LUILUIs Parfumkommentare

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16.08.2018 11:22 Uhr
5 Auszeichnungen
Mit Vorfreude, Spannung und einer Portion Euphorie betrat ich gestern die Parfümerie meines Vertrauens, um endlich den neuen Armani Code zu testen, worauf ich schon des längeren warte. Der erste Sprüher auf dem Handgelenk brachte zwar schon die erste Ernüchterung. Typischer zitrischer und frischer Start der Kopfnote, wie halt alle Düfte der Code-Serie.

Ohne weitere Neuigkeiten zu testen, verließ ich die Parfümerie, um mich voll auf diesen einen Duft zu konzentrieren. Da ich noch weitere Besorgungen zu erledigen hatte, schnüffelte ich bei jeder Gelegenheit an meinem Handgelenk. Es gab starke Ähnlichkeiten zu anderen Düften der Serie, waren meine Erwartungen vielleicht zu hoch?

Mit der Zeit hat sich der Duft mit meiner Hautchemie entfaltet, denn jeder Duft sollte seine Chance haben. Der Duft an sich recht angenehm; ein leichtes Aroma von gerösteter Tonkabohne, aber so etwas hatten wir schon, definitiv nichts Neues. Die Serie wurde um einen weiteren Flanker erweitert. Der Übergang vom Herz zur Basis ist linear und ist nach ein paar Stunden nur noch hautnah. Die Haltbarkeit ist schlecht, hier wurde möglicherweise mit Trägerölen gespart?

Hier die mögliche Rezeptur an AC-Komponenten, wie folgt:

- einen Teil AC Sport
- einen Teil AC Profumo
- einen Teil AC Colonia
- drei Teile AC Black Code

... nun gut mischen, nicht rühren und in neue Schläuche abfüllen, fertig.

Flakon: ansprechender Glas Flakon
Duft: würzig, angenehm tragbar, zurückhaltend und Büro-tauglich
Sillage: sehr schwach
Haltbarkeit: schwach circa 4-5 Stunden!

Fazit: Armani Code A-List ist m.M.n. die Krönung eines Flankers, schade drum. Diejenigen, die schon einige AC Düfte in ihrer Sammlung besitzen, können mit ruhigem Gewissen das Geld sparen. Interessierte sind gut beraten, den Duft vorher ausgiebig zu testen. Kaufinteressierte ohne Eile sollten auf die ersten Weihnachtsangebote warten, nach Weihnachten wird der Duft möglicherweise sogar für einen Schnäppchenpreis zu haben sein.


21.04.2018 13:03 Uhr
27 Auszeichnungen
Vorwort; Sorry – für einen Kommentar der ganz anderen Art.

Kürzlich bekam ich eine Original Probe des Duftes und kann definitiv bestätigen, dass es sich hier um einen schönen Duft handelt; vielleicht der beste Duft von Designer Calvin Klein. Ein orientalisch-holziger Duft für Herren, mit frischen Essenzen von Mandarine und Bergamotte, bezaubernen Aromen von Lavendel, Salbei, Koriander und Muskatnuss; sowie feinen Akkorden mit Sandelholz, Patchouli und Moschus.

Was die Duftbeschreibungen meiner Vorgänger Parfümos angeht, kann ich mich fast voll anschließen, doch zu diesem Duft gibt es neue Erkenntnisse. Laut der Werbung, ein Duft mit einer Erregung, die nur so nach voller Leidenschaft lechzt und die weibliche Spezie Homo sapiens magisch anziehen soll, aber Obsession for Men kann durchaus mehr, denn es zieht wildlebende Tiere, insbesonders Raubkatzen magisch an, wie Forscher und Biologen schon vor gut 20 Jahren mit einem Experiment festgestellt haben.

