UniqueCherie

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Rezensionen
1 - 5 von 8
UniqueCherie vor 10 Jahren 26 4
9
Duft
Versilia Aurum, du schönes Stück!
Ich fürchte, es war ein Pröbchen, dass eines Souk-Pakets beilag, dass mich in die Arme dieses Duftes trieb, ganz genau weiß ich es aber nicht mehr. Wenn sich also noch jemand erinnert, gern hier melden… :)

Versilia Aurum ist schon sehr speziell, denn gerade diese „essbaren“ Düfte liegen nicht jedem. Ich hingegen mag das sehr, es gibt das/den ein oder andere/n Zitronentörtchen, Fruchtsalat, Backwerk in meiner Sammlung. Wer nicht nach „Naschkram“ duften mag, der kann sich dieses Ansprühfluid abschminken.

Versilia Aurum ist rosa. Aber nicht pink und grell, sondern altrosa, mit einem kleinen Grau-Ton darin. Nicht mädchenhaft, sondern wie eine Dame zum anbeißen. Am richtigen Tag, in der richtigen Dosierung , in der richtigen Location vermag er Großes zu vollbringen. Am falschen Ort und mit zuviel „Schmackes“ aufgetragen, ist er zu bonbonhaft und raumfüllend.

Versilia Aurum muss durch Stille wirken. Ein Hauch im Vorbeigehen, der kleine Rest im Fahrstuhl, das Bleiben im vollgestopften Bahnabteil. Dann ist er interessant, dann kann er "sein".

Versilia Aurum macht keine wirkliche Duftentwicklung. Erdbeeren, Sahne, Vanille, Schluss. Aber er braucht auch nicht mehr. In einer Sammlung ist er der „Andere“, der der nur mit besonderer Stimmung getragen wird. Der, der zum kuscheln auf der Couch gebraucht wird, der der warme Sommertage zum Strahlen bringt und die Winterabende zum leuchten.

Versilia Aurum ist rund, vollkommen und herrlich unkompliziert – wenn man ihn so nimmt, wie man ihn gedacht hat.
Man muss nicht ‚immer auf Teufel komm raus‘ anders riechen; manchmal reichen Sahnebonbons zum Aufsprühen, um die Welt um sich herum ein bisschen einfacher zu machen.
4 Antworten
UniqueCherie vor 11 Jahren 30 8
9
Duft
Kinners, ich weiß das auch nich…
Zu Molecule 01 wurde viel gesagt. Gutes, Schlechtes, Wahres…

Ich besitze M01 nun schon seit fast 2 Jahren und bin von seiner Außenwirkung immer wieder erstaunt. Selbst empfinde ich ihn als überwiegend hölzern und etwas süßlich, habe aber auch schon Kommentare gehört wie: „Das riecht hier nach ausgepusteter Kerze!“ (das übrigens von der Freundin, der wir den nassen Hammel zu verdanken haben!). ;)

Für denjenigen, der ihn wahrnimmt, kann er also Fluch und Segen zugleich sein.
Ein absoluter Signaturduft ist er! Niemals sonst höre ich so häufig „Warst du gerade im Fahrstuhl?“, „Ich hab dich schon gerochen und wusste, dass du hier sein würdest!“ oder „Das riecht voll nach Cherié im Besprechungsraum!“. Wiedererkennungswert also 1+!

Ich kann mich ehrlicherweise nur selten zu seinem Gebrauch durchringen, denn: Wenn ich auch gern Düfte mag, die sehr gradlinig sind und sich nicht allzu stark verändern, so ist mir dieser hier einfach zu wenig einschätzbar. Ich möchte mich im Gespräch mit anderen nicht ständen fragen müssen „Bin ich eine Kerze? Ein Fahrstuhl? Oder gar etwas gänzlich anderes??“. Nope, das ist irgendwie strange.

Allerdings: Kürzlich war ich bei meinem Doc (Nein, war nichts Schlimmes!) und der ist sonst immer eher tüffelig, fachlich ein Guter, aber es menschelt halt nicht so mit ihm. Das Gespräch war recht lang (außergewöhnlich!), zur Blutabnahme wurde ich begleitet (nett!) und er kam sogar nochmal rein, um zu gucken, ob auch alles richtig läuft (???). Seine unerwartete Aufmerksamkeit hat mich natürlich gefreut aber auch verwundert. An diesem Tag trug ich: Molecule 01! Tadaaaa!!!

(Für die Schwarzseher: Ich bin nicht ernsthaft erkrankt, das war wirklich nur ein Routine-Check!)

