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CalypsoC106

CalypsoC106

Rezensionen
6 - 10 von 10
Japanische Kirschblüte
Die Godai Kollektion mit den 4 elementaren Erscheinungsformen Wasser "Omizu for Her / お水 | Annayake / アナヤケ" , Erde "Dojou for Her / 土壌 | Annayake / アナヤケ" , Luft "Kogaï for Her / 戸外 | Annayake / アナヤケ" und Feuer "Kagari for Her / かが | Annayake / アナヤケ" ist nach meinem Empfinden vielmehr die Interpretation der japanischen Kirschblüte.

Es beginnt bereits bei den Farben: das Grün von Omizu erinnert an die grünen Blätter. Die rosa bis rot Abstufungen von Dojou, Kogai und Kagari stellen die zarten Töne der Blütenblätter dar.

Wie bin ich zu dieser Assoziationen gekommen?

Der Auftakt von Dojou riecht für mich nach Kirsche, obwohl keine enthalten ist. Es wird im Verlauf sehr zart und filigran, was mich an rosa Blüten im Frühling denken lässt. Ich nasche gerne Kirschpralinen und habe den Duft hier direkt erkannt. Wenn Kirsche überdosiert wird, kann es auf Dauer stören. Das ist hier nicht der Fall. Es ist vielmehr ein Hauch. Der Verlauf wird zunehmend sanfter und vergeht. Die Blütezeit der japanischen Kirschblüte beträgt nur knappe 2 Wochen. Es ist ein ästhetisches Highlight im Frühling und verkörpert Schönheit, die vergänglich ist.

Die Farben des Flakons sind ebenfalls mit Bedacht gewählt. Rosé-Gold unterstreicht den zarten Blütenduft. Die Gesamtkomposition ist sehr harmonisch.

Der Duft verkörpert nicht nur die Kirschblüte, sondern auch die Frau, wie sie in Asien gesehen wird: sanft, zart, lieblich, freundlich, fürsorglich und aufopferungsvoll.
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Wie ein Mann dir zu verstehen gibt, dass er den Duft nicht an dir riechen will
MonCherie hat mir eine Probe dieses Duftes geschickt, weil sie glaubte, es treffe mein Beuteschema. Ich trug ihn auf, als ich zur Arbeit ging. Ganz ohne Erwartungen, weil ich dachte, mich könnte so schnell nichts mehr begeistern. Dort angekommen, verspürte ich immer wieder Hunger. Eigenartig. Warum muss ich immer wieder an meine Mutter denken? Und warum an ihren Käsekuchen? Sie bereitete den Käsekuchen immer mit Vanillepuddings-Pulver anstatt mit Stärke zu und belegte den Kuchen mit Mandarinen, bevor sie ihn mit klarem Tortenguss überzog. In meinem Kopf drehte sich immer wieder dieser Kuchen. Kein Wunder: Das Parfum duftet so! Total begeistert davon wollte ich es einige Tage später meinem Freund vorführen. Wir wollten ins Kino gehen. Ich saß schon ausgehfertig im Wohnzimmer. Mein Freund betritt das Zimmer und fängt an zu schnüffeln. Dabei wandern seine Augen suchend durch den Raum.

„Komisch, hier riecht´s irgendwie nach Kuchen!“ entgegnet er und schaut mich dabei an, als ob ich etwas hinter meinem Rücken verstecken würde.

„Ja, das bin ich. Das ist der tolle Duft, von dem ich schon seit Tagen schwärme.“

„Bist du verrückt? Warum willst du nach etwas Essbaren riechen? Würdest du auch ein Parfum tragen, dass nach Steak duftet, nur weil du so gerne Steaks isst?“

Zu dieser Frage weiß ich immer noch keine Antwort. Im Kino dann, als wir uns auf den Film konzentrierten, schnaubte er plötzlich: „Ich fass es nicht, dass ich neben einem Kuchen sitzen muss! Als würde ich den Backoffen öffnen und mir den Dampf ins Gesicht blasen lassen.“

