Tabac Santal For Him Annette Neuffer 2014
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Top Rezension
Von der Schreinerei in die Kirche in die Tabakplantage
Ich bin in einer Schreinerei aufgewachsen. Das bedeutete, dass ich haufig in meiner freien Zeit meinem Vater, dem Schreinermeister zur Hand gehen musste. Waehrend er an einem Ende der grossen Saegemaschine die Holzbohlen zum Saegeblatt hin schob, wartete ich am anderen Ende geduldig darauf, das entzweigeschnittene Holz in Empfang zu nehmen und auf einen Stapel zu schlichten. Einmal die Woche musste ich ihm helfen, um im Lagerraum mit den Saegespaenen Platz zu schaffen, wie er das nannte. Die bei der taeglichen Arbeit anfallenden Saegespaene wurden durch ein Abzugssystem eingesaugt und ueber ein grosses Rohr im Keller wieder ausgestossen. Nur verteilten sich die Spaene nicht gleichmaessig ueber die Bodenflaeche, sondern bildeten unter dem Rohr einen pyramidalen Haufen. Und den galt es abzubauen, indem er mit grossen Holzrechen gleichmaessig ueber die Bodenflaeche verteilt wurde, um Platz fuer weitere Spaene zu schaffen.
Deswegen kann ich mit Recht fuer mich in Anspruch nehmen zu behaupten, so ziemlich alle Geruchsvariationen zu kennen, die Holz nur haben kann. Von frischem zu abgelagertem Holz bis zu Holzspaenen.
An genau diese Holzspaene musste ich denken, als ich Tabac Santal zum ersten Mal aufgetragen habe. Erwartet hatte ich ein ausgepraegtes Tabakaroma, gerochen habe ich anfaenglich frische Holzspaene. Diese stroemen ein kraeftiges Aroma von frischem Holz aus, gepaart mit einer noch leicht gruenen Note, die etwas Stechendes an sich hat. In Tabac Santal nimmt allerdings eine aromatische Tabaknote dem frischen Holz sofort seine Spitzen, so dass sie ihrer schneidenden Wirkung beraubt werden. Es riecht einfach nur nach aromatischem Holz mit leichten Tabakanklaengen. Nach einigen Minuten geht es von der Schreinerei zur Kirche, Myrrhe gesellt sich zum Holz, der gesamte Duft bekommt einen sakralen Charakter. Ich empfinde auch Myrrhe oft als leicht stechend, in Tabac Santal aber nicht, da Annette Neuffer hier durch Bienenwachs dem Gesamtbild eine schoene Weichheit verleiht. Erst zum Schluss kann sich der namensgebende Tabak Platz verschaffen ohne Holz und Myrrhe ganz zu ueberdecken.
Ein toll gemachter Duft, der sich einer voreiligen Zuordnung zu entziehen weiss. Nicht holzig, nicht harzig, nicht Tabak, sondern eine Reise von einer Station in die naechste. Jedes Stadium hat seine charakterspezifische Auspraegung, die sich aber durch geschickte Ueberleitungen waehrend des Duftverlaufes mehrmals wandelt und den jeweiligen Charakter veraendert.
Tabac Santal ist ein hervorragender gemachte Duft, kann aber keinen "Will-ich-haben-Impuls" in mir ausloesen. Fast kommt er mir vor wie der Klassenbeste, neben dem jeder sitzen will um abzuschreiben, den aber niemand zum besten Freund hat.
Ein Mille Grazie an Leonessa, durch deren Grosszuegigkeit ich diesen Duft testen durfte.
Deswegen kann ich mit Recht fuer mich in Anspruch nehmen zu behaupten, so ziemlich alle Geruchsvariationen zu kennen, die Holz nur haben kann. Von frischem zu abgelagertem Holz bis zu Holzspaenen.
An genau diese Holzspaene musste ich denken, als ich Tabac Santal zum ersten Mal aufgetragen habe. Erwartet hatte ich ein ausgepraegtes Tabakaroma, gerochen habe ich anfaenglich frische Holzspaene. Diese stroemen ein kraeftiges Aroma von frischem Holz aus, gepaart mit einer noch leicht gruenen Note, die etwas Stechendes an sich hat. In Tabac Santal nimmt allerdings eine aromatische Tabaknote dem frischen Holz sofort seine Spitzen, so dass sie ihrer schneidenden Wirkung beraubt werden. Es riecht einfach nur nach aromatischem Holz mit leichten Tabakanklaengen. Nach einigen Minuten geht es von der Schreinerei zur Kirche, Myrrhe gesellt sich zum Holz, der gesamte Duft bekommt einen sakralen Charakter. Ich empfinde auch Myrrhe oft als leicht stechend, in Tabac Santal aber nicht, da Annette Neuffer hier durch Bienenwachs dem Gesamtbild eine schoene Weichheit verleiht. Erst zum Schluss kann sich der namensgebende Tabak Platz verschaffen ohne Holz und Myrrhe ganz zu ueberdecken.
Ein toll gemachter Duft, der sich einer voreiligen Zuordnung zu entziehen weiss. Nicht holzig, nicht harzig, nicht Tabak, sondern eine Reise von einer Station in die naechste. Jedes Stadium hat seine charakterspezifische Auspraegung, die sich aber durch geschickte Ueberleitungen waehrend des Duftverlaufes mehrmals wandelt und den jeweiligen Charakter veraendert.
Tabac Santal ist ein hervorragender gemachte Duft, kann aber keinen "Will-ich-haben-Impuls" in mir ausloesen. Fast kommt er mir vor wie der Klassenbeste, neben dem jeder sitzen will um abzuschreiben, den aber niemand zum besten Freund hat.
Ein Mille Grazie an Leonessa, durch deren Grosszuegigkeit ich diesen Duft testen durfte.
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