ElysaShadesElysaShades’ Parfumkommentare

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03.07.2019 18:27 Uhr
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Ich hab aber auch Pech beim Düfte testen momentan.
Christina Aguilera-Düfte sind eigentlich eine halbwegs sichere Sache bei mir. Ich wüsste da bis jetzt keinen Totalausfall. Bis jetzt.

Ich kann gar nicht viel mehr über Definition schreiben, als dass es nach Traubenzucker mit Apfel-Vanille-Geschmack riecht. Der Duft verändert sich auch nicht großartig. Doch... Statt Apfel riech ich irgendwann Heliotrop. Reissts aber auch nicht mehr raus. Der Gesamteindruck ist pudrig-staubig aber süß, wie eben bei Traubenzucker. Ebenso schnell verflüchtigt sich der Duft dann auch. Obwohl die Sillage anfangs ganz schön reinhaut.

Schade, ich mag bei den Christina Aguilera-Düften eigentlich besonders dass die eben, obwohl sie stets dezent und gefällig gehalten sind, trotzdem immer einen kleinem Twist drin haben. Hier hat man das total verhaut. Ich versteh, denk ich, schon was gemeint war. Pudrig-süße Kuschelvanille mit Apfelfrische in der Kopfnote, aber bei mir funktioniert das überhaupt nicht. Hach schade.


03.07.2019 17:41 Uhr
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In Platons Ideenwelt steht sicher auch irgendwo ein Parfum herum, welches so riecht, wie das "Parfum an sich". Das steht da rum und riecht nach Parfum. Mehr geht nicht, weil es muss ja die Idee des "Parfums an sich" bleiben.
Vermutlich ist es von Hugo Boss.

Am runden "Hugo Woman" wird veranschaulicht, woher das Image kommt, dass die Boss-Düfte absolut beliebig, nichtssagend sind, und zwar so sehr dass es nervt. Ich kenne keinen Boss-Duft, der nicht zumindest sehr gefällig ist. Gefälligkeit heisst nicht immer Einfallslosigkeit. Aber hier leider schon. Das Fiese ist halt dass Woman nebst dieser Beliebigkeit, etwas hat, was mich ziemlich nervt, anstelle eines Nosecatchers, der den 0815-Duft nochmal herumreisst (wies bei Femme oder Ma Vie passiert).

Der Auftakt ist noch recht in Ordnung. Ein bisschen was zitrisches, aber nicht zu sehr. Und was dezent aquatisches. Wie ein Glas Stilles Wasser. Erfrischt zur Not auch, aber es fehlt der Sprudel. Dann kommt der ebenso saure, wie künstlich duftende Apfel. Und das ist die Note, die mich nervt. Es hat was von Putzmittel oder Raumerfrischer, aber eben viel zu säuerlich. Irgendwas blumiges, was mit der Zeit vanillig-süßer wird, dümpelt dann im Hintergrund vor sich hin. Sehr unklar und verwaschen, dafür ebenfalls umso künstlicher riechend. Die holzige Basis (same here) riecht man überhaupt nur, wenn man weiss, dass sie da ist.

Sillage wird schnell hautnah. Haltbarkeit ca. 5 Stunden.

Unterm Strich kommt hier eben sowas dermaßen Beliebiges raus, dass es schon wieder sehr schwer zu tragen ist. Ich brauch wirklich nicht immer einen megaauffälligen Duft. Auch was Schlichtes kann mich durchaus begeistern. Das Problem ist hier wohl diese Beliebigkeit in mangelhafter Qualität. Bei einem schlichten Duft, wärs halt schon wichtig dass es keine störenden Nebengerüche gibt. Keine Raumspray-Assoziationen, kein Plastik etc. Das hat hier leider gar nicht geklappt.


02.07.2019 00:51 Uhr
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Spirit of Violet Kiss griff ich mir heut beherzt aus dem Regal weils eben immer mal wieder heisst, dass die Spirit-Düfte Brauchbares zum allerkleinsten Preis liefern.