Entwickelt wurde dieser Duft von Parfümeur Bob Slattery und Duftdesignerin Ann Gottlieb, die das Parfüm mitentwickelt hat. Sie erklärte kürzlich auf https://phys.org/ dass der Duft eine Reihe von Bestandteilen beinhalte, die für einige Tierarten besonders attraktiv sind - insbesondere der künstliche Moschus Duft. Des weiteren teilte Sie mit, dass es sich nicht um einen April Scherz oder einen PR-Gag handelt. Wenn es um den richtigen Lockstoff geht, dann wissen auch Tiger, Leoparden, Geparden, Pumas, Jaguare etc. angeblich genau, was sie mögen. Wissenschaftler setzen Obsession for Men ein, um besonders scheue Raubkatzen vor die Kamera zu bekommen.

Früher wurden Tierkadaver als Lockmittel einsetzt, heutzutage ist es Obsession for Men, was den WCS-Mitarbeitern aus ethischen Gründen auch sehr entgegenkommt. Somit ist es der Umweltschutzorganisation gelungen, Aufsehen zu erregen mit der Meldung, dass Raubkatzen auf das Parfüm "Obsession for Men" der Marke CK stehen. Wie die WCS Organisation berichtet, wenden die Mitarbeiter das Parfüm mit großem Erfolg an, um Großkatzen in Kamera-Fallen zu locken, um den Bestand an Wildtieren in Schutzgebieten einfacher zu überwachen.

2003 wurden verschiedene Duftstoffe in einem New Yorker Zoo mit Raubkatzen das erste Mal getestet, indem man markante Steine und Büsche markierte. Dabei wurde festgestellt, dass die Tiere auf den Obsession Duft besonders stark reagierten. Weitere Versuche mit verschiedenen Raubkatzen bestätigten das Experiment, so berichtet die WCS. Heutzutage hat sich Obsession rund um den Globus als Lockstofff etabliert und findet Anwendung in vielen Naturparks, um seltene Tiere vor die Kamera zu locken.

Fazit: Wer künftig eine Fotosafari in einem Naturreservat mit Großkatzen plant, sollte möglichst auf diesen Duft verzichten, um nicht ein Objekt der Begierde einer Raubkatze zu werden.

Quellen:
- https://phys.org/
- https://www.wcs.org/
- http://www.wwf.de/
- https://centralparkzoo.com/


22.03.2018 13:05 Uhr
3 Auszeichnungen
Das Mandarin & Patchouli ist ein Eau de Cologne und ein klassisch maskuliner Herren Duft der Marke St James of London. Laut Hersteller ein alkoholfreies Erfrischungswasser aus rein natürlichen Zutaten.

Dieses Eau de Cologne bekam ich vor Kurzem von einem befreundeten Parfumo Freund zugesandt. Das Päckchen ist gut angekommen, zu Hause ausgepackt, und aufgesprüht. Ein wirklich frisch, lecker und appetitlicher Duft nach fruchtig und saftigen Mandarinen, ohne der permanenten Süße mit künstlichen Charakter. Der Gute-Laune-Effekt der fruchtigen Mandarine bleibt bis weit hinein in die Herznote präsent.

Im Verlauf gesellen sich nun eine raffinierte leise Patschuli Note dazu. Dezent im Hintergrund soll noch eine eisgekühlte Mango, ein grünen Akkord mit einem Hauch von Jasmin sein, die ich aber nicht wahrnehmen kann. Die frische und natürliche Mandarine bleibt stets im Vordergrund, es ist das i-Tüpfelchen an diesen Duft. Den Abschluß bildet ein balsamisch-holziger Fond aus Sandelholz.

Flakon: Glas Flakon
Duft: spritzig und erfrischend
Sillage: moderat
Haltbarkeit: circa 5-6 Stunden!

Fazit: Wie sich der Duft an heißen Tagen verhält, bleibt noch abzuwarten. Bisher macht es genau das, was es soll – es erfrischt und das richtig gut, ohne aufdringlich zu werden.


