Login

Olifaktorie

Olifaktorie

Rezensionen
6 - 10 von 11
Die leckere, sanfte Lederjacke am nächsten Morgen einer durchrockten langen Nacht
Der "This is Him" (TiH) ist für mich einer der Düfte aus der Kategorie "weiß man erst zu schätzen wenn man weiß was gut ist".
Denn er stand, nach einigen jugendlichen Jahren voller Bruno Banani, Adidas u.ä. und dem ersten Dior Sauvage und Calvin Klein schon relativ früh am Anfang meiner olfaktorischen Reise. Empfohlen damals von einer Verkäuferin im orangenen M, als Geheimtipp, als "jung und rockig" wie die ganze Marke Zadig&Voltaire, von gerechtfertigten Preisen (knapp 65€/100ml) hatte ich damals noch keine Ahnung und nach einer Weile schnüffeln und überlegen gab ich diesem hier den Vorzug vor seinem Bruder ( Just Rock! pour Lui ). Dabei war ich irgendwie gar nicht so besonderes happy, er roch für mich eigen, so düster, so säuerlich, außerdem kam der Frühling, meine Sammlung wuchs, auch mit anderen dunklen Düften und so ließ ich ihn einfach links liegen. Im Nachhinein zu Unrecht, denn als ich ihn einige Zeit später einmal wieder hervorholte und nun mit vielen Düften ähnlicher Kategorie vergleichen konnte kann ich nur meinen Hut ziehen. Nathalie Lorson hat hier (mal wieder! Ein Blick auf ihre Vita lohnt) eine tolle Kreation erschaffen.

TiH startet ungewohnt, der kräftige, aber auf mich sehr natürlich wirkende Pfeffer zusammen mit der leicht bittersauren Grapefruit geben dem Duft einen besonderen Auftakt. Dieser Auftakt war es, der meine damals noch ungeübte und unerfahrene Nase etwas irritierte. Dieses Opening legt sich aber nach einer halben Stunde immer sanfter und verweilt im restlichen Duft nur noch als leichter Hauch. Der Weihrauch gesellt sich bereits zum Opening hinzu und gibt diesem Duft etwas sehr markantes, leicht verruchtes - rockig eben. Doch auch das lehnt sich nach seiner Dominanz in der Mitte immer weiter zurück. Vor allem wahrnehmbar ist über die längste Zeit die schöne milde Vanille und das Sandelholz. Und meine Nase nimmt da irgendwo noch ein wenig Leder wahr, auf angenehme Art. Dieses leicht süßliche, ledrige Holz verweilt.

Das Parfum ist dabei vor allem anfangs lauter, wird dann nach 60-90 Minuten immer zurückhaltender, hält in seinem sanften Ausklang dann aber erstaunlich lange, gute 7h auf meiner Haut.
Täglich tragen kann man ihn vor allem in Herbst und Winter, von jung bis mittelalt würde ich sagen. Durch die Anfangsnote verleitet er aber auch zum Tragen, wenn es abends mal in eine Bar, auf ein Konzert oder anderweitig um die Häuser geht. Sobald (!) der laute und markante Beginn verflogen ist lädt er dann sogar zum Kuscheln und zu Nähe ein. Er wandelt sich von rockig-frech zu wohlig-umarmend. Der Flakon ist simpel, hat sein eigenes Design mit der "Bruchkante", nur der Deckel hätte etwas wertiger sein dürfen.

Ich kann an dieser Stelle nur Danke an die nette Verkäuferin sagen, die mir diesen kleinen "Geheimtipp" in meine Sammlung gebracht hat - ich brauchte nur einige Zeit Geruchserfahrung, um ihn zu schätzen zu wissen. Seit nunmehr zwei Wintern und immer wieder speziellen Anlässen trage ich ihn trotz immer größeren Sammlung gefühlt immer öfter.
6 Antworten
Minz-Duftbaum am Rückspiegel des Golfs
Dieser Duft wird immer wieder mal auf Listen mit guten, günstigen Sommerparfums aufgeführt. Also habe ich ihn mir ob eines guten Angebots und dem Fokus auf Minze blind mitbestellt.