Dem kann ich hier leider nicht zustimmen. Die Kopfnote riecht extrem nach Haarspray. Viel mehr ist da gar nicht wahrzunehmen. Veilchen und Rosen erinnern mich dann an diverse billige Deos, die in den Neunzigern bei jungen Mädels hip, weil taschengeldtauglich, waren. Die haben nicht direkt gestunken aber sehr penetrant synthetisch gerochen. Dieser Duft verblasst dann nach eimer Stunde. Basis ist keine wahrzunehmen.

Mir ist schon klar dass man für 5€ nicht viel erwarten darf, bzw. es ziemlich schwierig ist, zu dem Preis was tragbares zu finden. Ich würde deshalb echt empfehlen, noch einen Fünfer draufzulegen und sich ein Betty Barclay-Parfüm oder ein VS-Bodyspray zu holen. Günstig schön umd gut und mir ist durchaus klar dass eben grad jüngere über wenig Geld verfügen, aber bevor man mach Neunzigerjahre-Trashparty riecht, würd ich doch empfehlen, moch ein bisschen auf was besseres zu sparen.


08.05.2019 18:50 Uhr
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Kaum ein Duft wird hier so gehypt, wenn man sich die Bewertungen ansieht. Ich muss ganz ehrlich zugeben, hier bin ich dem Hype auf den Leim gegangen und hab mir 15ml geholt. Beim ersten Mal Tragen war ich ziemlich enttäuscht. Au Coeur du Desert ist schön, aber angesichts dieser Bewertungen und dieses hohen Preises ist er so schön nun auch wieder nicht. Das heisst, schön ist er, aber nicht außergewöhnlich.,

Die Hauptrolle spielt hier Amber. Nicht ganz so weich wie mans von anderswo kennt, weil da noch etwas rauchiges mitschwingt. Ich tipp auf Myrrhe. Das sind die zwei Hauptkomponenten die ich hier ausmachen kann. Im Duftverlauf wird das Rauchige immer stärker. Nur wenn man direkt an der besprühten Stelle riecht, ist es ein wenig kratzig. Die Sillage menschelt dafür ziemlich stark. Ich hab also den Eindruck ich riech ein bisschen wie ein Mann, der nur die allerhochwertigsten Aftershaves an seinen Million-Dollar-Body lässt. Vermutlich passt das überhaupt nicht zu mir. Die holzigen Noten lassen Au Coeur du Desert für mich sehr maskulin wirken. Zedernholz und Moschus vielleicht? Und homöopathisch dosiertes Oud? Und zu Anfang schwebt wohl auch noch ein Röslein vorbei. Alles mitnander sehr hübsch, sehr stimmig. Und mit einem Minitröpflein ist man über den ganzen Tag gut versorgt. Sowas rechtfertigt für mich den Preis dann noch am ehesten. Außerdem ist mir aufgefallen dass sich der Duft bei kälterem Wetter weitaus besser entwickelt. Wenns über 25 Grad hat, wirkt die Angelegenheit ein bisschen flach. Dieses holzige, menschelnde kommt da ziemlich stark zur Geltung, während Amber und Myrrhe in den Hintergrund treten. Gibt ja Leute die sowas mögen, ich rech nicht so gern nach Männerhaut. Wenns kalt ist, wirkt der Duft wärmer und akzentuierter.

An sich ist es ja eh so dass viele Düfte, die eigentlich sehr tragbar und gefällig sind, irrsinnig gut ankommen. Gerade im hochpreisigen Bereich. Aventus, Reflection Man,und auch Au Coeur du Desert. . Aber auch im Mainstream. Sauvage, Bleu de Chanel, Terre d'Hermes... Solide Düfte von guter Qualität aber nichts womit man auffällt, weils so außergewöhnlich ist. Somit ist Aventus der Duft für das Partytier, Reflection trägt der seriöse Businessman. Und Au Coeur du Desert? Der Typ der gern ein bisschen auf geheimnisvoll und sexy macht. Aber natürlich nicht zu viel, man will ja schließlich niemanden verschrecken. Schön konform bleiben. Das klingt jetzt herablassender als es gemeint ist. Weil im Prinzip ist es doch das was die meisten wollen. Den Hauch einer kleinen Aufregung, eines kleinen Abenteuers, aber nicht zuviel und bitteschön auf Hochglanz poliert. Das ist Au Coeur du Desert.


