ElysaShadesElysaShades’ Parfumkommentare

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14.01.2019 16:28 Uhr
11 Auszeichnungen
...weil hierüber hab ich mich echt gefreut.

Gerade so rutscht er schon in die Neunziger hinein aber er riecht noch ganz stark nach Achziger. Wobei... so typisch auch wieder nicht. Aldehyde im Auftakt kennen wir alle aber dann wirds nicht warm orientalisch wie bei Poison oder Obsession sondern würzig und blumig. Tuberose, Nelke mit einer gewissen Wärme von Benzoe, Amber und ein bisschen Süße die tatsächlich an Himbeeren erinnert... aber eine gewisse Kratzigkeit schwingt mit. Wie ein hängengebliebener Chypre-Auftakt. Schön pricklig, allerdings ohne Zitrusfrüchte. Mich erinnerts eher an Pfeffer. Und dieses Pricklige wird immer stärker mit der Zeit. Wenn die Blumen nach ca 6 Stunden verblasst sind, bleibt eine sehr schwere und irgendwie rauchig wirkende Basis aus viel Nelke, etwas Patchouli und vermutlich auch schwarzem Pfeffer sowie evtl sogar etwas Weihrauch zurück. Das ist gewöhnungsbedürftige Kost im Vergleich zu den modernen Mainstreamern. Aber ich mag das.

Unterm Strich haben wir hier einen typisch hoffnungslos altmodischen Damenduft. aber irgendwie auch nicht. Diese Reibeisenbasis hab ich in der Form noch nicht erlebt. Insofern ist der Name gut gewählt. Das Leben ist halt mal hart und mal weich. aber immer intensiv.

Die Haltbarkeit ist wirklich enorm. 12 Stunden sind null Problem. Und der Duft trotzt auch den tiefsten Minusgraden.

Aber wann kann man heutzutage sowas tragen? (IMMER WENN MAN WILL!!!!) Ich würd tatsählich sagen, C'est la Vie ist etwas für große Auftritte. Geht heuer wer aufn Opernball von euch? Ich könnte mir vorstellen dass der Duft an der richtigen Dame sogar einschüchternd wirken könnte. Zumindest in der Basis. Dabei ist er aber so elegant. Jetzt fällt mir natürlich wieder Meryl Streep in der Showdownszene von "Der Teufel trägt Prada" ein. Deutlicher und klischeehafter gehts ja nun wirklich nicht mehr. Also Mädels, wenn ihr auch so drauf seid... Und wenn nicht (so wie ich), aber der Meinung seid dass gepfefferte Patchouli-Nelke DAS Ding ist, traut euch! Das ist Aura zum aufsprühen.

Und wo krieg ich jetzt einen Flakon her?


29.12.2018 17:36 Uhr
5 Auszeichnungen
Leute ich sags euch, ich hasse den Winter! Temperaturen unter 5 Grad empfinde ich als Zumutung und wenns dann unter 0 Grad runter geht, nenn ich das gemeine Körperverletzung.
Bis jetzt hat sich die Saison der Winter eh noch nur von der harmloseren Seite gezeigt, ich lechze trotzdem schon wieder nach Sommersonne und langen Abenden. So verlangte mir heut nach dem ultimativen Sommerduft, wenn ich schon sonst nur dick eingepackt vor die Tür kann.

Fraicheur Vegetale Verveine hatte ich mir schon vor einiger Zeit großzügig von einer Parfuma abfüllen lassen, aber irgendwie vergessen zu testen. So erwartete ich heut die wunderbarste Sommererfrischung auf der Haut.

Stattdessen bekam ich Nimm 2!

Nimm 2, und zwar die Zuckerkruste, die ich eh immer am liebsten mochte. Frisch und ein bisschen sauer. Ich hab immer möglichst lang versucht, sie nicht zu zerbeissen weil sie viel besser war als diese übertrieben klebrige Creme im Innern des Zuckerls. Jetzt hab ich also ein Parfum was genauso riecht wie die Kruste bei den Nimm 2. Auch nicht schlecht! Ich assoziier das jetzt nicht wirklich mit Sommer, eher halt mit Kinder-Naschereien, was ja irgendwie auch ein wohliges Gefühl vermittelt.