21.03.2018 15:14 Uhr
5 Auszeichnungen
Harrods zählt zu den berühmtesten, größten und exklusivsten Warenhäusern der Welt. Das Warenhaus befindet sich in London, an der Brompton Road im Stadtbezirk Royal Borough of Kensington im Westen der Innenstadt. Ursprünglich kreierte Parfums de Marly die Duftkreation Carlisle exklusiv für das Warenhaus Harrods und heutzutage ist er in einigen renommierten Parfümerien erhältlich.

Carlisle startet fruchtig-frisch mit einer würzigen Prise Muskat. Die Muskatnuss ist eine Zutat, die zahlreiche Gerichte als ein Küchenklassiker verfeinert, aber auch als eine besonders raffinierte Duftnote. Das hier verwendete Muskatöl hat verschiedene Vorteile gegenüber der Muskatnuss, denn es frei von Aflatoxinen. Obwohl das Muskat Aroma zum Anfang der Herznote noch eine ganze Weile präsent bleibt, gesellen sich nun eine grüne Note mit einer harzig-rauchig und eine würzigen Schärfe dazu, die wiederum von einem zarten Blumenbouquet abgefedert wird.

Im weiteren Verlauf fügen sich noch eine karamellisierte Süße aus Tonkabohne und Bourbon Vanille hinzu, die die deutlich wahrnehmbare Süße harmonisiert. Zwar ist der Ausklang der Herznote noch süß, aber nicht zu dominant. Die Wandlung zur Basisnote verläuft leise und schleichend - hier mischen sich nun der balsamisch warme Duft der Myrrhe mit einer fein ausbalancierten holzig-würzigen Note. Der Ausklang vermittelt mir die Ausstrahlung einer zufriedenen Stimmung mit einer wohlig und warme Behaglichkeit.

Flakon: massiv, robustes Handwerk in matten Schwarz
Duft: würzig, süsser Gourmant
Sillage: überdurchschnittlich
Haltbarkeit: + 10 Stunden!

Fazit: Carlisle hat wirklich feine harmonisch ausbalancierte Noten mit einem orientalischem Touch. Eine edle und hochwertige Duftkreation mit einer ganz typischen Marly-DNA, die durchaus mehr Beachtung finden dürfte. Ein sampfter Unisex-Duft der Herren und Damen ansprechend wird – ganz einfach mal testen und überzeugen lassen.

Die ganze Geschichte zur Harrods: https://de.wikipedia.org/wiki/Harrods


20.03.2018 12:20 Uhr
7 Auszeichnungen
Obwohl Parfums de Marly immer einem legendären Gestüt oder einem berühmten Pferd zu Ehren eine Duftkreation widmet, kann ich zu Layton Exclusif definitiv nichts finden, wobei meine Recherche bis in die Herkunftsgeschichte ins Reich der Mythen führte.

Möglicherweise hat Parfums de Marly diese elegante Duftkreation der Vergangenheit gewidmet, einer Zeit der Verschwendung, des barocken Prunk des Adels, der festlichen Atmosphäre am Hof von Versailles, der Hauptresidenz der Könige von Frankreich mit einem tausend Personen umfassenden Hofstaat, dem kulturell und politischen Zentrum Frankreichs, der bekanntlich mit der Französischen Revolution endete.

Weder eine Reminiszenz an Versailles, noch der Hype hier bei Parfumo kann ich nicht so richtig nachvollziehen, als ich den Duft das erste mal auflegte. Hätte ich ein Statement dazu, anstatt einen Kommentar abgegeben, wäre er vielleicht wie folgt ausgefallen: Zur Zeit des Sonnenkönigs verlor ein edles Ross seinen Ledersattel zwischen diversen Tropenhölzern und einem Zitronenbaum im Regenwald von Borneo, direkt im Revier einer Zibetkatze, die diesen gleich markierte.

Zibet (arab. Zabad = Moschus) ist ein angenehm moschusartig, ledrig und wohlriechenden Duft, der in Kombination mit Bibergeil, Amber und u. a. Moschus insbesondere bei orientalischen Düften zur Parfümherstellung verwendet wird. Heutzutage wird Zibet künstlich hergestellt und prägt Parfüms nur noch als Ersatzduftstoff.