Lav hatte wohl Recht, als sie schrieb, der Duft hätte eine „heiße-Kuchen-Note“. Zu Hause ging das Theater dann weiter. Er öffnete sofort das Fenster, als ich mich ins Bett legte. Die Silage muss ungemein groß gewesen sein. Den Gute-Nacht-Kuss gab er mir, während er sich demonstrativ die Nase mit den Fingern zuhielt. (Wer will schon so einen Kuss bekommen?) Sein Kopfkissen legte er ans Fußende des Bettes, machte es sich dort bequem und zählte alle Backwaren auf, die ihm einfielen: Lebkuchen, Quarkbällchen mit Pudding, Donuts, Berliner, Vanillekipferl… Es klang wie ein Gebet. Morgens gab er ein erleichtertes Seufzen von sich, als er merkte, dass der Duft verflogen war. Ich fragte ihn, weshalb ihn dieser Duft so fuchsteufelswild gemacht hatte. Schließlich würde er Süßwaren doch lieben. Er antwortete, es wäre kein Problem kurz daran zu riechen, aber es die ganze Zeit vor der Nase zu haben, hielte er nicht aus. Diese Aussage erinnerte mich an die Zeit, als ich aus Überzeugung kein Fleisch aß. Wenn meine Eltern draußen grillten, machte mich der Geruch verrückt, weil es so lecker roch, ich es mir aber verboten hatte. Etwas Schmackhaftes zu riechen, es aber nicht essen zu können, löste Wut und Verzweiflung aus. So ähnlich lief es wohl auch bei meinem Freund ab. Das Parfum ist eine Süßspeise aus Mandarine, einem Hauch Zitronenschale und Vanillepudding.

MonCherie hatte also voll ins Schwarze getroffen! Es ist total mein Ding! Mein Freund und ich einigten uns darauf, dass ich mir den Duft nur zulegen darf, wenn ich ihn an Werktagen trage. Er und ich sehen uns nämlich nur am Wochenende ;-)
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Der verbotene Garten
Aus dem grauen Patchouli-Nebel steigen blaue Veilchen empor. Vanille Wolken umschmeicheln die Blüten. Dieses Bild verankert sich in meinem Kopf sobald ich den Duft benutze.

Als ich ihn das erste Mal aufsprühte dachte ich, der Duft sei gekippt. Doch ich glaube der Grund für diesen ersten Eindruck liegt an den Zutaten in der Kopfnote. Es gibt keine frischen Noten wie es bei Parfums oft üblich ist, sondern nur Blumen und Essbares. Und der zweite Eindruck ist eine Erinnerung, also das starke Gefühl: „Den kennst du doch!“. Daraufhin fängt die Suche an. Ihr kennt das sicher, wenn ihr irgendwo ein Lied hört und es kommt euch bekannt vor, ihr aber nicht wisst, warum und woher ihr es kennt. Das wurmt einen so sehr, dass man fiebrig sucht bis man fündig wird. Und ich bin bei Gucci Rush I fündig geworden. Parallele Duftnoten, die ich auf der Gucci Homepage finde: Veilchen, Patchouli, Vanille. Ist das die Lösung der Frage? Vielleicht empfinde das nur ich so. Es war ein Blindkauf und leider habe ich eine Abneigung gegen Gucci Rush. Schade. Als weiteres fällt mir auf, dass es bei Angel Violett nicht diese unverkennbare Schokoladennote gibt. Dadurch verliere ich komplett den Bezug zum normalen Angel. Da hat Angel La Rose mehr Ähnlichkeit. Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, dass Schokolade zu Veilchen passen würde.

Das erste Mal trug ich, wie ich es gewohnt bin, dick auf und ging abends aus. Dieser Duft verfolgte mich die ganze Nacht und schien mich zu erdrücken, mir die Luft zum Atmen zu rauben. Ich hatte das Gefühl, ich würde meine Umgebung belästigen, so stark wie es riecht. Durch die Blumenbombe hat man auch ein leichtes Stechen in der Nase. Diesen hier muss man wohl sehr zart dosieren!