Den Moschus nehm ich schon auch wahr. Er streut einfach ein paar sauber-frische Momente in den Duft, was das Ganze angenehmer macht, damit man halt nicht NUR nach Zuckerl riecht. Ansonsten gibts aber natürlich keinen nennenswerten Verlauf bei diesem Duft.

Die Haltbarkeit ist zumindest auf der Kleidung jetz net sooo schlecht. Vor etwas mehr als 6 Stunden hab ich mir 4 Sprüher gegönnt. Jetzt umweht mich noch ein ganz dezenter Hauch von Nimm 2. Aber die Sillage ist eine Stunde nach dem Aufsprühen schon nicht mehr nennenswert.

Fraicheur Vegetale Verveine ist für mich so ein "Kann mal mal tragen-Duft". Warum nicht auch mal nach Nimm 2 riechen? Aber wirklich nur ab und zu beim daheim auf der Couch lümmeln und vom Sommer träumen.


20.12.2018 17:12 Uhr
4 Auszeichnungen
Vor einiger Zeit hat mir die liebe Serafina einen Haufen Proben von orientalischen Düften zukommen lassen. (an dieser Stelle nochmal vielen Dank). Ich kann mich ja kaum sattriechen an Oud, Sandelholz, Amber, Patchouli... Je schwerer, desto besser. Über diesen feinen Möchtegern-Oud möchte ich jetzt mal berichten.

So ungewöhnlich ist das nicht dass Düfte, die Oud gar nicht als Inhaltsstoff gelistet haben, trotzdem danach duften. Alles eine Frage der Kombi. So auch hier.

Gleich zu Anfang riech ich diese angetäuschte Oud-Note. Sie zieht sich durch den gesamten Duftverlauf, lässt sich aber mit einer etwas geübteren Nase doch recht einfach aufdröseln.

Sandelholz mit etwas Weihrauch, Benzoe, Labdanum und ein bisschen Leder... Very well blended. Oud, zu cremig um wahr zu sein. Macht aber nix weil riecht echt angenehm.

Zitrone und Pfeffer im Auftakt halten sich schön zurück. Auch die paar Blumen in der Herznote sind lediglich schmückendes Beiwerk. Also alle die von Rosen-Ouds die Schnauze voll haben, brauchen sich hier keine Sorgen zu machen.

Bois de Oud wird im Duftverlauf gleichzeitig süßer und weihrauchiger. Und zwar gleichermaßen ausbalanciert. Nie kippt er in eine Richtung über.

Aber was mir hier wirklich am besten gefällt und den Duft so richtig außergewöhnlich macht, ist die animalische Note die sich über das Ganze legt. Bibergeil und (dreckiges, abgerocktes) Leder. Ich finde es riecht eher nach Zibet (noch eine Möchtegern-Duftnote hier tztztz...). Das ist doch echt mal was Anderes! Aber auch das Tierchen saut sich jetzt nicht komplett ein. Im Vergleich zu den klassischen Düften aus den 80ern, gehts hier sehr gesittet zu. Man hat niemals den Eindruck, es hier mit einem Duft aus den 80ern zu tun zu haben.

Mir gefällt die Kombi. Für mich ist Bois de Oud das, was ich unter einer durchwegs gelungenen Duftkomposition verstehe. Wie ein Orchesterwerk mit vielen verschiedenen Instrumenten, die im Einklang spielen. Trotzdem ist der Duft keine leichte Kost. Wer nicht auch bei ausgefallenen Orientalen halbwegs trittsicher unterwegs ist, sollte vor dem Kauf den Duft testen.

Sillage ist mir für den Winter tatsächlich etwas zu schwach. Bei 0 Grad, Winterjacke und Wind, mehm ich ihn nicht mehr wahr. Auch nicht wenn ich mir Serafinas Pröbchen auf einmal draufkippe. Schade weil der Gesamteindruck des Duftes ist durchaus vibrierend-warm und heimelig-flauschig. Miezekatze vorm Kamin, Flauschedrcke und Benzoe-Duftkerze inklusive. Aber halt indoor.