Zwecks eines fairen Kommentares trug ich die Duftkreation Layton Exclusif ein ganzes Wochenende lang, demnach entwickelte sich der Duft mit meiner Hautchemie wie folgt:

Er beginnt mit einer spritzig, frisch-zitrisch, fast schon aquatisch, aber auch scharf pfeffrig und kurzlebigen Note. Noch bevor sich die Blüten des Blumenbouquets entfalten kann, markiert der Zibetkater sein Revier. Die Herznote ist nun scharf-pfeffrig, ledrig-herb und rauchig und verschwitzt. Der florale Akkord ist zwar präsent, bleibt aber dezent im Hintergrund. Im weiteren Verlauf fügen sich noch eine harzig-krautig grüne Note hinzu, die den Alpha Kater ganz klar polarisieren lässt.

Erst nach Stunden beginnt die Basisnote. Das Blumenbouquet verblasst mit der Zeit und wird durch einen komplexen holzigen Akkord ausgetauscht. Zur Mitte der Basis tritt der dominierende Zibet Kater in den Hintergrund und gibt endlich den Weg für einen angenehm orientalisch-balsamisch-holzig Duft frei. Zum Abschluss mischen sich noch Aromen von Vanille, Kaffee, Eichenmoos, Patschuli dazu, mit gourmandigen Ausklang. Und last not least - einer scharfen Pfeffer Note, als Abschlusslicht.

Flakon: massiv, robust und wertiger Flakon in matten Nachtblau mit Aufschrift
Duft: komplex, animalisch-ledrig und scharf-würzig-herb
Sillage: moderat
Haltbarkeit: + 12 Stunden!

Fazit: Hier handelt es sich um einen herben, ledrigen und sehr maskulinen Herrenduft, ein Komplexer der animalischen Art und meiner Meinung nach auch nichts für die Damenwelt. Freunde von Lederdüften können hiermit u.U. ein echtes Highlight finden. Unentschlossenen rate ich vor einem Blindkauf dringend ab. Besorgt euch eine Duftprobe, 2 ~ 3ml reichen für einen ausgiebigen Test völlig aus, denn es erspart euch letztendlich einen sinnlosen Fehlkauf, denn diesen Duft muss man vor dem Kauf unbedingt getestet haben.


16.03.2018 15:45 Uhr
9 Auszeichnungen
Layton war ein altes englisches Herrenhaus in der Nähe von Sedgefield, im Landkreis Durham. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde ein Gestüt mit dem Namen Layton gegründet. Zwischen dem 16.- 17. Jahrhundert wechselte der Besitz, inklusive dem Gestüt gleich mehrmals den Besitzer, was die Nachforschung lückenhaft und schwierig macht. Aus dem Gestüt gingen verschiedene Pferde hervor, wie Layton XX, Layton Barb, Layton Barb Mare und Young Violet Layton. Dieses Gestüt sind u.a. die Urahnen der edlen Zuchtlinie des englischen Vollbluts. Die gesamte Geschichte ist sehr komplex, alles hier aufzuschreiben, würde den Rahmen deutlich sprengen. Möglicherweise hat Parfums de Marly mit der Duftkreation Layton diesem englischen Gestüt zu Ehren den Duft gewidmet.

Der Duft auf meiner Haut startet frisch-fruchtig, würzig und scharf pfeffrig, man kann das kribbelt und beißen von scharfen Pfeffer deutlich spüren. Mit einer gewissen Dynamik wandelt sich Layton nun in einen würzig-herben Cocktail, untermalt mit einem blumigen Akkordt, der nur im Hintergrund spürbar ist. Nun gesellt sich noch eine schwitzig-würzig und maskuline Ledernote dazu, die lange anhält. Zum Ende der Herznote tritt die ambierte Ledernote galant in den Hintergrund und ein blumiger Akkord mit einer grünen Note übernimmt das Szenario.