Was soll ich sagen, ich bin hin- und her gerissen zwischen Enttäuschung und Sammelleidenschaft. Vielleicht freunde ich mich später mit Angel Violett an, wenn sich der Geschmack wieder ändert. Oder wie heißt die Therapie bei Allergikern? Desensibilisierung! Heute nur zwei Sprüher :o)
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Angefixt
Ich habe mich früher nie für Thierry Mugler Düfte interessiert. Irgendwann kaufte ich mir Innocent, dann Alien und später Womanity, doch Angel war bis vor einem Monat abstoßend abstrakt für mich. (kann ich jetzt überhaupt nicht mehr nachvollziehen) Die Angel Sunessence Edition Ocean d´Argent war dann die Einstiegsdroge. Auf einmal fand ich den klassischen Angel Duft faszinierend. Anfangs habe ich mich noch dagegen gewehrt, doch als ich dann anfing von Sternenflakons zu träumen und wie ich sie mir im Traum kaufte, hielt ich es in der Realität ohne den Duft nicht mehr aus.

Man gerät in den Sog der Manie. Die Gedanken kreisen darum, sich die nächste Flakon variante zu holen. „Wo hole ich sie mir her? Wie beschaffe ich mir die Mittel dazu? Wie kann ich diese Sucht vor anderen verbergen?“

Thierry Mugler ist ganz schön raffiniert. Die Flakons sind Juwele, die die Sammelleidenschaft wecken. Dadurch, dass einige davon auch noch limitiert sind, überlegt man wirklich nicht lange. Irgendwann packt es jeden, glaube ich.

Zum Duft an sich:
Mir gefällt der Duft in allen Stadien. Der starke Auftakt am Anfang. Süßlich-würzig, einige blumige Akzente, als würde man seine Nase in die Pollen einer Blüte halten (allerdings ohne Niesreiz). Zuletzt die Mischung aus Vanille und Schokolade. Ganz sanft. Ich kann es gar nicht richtig beschreiben. Duftet wie kein anderer.

Es hält bei mir jedoch nicht lange. Und einmal hat es auch mal richtig muffig gerochen. Zum Glück eine Seltenheit.

Schokolade macht süchtig. In diesem Fall eine Droge zum schniefen.

So wird zwischendurch immer wieder mal ein Zug mit der Nase am Handgelenk genommen.
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Tarnung
Letztes Jahr habe ich mir diesen Duft gekauft, weil ich nach einer Notlösung für meine Situation gesucht habe. Zur Überbrückung arbeitete ich in einem Call Center. In jedem großen Raum saßen ca. 60 Leute, hochkonzentriert und wild am Telefonieren. Um Platz zu sparen sitzt man nah beieinander. Und was ist das erste, was einem auffällt? Gerüche. Jedes Mal wenn ich das Büro betrat hieß es: „Boah! Wer hat sich hier schon wieder eingedieselt?!“ Da half auch kein Verstecken. Man folgte einfach der Duft Spur und enttarnte mich. Irgendwann habe ich dann ein Parfum-Verbot bekommen. Gut, einerseits kann ich das nachvollziehen, wenn man quasi auf dem Schoß der Nachbarn sitzt und die Luft schnell verbraucht ist. Aber: Wie kann man mir so etwas nur antun?! Wenn ich keinen Duft trage, fühle ich mich nackt. Ich stehe morgens länger vor meinem Duftregal als vor meinem Kleiderschrank. Also musste eine Lösung her. Gerade zu diesem Zeitpunkt kam dieser Duft heraus und ich befand ihn als Bürotauglich. Er ist nichts Besonderes, ganz einfach etwas Alltägliches. Es riecht, als hätte man gerade frisch geduscht. Und wer kann mir verbieten zu duschen?!

Seitdem war wieder Harmonie im Büro eingekehrt. Und ich habe mir einen neuen Job gesucht. Jetzt habe ich min. 12 m² für mich allein und kann mich frei entfalten. Zum Glück war das Parfum dann auch verbraucht und hat Platz für spannenderes geschaffen.
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