03.05.2019 18:58 Uhr
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Ich bemüh mich ja wirklich, 4711 was abzugewinnen. Immerhin ist Köln meine Lieblingsstadt in Deutschland. Mit dem Original komm ich mittlerweile klar, das Nouveau Cologne ist gnadenlos durchgefallen. Aber Remix Cologne klingt ja richtig cool und auf dem Teststreifen umweht mich schon ein schön zitroniger Hauch

Doch was ist das? Erstmal gibts nur Alkohol. Die erste Minute riech ich wirklich nichts anderes. Und dann stellt sich die wohlbekannte Neroli-Lavendelnote, die wir aus dem Original kennen ein. Soweit, so gut, aber irgendwas stört. Mate hab ich da im Verdacht aber das riecht eigentlich auch anders. Eher erinnerts an ein synthetisches Nebenprodukt was da nicht hingehört. Dumpf, muffig und leicht bitter. Damit fällt das Remix Cologne durch bei mir. Auch wenn sich der Geruch zugunsten von bisschen Iris und blitzsauberem Moschus verzieht. Das gefällt mir jetzz ganz gut aber ist colognetypisch sehr blass und nur direkt auf der Haut zu riechen. Sandelholz und Praline rieche ich nicht. Der Duft ändert sich jetzt nicht mehr, klingt nach ca 3 Srunden aus. Die Haltbarkeit ist also besser als beim Original und beim Nouveau Cologne.

Beim Lesen der Kommentare wurde ich etwas verunsichert. Mir scheimt, hier riecht jeder irgendwas anderes. Und vorallem was anderes als ich. Als pudrigen und irislastigen Blumenduft empfinde ich das Remix Cologne keineswegs. Es ist für mich einfach 4711 mit bisschen Iris und eben dieser anderen Duftnote die mich so stört.

Bin insgesamt eher enttäuscht. 4711 ist wohl einfach nicht meine Marke.


19.04.2019 20:35 Uhr
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Diese Frage hab ich mir im Laufe meiner Parfum-suchtel-Karriere sehr häufig gestellt. Angefangen beim Kauf von Chanel No. 5 mit süßen fast-19, über Lady Million zu einer Zeit als ich regelmäßig in Patchouli zu baden pflegte, bis hin zu hoffnungslos verstaubten und als Omaduft verschrienen Klassikern und so einigen merkwürdigen Nischendüften die ich hier über Parfumo gefunden hab. Zu letzterer Kategorie gehört auch L'eau Trois.

In den tiefsten Siebzigern erschienen, stellt dieser Duft so manche Indie-Underground-kennt-kein-Schwein-wer-soll-das-bitte-tragen-Duftkomposition in den Schatten.

Ich weiss nicht wie alt mein Pröbchen ist und auch nicht ob man hier reformuliert hat, aber der Auftakt war etwas gruselig. Man sagt ja gekippte Düfte können nach Maghi riechen. Genau das hat man hier leider. Mangels Vergleich weiß ich natürlich nicht ob sich das so gehört. Aber kurz Luft anhalten und dann ist es auch schon vorbei und weiter gehts, quer durch den Kräutergarten. Alles was wir so lesen nei den Kopf- und Herznoten hübsch verblendet, wirklich wie im Garten. Lorbeer sticht allerdings den ganzen Verlauf hindurch recht gut hervor. Foody wird das Ganze zu keinem Zeitpunkt, obwohl sich die Duftpyramide schon ein bisschen nach Pizza-Gewürzmischung anhört. Nur daraif, dass Labdanum den Duft etwas weicher macht, braucht man nicht zu warten.