Der Hugo Iced hat hier ja nur drei Noten aufgeführt und hat tatsächlich gar keinen Verlauf. Aufgesprüht riecht er durchgehend gleich - was manchmal ja auch passt. Vom Vetiver rieche ich wirklich wenig, er bildet maximal eine wahrnehmbare holzige Unternote und gibt einen Schuss grün in die Komposition. Das Grün kann auch vom aufgeführten Tee (welcher Tee??) kommen, der Hauch Tee erinnert ein wenig an den Daarej pour Homme . Dominant hingegen ist in diesem Duft die Minze. Auf die hab ich mich gefreut, allerdings macht diese auf mich einen sehr synthetischen und künstlichen Eindruck, ist etwas zu dicht und klebrig.

Dabei performt der Duft okay, hat eine mittelmäßige Haltbarkeit, strahlt bei einigen Spritzern aber ordentlich ab.

Preislich ist er etwas über den günstigen Drogeriedüften aber trotzdem noch günstiger als andere Designerdüfte einzuordnen (soweit ich mich erinner knapp unter 40€/100ml). Ein Preis, der dem Parfum gerecht wird wie ich finde, aber auch kein absoluter Schnapper ist.

Denn für mich ist Hugo Iced genau das: er rangiert ganz leicht über den Drogeriedüften á la Bruno Banani & Co, hat aber den Anschluss zu wirklich guten Designern nicht ganz geschafft. Das "Iced" ist in meinen Augen missverständlich, denn um wirklich erfrischend frisch eisig zu wirken ist er einen Ticken zu süß und synthetisch geraten. Etwas, das auch schon zu negativen Bemerkungen über den Duft geführt hat und mich selbst auch stört. Das ist der Grund, wieso ich kaum noch zu diesem Duft greife, in einer Sammlung mit einigen anderen frischen Düften fällt meine Wahl eigentlich fast immer auf andere. Hugo Iced ist nicht unausstehlich und hin und wieder wenn ich ihn trage gefällt mir seine Note sogar. Am ehesten tragbar finde ich ihn mit seiner leichten Grüne und Süße im wärmeren Frühling und milden Sommer.
Man kann ihn probieren, aber ich würde in fast jeder Situation andere Düfte bevorzugen
2 Antworten
Saubere Zuckerwatte in der Wüstensonne
Auf diesen Duft stößt man, wenn man seine Nase mal tiefer ins Thema Düfte gesteckt hat. Wer sonst kennt diese Marke, die keines der großen mediteranen Designhäuser Europas ist und kaum in einem Sortiment aufgeführt wird? Eine gewisse Ähnlichkeit zu einem gewissen und bekannten "Ravageur" ( "Musc Ravageur | Editions de Parfums Frédéric Malle" ) wird ihm vorausgesagt...
Der wirkte spannend auf mich, ich hatte Lust auf diesen Duft und die scheinbar tolle Assoziation, die er vermittelt. Also bestellte ich beim großen Amazonen und erwartete einen süßen, aber angenehmen Duft der mich auf ein Kamel setzt und durch die Wüste führt.

Der Duft startet für mich ganz kurz etwas alkoholisch, wie ein leichter süßer Schnaps, nicht wie ein Likör. Das verfliegt jedoch nach nichtmal einer Minute und nun legt dieses Wässerchen los: Eine sehr deutliche Rose startet durch, die zwar im Verlauf nachlässt, aber immer ein wenig wahrnehmbar bleibt und etwas von einer guten, angenehmen Seife hat. Das bildet eine schöne saubere Basis. Auch der Zimt ist von Beginn an da und bleibt, wird dabei aber immer dezenter und umschmeichelt die Komposition sanftwürzig. Wirkliche Zitrik durch Bergamotte und Orange nehme ich auch anfangs nicht wahr, höchstens ein wenig Orange wie man es aus Duftölen kennt in der ersten halben Stunde. Eine süße Vanille ist durchgehend präsent. Der Duft ist süß, erinnert mich an Zuckerwatte zwischen einem Stand mit edlen handgemachten Seifen und einem Stand mit Gewürzen. Und er schafft es, eine leichte, fluffige Süße zu vermitteln, keine klebrige. Das bleibt auch so, nimmt nur in seiner Intensität ab, während nach 1,5h die trockenen, holzigen Noten etwas mehr ins Sonnenlicht treten. Irgendwo in der Nähe glimmt doch auch noch ein Duftstäbchen? Den gesettleten Hintergrund bildet ein wenig Moschus und Amber, mit Zurückhaltung wie ich finde. Was bleibt ist eine trockene, süße, leichte, holzige und nur noch dezent gewürzte Zusammenkunft.