Also sagen wir mal so: M01 kann alles und nichts sein. Man kann sich mit ihm so und so fühlen. Er ist holzig, süß, fettig aber auch stechend, chemisch und nase-blockierend. Ich bin nur ein halber Fan und hab trotzdem schon Verlustängste. Verwirrung auf ganzer Linie. Ihr müsst es selbst testen, immer wieder und werdet wohl nie zu einem endgültigen Ergebnis kommen.

*ichweisssasauchnich*
8 Antworten
UniqueCherie vor 12 Jahren 18 8
10
Duft
And nothing else matters
Nee, das hatte ich aus dem Hause „Creed“ nicht erwartet! So etwas Besonderes, Wertvolles und Sanftes – bei dem Namen „Original Vetiver“ war ich auf vieles gefasst, nicht aber darauf!

Da geht jemand frisch-würzig ans Werk, um den Duft ausnahmsweise zu personifizieren. Das ist also der Beginn: Hell und klar, sauber und frisch, gefällig und interessant. Süß ist er auch ein bisschen. So geht’s bei vielen los…

Minuten braucht es nur und wir stehen in einem Kräutergarten. „Duftet nach Küche – aber gut!“. Ich rieche Wacholderbeere, wahrscheinlich, weil ich sie aus anderen Düften meiner Sammlung gut kenne. Pfeffrig ist es nicht, denn damit verbinde ich immer ein leichtes ziehen und zucken in der Nase und das haben wir hier keinesfalls.

So geht es erstmal weiter. Es werden keine Purzelbäume geschlagen, sondern man würzt und süßt gemütlich vor sich hin. Keine Ausreißer, kein „Hoppla, was kommt denn hier jetzt?“, nein, man hockt sittsam da und wartet auf das Dessert.

Und dann kommt es! Aber nicht mit „Hey, ich bin hier der mega-Vetiver-Duft“, sondern mit „Komm, ich nehm dich mit auf eine schöne hölzern-süße Reise!“ Grünlicher Dunst vernebelt meine Nase, ich fühle mich wie im Urlaub, Sommerwind, Sonne, herrliches Nichts-tun, nur treiben lassen. Ich werde getragen auf Sandelholz-Flügeln und sage:

„Ja, Creedy-Boy, du hast es einfach drauf!“

Die sanfte Landung nach einer mehrstündigen Reise lässt mich wissen: Mit dem würde ich bis ans Ende der Welt gehen!

Danke, Showdown, für ein so tolles Dufterlebnis!
8 Antworten
UniqueCherie vor 12 Jahren 21 3
Kein Blumenduft! Oder doch?
„Das ist aber hübsch aufgemacht mit der Blume vorne drauf`!“, dachte ich, als ich bei Sahling die Probe von Peoneve abgriff und war schon in Versuchung, den Flakon nur wegen seines Etiketts zu kaufen.

Ein Glück, ich hab´s nicht gemacht - man lernt ja dazu! ;)

Die Duftpyramide versprach mir eigentlich einen netten Blumen-Duft, mit dem ich mich schon barfuß im lachs-farbenen Flatter-Kleidchen über eine Wiese von Blömmschen zu Blömmschen hüpfen sah – aber nix da! Meine Annahme, dass sich der Vetiver im Hintergrund halten würde um den ansonsten floralen Noten Halt zu geben, wurde von einem Zaunpfahl in Form eines garstigen Vetiver-Bündels zerschlagen.

Ich liebe Vetiver! An Frauen hell, strahlend und sauber (= Infusion d´ Vetiver) und an den Herren dunkel, feucht und erdig (= Encre Noire).

Dass sich die Basisnote dieses Dufts auf den ersten Riecher zeigen würde, hat mich schonmal reichlich verwirrt. Ansonsten ist da eine ziemlich düstere Rose auszumachen (Joa, war anzunehmen!). Viel dominanter empfinde ich aber den Jasmin! Und der ist nicht gerade von der freundlichen Jasmin-Sorte, sondern ähnelt derer, bei deren Duft man an Körperausscheidungen denkt. Habe erst kürzlich gelesen, dass Jasmin -wenn er sehr früh geerntet wird- noch grün und frisch wirkt, im Laufe des Tages an den Duft von Orangenblüten erinnert und am Abend tatächlich anfängt „zu stinken“ *. Demnach bin ich also versucht, den Grassesois` zuzurufen: „Na Jungs, is spät geworden gestern, wa!?“

Gute drei Stunden hält Peoneve nun schon durch. Haltbarkeit also bisher ganz in Ordnung. Die Basis zeigt sich nun und ist für mich der schönste Teil nach „Modder-Vetiver und „Muffel-Jasmin“: Ich stehe gedanklich tatsächlich in einem Garten nach einem erfrischenden Regen. Es ist blumig, es ist grün, es ist kühl.

