Gschpusi

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1 - 5 von 292
Gschpusi vor 2 Monaten 11 17
10
Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
10
Duft
FOUGÈRE-LACHEN
Der Wind pustet heute aus vollem Munde, dreht über Feld und Wiese seine Runde. Die Nasen sind schon aufgeregt, haben die Nüstern frei gefegt.

Nach dem Frühstück im Kräutergarten, wollen diese mit dem Schnuppern starten. Es geht hinaus zu Wiesen-Terrassen, da können sie dem Riechen freien Lauf lassen.

Sie liegen etwas höher vor der Stadt,
damit jede Nase besondere Laune hat.
Von dort oben können sie alles erfassen und ungute Gerüche weit hinten lassen.

Sie haben Lavendel Gesichter gegeben, für ein lustiges Fougèreleben.
Patchouli-Märchen und Zederfiguren tanzen im Wind, bis die Nüstern fast ermüdet sind.

Und dabei gibt die Grapefruit und der Pfeffer acht, das den Nasen niemand das Licht aus macht.
Damit Lavendel und Patch keinen Unsinn machen, bringt Eichenmoos
die beiden zum Lachen.

Die ersten Duftnoten sind schon am kitzeln, schön, wie sie so durch die Nasen flitzen.

Wie ein blauer Schmetterling leuchten sie wunderbar, streifen ganz sanft unser Nasenhaar.