Nach einer Stunde wirds dann richtig herrlich. Zum Kräutergarten gesellen sich schön kratzig-rauchige Noten. Viel Weihrauch und hintergründig was holziges. So bleibt das dann über viele Stunden. Erst gegen Ende riech ich ein bisschen Labdanum raus, wie ein versöhnlicher Schlussakkord.

Die Assoziation die mir einfällt: Noisemusik im Frühling.
Warum? Der Duft ist so sperrig und kratzig, aber von eigentümlicher Schönheit. Und er hat aber auch sowas lebendiges, sonniges. Das ist wohl der Kräutergarten. Grüne und krautige Düfte assoziier ich immer mit Frühling.

Vorallem Lorbeer und schmutzigen Weihrauch sollte man mögen wenn man sich an L'eau Trois erfreuen möchte.

Für mich gibt es hier keinen Grund, warum nicht. Herzlichen Dank an den Pröbchenspender. Ich bin so richtig begeistert.


31.03.2019 19:29 Uhr
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Ich schreib meine Kommentare meistens ja eher neutral... Heute mal nicht. Hier wird die Rede von Gewalt und anderen Geschmacklosigkeiten sein. Wer das nicht lesen mag, bitte hier abbrechen. Aber ich kann den Duft ohne die Geschichte nicht bewerten.
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Eines Morgens als die junge Dame erst ein paar Wochen mit diesem Kerl zusammen war, rüttelte er sie früh um 8 nach einer durchgetanzten Disconacht aus dem Schlaf. HEY SCHATZ STEH AUF, ICH HAB EINE ÜBERRASCHUNG FÜR DICH. WIR FAHREN MIT DEM MOTORRAD WOHIN, BRAUCHST NIX MITNEHMEN.
Oh wo gehts denn hin?
ÜBERRASCHUNG JETZ MACH HIN!
3 Stunden dauerte die Fahrt. Einmal wär sie fast vom Bike gefallen in einer Kurve. Als sie endlich da waren (Wo????), taten ihr alle Knochen weh. Er hatte gesagt, bloß nicht bewegen als Beifahrer, sonst wirds gefährlich.
Wo sind wir jetzt denn?
IN SAMNAUN. ICH WOLLTE DIR EINE FREUDE MACHEN, DIE HÄLFTE VOM SPRITGELD KANNST DU MIR WIEDERGEBEN WENN WIR ZUHAUSE SIND. HIER KANNST DU ZOLLFREI EINKAUFEN, DU WOLLTEST JA DIESES PARFUM HABEN .
Aber ich hab doch kein Geld dabei.
LEG ICH DIR AUS.
Die junge Dame wurde genötigt eine große Flasche Ma Dame EDT zu kaufen, trotz ihrer Einwände dass sie grad nicht so viel auf der hohen Kante habe (ICH BIN DIE LANGE STRECKE EXTRA FÜR DICH GEFAHREN! WILLST DU JETZT SAGEN DASS ICH DAS UMSONST GEMACHT HAB????)

Getragen hat sie ihn aber ständig. Es war ihr Duft. Auch dann als die Zeiten nicht mehr ganz so rosig waren. Jedesmal wenn er sie geschlagen hat oder die Wohnung verwüstet und sie sich völlig verängstigt in einer Zimmerecke zusammengekrümmt hat. Ma Dame war da und hat sie festgehalten. Auch als er sie in Italien mal ohne Sehhilfe einfach auf der Straße ausgesetzt hat und sie nirgends hin konnte, weil sie nichts gesehen und sich so geschämt hat. Oder als er mal, weil sie einen Satz von ihm nicht sofort verstanden hat, aus Wut in eine Gruppe Betrunkener geschubst hat, die sie überall betatscht haben. Auch als eines Morgens die Polizei geklingelt, die Wohnung durchsucht und ihn anschließend mitgenommen hat weil Datenträger mit kinderpornographischen Material gefunden wurden. Da dachte die junge Dame, dass sie jetzt den Verstand verliert. Aber Ma Dame hat aufgepasst.