Da ich heute von morgens bis zum frühen Nachmittag draußen, bei circa 0 ~ 1° C Grad und eisigen Winden verbrachte, vermisste ich die Süße und den so hoch gelobten fruchtig grünen Apfel. Etwas von einer spritziger Mandarine, frischer Bergamotte oder süßer Vanille konnte ich bei besten Willen nicht wahrnehmen, vielleicht ist es heute dafür einfach zu kalt?

Mit knurrenden Magen, Kaffeedurst und etwas durchgefroren Beinen, kam ich endlich nach Hause, gerade rechtzeitig zur Eröffnung der Basisnote. Nun tasten sich balsamische und rauchige Hölzer, gespickt mit einer zarten Süße vorsichtig heran. Im Verlauf gesellen sich nun elegante Duftakzente mit Patschuli, Bitter Mandel, Bourbon Vanille und Kardamom dazu. Diese, doch sehr komplexe Basisnote wird dann noch mit dunklem scharfen Pfeffer fein gewürzt; somit bekommt der Abschuss noch einen orientalischen Touch.

Flakon: massiv, robust und wertiger Flakon in matten Nachtblau
Duft: komplex, ledrig und würzig-herb
Sillage: stark
Haltbarkeit: + 12 Stunden!

Fazit: Ein komplexes Dufterlebnis unter eisig-kalten Bedingungen ggf. wird der Test bei milderen Temperaturen nochmals wiederholt und korrigiert. Für den Test standen mir der Duft im 125ml Flakon und einer Original Probe zur Verfügung. Eine Ähnlichkeit zu Boss Bottled etc., kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Für mich ist es ein maskuliner und sinnlicher Duft, ob er auch für Damen und im Sommer tragbar ist, bleibt noch abzuwarten.

Update 1: Nun trage ich den Duft mehr als 30 Stunden, auch wenn er nur noch hautnah wahrzunehmen ist, duftet es nach exotisch-orientalischen Hölzern und im Hintergrund ist durchaus auch etwas fruchtiges auszumachen. Die Haltbarkeit ist mehr als vorbildlich, was definitiv für tolle Qualität dieses Parfüms spricht.


15.03.2018 16:49 Uhr
13 Auszeichnungen
Herod ist der dritte Duft der Kollektion von Parfums de Marly. Es ist der Hengst Herod bzw. Der King Herod (König Herodes), der Mitte des 18. Jahrhunderts lebte und einer der drei Stammväter der Rasse des englischen Vollblutes war. Parfums de Marly widmete diesem legendären Gründerrennpferd diesen Duft.

Parfumo Member Gottlieb hat mich auf diesen Duft aufmerksam gemacht, wofür ich mich im nach hinein nochmals herzlich bedanke. Den ersten Dufttest empfand ich als Liebe auf den ersten Sprüher! Mit diesem Duft verbinde ich Erinnerungen an meine Jugend, besser gesagt, an meine erste Wohnung und an einen sehr speziellen Pfeifentabak.

Ich war 15 Jahre alt, als ich meine erste Wohnung in einem Mehrparteienhaus bezog, was auch dringend nötig war, die ständigen Streitereien mit meinen Eltern hatte ich endgültig satt. Die Einzimmerwohnung war im 2. Stock, zwar klein, aber fein und vor allem - mein. In der Erdgeschoss-Wohnung wohnte ein älterer Herr, der leidenschaftlicher Pfeifentabak Raucher war, dessen lieblicher Duft das ganze Treppenhaus füllte. Da ich diesen Duft über alles liebte, kamen wir eines Tages ins Gespräch, um welchen Tabak es sich hier handelt. Bei einem gemeinsamen Kaffee-Klatsch erfuhr ich dann viel über Pfeifentabake und dessen Herstellung.