Ganz große Testempfehlung hier!! Mädchen und Bübchen jedes Alters.


10.12.2018 16:07 Uhr
6 Auszeichnungen
Ich bin ein Fan von der Youtuberin Safiya Nygaard. Sie macht so herrlich verrückte Sachen, probiert einfach jeden Blödsinn aus mit soviel Selbstironie. Man muss sie einfach gern haben! Legendär ist ihr "Melting all the Lipsticks at Sephora together"-Video. Herauskam hierbei ein relativ unscheinbarer aber nicht unbedingt hässlicher Braunton.

Und hiermit sind wir bei James Bond 007. Wenn Safiya irgendwann alle Drogeriedüfte für Herren zusammenschüttet, kommt möglicherweise selbiger bei raus. Irgendwas undefinierbares, was in keine bestimmte Duftrichtung geht aber irgendwie von jeder ein bisschen was dabei hat.

Ein Jauch frische Bergamotte zu Beginn, bisschen Apfelfrische, würzig-männlicher Kardamon, im weiteren Verlauf - der nicht länger als 2 Stunden dauert - klassischen Lavendel und dann weiches Sandelholz und den unvermeidlichen Vetiver. Alles zusammengemixt aber irgendwie nur angedeutet. Es bleibt flach und nichtssagend, als hätte man Angst mit einem Statement, in welche Richtung auch immer, zuviel von sich preis zu geben und damit anzuecken.

Passend für einen Menschen der keine Identität hat. Ich kann mich noch erinnern als ich ein Teenie war, gabs ab und an solche Exemplare. Je nachdem mit welcher Runde sie grad unterwegs waren, waren sie grad Gothic, Hip Hopper, Prolo, Öko... Wobeis da nicht ums Ausprobieren der persönlichen Vorlieben ging, sondern nur ums Mitläufertum und zwanghaft überall dazugehören.

Als Jugendlicher ist das irgendwo verständlich dass man da nicht von vornherein die Sicherheit hat zu sagen SO BIN ICH UND DIES UND DAS GEFÄLLT MIR! Deshalb ist es auch nur logisch dass es für diese Zielgruppe so undefinierte Düfte gibt. Als solcher erfüllt er auch seinen Zweck. Aber wenn man ihn jetzt tatsächlich als Parfum bewerten möchte, schneidet er natürlich schlecht ab.

Ich hab James Bond 007 bei meinem Bruder (20) entdeckt. Nebst ähnlich flacher Kost wie Invictus. Er meinte zu mir, er trägt die Düfte nie, hat sie nur weil er sie geschenkt bekommen hat. Nachdem ich den jetzt getestet hab, versteh ichs auch. James Bond 007 ist kein Parfum in dem Sinne. Es ist ein Duftwässerchen für junge Leute die ausprobieren wollen OB sie überhaupt Parfum tragen wollen. Wenn Mann sich halbwegs selbst gefunden hat, wird ihn sowas eher nicht mehr zufrieden stellen.


06.12.2018 20:16 Uhr
6 Auszeichnungen
... sprach die Douglas-Verkäuferin, als ich mir den Duft aus diesem grenzgenial-stylishen Flakon aufsprühte. Ich schätze das an sich wenn die Verkäufer ehrlich sind und nicht nur um jeden Preis verkaufen wollen. Zumal die Dame auch bedauerlicherweise absolut recht hatte. An sich bin ich ja kein Verpackungsfetischist aber ich find den Flakon sowas von schick dass es mir tatsächlich leid tut dass der Inhalt nix für mich ist.

Im Auftakt riech ich Bergamotte mit irgendwas diffus-muffig-würzig-frischem. Schwarzteeblatt mit Apfelfrische? Das passt gar nicht zusammen und erinnert an einen gekippten Duft. Ich hab Pour Lui zweimal getestet, wovon er einmal tatsächlich gekippt war. Das zweite Mal nicht aber die Kopfnote ist einfach entsetzlich disharmonisch.