Während die Anfangsnoten und spannenden Verläufe sich vor allem in den ersten 90-120 Minuten abspielen bleibt das auch relativ lange. Ich empfinde den dabei nicht als laut, allerdings trage ich ihn auch meist sparsam auf, weil ich finde, anders passt es gar nicht zu dem Duft. Er bleibt in der Nähe, brüllt andere dabei aber nicht an. Ich mag das irgendwie gerne. So wie ich ihn auftrage ist er kein Beastmode, hält aber seine 6-7 Stunden bei 2 Sprühern auf die Haut. Zumindest für mich. Mir hat schonmal nach 9h noch jemand gesagt ich würde heute irgendwie gut riechen, durch das besondere Duftprofil nehmen ihn feine Nasen also auch lange wahr.

Der Flakon ist nichts besonderes, aber mit seiner Schlichtheit irgendwie trotzdem hübsch. Er und die Verpackung passen zum Duft.

Preislich war der angenehm, knapp über 20€ für 50ml. Definitiv sein Geld wert.

Letztendlich bekam ich auf eine schöne Art und besser als erwartet das, was ich wollte. Es ist ein süßer, aber leichter und tragbarer Duft. Und er versetzt mich tatsächlich irgendwo in die Wüste, vielleicht nach Marokko, in ein sauberes Zelt auf dessen Holzgestänge schon lange die Sonne scheint, in dem am anderen Ende ein Räucherstäbchen neben einigen Schälchen Gewürz glimmt, in dem mir eine leichte zimtige Nachspeise freundlich angeboten wird und durch das dennoch eine leichte Brise Wüstenluft streicht, sodass es niemals stickig wird. Ich mag den
7 Antworten
Im dunklen klaren Mondschein eine sinnliche Umarmung
Der Luna Rossa Black war für mich einer der ersten bewusst gekauften Parfums für besondere Anlässe und Dates. Wie sehr ich damals ins Schwarze (Haha, er heißt ja Black) getroffen habe ist erstaunlich. Heute ist es der einzige Duft, den ich mir trotz eines noch nicht aufgebrauchten 100ml Flakons zum zweiten mal und auf Reserve bestellt habe - bei meiner inzwischen beträchtlichen Sammlung etwas sehr besonderes. Doch angesichts dessen, was dieser Duft für mich ist und auch wegen der (von Prada bestätigten!) Gerüchte, seine Produktion sei eingestellt, war mir das wichtig.

Prada Luna Rossa Black (ein bescheuerter Name, ist der Mond nun rossa (=rot) oder black? Da hätte sich wirklich was besseres finden lassen können. Aber welche Rolle spielt das für den Duft an sich? Keine.) ist ein ziemlich einzigartiges Parfum. Immer wieder wird er zwar mit den eingestellten "Midnight in Paris" (nicht das Filmchen!) und dem Puk von Bvlgari verglichen, doch beide konnte ich leider nie riechen. Unter den aktuell verfügbaren ist er einzigartig. Obwohl es auch hin und wieder Nasen gibt, die diesen Duft nicht mögen und schlecht rezensieren (meist Duftenthusiasten, denen diese Komposition zu linear und ohne künstlerische Besonderheit ist) hat er doch auf sehr viele Menschen eine ungewöhnliche Anziehungskraft. Und auf fast alle "normalen" nicht-fraghead-Nasen sowieso. Prada ist bekannt für Gerüche die auf Iris bzw. Pudrigkeit basieren und ein Gefühl der Sauberkeit ("Seife") vermitteln. Da ist dieser prinzipiell keine Ausnahme, aber auf eine besondere und eigene Weise.

