Zu den Ritualen im Advent gehörte in meiner Kindheit das Lebkuchen-Backen. Unser Familienrezept schrieb „einen Becher Honig“ vor.
Honig wurde natürlich auch damals schon in Gläsern gelagert und verkauft.
Was in unseren Lebkuchen kam, war sogenannter Kunsthonig: klebrig, dünnflüssig, hellgelb, picksüß, dabei irgendwie auch frisch. Vermutlich war es gefärbter Zuckersirup mit einer Prise Zitronensäure. Es war die Wirschaftswunderzeit mit ihren fatalen Verirrungen, die auch vor Küchen nicht halt machten. Bienen hätten schaudernd ihren Pelz geschüttelt und hätten das Weite gesucht, wenn sie nicht im Dezember ohnehin eine Auszeit nehmen würden.
Wir Kinder liebten dieses Zeug und haben uns darum gerissen, den weißen Plastikbecher ausschlecken zu dürfen.
Dieser Kunsthonig schmeckte nicht einfach zuckerig, sondern irgendwie gaaanz leicht vanillig und auch etwas frisch.
Exakt dieser Geruch dominiert
Velvet Teddy und hat mich im Februar in die Lebkuchen-Backstube meiner Kindheit zurückgebeamt. Ich liebe solche unerwarteten Zeitreisen.
Im Verlauf kommen Vanille und Tonka gefällig dazu, ohne den Pickhonig ganz zu verdrängen, und geben dem Ganzen etwas Halt. Für mich ein Winterabend-Freizeitduft.