In der Herznote wirds besser. Die zart-blumigen Noten runden die rauen Holznoten angenehm ab. Das bildet einen imteressanten Kontrast. In dem Stadium hab ich tatsächlich ein bisschen gehadert ob ich ihn nicht doch kaufen soll.

Mit der Zeit mischt sich eine seifige Note dazu die mich etwas an Drogeriedüfte für Herren erinnern. Das mag ich nicht, ich will nicht nach Herrenduschgel riechen.

In der Basis vetstärkt sich dieser seifige Eindruck und das raue Holz wird sandelholzig aufgeweicht.

Es riecht nicht schlecht aber es ist nix für mich. Zwickt und zwackt wie ein schlecht sitzendes Kleidungsstück. An einem Mann kann das wieder ganz anders riechen.

Die Sillage ist für eine knappe Stunde relativ stark und zieht sich dann auf Hautnähe zurück. Für 5-6 Stunden bleibt Sandelholzseife auf der Haut. Ziemlich flach leider. Erinnert mich gegen Ende hin tatsächlich etwas an den Bruno Banani Magic Man, bei dem ich das gleiche Problem hatte: An sich gut aber steht mir nicht.

Schade weil die Idee hinter dem Duft gefällt mir doch. Kantiges, raues Holz und transparente, zarte, schon fast aquatische Blumennoten. Ich mag das an sich. Ist halt nur die Frage ob die Komposition hier nicht gelungen ist oder mir tatsächlich nur der Duft einfach nicht steht.


08.11.2018 14:54 Uhr
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Als Terre de Lumiere erschienen ist, war ich noch regelmäßig in Frankreich und er wurde dort wirklich ganz groß angepriesen. In der Galerie Lafayette ist man alle paar Meter über einen Werbeaufsteller gestolpert. Kenn ich so gar nicht von L'Occitane. Die ganze Aufmachung war nicht so recht mein Ding. Sah wieder sehr verdächtig nach so einem Bloß-nicht-anecken-Duft aus. Und dann noch diese Überpräsenz in den Parfumerien. Sowas schreckt mich eher ab. Und aufm Teststreifen wirkt der Duft tatsächlich sehr unstimmig.

Bei soviel exzessiver Werbung konnte ich bei einem Pröbchenanschlag dann auch mal nicht rechtzeitig Deckung suchen (nee stimmt nicht, Pröbchen nehm ich immer mit, weil einmal testen kann man alles), aber selbiges wurde ganz tief in der Pröbchenkiste versenkt und erst irgendwann rausgeholt. Heut trag ich ihn das zweite Mal und kann mich jetzt wieder mal selbst ausschimpfen weil man halt nicht immer danach gehen sollte, wie ein Duft präsentiert wird.

Terre de Lumiere riecht in keinster Weise so wies die Werbung suggeriert. Insgesamt erinnert er mich etwas an eine Mischung aus Mon Guerlain und La Vie es Belle. Mit beiden komm ich nicht ganz so gut klar. Aber L'Occitane haben da scheinbar das Brauchbare aus beiden Düften zusammengesucht und was hübsches draus gebastelt:

Unbedingt auf der Haut testen! Aufm Teststreifen riecht man nur Chaos. Und vorsichtig dosieren! Terre de Lumiere startet gleich mit sehr süßer Tonkabohne. Auch der Lavendel hat irgendwie eine klebrige Konsistenz. (steht ja auch da LavendelHONIG). Pfeffer fügt eine recht scharfe Spitze hinzu. Da muss man dann aufpassen. Sparsam dosiert ist das zwar SICKLY SWEET aber nicht pappig oder chemisch, daher gefällts mir ganz gut. Wenn der Pfeffer ausklingt, fügen die Ambrettesamen eine dezente Würze hinzu. (Das ist genau das was mir bei LVEB fehlt... picksüße Düfte brauchen immer einen kleinen Ausgleich).

