, den Pfeffer roch ich nicht heraus, er mag aber das Kitzeln verstärkt haben. Honig, Osmanthus und Rose gaben mir mein weibliches, sinnliches Lebensgefühl zurück und die Basis aus Benzoe, Labdanum, Patchouli, Tonkabohne , die ich schon beinahe von Anfang an, jedenfalls nach wenigen Minuten, roch, war es , die die Verbindung zu meiner morbiden, melancholischen Krankheitszeit schuf.
Es dauerte nicht lange , bis ich mir Hypnose Senses gekauft hatte. Es half mir damals – und das ist schon acht Jahre her, bewusst aus der Morbidität in die Lebendfreude zurückzukehren.

Vor einigen Monaten habe ich es mir erneut gekauft. Man braucht keine Bandscheiben-OP, um es genießen zu können, es funktioniert auch in guten Lebensphasen...
Ein toller Duft.

P.s.: Die Haltbarkeit ist sehr gut - einen ganzen Tag lang, die Sillage für meine Verhältnisse bei großzügiger Dosierung stark , aber nicht zu stark, der Flakon einfach bezaubernd. Für meinen Geschmack passt es in alle Jahreszeiten, vor allem aber in das Frühjahr und den Herbst.


12.11.2017 15:35 Uhr
10 Auszeichnungen

Also, ich habe mir gerade Velvet Orchid aufgesprüht und sehe seitdem von Zeit zu Zeit große, lila Elefanten vorbeilaufen…
Ok, ich übertreibe. Halluzinationen habe ich nun nicht bekommen, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass nicht mehr viel dazu fehlen würde. Zumindest sollte man beim Tragen von Tom Fords Velvet Orchid auf weitere legale Drogen wie Alkohol oder Zigaretten verzichten, wenn man die Realität weiterhin unverfälscht wahrnehmen möchte. Ich empfinde diesen Duft als dermaßen berauschend und betörend, dass ich zuerst absolut begeistert davon war. Nach und nach wurde er mir aber eindeutig viel zu intensiv und schwülstig.

Was meine Nase sofort angezogen hatte, war das Jasmin-Absolue kombiniert mit Honig und Vanille. Dazu noch Bergamotte, Cattleyaorchidee, Magnolie, Orangenblüte und schließlich die holzigen und harzigen Noten , nicht zuletzt der markante Perubalsam, der zwar nicht hier, aber in anderen Parfümforen aufgelistet ist…..unglaublich cremig, rund, tiefgründig und lecker das Ganze! Das Parfum ist in den ersten 15 Minuten eine echte Gourmand-Verwöhnbombe für den Herbst!

Zunehmend schlechter gefiel mir dann die Weiterentwicklung des Duftes:
Die zitrischen Noten gaben anfangs noch etwas Frische , doch mit der Zeit schwächt sich die Frische leider immer mehr ab. Die Honignote entwickelt sich von einer runden in eine zu satte Richtung, der Perubalsam wird zu stechend, der Jasmin zu schwülstig. Die Summe der Teile ergibt einen sehr schweren, raumgreifenden Duft , in dem die harzigen , vanilligen und honigartigen Noten dominieren. Immerhin ist der Jasmin noch lange wahrnehmbar , doch macht das den Duft auch nicht leichter. Im Gegenteil, nach einigen Stunden bleibt lediglich ein sehr satter, aber dennoch unharmonischer, tendenziell herber und gleichtzeitig etwas stechender Duft übrig, der sich übrigens auch sehr penetrant in die Kleidung eingräbt.

Sehr schade, denn er hatte so gut angefangen! Vielleicht haben ja einfach zu viele Parfümeure bei der Komposition mitgewirkt? Zu viele Köche verderben ja bekanntlich den Brei - auch wenn die Köche sehr gut sind…..
Der Flakon ist ein Traum, alleine schon deswegen, weil Lila eine meiner Lieblingsfarben ist - aber vielleicht sollte ich mir stattdessen einfach lieber einen lila Elefanten zulegen....


05.11.2017 14:15 Uhr
7 Auszeichnungen

Aus dem wunderbaren, schlicht gehaltenen Flakon sprühe ich mir die eher dunkle , ja cremig anmutende Flüssigkeit auf meine Handgelenke. In gespannter freudvoller Erwartung eines mysteriösen, dunklen und dennoch blumigen, vanilligen Duftes beginne ich langsam daran zu schnuppern – und ja, was ich da rieche, gefällt mir so richtig, richtig gut. Alkoholisch angehauchte, feuchte, nur wenig süße Vanille mit blumigen und gleichzeitig mandelartigen, leicht holzig-rauchigen Noten – mmmmmh, genau so einen Duft wollte ich schon immer haben! Dabei stört mich auch nicht, dass ich Einzelnoten wie Orange, Rose, Veilchen oder gar Litschi oder Schokolade kaum herausriechen kann.

Ich sehe mich schon mit dem Duft lässig-elegant gekleidet durch den Alltag gehen, wie er mir dann genau den geheimnisvollen , sinnlichen Touch verleiht, den ich, obwohl ich auch blumige Düfte liebe, schon immer an mir betonen und nach außen tragen wollte. Ich freue mich , dass Orchidée Vanille offenbar all das in sich vereint, was ich mag: feuchte Blumigkeit, nur wenig Süße , cremige Vanille und ein Schuß Dunkelheit.

