DB2000

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Rezensionen
1 - 5 von 8
Den einen oder den anderen? - Eine Abrechnung
Welches Essen wählt man im Restaurant? Welche Biersorte mag ich am liebsten? Welche Klamotten will ich anziehen?
Oder dann eben - welches Parfum will ich heute tragen?

Allesamt Fragen, die theoretisch ja sehr einfach sind, aber vor allem durch eine zu große Auswahl extrem erschwert werden können. Ja, Auswahl ist schön und gut, aber ist es eine wirkliche Freiheit, wenn man nur zwischen verschiedenen Gleichen wählen kann?

Jeder Mensch muss sich diese semi-philosophischen Fragen selbst stellen. Bei mir hat vor allem dieses Parfum eine Entscheidungsfrage aufgeworfen: welchen finde ich besser - Bois Doré oder Luna Rossa Black ?

Die beiden Parfums ähneln sich sehr, das ist weithin bekannt. Dummerweise habe ich mich selbst in die Situation gebracht, beide Exemplare in meiner Sammlung zu haben.

Ich finde definitiv, dass die beiden jeweils Einzigartigkeiten haben, die sie differenzieren. Im Luna Rossa Black finde ich das direkte Opening etwas besser durch die Angelika-Note, und die Tonkabohne riecht einfach unfassbar gut. Der Bois Doré hingegen wirkt etwas tiefer, hochwertiger, und die Vanille lässt ihn nicht ganz so plump und zu verspielt wirken.

Theoretisch finde ich es auch voll okay beide in der Sammlung zu haben, aber vor allem mit der Zeit ist mir aufgefallen, dass ich immer im Entscheidungsfall zum Bois Doré greife. Wieso also genau?

Ich denke es ist auf den für mich interessanteren Duftverlauf zurückzuführen. Während der Luna Rossa Black nach gewisser Zeit ungefähr gleich bleibt, macht der Bois Doré eine stärkere Veränderung im Verlauf durch.

Vom mineralischen und leicht frischen Opening, über die süßliche Herznote, und letztendlich bis hin zum unfassbar schönen Ende, das so zum anbeißen ist dass es einem Gebäck ähneln könnte - hier stimmt einfach für mich das Gesamtpaket mehr.

Ich denke es lohnt sich definitiv beide mal zu testen, verstehe aber auch wenn es vielen aufgrund des niedrigeren Preises komplett ausreicht, beim Prada zu bleiben. Für mich jedoch nicht, und ich bin extrem dankbar mir den kleinen Luxus gönnen zu können.

Den Bois Doré kann man absolut auf Dates oder höheren Events tragen, aber auch ganz casual trifft er selten auf unpassende Situationen in kälteren Jahreszeiten. Für mich ein absolutes Match!

Die Haltbarkeit ist bei mir für einen Abend komplett ausreichend, und die Sillage ist nie zu stark, was ihn zu einer Art persönlichen Aura macht. Zu laut ist er bei regulärer Anwendung nie, und genau das macht ihn flexibel.

Long story short - goodbye Luna Rossa Black . Auch wenn du wundervoll bist, ist der Funke bei Bois Doré und mir einfach mehr übergesprungen, und meine Entscheidung ist gefallen.

Danke für euer Lesen! Ich freue mich auf eventuelle Kommentare und abweichende Meinungen :)
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Sex In A Bottle - So muss Geborgenheit und Anziehung riechen
Zuerst einmal möchte ich der Person danken, von der ich diese Abfüllung ergattern konnte. Ich hätte selber niemals geglaubt, dass mich dieser Duft so sehr in seinen Bann ziehen wird.

Betrachtet man die angegebenen Duftnoten, so wirkt das Konzept bekannt und recht simpel: ein süßer gourmandiger Duft, bei dem die Tonkabohne der Hauptakteur ist. So weit, so klar. Also die Abfüllung aus dem Umschlag geholt und direkt ab auf die Haut.

Im Opening beginnt 31 Tonka Bodykon mit einer klar erkennbaren Apfel-Note, während die Tonkabohne im Hintergrund unmittelbar wahrnehmbar ist. Der Apfel gibt etwas Frische dazu und trägt seinen Teil dazu bei, dass der Duft schon direkt von Anfang an ein Gourmand durch und durch ist.

Doch schon nach kurzer Zeit legen die anderen Noten immer mehr zu, und ab hier beginnt der Punkt, an dem mich dieses scheinbar simple Parfum echt umgehauen hat. Er bleibt leicht fruchtig, aber eine unfassbar anziehende Kombination aus Tonkabohne und Vanille tritt ins Rampenlicht. Genauso kann man leicht eine edle Alkohol-Note wahrnehmen, und die wirkt mit den Resten vom Apfel einfach verdammt gut, fast wie ein guter Apfellikör.