Lavendel und Tonkabohne bleiben den ganzen Duftverlauf über gleichermaßen präsent. Nach einigen Stunden gesellt sich der charakteristische Sauberduft von weißem Moschus dazu, sowie Bittermandel, was dann auch wieder so einen kleinen Reibungspunkt zu dem sehr süßen Duft bildet. Mir gefällt das wirklich ausgesprochen gut. So muss für mich ein sehr süßer Duft sein. Vordergründig gerne so picksüß wies geht aber immer mit einem kleinen würzigen, scharfen oder bitteren Ausgleich im Hintergrund.

Zu den Mon Guerlain-Vergleichen: Was selbigen so süß macht ist ja die Vanille. Diese hat mir beim testen auch eine furchtbare Migräne verpasst. Terre de Lumiere ist insgesamt süßer als Mon Guerlain aber diese alles andere ausbootende Vanille wurde ausgelassen. Und mir bleiben die Kopfschmerzen erspart. Deshalb Sieg auf ganzer Linie für Terre de Lumiere!

Hier also eine klare Empfehlung für alle dies gern süß mögen (so RICHTIG süß). Die Frühlingsfrische die uns die Werbung vorgaukeln will, bietet der Duft keineswegs. Ich würd ihn eher im tiefsten Winter empfehlen. Und dezent dosiert. Nachsprühen muss man bestimmt nicht. Terre de Lumiere ist jetzt zwar nicht ganz so sillagenbombig wie La Vie est Belle aber man sollte auf jeden Fall vorsichtig dosieren.


07.11.2018 21:04 Uhr
8 Auszeichnungen
La Femme ist einer dieser Düfte die ich gern überseh. Beim Streifentest ist er ganz nett, aber es bleibt nix hängen. Wiedermal so was feminin-blumig-cremiges und total unaufgeregtes. aber weil ich mich momentan auf genau sowas bissl eingeschossen hab, (zumindest wenn ichs auf die Haut lasse) musste ich La Femme endlich mal eine Chance geben...

Er riecht nach Fragipani in erster Linie. Ich stell mir da eine reiche, sonnenbehütete und sommerbekleidete Dame vor, die beim Antritt des Hawaii-Urlaubs breit lächelnd mit einer Blumenkette um den Hals für ein Photo posiert. Weil man kann ja nicht nach Hawaii fahren und dann nicht wenigstens einmal so ein Blumenketten-Bild machen. Aber dann zieht sich Frau-von-und-zu in ihr Luxus-Resort zurück und wird sich den restlichen Urlaub garantiert nicht mit einheimischen Gepflogenheiten auseinandersetzen.

Die Tuberose ist also die feine Dame (ich assoziier Tuberosenduft immer mit feinen Damen) und die Fragipani die exotische Blume mit der selbige sich schmückt. Es riecht gut, gar keine Frage aber mir ist alles mitnander etwas zu steril und eintönig. Vanille und Ylang Ylang fügen sich nahtlos ein und machen den Duft weich und feminin. aber mir fehlt da ein gewisser Twist. Vetiver und Bienenwachs wären toll gewesen aber leider merk ich davon nichts.

La Femme hat keinen klassischen Duftverlauf. Fragipani, Tuberose und Vanille treten abwechselnd in den Vordergrund. Das gefällt mir persönlich besser als wenn sich ein Duft so linear entwickelt. erst Kopf-, dann Herz-, dann Basisnote. Allerdings ist mir die Angelegenheit hier einfach zu steril-flauschi-wauschi-heile-Welt-gstelltes-Urlaubsfoto-like. Das ist mal ganz nett für 2 Stunden, wenn mich anschließend eine Vetiver-Basis wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt, aber einen ganzen Tag muss ich das jetzt nicht haben.

Haltbarkeit und Sillage sind für die Preisklasse angemessen. La Femme hält sich den ganzen Tag, mehr als eine Handvoll Sprühstöße sollte man sich aber nicht gönnen. Wir haben hier schließlich einen Pradaduft und da wird immer ganz gern mit viel Puder rumgestaubt.