Dabei handelt sich um einen würzigen Rauchtabak, eine spezielle dänische Mischung aus sehr verschiedenen Provenienzen mit besonders aufnahmefähiger Zellstruktur. Der fruchtige Charakter wird durch mehrjährige Fasslagerung mit Pflaumensaft und Früchten, wie zum Beispiel auch Feigen erreicht. Danach wird der Tabak gepresst und getrocknet, geschnitten und weiter zu Pfeifentabak verarbeitet. Der daraus gepresste Saft, auch Sud genannt, wird nun durch verschiedene Verfahren gefiltert und weiterverarbeitet und findet letztendlich möglicherweise Verwendung in der Parfümindustrie.

Der Duft, den verschiedene Parfumos in den vorangegangenen Kommentaren als fruchtige Himbeere, Kirsche oder beerige Noten interpretieren, ist nichts anderes, als das Nebenprodukt eines mit Pflaumensaft eingelegter Rauchtabak.

Herod ist ein fruchtiger, süß-maskuliner, aber auch würziger Gourmand und ein schwerer Herrenduft dazu. Prädestiniert für die kältere Jahreszeit mit einem hohen Wiedererkennungswert und einer starken und fantastischen Sillage und Haltbarkeit. Die Hauptkomponenten bestehen aus aromatisiertem Pfeifentabak und dem chemischen Aromastoff ISO E-Super. Da die beiden Hauptkomponenten in der Duftpyramide sehr dominant sind, ist eine Zuordnung für meine Nase schon ein bisschen schwierig.

Herod startet fruchtig, frisch-würzig, untermalt mit Zimt und schwarzem Pfeffer, der als stechend oder kratzig wahrgenommen wird. Die fruchtige Pflaume wird mit Weihrauch, Osmanthus und Labdanum untermalt, so wandelt sich das Herz in eine harzig-rauchige und orientalische Note um. Die Basisnote bleibt zwar fruchtig-balsamisch, vanillig-süß, harzig-grün mit einer kräftigen Prise Zimt, da sich im Hintergrund noch Moschus, Vetiver, Zedernholz und Nagarmotha-Gras dazu gesellen.

Flakon: massiv, robust und wertig – eine Augenweide in Anthrazit-Chrome
Duft: opulent-schwer, fruchtig, süß und gourmandig
Sillage: sehr stark
Haltbarkeit: + 12 Stunden!

Fazit: Zwecks Kommentar habe ich drei verschiedene Versionen zur Verfügung, eine frische Original Probe, eine ältere Mini-Abfüllung; sowie einen frischen 125ml Flakon von 2017. Einen Unterschied hinsichtlich der S+H kann ich auf meiner Haut nicht feststellen. Ich trage diesen Duft nun seit 4 Monaten, teils zu besonderen Anlässen, Ausgehen und auch mal zwischendurch. Der Komplimentfaktor ist übrigens überdurchschnittlich gut. Dieser Duft ist nicht täglich tragbar, dafür ist er einfach zu opulent, trotz allem möchte ihn nicht missen.


14.03.2018 22:23 Uhr
7 Auszeichnungen
Pegasus war in der griechischen Mythologie ein geflügeltes Pferd, das Kind des Meeresgottes Poseidon und die Gorgone Medusa. Aber Poseidon war in der Vorstellung der Griechen nicht nur der Herr des Meeres, sondern auch der Herr über die Pferde. Wegen der treuen Dienste wurde Pegasus letztlich an den Himmel versetzt, in dem Zeus ihn in ein Sternbild verwandelte. Dieses Sternbild ist auch heute noch in der Nacht am Himmel zu sehen.

Die Pferdezucht, besonders in den arabischen Staaten, ist eines der prestigeträchtigsten Hobbys und viele Pferde wechseln zu hohen Summen die Besitzer. Namhafte Hengste mit einwandfreiem Stammbaum und idealen Anlagen sind besonders gefragt. Fusaichi Pegasus ist ein Rennpferd, eines der siegreichsten Pferde des amerikanischen Rennsports, dass im Jahre 2000 an eine irische Rennpferdezucht für € 59 Millionen verkauft wurde. Als ich im letzten Jahr der Parfumo-Community beitrat, hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich mich einmal mit Pferderassen beschäftigen muss, man lernt halt nie aus.

