TuriTuris Parfumkommentare

6 - 7 von 7
Turi vor 1 Jahr 13
9.5
Duft
8
Haltbarkeit
8
Sillage
9
Flakon

Ein kleines bisschen Heimat im Mix
Der zweite Orto Parisi in meiner Sammlung, den ich dank eines Souks ergattern konnte.

Der Flakon is wie bei Megamare einfach spitze. Schön minimalistisch gehalten mit dem Detail (eingefasster Stein) im Deckel. Der Name, nun gut was soll man sagen, Terroni ist eine Beleidigung von Norditalienern gegenüber Süditalienern (bin selber aus dem tiefen Süden Italiens).

Beim ersten Mal aufsprühen, ist mir direkt aufgefallen wie dick dieser Saft ist und wie rötlich meine Haut davon wurde. Danach kam mir sofort eine Duftwolke entgegen, die mir so unfassbar bekannt vorkam. Leicht erdig, nussig und süß. Hier komm ich nochmal auf den Namen zu sprechen. Bei uns „Terroni“ fließt die gesamte Sterotypkultur zusammen, alles was man über Italien, den Verhaltensweisen und Essen weiß stammt meist aus dem Süden und genau hier kommt der Duft ins Spiel. Der erinnert mich nämlich an eine süditalienischen Süßspeise aus Nüssen und Honig, dem Torrone. Dazu mischt sich aber noch dieses Erdige, was mich wiederum an die, durch die starke Sommersonne, trockene, verdorrte und leicht verbrannte Erde auf den süditalienischen Feldern erinnert. Ich werde also an zig Dinge erinnert und das nur im Opening des Duftes - einfach der Hammer.

Im Verlauf des Duftes wird es weiterhin leicht süßlich und cremig-mandelig, aber die trockene Erde bleibt immer dabei. Der Duft kann gut 8-10 Stunden wahrgenommen werden und die Sillage ist für andere gut wahrnehmbar, auch wenn es kein Beast wie Megamare ist.

Für mich ein Meisterwerk an Duft, da ich schöne Erinnerungen damit verbinde, aber definitiv kein massentauglicher Duft.
2 Antworten

Turi vor 1 Jahr 13
9
Duft
10
Haltbarkeit
9
Sillage
10
Flakon

Ein Monster...
...und was für ein liebenswürdiges.

Ich hab Megamare nun ca. einen Monat. Ich hab ihn beim ersten Mal im Büro (einem Großraumbüro) getragen. Die komplette Etage konnte mich riechen (ich übertreib nicht). Sobald die Türe aufging, konnte man Megamare erduften und je näher man mir kam, desto intensiver wurde es. Tatsächlich konnte man ihn am darauffolgenden Tag noch riechen.

Seither hab ich den Duft an wärmeren Tagen im Freien getragen, aber auch da hab ich eine langanhaltende Wolke um mich herum erzeugt. Einfach wow, aber weniger für geschlossene Räume mit vielen Leuten geeignet.

Nun zum Duft selbst. Er startet anfangs zitrisch und fast schon rostig metallisch. Die erste halbe Stunde ist er noch so extrem wahrnehmbar, dass es einen fast erschlägt. Danach wird er etwas weicher, algig, holzig und die angesprochene Wacholder nehm ich auch dezent wahr. Im Verlauf erinnert er mich an folgendes Szenario: Man geht an einem extrem warmen Tag an den Strand und plötzlich stürmt und regnet es sehr stark für wenige Minuten. Was danach übrig bleibt ist ein schwerer Geruch von salzigem Meer und trocknendem Sand, aber auf eine so unfassbar schöne Art und Weise. Was nach der Dampfphase übrig bleibt, ist ein erfrischend, aquatisch, salziger Treibholzduft in der Luft.

Da ich als Kind viel in meiner Heimat Italien war und solche Szenarien des Öfteren vorkamen, hat mich der Duft direkt in die Kindheit katapultiert.

Wer es also dezent und unauffällig mag, der sollte die Finger von Megamare lassen. Hier steckt viel Power drin und die möchte gerochen werden.
2 Antworten

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