Beim Aufsprühen geben Angelika (würzig süßlicher Floralduft, manche sagen nach frischem Sellerie) und ein wenig unzitrische Bergamotte dem Duft sofort Frische und nehmen ihm den unangenehmen alkoholischen Aufsprüh-Geruch, der mich an vielen anderen Parfums sehr stört. Die Angelika (Engelswurz) bleibt für einige Zeit, dazu gesellt sich sofort intensives Patchouli und Amber, welches zusammen mit frischem weißen Moschus (der völlig in der Parfumo-Beschreibung fehlt aber definitiv wahrnehmbar und woanders auch aufgeführt ist!) die Hauptnote bilden. Diese Hauptnote ist 5 Minuten nach dem Aufsprühen genauso, wie am Ende des Tages nach vielen Stunden Tragen. Hier könnte man sich daran aufreiben, dass der Duft zu linear ist, sich nicht ändert, keine unterschiedlichen Phasen durchläuft... Aber will ich das überhaupt oder bin ich bei einer solchen DNA froh, wenn er zuverlässig genauso bleibt wie er ist? In diesem Fall gilt für mich zweiteres. Das angegebene Cumarin könnte kritisch stimmen, wirkt kümmeliges in Düften doch für einige "schweißig" und unangenehm - doch ich nehme den Kümmel hier in keinster Weise unangenehm und ohnehin nur hauchdünn wahr, wenn dann eher Cumarin in seiner waldmeisterlichen frisches-Heu-Art. Über negativ auffallendes Cumarin habe ich beim Luna Rossa Black noch nie gelesen, scheint also nicht nur meine Nase so zu empfinden. Die von manchen beschriebene Plastik/Gummi/Benzin-Note nehme ich überhaupt nicht wahr, und trotzdem wirkt er auf mich sehr sinnlich-männlich. Dieser Prada ist einer der wenigen, zu dem ich mir keine unmittelbare Assoziation im Kopf ausmalen kann und so bleibt die passendste Beschreibung: Trockene, saubere, frische, pudrige Süße, die jedoch überhaupt nicht klebrig ist und dennoch zu verführen weiß. Dass dieser Duft es schafft, süß zu sein ohne zu kleben (die wohl beste und besonderste Eigenschaft dieses Pradas!), sauber zu sein ohne eine spur von blauer Zitrik, pudrig und dennoch männlich, leise und dennoch so umarmend... das macht ihn so speziell und toll.

Diese gelungene Kreation hat in meinen Augen keine Altersgrenzen (von unreifen U16 Teenagern mal abgesehen), ist aber in meiner Nase doch eher maskulin. Nicht toxisch, laut oder prollig maskulin, sondern eher ein Mann der warm in den Arm zu nehmen weiß in seiner schwarzen weichen Lederjacke. Durch diese verführerische Geborgenheit und leichte Mystik ist er hervorragend für Dates geeignet, wenn man nicht laut mit dem Duft sondern mit anderen Dingen überzeugen möchte und der Duft ein sinnlicher guter Begleiter im Hintergrund sein soll der auch für spätere Nähe noch super geeignet ist. Für den Black bekam ich in solchen Momenten schon erstaunliche Komplimente. Obwohl er keine schreiende Note an sich hat schafft er es dennoch, dem Gegenüber im Gedächtnis zu bleiben. Ansonsten passt er auch super für ruhige, entspannte Abendanlässe oder als Tagesbegleiter in milden bis kalten Temperaturen. Denn durch seine unaufdringliche Frische eckt er nirgends an und löst nirgends Kopfschmerz aus. Er ist eindeutig kein Clubbing-Fragrance und will es auch gar nicht sein. Ich trage ihn abends sehr gerne auch nur für mich als Wohlfühlduft. Leicht aufgetragen passt er so sogar ins Büro. Ein und mein Signature-Scent für alle Jahreszeiten außerhalb der heißen Sommertage.

In vielen Rezensionen sind Haltbarkeit und Sillage der größte Kritikpunkt. Etwas, das ich persönlich nicht nachvollziehen kann. Düfte verfliegen bei mir leider generell sehr schnell, doch dieser hier gehört zu den positiven Ausnahmen. Er hält und hält. Für die Beiträge hier trage ich den Duft (in diesem Fall übrigens ein EdP!) immer morgens auf um sowohl die Noten wirklich nochmal wahrzunehmen als auch die Beständigkeit bewusst zu überprüfen. Heute sind über 11 Stunden (ohne sport etc) seit einem einzelnen Sprüher aufs Handgelenk vergangen und ich kann ihn noch immer leicht wahrnehmen. Wirklich duftend ist er immer gute 8-9h. Auf Kleidung oft deutlich bis zum nächsten Tag. Die schlechten Erfahrungen erkläre ich mir dadurch, dass er potentiell zu den Gerüchen gehört bei denen man "Nose-blind" wird und man ihn selbst nicht mehr riecht wenn man ihn zu lange in der Nase hatte. Denn ich bekam schon Komplimente ("wer riecht denn hier so gut?") als ich selbst gar nicht mehr bewusst etwas vernommen habe. Und wenn man die Kleidung vom Vortag am nächsten Abend in den Wäschekorb packt und da den Duft aufeinmal wieder gut wahrnimmt spricht das sehr für eine herausragende Haltbarkeit! Es kann natürlich sein, dass andere Haut und andere Batches wirklich individuell sehr viel schlechter anhalten. Zur Sillage: Man hinterlässt einen schönen aber sanften Duftschweif den andere wie erwähnt echt lange wahrnehmen. Doch er schreit nicht, ruft nicht laut "hier bin ich, nimm mich wahr!". Und das ist genau richtig für diese Art Duft. Er gehört somit trotz seiner in meinen Augen tollen Performance nicht zu den Beastmodes weil das nicht passend für seine DNA wäre. Es wäre nicht entspannt genug, nicht sinnlich genug, nicht dezent-anziehend genug. Er ist genau richtig so wie er ist.