Honig/Benzoe rundet alles sehr gut ab durch eine leicht "klebrige" Note, und die Pistazie gibt eine leichte Bitterkeit dazu. Vor allem letztere kann man in ihrer Nuance auf jeden Fall wahrnehmen. Und zusammen entsteht so für mich eine Symphonie, die ich einfach brutal sexy finde.

31 Tonka Bodykon wirkt auf mich selbst extrem wohltuend. Ich fühle mich einfach geborgen wenn ich ihn trage, und deswegen musste direkt auch ein voller Flakon her. Wenn dieser Duft ein Bild malt, dann wäre es das Bild eines entspannten Date-Abends mit der besseren Hälfte. Es ist angenehm warm, Kerzen erhellen den Raum, im Hintergrund läuft Musik von Men I Trust und man verliert das Zeitgefühl in der erfüllenden Zweisamkeit. Ein Gefühl von Geborgenheit, Schwerelosigkeit, und doch einem festen Halt.

Laut Pierre Guillaume ist "Bodykon" eine Fusion aus den Worten "body" und "concious", heißt also so viel wie "körperbewusst". Wenn man diesen Zusatz so interpretiert, dass sich der Duft wie eine aphrodisierende Aura eng um den eigenen Körper begibt, dann muss ich hier absolut zustimmen. Der Duft hat keine unnötig starke Projektion, aber das ist auch nicht das Konzept. Die Haltbarkeit ist gut, nur liegt der Duft eben näher am Träger/der Trägerin an, so wie es auch gedacht ist. Ich mag so eine Zweckmäßigkeit wirklich sehr!

31 Tonka Bodykon macht einfach was mit mir. Vor allem der Drydown ist wirklich ein Traum, und man merkt die Qualität dahinter. Die Noten sind alle zu ihrem Teil wahrnehmbar und ergänzen sich perfekt. Mein Tipp wäre wie immer - gebt dem Duft ne Chance und testet ihn, vielleicht ist der ja was für euch :)

Danke fürs Lesen :)
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And thats it...? Darum dreht sich der ganze Hype?
Elysion - Die Insel der Seeligen in der griechischen Mythologie. Den Sagen zufolge haben sich hier die Heldinnen und Helden aufgehalten, die von den griechischen Gottheiten geliebt wurden, und denen die Unsterblichkeit geschenkt wurde. Dieser Ort klingt für mich sagenumwoben, mystisch, verzaubernd, geheimnissvoll... genauso mystisch erschien mir auch der quasi gleichnamige Duft des Hauses Roja Parfums.

Es ist wohl keine Untertreibung zu sagen, dass "Elysium Parfum Cologne (Eau de Parfum) | Roja Parfums" sehr hoch im Diskurs steht wenn es um Nischenparfums geht. Zum Zeitpunkt dieser Rezension befindet sich der Duft des britischen Parfumhauses auf Platz 18 der Herrendüfte auf Parfumo.

Hier im Forum hört man auch von so Einigen, dass der Duft ein absolutes Meisterwerk sein soll, absolut jeden Cent wert und so weiter... dem kann ich mich nicht anschließen.

Diese Rezension soll keineswegs Fans dieses Duftes angreifen, jeder Mensch nimmt Parfums ja auch anders wahr, das ist mir bewusst. Jedoch möchte ich den ganzen Trubel um "Elysium Parfum Cologne (Eau de Parfum) | Roja Parfums" (im Folgenden mit EPC abgekürzt) subjektiv in Frage stellen, und würde mich sogar freuen, in einen Erfahrungsaustausch über den Duft zu gelangen.

Der Anfang: EPC startet scharf mit einer vollen Ladung eines Obstkorbs, der ausschließlich mit Zitrusfrüchten gefüllt ist. Riecht definitiv hochwertig meiner Meinung nach, in manchen Aspekten auch authentisch. Insgesamt riecht das Opening einladend und - gut.

Die Mitte: Im weiteren Verlauf kommen grüne und blumige Aspekte hervor. Es fällt mir hier ehrlich gesagt schwer, einzelne Noten mehr oder weniger herauszuriechen. Alles ist sehr gut vermischt und wirkt sehr harmonisch. Ich denke, dass der Duft auch so konzipiert ist. Auch hier kann ich nur sagen: EPC riecht in der Herznote - gut.