Und irgendwann wars dann auch vorbei. Wenn eine junge Dame mit schlechtem Selbstwertgefühl einen narzisstischen und gewalttätigen Mann verlassen will, braucht das viel Vorbereitung und Zeit. Aber es geht. -----------
Ma Dame EDT ist mein Duft der Tote zum Leben erweckt. Oder junge Damen die sich selbst aufgegeben haben, davor bewahrt zu sterben. Er ist genauso süß wie Classique aber etwas leichter. Er riecht für mich tatsächlich mehr nach Orangenblüten als der Schale und natürlich süßen Granatapfelsirup. Die Basis ist kaum wahrnehmbar und Duftverlauf gibt es eigentlich keinen. Die Sillage ist über viele Stunden gleichbleibend stark. Ein sehr frecher und lebensbejahender Duft. Es fehlt ihm das Schwülstige von Classique. Und das macht ihn für mich auch viel erträglicher. Ich weiß aber nicht ob ich ihn mögen würd wenn ich ihn erst jetzt kennen lernen würde. Ich mag es mittlerweile etwas filigraner und subtiler.

Tatsächlich riecht Ma Dame für mich nach Überleben. Nach einer jungen Dame die doch nicht so schwach ist wies auf den ersten Blick scheint. Nach der Zuversicht, die Schwierigkeiten des Lebens meistern zu können, weil man schon ganz andere Dinge gemeistert hat. Nach Frühling, der sich auch nach dem längsten und traurigsten Winter wieder einstellt.
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Übrigens hat sich neulich mein Exfreund bei mir gemeldet. Er wollt wissen wies mir geht und meinte außerdem dass er mich von allen seinen Beziehungen eigentlich am meistens geschätzt hat. Ich hab ihm dann den Witz von dem pädophilen Narzisstn erzählt der zu seiner Mutter geht und sie fragt ob sie denn noch Kinderfotos von ihm habe, Irgendwie hatte er dann doch keine Lust mehr mit mir zu reden. Tja... Ich glaub ich sprüh mir mal Ma Dame auf und freu mich an meinem schönen Leben und daran dass ich ÜBERLEBT hab.


25.03.2019 18:59 Uhr
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Heute hab ich aus der Pröbchenkiste eine randvoll gefüllte 2ml-Phiole mit Mischief EDP zutage gefördert. Wie hab ichs denn geschafft DAS zu übersehen? Danke an den User der mir dieses Kleinod zukommen ließ!

Das ist mal was neues bei mir. die Rojas die ich kenn sind alle weitaus schwerere Kost als dieser hier. vergleiche zum Extrait kann ich hier aber leider keine ziehen.

Mischief EDP ist für mich ein SEHR blumiger, aber gleichzeitig frischer und grüner Duft. Beim Aufsprühen mein ich gleich mitten im Blumenladen zu stehen. Mein erster Gedanke: SO riecht eine Flowerbomb (NEIN dieser hier riecht natürlich keinesfalls wie Flowerbomb von V&R, mir erschien hier nur der Name sehr passend). Hyazinthen, Maiglöckchen und jede Menge Grünzeug, grad frisch gegossen. (Es sind wohl die zitrischen Kopfnoten so gut verblendet dass einfach dieser Eindruck entsteht, anstatt dass man eine handelsübliche Zitrus-Kopfnote riecht). Natürlich verdunstet das Wasser irgendwann bzw wird von den Blümchen aufgesaugt und zurück bleibt tatsächlich ein langanhaltender aber doch unaufdringlicher Blumenduft. für Maiglöckchen riecht das ganze sehr transparent. Als Vergleich fällt mir der mittlerweile eingestellte A Scent von Issey Miyake ein. Das liegt wohl an der Hyazinthe, die man bei Mischief eben nebst den Maiglöckchen recht deutlich rausriecht. Bei Roja riechts natürlich hochwertiger - die Noten sind schöner verblendet, die Sillage ist über den ganzen Tag gleichbleibend und verzieht sich nicht so schnell - und die krautige Kopfnote von A Scent fehlt hier auch.