Unterm Strich ist Prada La Femme wieder mal eine reine Frage des Geschmacks. Qualitativ gibt es nichts auszusetzen. Er eignet sich wunderbar als Duft beim Arbeiten, weil man nicht durch exorbitante Wohlgerüche und achterbahnmäßige Duftverläufe vom Tagwerk abgelenkt wird. Wer genau sowas sucht, hat hier einen soliden Begleiter für den Alltag.


05.09.2018 15:03 Uhr
3 Auszeichnungen
Damit wär eigentlich fast alles gesagt...

Eine Bekannte (Kölnerin und großer 4711-Fan) hat mir neulich einen Mini vom Original Kölnisch Wasser zugesteckt, welches mir überraschenderweise ganz gut gefällt. Als überzeugte Farina Eau de Cologne-Trägerin hab ich 4711 bis jetzt boykottiert aber diese Neroli-Lavendel-Kombo im Kölnisch Wasser ist doch recht angenehm. Jetz war ich mal neugierig auf die modernisierte Variante des Klassikers... Wie da ist kein Lavendel drin? Ach Menno...

Ich schließ mich meinen Vorpostern an. Den Gedanken ans alte Kölnisch Wasser hat man hier erfolgreich eliminiert aber dass der Duft "moderner" wirkt, würd ich so nicht sagen.

Einzig der Auftakt ist typisch Cologne. Yuzu riech ich raus, aber ich glaub da ist noch irgendwas anderes zitrisches dabei. Dann kommen Litschi und Johannisbeere dazu, die das ganze aber recht kratzig werden lassen. Und jetzt nehme ich auch diesen seifigen Geruch wahr der für den restlichen (logischerweise relativ kurzen) Duftverlauf dominant bleibt. Mein eingesprühter Arm riecht tatsächlich als hätt ich ihn grad mit irgendner handelsüblichen Seife gewaschen. Nichts teures, aber auch nichts was übertrieben chemisch und penetrant riecht. Dieser typische Seifengeruch, angereichert mit irgendwas blumigen und einer obligatorischen Frische. Auch die Sillage ist vergleichbar damit, wies nach den Händewaschen riecht. Aus der Nähe nimmt man den Duft recht gut wahr.

Es riecht nicht verkehrt... Keineswegs, aber als Parfum find ich das doch recht uninteressant. Auch als Erfrischung zwischendurch. Seife riecht zwar sauber aber nicht erfrischend. Wann soll ich Nouveau Cologne also tragen? Wenn ich keine Lust hatte mich zu waschen?

Nach ner halben Stunde riech ich dann eine überraschend angenehme Basis. Weißer Moschus ist sowieso Pflicht für einen Sauberduft aber die Tonkabohne und eine Spur Sandelholz lassen den Duft nun wunderbar warm und cremig ausklingen. Der seifige Geruch zieht sich nun auch endlich etwas zurück.

Kein Kaufkandidat für mich letztendlich. Den Auftakt hat man eh in jedem Cologne und nur für die paar Minütchen die die Basis durchhält, muss ich nicht vorher eine halbe Stunde nach Handseife riechen. Es macht einfach nicht viel Sinn für mich. Man kann sich auch einfach so die Hände waschen und das mit dem Parfum lassen.

Der Versuch, einer jüngeren Zielgruppe das Kölnisch Wasser in einer modernisierten Form nahezubringen ist meines Erachtens nicht geglückt. Ich denk den meisten Jugendlichen wird Nouveau Cologne einfach zu unspektakulär sein.


23.08.2018 20:52 Uhr
7 Auszeichnungen
Ich habe mit Dior Hypnotic Poison ja so meine Probleme. Zumindest die aktuelle Version ist mir einfach zu heftig und zu girlie-mäßig. By Night habe ich besorgt weils in den Kommentare hier hieß, er würde ähnlich riechen aber etwas zarter sen. Im Groben würd ich das auch so unterschreiben obwohl die Duftpyramiden eigentlich nicht besonders ähnlich sind.

