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November

November

Rezensionen
1 - 5 von 7
November vor 14 Tagen
asexuelles Rasierwasser
Der Classic Collection: Aqua Aromatica - Lavande Lavande gefällt mir von allen bislang verkosteten EdTs des Hauses Florascent mit am besten.
Obwohl meine Erwartungshaltung eine andere war.
Zu Beginn nimmt meine Nase eine weiche federleichte unsüße Zitrik wahr, die wohl vom Roten Thymian herrührt. Sehr schnell gesellt sich der überaus angenehme ausgewogene unscharf-frische Lavendel hinzu.
Im Hintergrund recken weitere Kräuternoten ihre Köpfe ins Bild.
Die Zitrik bleibt mit dem Lavendel gleich auf und verschmilzt.
Später kommt eine Blumigkeit hinzu, die ich nicht zuordnen kann und die sich derart entfaltet, dass sie die anderen Noten zeitweise überrollt und ich meinen Anfangseindruck zunächst revidieren muß.
Noch eine Weile später kommen die anderen Noten wieder zum Vorschein.
Tonka und Amber erreichen meine Nase jedoch nicht.
Der Duft ist wie alle Düfte der Reihe schwach auf meiner Haut, gehört unter ihnen jedoch zu den potenteren.
Lavande ist ein Hauch aromatisierte milde Frische für jeden Tag, insbesondere aber für das Frühjahr und den Sommer, unisex und eine gute Wahl für alle, die es natürlich und sehr dezent mögen.
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November vor 18 Tagen
Kann ein Duft auch zu dezent sein?
Ich verkoste zur Zeit Düfte aus dem Hause Florascent. Das von mir ausgewählte Aqua Aromatica Duftset aus 5 EdTs wurde auf einem hübschen schwarzen Fächer aus zarter Pappe geliefert.
Die nur 0,5 ml enthaltenen Glasproben - leider ohne Sprüher; bei Düften dieser Art m.E. unangebracht - sind mit einem Haken versehenen Deckel verschlossen, mit dem man die Duftprobe im Rahmen eines kleinen Geduldspiels und Feinmotoriktests aus dem Fächer lösen und wieder befestigen kann. Letzteres sollte man auch tun, denn die Pröbchen sind nicht beschriftet.
Ich tropfte mir heute also etwas von der Classic Collection: Aqua Aromatica - Thé Blanc -Probe auf den Unterarm und war sofort angetan.
Thé Blanc hat für mich etwas Betörendes Paradisisches. Ich roch zunächst eine angenehme dezente frische Blütigkeit und erahnte warme Zitrik, nahm durchschimmernde Herbe wahr, dann eine Wärme und Weichheit wie ein Kissen, meinte Moschus zu erkennen, der jedoch nicht gelistet und wahrscheinlich angesichts der Philosophie des Hauses auch nicht enthalten ist.
Alles fließt zu einem federleichten Blütenmeer zusammen, als würde man in einem Traum durch eine exotische Obstblüherwiese spazieren.
Das Aroma ist so angenehm und ich mühe mich ihn mehr zu fassen, Noten zu erkennen, aber der Duft setzt sich auf meiner Haut nicht ausreichend, er bleibt erahnbar, flüchtig wie die Erinnerung an einen Traum.
Diese sehr zarte hautnahe Wahrnehmbarkeit bleibt indes eine Weile bestehen.
Wer auf reine Natürlichkeit Wert legt, vielleicht sehr geruchssensibel ist und / oder einen Duft nur für sich oder den Partner bevorzugt, dem mag das genügen.
Ich denke aber für die meisten Nutzer braucht es eines Verstärkers; evtl. genügt bereits - und damit bliebe die reine Natürlichkeit gewahrt - zuvor geölte Haut oder man kombiniert ihn etwa mit Molecule 01 oder Molecule 02.
Ich sehe Thé Blanc unisex, aber eher an einer weiblichen Person und im Frühjahr.
Viele Freude beim Erkunden von Florascent!
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Wie ein willkommener Freund
Heute ist ein trüber Dezembertag. Nicht allzu kalt. Frisch. Feucht.
Als mitten in Deutschland fern von jedem Meer lebendes Küstenkind ist mir manchmal - so auch heute - nach maritimer Kleidung.
Und bevor ich das Haus verlasse, frage ich mich noch, welcher Duft es dazu sein darf.
Nothing but Sea and Sky kommt mir recht schnell in den Sinn. Und da Nothing but Sea and Sky gar nicht stören kann, sprüh ich ihn großzügig auf Haare, Hals, Nacken, Arme und Kleidung.
Am Morgen dann habe ich ein ausgiebiges Gespräch, eine gute Begegnung.
Der Duft begleitet mich und weht immer wieder wie eine weiche Wolke, die bei leichter Brise über den Himmel zieht, an meiner Nase vorbei.
Und ich stelle mir vor an so einem Tag wie heute gemeinsam mit einer vertrauten Person
warm eingepackt an einem Strand spazieren zu gehen. Von einem Küstenort zum nächsten.