Nun liegt Fougèrelachen in allen Nasen, weich und heimelig hoch über den Wiesen-Terrassen. Fougère Duft hoch über der Stadt, Gedanken werden zum winzigen Blatt,
Dufttanz verklingt, mit jubeln im Wind, bis glückliche Nasen wieder zu Hause sind.
17 Antworten
Gschpusi vor 2 Monaten 18 21
10
Flakon
10
Sillage
10
Haltbarkeit
9.5
Duft
Sandelhölzchen
Orodion Blanc klingt wie ein entfernter Planet. Weit weg von allen Kriegen, Unruhen, Umweltkatastrophen, Lug und Trug. Ein kleiner Stern, der am Himmel irgendwie pulsiert, wenn man ihn lange genug fixiert.
Ein cremiges Mandeldessert, fast wie eine Mousse. Kurz mit fast noch unreifen Pflaumen karamellisiert und mit einem Schuss Zedernsaft abgelöscht. In einer feuerfesten Schale wird es glatt gerührt. Immer wieder wird Amber und Vanillekrokant untergehoben, bis eine cremige Verbindung entsteht. Jetzt, genau jetzt wird die Schale über loderndes Sandelholz gehangen, an Ketten aus Muskatperlen. Der Dampf von funkelndem, dichtem und holzigem Sandelgehölz wabert um diese cremige Mousse und gibt ein so wunderbares Aroma. Es ist kein Süsses Dessert, sondern ein Cremiges Gedicht, was Deine Nase verzückt.
Sandelholz, genau so, wie ich es mag. Obwohl ich Sandelholz eher mit Abstand begegne.
Weit weg von Arabesque, mit dem er verglichen wird. Er hat für mich eine völlig andere Duft DNA.
Orodion Blanc ist extrem angenehm zu tragen und könnte sogar meine Sammlung bereichern.
Lieben Dank Don, für dieses Dufterlebnis!
21 Antworten
Gschpusi vor 2 Monaten 14 13
7
Flakon
3
Sillage
1
Haltbarkeit
5
Duft
Mondpfirsich
Luna... so ein wunderschöner Name. Nicht nur für einen Duft. Luna, der Mond. Geheimnisvoll, mal hell, mal dunkel, mal rot, mal gelb. Mal mystisch vom Nebel verdeckt, oder tagsüber zu sehen. Oft besungen und angebetet. Luna...
Dieser Duft ist nicht geheimnisvoll und auch nicht mystisch. Er ähnelt für meine Nase auch absolut nicht Coco Mademoiselle, noch nicht mal als Dupe!
Luna ist zu Beginn spritzig fruchtig, aber nicht quietschsüss, sondern eher so herb-säuerlich-süss. Wie eine Limette mit Puderzucker.
Wie ein Mädel, dass das erste Mal auf einen Ball geht. Ihr schönstes, rosa Kleid angezogen hat und alle Blicke auf sich zieht, sobald sie den Raum betritt. Eine Pfirsichstola in zartem Apricot über die nackten Schultern gelegt. Leichte Moschuspumps, die Patchouliriemchen haben. Leider bleibt das nicht so. Luna ist schnell schüchtern und wird sehr leise. Nach wenigen Minuten erkennt man nur noch einen Hauch von Pfirsich und ausgetanzte Moschusschuhe, die ihre Patchuliriemchen verloren haben.
Ein Lüftchen, wie eine kleine Erinnerung an etwas Schönes. Leider belanglos und dafür zu teuer.
Lieber Don, auch hier herzlichen Dank für die Testmöglichkeit.
13 Antworten
Gschpusi vor 2 Monaten 14 16
10
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
10
Duft
Schwester Ichtolan
Wer Ichtolansalbe kennt, wird gleich die Nase rümpfen. Eine dick schwarze Salbe, die aus Bergschiefern hergestellt wird und Entzündungen aus Wunden zieht.
Es gibt sie in verschiedenen Stärken.
Hier verwendet die nette Arzt-Schwester die wenig Dosierte Salbe. Wie ich darauf komme?
Oud Blanc hat so kleine Anzeichen von dieser Salbe. Etwas scharf zu Beginn und rauchig holzig. Nicht unangenehm. Eher erfrischend, wofür sicherlich die Bergamote, Ingwer und der Pfeffer verantwortlich sind. Holzig, ohne das allseits geliebte Wort Stalldung etc., welches das Oud beiträgt. Ein weiches, leicht rauchiges Oud, was sehr, sehr angenehm riecht. Rauchig wie der Staub, der durch das Abtragen der Schiefersteine entsteht. Tuberose oder Jasmin sind eher unterschwellig zu merken. Sicher bei dem einen mehr oder weniger. Ich kann nur die Rose assoziieren und Iris.
Insgesamt ist der Duft ein wirklich toller Schmeichler. Überhaupt nicht süss, obwohl so angegeben. Orientalisch? Da scheiden sich die Meinungen. Für mich eher nicht.
Wer etwas Frisch cremiges sucht und es mit Oud mal versuchen möchte, sollte diesen Duft mal testen. Absolut Unisex.
Lieber Don, danke für die Möglichkeit, diesen Duft testen zu dürfen.
16 Antworten
Gschpusi vor 3 Monaten 17 27
9
Flakon
10
Sillage
10
Haltbarkeit
10
Duft
Das Herz des Waldes
Cotswold, auch das Herz Englands genannt.
Eine wildromantische Gegend mit grünen Hügeln und traumhaften Kulissen.
Braveheart, Stolz und Vorurteil, James Bond und sogar Teile von Harry Potter wurden dort gedreht.
Eine Insel mit wunderschönen Steinhäusern, weite Landschaften, kleine Inns und einige Teestuben. Cotswolds wurde durch Wollhandel wohlhabend und es gibt sogar eine Schafrasse , die sich „Cotswolds Lion“ nennt, weil die üppige Wolle wie eine Löwenmähne aussieht. Die Landschaft an sich ist grün hügelig und es wächst wilder Flachs. Kleine Bäche und Flüsse durchziehen die Landschaft. Ja, man kommt ins träumen. Ein Ort, an dem man zur Ruhe kommen und abschalten kann.
Was hat das aber mit dem Duft Cotswold zu tun? Eigentlich nichts. Zumindest erschließt es sich mir nicht. Der Duft hat nichts, absolut nichts mit dem Ort zu tun. Eigentlich ist es wieder SO EIN Duft für mich. Magisch, wild, für Hexen eben.
Ein Duft, der auch Ruhe ausstrahlt, wenn man sich darauf einlässt.
Rauch, Harz, Nadelbäume und Vanille.
Rauch, der wie Nebel in einer kalten Nacht durch die Wälder fließt. Düster, hell, leise und wieder dunkel wie ein gerade noch glimmendes Stück Holz. Harz, der langsam aus dem kräftigen Stamm eines Baumes rinnt, nein, eher gleitet und vom Rauch ummantelt wird. Nadelbäume, die einem Schutz vor der Kälte, der Wärme, der Außenwelt geben. Vanille, die einen nicht ganz in der Dunkelheit verschwinden lässt. Nicht zu süss. Wie kleine Zapfen, die aufplatzen und ihre Samen im Wald verteilen. Ich liebe diese Art der Düfte. Weniger als Parfum, dafür mehr als Duft, den man auftupft, um sich zu erden, die Gedanken zu sortieren und vom Getümmel der Welt ein wenig Abstand nehmen kann. Ah, ok, jetzt beim Schreiben fällt es mir auf. DAS ist es, was der Duft Cotswold mit der Insel gemeinsam hat. Man kann zur Ruhe kommen. Er ist wie Yoga für die Nase.
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