Das Ende: In der Basis des Parfums, die auch am längsten wahrnehmbar ist, wird EPC dann schließlich holzig, während die Frische durch die Herznote weiterhin mitschwingt. Der Duft wird sogar leicht süßlich wie ich finde. Riecht angenehm, und auch hier wieder - gut.

Wer beim Lesen aufgepasst hat wird sicher bemerkt haben, dass ich sehr häufig das Wort "gut" verwende, um dieses Parfum zu beschreiben. Und insgesamt muss man einfach sagen - ja, EPC riecht gut. Mehr aber auch nicht. Und ab jetzt werde ich etwas kritischer mit diesem Renner umgehen.

Ich frage mich vor allem, ob der Preis gerechtfertigt ist. Dieser blaue Nischenduft riecht gut, hat eine hohe Qualität, das mag ja alles stimmen. Aber ist er knapp 200€ wert? Für diesen Preis möchte ich begeistert werden. Wer einfach nur gut riechen will und einen ähnlichen Verlauf sucht, der kann auch einfach zu Bleu de Chanel Eau de Parfum greifen, der hat auch eine hohe Qualität für einen blauen Duft und kostet teilweise nur knapp die Hälfte.

Vielleicht rieche ich aber auch einfach etwas nicht heraus, was Andere eher wahrnehmen, das kann auch schon sein. Deswegen würde ich gerne hören, was genau diesen Duft so besonders für manche macht, außer dass er gut riecht und evtl. Komplimente bringt. Vielleicht sind "Elysium Parfum Cologne (Eau de Parfum) | Roja Parfums" und ich aber auch einfach nicht füreinander gemacht, und das ist auch okay.

Wenn es jemandem wert ist, das Geld für diesen Duft auszugeben weil man von der DNA so geflashed ist, dann ist das mMn. auch total okay, wie gesagt, wir haben hier alle eine subjektive Wahrnehmung. Nur frage ich mich nach wie vor - woher kommt der Hype? Bei Bleu de Chanel Eau de Parfum kann ichs gut nachvollziehen, dieser Duft ist ja auch für den Massenmarkt kreiert worden, und da passt die DNA optimal. Und selbst für das Nischensegment gibt es blaue Düfte, die kreativer sind, wie z.B. "Montabaco Verano | Ormonde Jayne" mit seiner herben Tabaknote.

Was aber will man im Nischensegment mit so einer standardisierten DNA? Geht es um Prestige? Geht es um Anerkennung? Geht es darum, hauptsache etwas scheinbar Besseres zu haben als Andere? Scharf formuliert, ich weiß, ich verstehe auch absolut wenn ich dafür Kritik bekomme. Aber das will ich auch gerne, da ich diesen Duft und alles drum herum verstehen möchte.

Abschließend lässt sich sagen, dass ich vorerst nicht unbedingt einen Flakon von "Elysium Parfum Cologne (Eau de Parfum) | Roja Parfums" brauchen werde. Die H/S scheint - wie auch das Duftprofil - gut zu sein. Vielleicht werde ich diesem Duft in der Zukunft nochmals eine Chance geben.

Danke fürs Lesen, ich freue mich auf eventuelle Anregungen und Kommentare :)
14 Antworten
Olfaktorische Eleganz - Der Rollkragenpulli unter den Parfums
Okay - so ein hammer Duft für so wenig Geld? Das ist bemerkenswert. Und ich finde, der "Eau des Baux | L'Occitane en Provence" verdient absolut seinen "Hidden Gem" Status in der Parfum-Welt.

Wenn ich diesen Duft mit drei Adjektiven beschreiben müsste, dann wären es: weich, elegant und tiefgründig.

Weich - Die Mischung aus allen Duftnoten ist perfekt abgestimmt, es gibt wirklich nichts was ich hier verändern würde. Hier kommen süße Noten mit würzig-rauchigen Noten zusammen und komplimentieren sich, so dass man einfach in der Komposition versinken möchte.

Elegant - Das Parfum ist wie eben genannt zwar süß, aber auf eine Art, die ihn nie aufdringlich oder zu verspielt wirken lassen. Hier wird die Linie zwischen Ernsthaftigkeit und Lockerheit präzise getroffen, und das macht den Duft vor allem in kühleren Zeiten sehr flexibel einetzbar.