Bei Pegasus handelt es sich um ein besonderes Rennpferd des 18. Jahrhunderts, das als das Gründerpferd des englischen Vollbluts gilt und von Darley Arabian abstammte. Parfums de Marly widmete diesem legendären Gründerrennpferd diesen Duft.

Der Duft Pegasus startet spritzig, fruchtig-frisch, hell und leuchtend, was mich an Katy Perry's Song "Firework" erinnert. Der Übergang zur Herznote wirkt Gourmand-würzig mit einer zarten Frische, aber auch einer holzigen Note im Hintergrund. Im weiteren Verlauf gesellt sich eine leicht karamellisierte Süße dazu, die nicht laut wird - eine helle Süße nach Bourbon Vanille, zart gerösteten Mandeln mit einem Hauch von Kaffee.

Die Wandlung zur Basisnote ist elegant-cremig, süß-balsamisch und holzig. Ambra, Vanille und Sandelholz vereinen sich zu einer orientalisch und maskulinen Note, bittere oder herbe Mandeln, kann ich hier nicht herausriechen.

Fazit: Eine liebevoll und hochwertige Duftkomposition mit einer sensationellen Sillage und Haltbarkeit. Meiner Meinung nach ist dieser Duft das gesamte Jahr tragbar, für junge, wie auch von reiferen Herren.

Flakon: massiv, robust und wertig – eine Augenweide in Crome
Duft: harmonisch, frisch und elegant
Sillage: stark
Haltbarkeit: circa + 8 Stunden!


13.03.2018 19:17 Uhr
7 Auszeichnungen
Godolphin Arabian war ein Hengst, der als einer der Stammväter des englischen Vollbluts gilt. Der Hengst wurde circa 29 Jahre alt und starb 1753. Der Hengst wurde neben seinem Stall begraben und erhielt einen Gedenkstein, der noch bis heute zu besichtigen ist. Francis Godolphin war 2. Earl of Godolphin, ihm verdankt der berühmte Hengst den Namen Godolphin. Da Parfums de Marly von der atemberaubende Schönheit, majestätischen Anmut und athletischen Eleganz edler Pferderassen inspiriert ist, ist der Name der Duftkreation Godolphin eine Hommage an den legendären Hengst.

Kommen wir nun zum Duft, wenn auch kurz und bündig. Alle Schreiber von vorangegangenen Kommentaren schwärmen in den höchsten Tönen von Godolphin und sie haben durchaus recht. Dieser Duft ist einzigartig, hochwertig und edel mit einem hohen Wiedererkennungswert. Für mich ist der Duft einzigartig, einen Duftvergleich zu ähnlichen Duftkreationen kann ich leider nicht ziehen, weil ich sie einfach gesagt, nicht kenne.

Der Beginn der Kopfnote ist spritzig-fruchtig und frisch, angenehm würzig mit grünen Noten. Mit der Herznote eröffnet sich ein fruchtig-floraler Akkord, der am Anfang stark dominiert, dann gesellen sich grüne Aromen dazu. Die nun aufkeimende herb-bittere Note wird durch eine zart-weiche, aber auch rauchig und schwitzigen Ledernote gezügelt, die anfangs stark und im weiterem Verlauf sanfter wird und über Stunden präsent ist.

Der Galopp des Hengstes wird mit dem Einsetzen der Basisnote in eine ruhige Schrittabfolge ausgebremst. Moschus, Ambra und Vanille fließen ein, die dem Leder die Bitterkeit entziehen und den Duft insgesamt abrunden. Im weiteren Verlauf wird es orientalisch-holzig, würzig-exotisch, aber lieblich süß, wenn auch nur leise im Hintergrund.

Fazit: Godolphin ist ein edler und souveräner Duft mit einer weichen Ledernote, die zu keiner Zeit schmutzig wirkt, nicht unbedingt etwas für Teens und Twens, eher ein luxuriöser Begleiter für den Genetleman.