Was mich hier aber echt überrascht ist, dass ich jetzt schon seit fast 9 Stunden auf die Basisnoten warte. Seitdem sich das Blumenwasser verzogen hat, tut sich eigentlich nichts mehr. Stört mich jetzt nicht unbedingt aber wundert mich doch etwas, wenn man sich anguckt was hier alles drin sein soll. aber wer Roja-Düfte kennt, weiß ja dass der Herr anscheinend immer Fleißaufgaben beim Duftpyramiden schreiben machen. Oder er mischt so homöopathische Dosen der angegebenen Duftstoffe bei dass man sie kaum wahrnimmt.

Mischief heisst übrigens Unfug, Unsinn, Tunichtgut. Auch hier nimmt uns Roja Dove, die Rampensau wieder aufs Korn. Der Duft ist sehr gesittet und zurückhaltend. Unangenehm auffallen wird man hiermit wohl nicht.

Ich würde ihn eher den Damen empfehlen weil er halt schon seeehr blumig ist. So richtig sanft-feminin-blumig. Im späten Frühling wenns noch nicht ganz so heiss ist, tagsüber.

Ich mag den Duft wirklich sehr. Er entspricht halt genau meinen Vorlieben bei den leichteren Düften. Das sollte man beim Kauf halt wirklich beachten. Maiglöckchen, Hyazinthen und Blumenläden muss man mögen um sich an Mischief zu erfreuen. Wenn das der Fall ist, kann man aber bedenkenlos zugreifen. Der Preis ist natürlich komplett überzogen aber andererseits hat man halt hier auch wirklich einen leichten und frischen Duft, der auch bei sparsamer Dosierung den ganzen Tag hält. Und sowas findet man in einem halbwegs vernünftigen Preissegment halt nicht so wirklich.


11.03.2019 14:17 Uhr
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Den Lagerfeld fand ich ja als Person einfach megacool. Seine Sager sind legendär und mir hat es auch immer gut gefallen wie nüchtern und unverklärt er die Modebrache gesehen hat. Dass er nicht versucht hat, irgendwas tiefsinniges hineinzuinterpretieren, wo es nichts gibt. Karl Lagerfeld war ein Riesentalent, aber ebenso groß war sein Unterhaltungswert. Und diese Kombi hat ihm wohl diesen unglaublichen Erfolg beschert. Zu Recht.

Ich muss das vorweg schicken weil man soll ja nix Schlechtes über Tote sagen. Leider fallen mir zum Duft nicht solche Lobesworte ein.

Ich mag Lagerfeld Classic und auch Sun Moon Stars aber mit den neueren Düften hab ich ein bisschen Troubles. Vllt liegts auch einfach daran dass ich an den Namen Lagerfeld halt schon gewisse qualitative Erwartungen knüpfe, die hier einfach nicht erfüllt werden.

Unterm Strich hab ich hier dasselbe Problem wie bei Private Klub for Women. Eine störende, billig wirkende Note im Hintergrund. Aber erstmal der Reihe nach...