Bestimmt stehen bei mir nur die Ingredenzien Kopf – anders kann ich mir meine Empfindungen nicht erklären. Oder ich habe Peoneve schlichtweg nicht verstanden. Vielleicht hätte mir aber das Schwarz hinter der Pfingstrose auf dem Etikett schon einen Wink geben sollen..? Der Auftakt ist zumindest nicht so heiter, wie man es vielleicht vermuten könnte. Die Basis hingegen ist sehr schön gemacht. Leider habe ich schon derart „Problemfälle“ in meiner Sammlung (da geht es tlw. andersherum zu), so dass Peoneve (derzeit) keinen Platz dort finden wird.

An die Peoneve-Trägerinnen: Ihr riecht was, was ich nicht riech´! :(



* Quelle: Jean-Claude Ellena, Der geträumte Duft
3 Antworten
UniqueCherie vor 12 Jahren 28 15
10
Duft
„Es ist so flauschig – ich werd wahnsinnig!“ …
…heißt es im Film „Ich, einfach unverbesserlich“ und genau das dache ich auch, als ich Habit Rouge EdP das erste Mal aufsprühte.

Den Auftakt könnte man als eine „Eau de Shalimar Intense-Version“ beschreiben. Leicht säuerlich durch Bergamotte und Zitrone, aber nicht wirklich frisch. Die Verwandtschaft zur Königin ist nicht von der Hand zu weisen. Kurz denke ich an Nimm2 und bekomme Lust auf Fruchtbonbons.

Wer vorher lediglich das Eau de Toilette getestet hat, wird jetzt überrascht: Das EdT erinnert tatsächlich an Tweetjacken und Seidenschals mit passendem Einstecktuch. So (denkt man) haben die Herren der 1960er geduftet. Showdown hat das in seinem Kommentar sehr treffend vorformuliert. Ich denke sogar eher noch an die 50iger, in denen man Hausfrauen in entsprechenden Handbüchern riet, sich nach getaner Hausarbeit umzuziehen und zu frisieren und die Kinder vor dem Heimkommen des schwer arbeitenden Ehemannes zum Hände und Hals waschen anzuhalten. Es sei zuvorkommend, wenn sie ein Erfrischungsgetränk und die Tageszeitung bereit halten würde, damit er es sich vor dem Abendessen im Ohrensessel noch etwas gemütlich machen kann. Sie sollte sich dann in die Küche begeben und (möglichst) seine Leibspeise zubereiten. Sie soll lächeln und von spaßigen Dingen berichten, schließlich hat er im Büro schon zur Genüge anstrengende Gespräche geführt und es sei ihre Pflicht, ihn zu erheitern…

Zurück zum Duft!

Es wird seifig, meine Lieben. Obwohl Neroli –für mein Empfinden– häufig zur sofortigen Verpuffung neigt („Wo ist es hin?“), schafft es dieses hier (mit Unterstützung von Patchouli) den Jasmin nicht nur zu tragen, sondern zu führen. Das duftet ausgezeichnet aufeinander abgestimmt und wird durch die Vanille warm und skinig. Vielleicht kugelt auch ein kleines Tonkaböhnchen vor sich hin… - bei Guerlain weiß man ja nie!

Unaufgeregt wabert die Herznote in die Basis über. Es gibt eindeutigere Leder-Düfte, aber auch hier schwingt der Wohlgeruch eines Ledersattels mit. („Die Assoziation zum Reitsport wird mir jetzt klar.“) Ich bin wirklich kein Oud-Freund, aber dies hier ist so gut versteckt, dass er mich nicht stört, der Kreation sogar eine kleine Kante zum ansonsten absolut runden Duftverlauf gibt. Gibt es sowas wie „weißes Oud“? So würde ich es wohl beschreiben.

Innovativ ist anders, aber von altbacken kann hier nicht die Rede sein. Es gibt spannendere Düfte, aber man möchte ja auch nicht immer die olfaktorische Kratzbürste sein.

Und wer trägt ihn nun wann? Jeder jeden Tag! Ich stiefel morgens mit Seidensticker-Bluse, dunklen, scharf geschnittenen Anzug und High Heels zum Job und fühle mich mit Habit Rouge doppelt gut angezogen. Wer sich als Mann mit Dior Homme oder Midnight in Paris wohl fühlt, kann dem hier sicher auch etwas abgewinnen. Egal wie, egal wann, egal wer – alles geht!

Flauschi Rouge wird bald gekauft. Wenn er da ist, kuscheln wir. Ich freu mich schon!
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