Flakon: massiv, robust und wertig - eine in Gold gehaltene Augenweide
Duft: Harmonisches Meisterwerk
Sillage: überdurchschnittlich gut
Haltbarkeit: + 10 Stunden!


12.03.2018 19:33 Uhr
4 Auszeichnungen
Mit dem Namen Galloway verbinde ich in ersten Linie eine gutmütige Rinderrasse, die ganzjährig besonders für die Freilandhaltung geeignet ist, dessen Ursprung der Südwesten Schottlands ist. Heutzutage findet man sie häufig auf den Koppeln in Schleswig-Holstein und Dänemark. Das Fleisch ist ernährungsphysiologisch sehr wertvoll, mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, was es sehr bekömmlich macht. Schon die Römer kannten bereits das vorzügliche des Fleisches der Galloways, eines der wohl ältesten Rinderrassen.

Parfums de Marly erweist mit "Galloway" einem ganz besonderen Vertreter die Ehre, dem Galloway-Pferd. Beheimatet war die Rasse in Schottland, aber damals war es noch eine Pony-Rasse. Julius Cäsar beschreibt bei seiner Großbritannien Invasion 54 v. Chr. diese Pferde und lobte die guten Reitkünste seiner Gegner. Ab dem 12. Jahrhundert wurde aus dem Pony, durch die Einkreuzung von arabischen und norditalienischen Pferden daraus, ein Pferd.

In den folgenden Jahrhunderten gab es weitere Einkreuzungen und Zuchtlinien, aber das Ur-Galloway-Pony ist möglicherweise heutzutage ausgestorben. Ein ganz besonderes Galloway Schimmel wurde im 18. Jahrhundert im schottischen Süden entdeckt und eingefangen, vielleicht das letzte seiner Art. Möglicherweise ist es die Inspiration für Parfums de Marlys Duftkreation „Galloway“ gewesen, um damit dieser Rasse ein Denkmal zu setzen.

Die Herznote setzt auf eine spritzig-pfeffrig und frische Note. Diese Note entwickelt sich ganze drei Minuten lang und gleicht eher einem Ejaculatio Praecox – was bleibt ist der scharfe Pfeffer, was ich nicht unbedingt als kunstvoll bezeichnen kann. Bei dem Übergang zur Herznote tritt der Pfeffer langsam und beständig in den Hintergrund, nun bekommen zwei florale Noten die Oberhand - also in den nächsten drei Stunden dominiert die sizilianische Prinzessin Nerola mit der zarten griechischen Göttin Iris, der Pfeffer bleibt noch wahrnehmbar, wenn auch leise im Hintergrund. Eigentlich bin ich kein Fan von floral Noten, aber diese Duftkomposition ist wirklich angenehm.

Klang heimlich tritt nun die Basisnote hervor, die blumigen Noten gesellen sich mehr und mehr in den Hintergrund. Ambra und Moschus geben nun den Ton an, es riecht angenehm warm-würzig, holzig-maskulin und der Pfeffer gesellt sich dezent dazu. Nach gut drei Stunden flacht die holzig-maskuline Note langsam ab und eine nur hautnah wahrnehmbare zarte und fruchtig-zitrische Frische gesellt sich nochmals dazu. Das Dufterlebnis endet mit dem Ausklang nach circa 7 ~ 8 Stunden auf meiner Haut, eine ledrige Note konnte ich hier nicht wahrnehmen.

Flakon: massiv, robust und wertig - in Matt-Schimmel.Weiß
Duft: Harmonisch, Facettenreich und gut ausbalanciert
Sillage: mittelmäßig und nicht aufdringlich
Haltbarkeit: circa 7 ~ 8 Stunden!

Fazit: Kein Duft für Teens und Twens, mehr etwas für einen reiferen Personenkreis, alles andere als Opulent, aber ein feiner Alltagsduft für viele Gelegenheiten für Sie und Ihn.


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