Zehn Minuten später muss ich nun leider der Wahrheit ins Gesicht blicken, die sich zumindest auf meiner Haut präsentiert: kaum noch Blumigkeit, viel zu viel Süße, staubtrockene Vanille, die mich im Hals kitzelt und die ich nicht gerne einatme und - ok, der Schuß Dunkelheit bleibt immerhin erhalten.
Orchidée Vanille ist mit Sicherheit ein gut gemachter Duft, der viele begeisterte Träger/innen findet, doch ist er für meine Nase leider nur in den ersten fünf Minuten seligmachend, danach wird er mir zu süß und zu trocken, sodass ich ihn nicht mehr gerne einatme.
Ich werde mich in demnächst lieber an Fords Velvet Orchid oder Velvet Orchid Lumière versuchen, vielleicht erfüllt einer von diesen Düften ja meine ungestillte Sehnsucht nach blumiger, vanilliger Dunkelheit…


20.01.2017 16:23 Uhr
9 Auszeichnungen
Neulich durfte ich in einer besonders schönen, geräumigen Frankfurter Parfümerie "Want" testen und bekam eine nette kleine Abfüllung davon gratis mit, die ich heute endlich nach einer überstandenen Bronchitis wieder ausgepackt und sehnsüchtig und neugierig zugleich auf mein Handgelenk gesprüht habe.
Da ich immer noch auf der Suche nach dem perfekten Vanille-Duft für mich bin, bin ich angenehm überrascht, dass mir gleich, als ob eine Fee Ihren Zauberstab schwingt, ein dichtes, pudriges Vanillewölkchen um die Nase weht, welches begleitet durch die anfangs etwas synthetische Mandarine und den würzigen rosa Pfeffer einen frisch-fruchtigen Touch bekommt. Der Ingwer bringt noch einen kühlen Hauch mit hinein, der sich aber durch Rose, Heliotrop und Neroli bald in eine luftige Blumigkeit verwandelt, die von nun an den Duft begleitet. Die Fee hat nun also schon zum zweiten Mal den Feenstaub verstreut. Die Rose rieche ich nicht explizit heraus, aber sie tut ihre Wirkung und zum Glück verliert die Mandarine nun ihren synthetischen Charakter und ordnet sich organisch den Blütennoten unter.
Und simsalabim, nach ca. einer Stunde Zeit kommen noch tiefere Vanillenuancen und ein holziger Unterton, wenn auch nur ein zarter, dazu. Der Feenstaub bekommt nun eine angenehm runde, vanillige und andeutungsweise blumige Substanz. Nun schnuppere ich besonders gerne an meinem Handgelenk - und der Duft erinnert mich auf einmal an Guerlains "Angélique Noire" , nur dass er nicht dunkel wirkt, sondern hell - feenmäßig eben.
Beim ersten Aufsprühen hatten mich ja die synthetische Note der Mandarine und die minimale Schärfe des rosa Pfeffers etwas gestört, doch schon nach einer halben Stunde überwog die Weichheit des Duftes, die im Laufe der Zeit in ein rundes, blumiges, vanilliges Ganze mündete.
Ich hätte es in den ersten fünf Minuten nicht gedacht, weil mir der Duft da noch zu frisch gewesen war, aber jetzt muss ich feststellen: Er gefällt mir - ja , richtig gut!
Er hat in den ersten Stunden für meine Dimensionen eine mittlere bis kräftige Sillage, die nur langsam abnimmt und bleibt den ganzen Tag sehr gut wahrnehmbar. Den Flakon finde ich einfach süß und sehr passend den Duft wiederspiegelnd: Feenmäßig pastellig in der Farbe , dabei rund und substanzreich in der Form.
Ein wunderbarer Duft, den ich bestimmt noch häufiger testen werde - und mal sehen, was aus uns beiden wird...


26.11.2016 18:21 Uhr
7 Auszeichnungen
Da war ich doch im Rahmen meines vorweihnachtlichen Stadtbummels tatsächlich am Mittwoch 'mal in dem Yves Rocher Laden. Sofort fand ich das Objekt der Begierde "Vanille Noire" im Regal und ließ es mir auch sogleich von einer netten, jungen Verkäuferin auf einen Teststreifen sprühen. Hm, roch nach kurzem Alkoholschwall, wie erwartet, mandarinig, vanillig-bittermandelig und lecker- also sprühte ich es gleich reichlich auf beide Handgelenke und Unterarme. Die Bittermandelnote steht zwar nicht in der Duftpyramide, war für mich aber eindeutig vorhanden, was sich auch darin zeigte, dass mich das Parfum stark an Diors "Hypnotic Poison" erinnerte. Auch die freundliche Verkäuferin bestätigte mir den eindeutigen Hypnotic-Poison-Effekt.
Ich verließ den Laden und tätigte meine Einkäufe, wobei ich von Zeit zu Zeit immer mal wieder an meinen Handgelenken schnupperte. Und was soll ich sagen? Der Duft entwickelte sich definitiv weiter - aber in eine Richtung, die für mich zunehmend unakzeptabler wurde. Hatte anfangs noch die Mandarine für fruchtig-feuchte Fülle und die Mimose für feinherbe Blumigkeit gesorgt, nahmen nun Vanille und Zedernholz das Ruder in die Hand und zogen den Duft in eine sehr herbe, staubtrockene und unangenehm bittere Richtung .
Es wurde nicht mehr besser. Der Duft entwickelte sich auf meiner trockenen Haut sperrig und nahezu putzmittelartig weiter.
Am Ende meiner Einkäufe hatte ich es wirklich eilig, in die U-Bahn zu kommen und freute mich schon darauf , den Duft zu Hause abzuwaschen. Aber das war leichter gesagt als getan, denn die Haltbarkeit ist wirklich enorm. Selbst nach dreifachem Abschrubben mit Seife war immernoch die sehr herb-ätzende Vanillenote zu riechen.
Offenbar harmoniert "Vanille Noire" ja mit manch anderer Hautchemie wesentlich besser, was die vielen positiven Kommentare ja suggerieren. Bei mir war der Duft eine kleine Katastrophe.


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