Die Kopfnote von By Night wirkt auf mich tatsächlich wie ein gedimmtes Hypnotic Poison. Und damit duftet Christinas Duft für mein Empfinden auch eleganter obwohl man schon einen qualitativen Unterschied merkt weil By Night insgesamt schon etwas flacher daherkommt. Aber stört mich jetzt nicht. Eben weil mir HP eh einfach zuviel Sußkram ist. Den Spritzer Rhabarber in der Kopfnote find ich übrigens richtig cool. Das ist wieder sowas mit dem man überhaupt nicht rechnet, was dann aber ein super Gegengewicht zu dem eigentlich recht süßen Duft bildet.

Im Verlauf wird By Night dann doch recht eigenständig. Weißdorn und Heliotrop verströmen eigentlich einen recht süßen und schweren Geruch. Vorallem wenn auch noch die unvermeidliche Vanille beigemischt ist, sowie Pfirsich (hier riechts eher nach der schon fast überreifen Frucht und nicht wie angegeben nach der Blüte). By Night hat aber grundsätzlich eine eher zurückhaltende Sillage. Solang man sich also nicht die ganze Flasche übern Kopf kippt, braucht man sich wegen Überdosierung keine Sorgen machen.

Nur die Basis gefällt mir nicht besonders. Ist mir zu amberlastig. Wie ich schon ab und an geschrieben habe, gefallen mir Ambernoten in Drogeriedüften meistens nicht besonders. Hier ist es eben auch dass es da so einen synthetischen Nebengeruch gibt, er das ganze etwas billig wirken lässt. Vorallem jetzt im Sommer.

Allgemein ist By Night wieder einer dieser Düfte die sehr schnell auseinanderfallen, wenns warm ist. Richtig schön entwickelt er sich meines Erachtens im späten Herbst, wenns noch keinen Schnee hat aber schon so richtig eklig ist wettertechnisch. Da wird man von dem Duft dann richtig angenehm umflauscht. Auch die Haltbarkeit ist bedeutend besser wenns kalt ist. Mehr als 6 Stunden lassen sich leider trotzdem nicht rausholen.

Ich empfehle By Night allen Damen die gerne eine dezentere und günstige Alternative zu Diors Hypnotic Poison (aber nicht der Vintage-Variante) suchen.


20.08.2018 17:15 Uhr
10 Auszeichnungen
Vor kurzem habe ich einen Flakon dieses mir vollkommen unbekannten Duftes ertauscht. Den MUSST du probieren, wurde mir gesagt. So ein schöner Gourmand!

Obwohl das Wetter heut mehr als unpassend für Schwergewichte ist, musste ich ihn heut endlich mal probieren. Vordergründig riecht man das was drauf steht. Amber und Vanille der ganz flauschig-weichen Sorte. Hintergründig nehme ich etwas Patchouli, Weihrauch, Benzoe, Karamell und etwas holziges wahr. Diese vielen Hintergrund-Noten verleihen dem Duft Konturen und jede Menge Tiefe. So wirkt Ambra & Vaniglia nicht zu aufdringlich. Ich bin hier wirklich tief beeindruckt, Vorallem angesichts des günstigen Preises.

Duftverlauf im klassischen Sinne kann ich keinen feststellen, aber durch die zahlreichen Hintergrundnoten wirkt der Duft trotzdem lebendig. Man riecht eben mal ein bisschen mehr Patchouli raus, mal eher Karamell etc.

Empfehlen würd ich den Duft jedem und jeder hier der/die gern süße und gourmandige Parfums mag. Ambra & Vaniglia riecht weitaus hochwertiger als der Preis es vermuten lässt. Ich würd nur bei der Dosierung vorsichtig sein. Haltbarkeit und Sillage sind bombig. Habs noch nicht ausprobiert aber ich kann mir vorstellen dass man den Duft killt wenn man öfter als zweimal sprüht. Wie es sich im Winter damit verhält muss ich noch überprüfen.

Ganz große Empfehlung hier!


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