Hier und da größere Steine, Holz, angeschwemmte Naturmaterialen. Und auch Abbrüche der Steilküste. Die Wellen klatschen in einem leicht unregelmäßigen Rhythmus auf den feuchten Sand. Von Zeit zu Zeit bläst der frische und kühle Wind die Haare beiseite.
Möwen fliegen gröhlend über uns hinweg.
Das Gespräch fließt gemächlich dahin sich abwechselnd mit Phasen der Ruhe und des Nachdenkens. Wir gehen. Alles ist in Ordnung.
Trotz der selbst an diesem kühlen feuchten Tag ansprechenden Natur, die sowohl ihre Schönheit als auch ihre Gefahr offenbart. Wie das Leben selbst.
Nothing But Sea and Sky begleitet uns mit einer warmen und holzigen frischen Brise, die das Aroma weißen Nougats erahnen läßt.
Am Zielort gibts einen Earl Grey mit Aussicht aufs Meer.
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Ein freundlicher Fast-Immergeher
Nomade von Chloé ist ein frisch-fruchtiger Duft, um den sich zart grüne und zart blumige Noten gesellen, eine harmonische Mischung aus Freesie, Mirabelle und Eichenmoos.
Er wirkt belebend, elegant und feminin, sauber, klar und leicht und nur dezent süß.
Nichts stört.
Den einen oder die andere schwant eventuell Langeweile.
Nomade ist in der Tat gefällig, aber auf die gute Art.
Für mich hat er auch nichts Synthetisches, er kommt natürlich rüber.
Später wirkt er auch warm, zumindest auf der Haut. Und aufgrund dieser Wärme und seines belebendes Charakters finde ich ihn auch für die kühlen und trüben Tage durchaus passend.
Aber Nomade paßt auch zu zahlreichen anderen Situationen, ein freundlicher Fast-Immergeher ohne explizite Individualität.
Leider hält Nomade auf der Haut nicht lang (habe heute 3 Sprüher auf den Unterarm gesetzt), schwächt nach mind. 1, 5 bis 2 Stunden deutlich ab, so dass man entweder gleich mehr Sprüher und verteilt setzen sollte, nachsprüht oder vermehrt auf die Kleidung und Haare geht.
Wo er sich recht gut hält sind kleine Räume.
Noch Stunden nach dem Sprühen macht der Duft beim Betreten des Raums gute Laune.
Ich trage den Duft von Zeit zu Zeit seit Jahren und der Flakon geht zur Neige, aber noch nie hab ich ihn so intensiv und gezielt geschnuppert wie heute.
Leider bemerke ich heute beim diesem ersten intensiven Schnuppern für die Rezension erstmals Kopfschmerz.
Die Zeit wird zeigen, ob die Ursache wirklich in Nomade liegt.
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November vor 2 Monaten 3
Wie ein solider Riesling
Zur Zeit verkoste ich gezielt einige liegen gebliebene Duftproben, bevor diese Gefahr laufen ungewürdigt das Zeitliche zu segnen.
Heute fiel die Wahl aus dem Bauch heraus auf einen Miniaturflakon von Comme une Evidence EdP von Yves Rocher, der mir im Sommer geschenkt worden war.
Beim damaligen Testen fand ich ihn ganz nett, auch wußte ich noch, dass seine Bewertung hier im Forum nicht überragend ausfiel; darum erwartete ich heute nicht viel, wurde aber überrascht, weshalb ich spontan beschloss eine Rezension aus der Erfahrung zu basteln.
Comme une Evidence wirkt weder billig, noch merklich synthetisch. Er eckt nicht an.
Er ist auch nichts Besonderes.
Aber: Comme une Evidence ist einfach schön!
Er ist ein im besten Sinne gefälliger Alltagsduft, eher feminin, könnte jedoch auch als unisex durchgehen.
Die Noten (Zitrische, Moos, Patchouli) rund um die vorrangig weißblütigen Herznoten wirken gut verwoben; keine Note sticht markant heraus.
Er ist frisch und leicht, blütig und etwas fruchtig und erfreulicherweise für mich, die zuviel Süße überhaupt nicht mag, kaum süß, auch nicht im Verlauf.
Es ist, als ob die Kopf- und Basisnoten die Süße auffangen.
Der Duft hat was von einem in voller Blüte stehenden Obstbaum an einem nicht zu warmen sonnigen Frühlingstag oder einem soliden gut gekühlten Riesling.
Ich sehe ihn eher als Duft für die warmen Jahreszeiten, aber heute an diesem trüben Novembertag hebt er meine Stimmung.
Das Vergnügen wird leider bald hautnah und selbst dort nach 2 bis 3 Stunden blass.
So finde ich die Haltbarkeit hier etwas zu optimistisch eingestuft.
Die Benotung für den Duft an sich fällt für meinen Geschmack zu niedrig aus.
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