Tiefgründig - L'Occitane hat hier etwas geschaffen, was ich bewundere. Bei günstigeren Düften finde ich persönlich, dass oftmals die Tiefe und die Qualität fehlt. Dies empfinde ich vor allem bei Düften von Lattafa so, und während Lattafa vor allem bei den Klonen die DNA des Originals sehr gut trifft, fehlt dennoch das gewisse Etwas. Preislich lassen sich Lattafa-Düfte und der "Eau des Baux | L'Occitane en Provence" sehr gut vergleichen, doch in der Qualität toppt der L'Occitane einfach das Meiste in seiner Preisklasse.

Wie schon mal in einem Statement beschrieben, ist der "Eau des Baux | L'Occitane en Provence" für mich das Duft-technische Äquivalent zu einem Rollkragenpulli, und das hat sich nicht verändert. In der kühleren Jahreszeit gehen beide auch einfach sehr gut Hand in Hand, und jedes schicke Outfit mit Rollkragenpulli wird duch diesen Duft perfektioniert.

Während die Kopfnote recht schnell verfliegt, bleibt der Drydown mit der rauchigen Vanille umso länger und kommt sehr gut zur Geltung. Die H/S empfinde ich hier als gut, habe hier wenig Probleme, und die Performance passt gut zum Duftprofil.

Wenn du, liebe Leserin oder lieber Leser, ein Parfum suchst, das genau zu meiner Beschreibung passt, dann lohnt es sich, den "Eau des Baux | L'Occitane en Provence" zu testen! Hier bekommst du für kleines Geld ein Gesamtpaket, das mit viel größeren Namen mithalten kann.

Vielen Dank für euer Lesen :)
4 Antworten
Der richtige Ton(y)
Was soll man über diesen Duft sagen, was nicht schon längst gesagt wurde? Von vielen geliebt, von manchen gehasst - das ist XerJoff's "Tony Iommi Monkey Special | XerJoff".

Dass Tony Iommi selbst bei der Kreation dieses Duftes mitgewirkt hat und seine Ideen beisteuerte, macht die Geschichte dieses Parfums nur noch interessanter. Und dieser Einfluss ist defintiv zu merken! Ja, man kann sich fast sogar vorstellen, dass das Metal-Urgestein selbst stets so gerochen haben muss.

Der Duft startet fruchtig, frisch und boozy. Vor allem der Maracuja und der Rum haben hier quasi ihre Solo-Einlage, was die Kopfnote unfassbar einzigartig macht. Zwar finde ich persönlich, dass die Kopfnote von Batch zu Batch etwas variiert in der Stärke der Maracuja, aber das ist alles im Rahmen. Die Quintessenz des Openings ist eine Helligkeit, die den Start sehr angenehm macht.

Die fruchtige Nuance des Duftes schwingt noch eine ganze Weile mit in der Herznote, in der aber das Leder und viel mehr Patchouli den Takt angeben, und die Dunkelheit mit ins Konzert der Inhaltsstoffe bringen. Speziell Patchouli als essenzieller Duft der 70er war Iommi persönlich sehr wichtig, und die Umsetzung finde ich grandios. Er kommt hier nicht sonderlich schwer rüber, da die Kombination aller Duftnoten einfach perfekt harmonieren. Auch riecht er nicht alt durch das Leder, alles ist sehr gut abgestimmt und macht einfach Spaß.

Bis in den Drydown ist die Aufführung, die das Parfum bietet, etwas zum Genießen. Und durch eine sehr ausdauernde H/S schon bei drei Sprühern kann man die Show auch ausgiebig genießen und sich von den olfaktorischen Klängen begeistern lassen. Im Verlauf vermischt sich alles noch mehr, und einzelne Aspekte tanzen nicht mehr alleine, sondern begeben sich in den ausdauernden Moshpit der Basisnote. Durch die süßen Noten wird wieder Dunkelheit rausgenommen, und es entsteht quasi ein Spiel zwischen Licht und Dunkel, was ich als sehr kreativ und künstlerisch empfinde.

Und nicht weniger hätte ich von einem Duft erwartet, bei dem Tony Iommi seine Finger im Spiel hat. Als Pionier der Heavy Metal Musik hat Black Sabbath ganze Generationen begeistern können und die Einflüsse sind auch heute immer noch klar bemerkbar. Dieser Duft bringt für mich das Gefühl der 70er, in denen die Band ihren großen Durchbruch hatte, in die heutige Zeit. Mit "Tony Iommi Monkey Special | XerJoff" fühle ich mich, als könnte ich den Geist dieser bahnbrechenden musikalischen Bewegung selbst miterleben, obwohl das alles weit vor meiner Geburt war.

Meiner Meinung nach ein Must Try!

Danke für euer Lesen :)
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