Kopf- und Herznote starten bei mir gleichzeitig. Gleich zu Anfang sehr dezemt. Es wirkt als würde der Duft erstmal Anlauf nehmen, aber ohne dann auch wirklich durchzustarten. Nicht zu süße Himbeere mit leicht säuerlicher Johannisbeere ergibt sowas wie Brombeere - zumindest in olfaktorischer Hinsicht so irgendwie. Nach kurzer Zeit gesellt sich etwas diffus blumiges dazu mit dieser störenden Note die ich zuvor erwähnt habe. Wenn ich nun die Duftpyramiden von Fleurs de Murier und Private Klub abgleiche, sehe ich hier wie dort dass Veilchen und Moschus vorhanden sind. Kann hinkommen wobei ich den Moschus nicht wirklich rausrieche. Ich hab halt auch allgemein Probleme mit Himbeeren/Brombeeren in Düften. Auf mich wirkt das schnell aufdringlich oder kindlich. Und genau das passiert hier. In Verbindung mit diesem anderen störenden Geruch, passt das dann einfach gar nicht mehr. Unterm Strich fehlt dem Duft jegliche Eleganz die ich eben mit dem Namen Lagerfeld verbinde. Auch die Sandel-Amberbasis machts nicht mehr besser. Der Duft kommt nicht zur Ruhe weil diese säuerliche Brombeere noch immer dazwischenfunkt.

Schade, dieser Duft macht es mir von den Duftnoten her halt schon schwer und wirbt dann auch noch mit einem großwn Namen, dem er aber absolut nicht gerecht wird.

Die Sillage ist wie gesagt von Anfang an nur hautnah. Die Haltbsrkeit ist besser als erwartet. Um die 4 Stunden hält Fleurs de Murier mindestens durch.


14.01.2019 16:28 Uhr
10 Auszeichnungen
...weil hierüber hab ich mich echt gefreut.

Gerade so rutscht er schon in die Neunziger hinein aber er riecht noch ganz stark nach Achziger. Wobei... so typisch auch wieder nicht. Aldehyde im Auftakt kennen wir alle aber dann wirds nicht warm orientalisch wie bei Poison oder Obsession sondern würzig und blumig. Tuberose, Nelke mit einer gewissen Wärme von Benzoe, Amber und ein bisschen Süße die tatsächlich an Himbeeren erinnert... aber eine gewisse Kratzigkeit schwingt mit. Wie ein hängengebliebener Chypre-Auftakt. Schön pricklig, allerdings ohne Zitrusfrüchte. Mich erinnerts eher an Pfeffer. Und dieses Pricklige wird immer stärker mit der Zeit. Wenn die Blumen nach ca 6 Stunden verblasst sind, bleibt eine sehr schwere und irgendwie rauchig wirkende Basis aus viel Nelke, etwas Patchouli und vermutlich auch schwarzem Pfeffer sowie evtl sogar etwas Weihrauch zurück. Das ist gewöhnungsbedürftige Kost im Vergleich zu den modernen Mainstreamern. Aber ich mag das.

Unterm Strich haben wir hier einen typisch hoffnungslos altmodischen Damenduft. aber irgendwie auch nicht. Diese Reibeisenbasis hab ich in der Form noch nicht erlebt. Insofern ist der Name gut gewählt. Das Leben ist halt mal hart und mal weich. aber immer intensiv.

Die Haltbarkeit ist wirklich enorm. 12 Stunden sind null Problem. Und der Duft trotzt auch den tiefsten Minusgraden.

Aber wann kann man heutzutage sowas tragen? (IMMER WENN MAN WILL!!!!) Ich würd tatsählich sagen, C'est la Vie ist etwas für große Auftritte. Geht heuer wer aufn Opernball von euch? Ich könnte mir vorstellen dass der Duft an der richtigen Dame sogar einschüchternd wirken könnte. Zumindest in der Basis. Dabei ist er aber so elegant. Jetzt fällt mir natürlich wieder Meryl Streep in der Showdownszene von "Der Teufel trägt Prada" ein. Deutlicher und klischeehafter gehts ja nun wirklich nicht mehr. Also Mädels, wenn ihr auch so drauf seid... Und wenn nicht (so wie ich), aber der Meinung seid dass gepfefferte Patchouli-Nelke DAS Ding ist, traut euch! Das ist Aura zum aufsprühen.

Und wo krieg ich jetzt einen Flakon her?


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