Als Fazit lässt sich sagen: Ich liebe diesen Duft. Er ist einer meiner Alltime-Lieblinge in einer großen Sammlung. Und ihn tragen noch nichtmal viele. Die frische, leise Sinnlichkeit ist so vielfältig tragbar und anziehend zugleich. Ein Duft mit dem ich mich wohlfühle. Dazu noch ein fairer Preis (70-90€ /100ml) und die gute passende Performance. Ins Schwarze getroffen im bestmöglichsten Sinne.
8 Antworten
Frische italienische Cremigkeit zwischen sauberen Ledersesseln
Die Valentino-Reihe war für mich lange eine graue Maus, mit all den starken Iris-Düften wurde ich nie warm. Die sind nicht schlecht, waren für mich aber immer schwächer als die Könige dieser Sparte á la Dior Homme und Givenchy Gentleman. Hinzu kamen sehr schwache Sonderflanker die nun wirklich nicht gelungen waren. Und so zog diese Reihe für lange Zeit an mit vorbei und schaffte es nie weiter als zur Geruchsprobe beim örtlichen Dufthändler. Doch eines Tages - wieso nicht früher!?- probierte ich die Originalfassung, das EdT. "Lecker" dachte ich, aber voreingenommen von den anderen der Reihe dachte ich, den vergess ich doch bald wieder. Doch den restlichen Tag bis hin zum Abend vernahm ich immer wieder einen anziehenden Duft von meinem Handgelenk. "Lecker" dachte ich auch da immer wieder. Den vergess ich nicht, den kauf ich mir.

Der Duft startet frisch, jedoch nicht so zitrisch wie Bergamotte vermuten lässt. Es ist eher eine pudrige Frische. Ein wenig wie der Geruch eines kühlen Nougat-Stückchens neben dem Eiskaffee auf dem Teller. Nach der Kopfnote nimmt erfrischender, heller Kaffee immer mehr an Fahrt auf und gesellt sich zu einer dunklen kühlen Schokolade. Unterlegt von "weißem Leder", das wohl ein etwas älteres aber sauberes Leder am besten beschreibt, ist das der bleibende Hauptduft. Vom Zedernholz merk ich nichts, eher noch den Hauch von leicht süßem Tabak.

Valentino Uomo EdT ist ein äußerst tragbarer Duft für die vorhandene Duftart. Denn er ist zwar gourmandig und lecker, aber all das auf eine frische leichte Weise. Das ist der Grund, weshalb er in meinen Augen sehr viel vielfältiger tragbar ist als die meisten vergleichbaren Parfums. Und zwar auch für jüngere und zu mehr Anlässen und wärmeren Temperaturen als üblich. Er passt perfekt in eine junge italienische Bar mit Stil bei einem Kaffee und einer leichten Süßspeise. Für Dates die man kennt, ein leckeres schickes Essen im Restaurant und leicht aufgetragen sogar für die Arbeit ist dieser Duft außer in den heißen Sommerstunden fast immer tragbar und lecker, schreit aber nie laut, hat keine Ecken die sich ins Gedächtnis brennen. Nein, er umschmeichelt einen sanft und gut.

Der Duft strahlt nicht wie ein Biest und hält auch nur sehr EdT-typisch, zart und relativ kurz (4-5h bei einem Sprüher auf meiner Haut). Für einen Duft dieser Art aber eigentlich okay, um nicht zu aufdringlich süß an einem zu kleben wie ich finde. Genau richtig für ein paar Stunden in der Bar, bevor man entspannt nach Hause geht und sich vielleicht nochmal einen anderen Duft aufträgt oder ihn nachsprüht. Er verbindet toll aufeinander abgestimmt das "Lecker"-Gefühl mit einer leichten Frische und Entspanntheit. Ein guter kurzweiliger Duft und für mich der Beste der Reihe.
0 Antworten
6 - 10 von 11